Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Pflegekräften

nightshade

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Wie sieht es bei Euch mit der Zusammenarbeit der Ärzten/Psychologen und dem Pflegepersonal aus?

Gehen die Ärzte auf Eure Anregungen ein? Z.B. Med.-umstellung, Zukunftspläne usw.

Denn gerade in der Psychiatrie finde ich es sehr wichtig.
 

eunerpan

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Hallo!


Ich würd mal spontan sagen, dass die Zusammenarbeit generell gesehen ganz gut klappt....

Natürlich gibt es Sit. in denen das nicht funktioniert ....... aber ich glaub das ist überall so.......:gruebel:

Oft ist es z.B. schwierig, wenn es um einen E Termin geht...... irgendwie legt den der Therapeut fest, egal wie weit ich mit meiner Arbeit bin .... daran müssen wir noch arbeiten :mryellow:

Med. Umstellung hängt bei uns oft auch vom OA ab.....

Aber wenn es um eine Medikation geht bei akuten Pat. können wir das meist ganz gut besprechen, wenn wir da bestimmte Vorstellungen haben.

Manchmal ist es allerdings schon bei der Zieldefinierung schwierig übereinzukommen...... gibt eben auch übermotivierte Psychologen, die ganz hochtrabend psychotherapeutisch arbeiten möchten :daumen: ..... auf ner "Akut"-Station nich ganz unser Auftrag ....
aber naja ..... der wird das auch noch merken :rofl:


Lieben Gruss
 
B

Brady

Gast
gibt eben auch übermotivierte Psychologen, die ganz hochtrabend psychotherapeutisch arbeiten möchten
Hallo Eunerpan,

die gibt es*gg*, wobei diese mit der Zeit wohl bald nicht mehr in psychiatrischen Kliniken zu finden sind. Erstmal aus Kostengründen, da wir als Psychiatrie behandeln und Therapie in Rehakliniken eher immer mehr im Vordergrund steht. Dann eben auch nicht einsetzbar wie ein Arzt, keine Dienste. Unsere Ärzte haben meistens den Facharzt für Psychiatrie und auch eine psychotherapeutische Zusatzausbildung.

Dann können Psychologen keine Anordnungen treffen und haben auch nicht die Verantwortung der Behandlung. Sie können uns auch keine Anweisungen geben, was manchmal ein ziemliches Kompetenzgerangel gibt.

Ob es gut ist, dass sie aus dem psychiatrischen Stationsalltag verschwinden....lasse ich mal so stehen.

Das sieht mittlerweile auch für andere Therapien so aus, wie z.B. Musiktherapie, Tanz- und Bewegungstherapie, Kunsttherapie, usw.. Die Arbeits- und auch die Beschäftigungstherapie hat da bessere Karten.

Gute Behandlung ist auch hier mittlerweile eine Frage des Geldes.

Liebe Grüße Brady
 

eunerpan

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Hallo Brady!

Bei uns haben nicht so viele Ärzte den Facharzt.... die meisten begeben sich bei uns auf den Weg dort hin, so haben wir da viele Wechsel.....

Da wir auch ne Uni als Kooperationspartner haben, haben wir jedes Jahr nen PIPler .... Psychologe im Praktikum ...... wahlweise auch Psychologe in Panik :rofl:

Wir fangen also jedes Jahr neu an einen Psychologen einzuarbeiten:schraube:
das bedeutet in der Praxis, das wir jedes Jahr das Rad neu erfinden .....
und mit Kompetenzgerangel ist es sowieso verbunden:mryellow:

Das die Kreativtherapien immer seltener werden wird ich persönlich sehr schade..... Wobei die Ergo und AT bei uns auch den grössten Zulauf haben....


Lieben Gruss
 

Tamara_München

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bei uns auf der station gibt es keinen psychologen, da wir eine reine entgiftung sind ... da brauchen wir sowas nicht *ironiemodus aus*

bezugspflege interessiert die ärzte nicht ... "was ist bezugspflege? ach so ... stimmt ... steht ja im QM!"

zukunftspläne? dafür gibt es die sozialpädagogen ... die regeln das alles schon ...

"ollege arzt ... der patient hat stets einen hohen blutzucker! könnte es nicht sein, dass die insulingabe bisschen gering ist? bei der gabe merk nicht mal ich was?!"- "wer ist denn hier der arzt?! du oder ich?!" ---->>> gespräch beendet!!!


nun ja ... ich bin stinkig ... ok ... die verhältnisse wie oben beschrieben bestanden auch schon vor dem streik der ärzte ... leider ist durch den streik uns, der pflege, erst noch stärker bewusst geworden, dass es immer noch eine durchstrukturiertes hirarchiedenken gibt ...

vor allem nachdem ein zeitungsausschnitt groß und fett im personalaufenthaltsraum hing mit der überschrift

"ärzte sind menschen!!!"


sorry, musste das loswerden
 

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