Zustand in Altenpflegeheim (Mobbing, etc.)

Markus23KP

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Guten Morgen Liebe Kolleginnen und Kollegen.

Ich -bzw. meine Frau- hab ein Problem. Sie arbeitet seit 3 Jahren in einem Altenheim in dem sich in der letzten Zeit vieles zum schlechten wendet. Dienstpläne werden erst am 25sten des Vormonats ausgehängt, es werden an den freien Tagen einfach Dienste für weitere freie Tage eingetragen (ohne die Mitarbeiter zu fragen) wenn man sich dann beschwert wird mit Abmahnung gedroht, bzw werden Frei Wünsche oder Urlaubswünsche gezielt missachtet,etc. Meine Frau ist jetzt in diesem Haus in 1,5 Jahren die Fünfte die psychisch einfach am Ende ist mit Weinkrämpfen und dem ganzen Programm mitte des Jahres für 6 Wochen zuhause bleiben musste um sich erstmal zu erholen... Seit Sie wieder da ist (hat auf eine Halbtagstelle reduziert, bekommt aber "zur Strafe" (O- Ton PDL) 4 stunden dienste...! hat quasi fast jeden Tag dienst...! Zum.... Na ja akute Situation gestern: STL ruft an sagt: " Du musst morgen am freitag und am sonntag einspringen, Antwort meine Frau : "Ich muss gar nix außer sterben". (hab ich ihr in den letzten monaten beigebracht, sich zu wehren!!!) Antwort STL dann gibts eine Dienstanweisung --- Meine Frau: Dienstanweisung gibt es nicht." STL dann sprech ich mit PDL. PDL ruft an: "du musst kommen sonst gibt es eine abmahnung. " So jetzt ist Frieden zu Ende. Heute muss meine Frau zur PDL zum Gespräch. Hab Ihr versucht so viel Mut wie möglich zu machen der PDL mal die Stirn zu zeigen.
Jetzt endlich die Frage: Falls meine Frau Kündigen würde, gilt in diesem extremfall auch die Sperrzeit von 3 Monaten bei der Arbeitsagentur?! Oder wird diese Sperrzeit evtl verkürzt?!
Ach ja, nix anderes findet sie nicht, sie fährt kein Auto (kein Führerschein) und nur ambulante Pflege wird gesucht...! Auf alle Bewerbungen nur Absagen.

So ein KURZER Ausriss aus den Zuständen (ich befürchte viele von euch werde diese kennen...!)

Ich bedanke mich euer Interesse und im Voraus für eure Antworten...!!!
 

Joerg

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Deiner Frau Wut zu machen finde ich in dieser Hinsicht nicht wirklich gut. Der Schuss kann nach hinten los gehen. Sie muss der PDL gestimmt aber so freundlich wie möglich gegenübertreten.
Der Arbeitgeber wird kaum eine Kündigung aussprechen, da er in diesem Fall, zumindest das weigern Deiner Frau einzuspringen, nicht als Grund anführen kann. Macht er es doch, wird ihn jeder Arbeitsrichter in der Luft zerreißen.

Lies Dir mal folgendes durch.

http://www.wittekweb.de/verdi/ungestoerte_freizeit.doc
 

Markus23KP

Stammgast
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@ Joerg: Danke für den Link! Das sie nicht einspringen muss, wusste ich schon, aber die Paragraphen im Text sind sehr hilfreich, danke!

Nur um das klarzustellen (habe es evtl falsch ausgedrückt) Habe Meiner Frau lediglich Mut gemacht nicht einzuknicken, das heißt nicht zu sagen Jawoll frau PDL , selbstverständlich frau PDL , ich mach alles was sie wollen fr PDL ... Habe nur gesagt sie muss nichts machen, was nicht mit dem Arbeitsvertrag und den Gesetzen konform geht...

Aber das ist auch nicht das Hauptproblem, sondern dass es ja nicht noch bis zum 67 Lebensjahr so weitergehen kann (sind ja immerhin noch 43 jahre) ... Sondern ob die Möglichkeit besteht den vorliegenden Sachverhalt so zu "benutzen" um ohne die Sperrzeit bei Kündigung finanziell abgesichert zu sein...?! Und wenn die Kündigung mit sofortiger Zahlung von ALG 1 ohne Sperrzeit durch diese Verhältnisse in diesem Heim möglich ist, was zu beachten wäre? Wie prüft die Arbeitsagentur die Verhältnisse nach? Die PDL wird wohl kaum zugeben, Mitarbeiter systematisch drangsaliert und ausgenutzt zu haben, oder?!
 

Krissy84

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Hallo!

Aaaalaooo.... Ich war vor einiger Zeit in einer ähnlichen Situation. Habe ebenfalls im Altenheim gearbeitet, wo die Zustände nicht wirklich gut waren. Habe dort selbst gekündigt, bin zur Arbeitsagentur gegangen und habe Arbeitslosengeld beantragt.
Ich musste schriftlich darlegen, welche Beweggründe ich für die Kündigung hatte und dann wurde vom Sachbearbeiter entschieden, ob die dreimonatige Sperrfrist in dem Fall gilt.
Meine Gründe wurden anerkannt und ich habe ab dem Tag Arbeitslosengeld erhalten.
Vielleicht sollte deine Frau den Führerschein machen (ist bei der Stellensuche ja immer besser) und sich unabhängig vom Ausgang des Gesprächs, um eine neue Stelle kümmern?!

Wünsche ihr jedenfalls viel Glück!

LG, Krissy
 

piwi

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auf keinen fall selbst kündigen !!
geh zum DGB und mach einen termin klar. wenn es gar nicht mehr geht-ab zum arzt-bis der DGB die sache geklärt hat.

das geht so auf keinen fall. Da brauchst du bzw sie hilfe aber schnell.
auf die abmahnung kannst du pfeiffen. die müssen die so wie so wieder rausnehmen :!: das wird die VERDI oder wo du bist schon klären.
ich bin ja bei der GEW "gewerkschaft erziehung u. wissenschaften" in münchen und das ist super gut. kann ich nur empfehlen.
das scheint ja jetzt in mode zu sein-die leute zu mobben und richtig fertig zu machen. darüber kann ich ein lied singen.
 

oldKph

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Gibts es keinen Betriebsrat? Ein Gespräch aller Beteiligten mit der PDL und der StLtg sollte versucht werden und erst danach würde ich über eine Kündigung nachdenken. Macht sich besser bei der Agentur für Arbeit
 

matras

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Hallo,

der Weg ist doch eigentlich ganz klar: Mitarbeitervertretung schon beim Gespräch mit der PDL. Das was da läuft ist Nötigung!!! Und da darf sich Frau PDL warm anziehen! Gleichzeitig würde ich auch nach Rechtsschutz über Gewerkschaft oder DBfK zuziehen. Und würde das Arbeitsamt von den Zuständen informieren bevor das "Kind" in den Brunnen fällt, dann wissen die wenn gekündigt würde, mit wem sie es zu tun haben und könnten weitere Fälle eventuell besser einschätzen.


Matras
 

Krankenschwester78

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Die Situation in Alten,- und Pflegeheime verschlechtert sich immer weiter. Solche Probleme die du geschildert hast, stehen mittlerweile auf der Tagesordnung...

Ich rate Deiner Frau so schnell wie möglich zu kündigen. Natürlich bekommt Sie Arbeitslosengeld. Sie macht sich doch psychisch fertig. Evtl. Arbeitsamt Bericht vom Arzt vorlegen.
Gespräche mit der PDL würde ich nur noch unter Mithören eines Dritten (MAV) durchführen. Somit ist Sie auf der sicheren Seite.

Ich würde auch den Führerschein machen. Ambulante Pflege ist doch auf Dauer sowieso angenehmer.
Ohne Führerschein könnte Sie es jedoch auch in einem Betreuten Wohnen probieren. Nur werden diese oft über einen Pflegedienst betreut. Wäre auf jeden Fall ruhiger und ein angenehmeres Arbeiten.

..Oder eine Stelle in der Tagespflege. Arbeit von Mo-Fr, 8-16 Uhr. Alte Menschen betreuen, beschäftigen...etc.

..Oder Privat jemanden Zuhause betreuen. Mal in der Tageszeitung lesen. Viele suchen für Privat jemanden. Evtl besser bezahlt..

Gibts doch viele Möglichkeiten.. Wünsch euch, vor allem deiner Frau viel Kraft und Glück dass Sie schnell was neues findet. :cheerlead:
 

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