Zusammenarbeit mit Kollegen

Dieses Thema im Forum "Talk, Talk, Talk" wurde erstellt von Operon, 09.10.2012.

  1. Operon

    Operon Newbie

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    Hallo,

    ich arbeite im OP und wir sind seit kurzem ein Team aus "Jung und alt" <- das kam von den "alten"..
    Ich gehöre zum "Team jung" :schraube:
    Weiss nicht, ob es hilft, sowas zu wissen, aber nun denn;

    es gibt eine Kollegin, sie ist seit ihrer Ausbildung schon dort und meint, sie wäre die beste bzw. sie ist die beste und weiß in jedem Fachbereich bescheid (wisst ihr was ich meine?!), und da sie schon so lange dort ist, meint sie auch, sie hätte gewissen Privilegien und könnte zb. neue Kollegen, vorallem KollegINNEN anzicken, wenn sie merkt, sie kann es bei demjenigen machen bzw. ist es auch auffällig, dass sie das bei Leute macht, die tough daher kommen und was drauf haben - sie muss dann zeigen, dass sie es total drauf hat. Kommentiert laufende ops und manchmal sagt die dann auch den Operateuren, was sie machen bzw. wie sie operieren müssen....

    Ich hatte auch schonmal eine Zickerei mit ihr, wo sie auch definitiv gelogen hat, um vor anderen und generell besser dar zu stehen.
    Fehler kann sie sich auch nicht eingestehen, selbst Kleinigkeiten wälzt sie dann auf andere ab.

    Bei "Team alt" kommt sie super an... wir "jungen" fragen uns, wieso das so ist und ob nur wir das merken, dass sie total schwierig ist (wahrscheinlich ist ihr Verhalten bei den "alten" bewusst anders..).

    Kennt ihr solche Kollegen und wie geht man damit um?
    Sollte man das mal ansprechen, oder würde das eh nichts bringen? - ich würde mich das auch glaub ich eh nicht trauen....

    Gruß
     
  2. opjutti

    opjutti Poweruser

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    Im OP sollte man doch ein Team sein und was soll dort diese saublöde Trennung zwischen "Jung und Alt"? Wie steht eure Leitung dazu?

    In meinem Team gibt es auch "altgediente", erfahrene Mitarbeiter und junge Mitarbeiter. Eine gute Mischung aus beidem ergibt ein gutes Team!!

    Die jungen Mitarbeiter lernen von den "alten, erfahrenen" Mitarbeitern und die jungen wiederum bringen neuen Schwung und neue Ideen in den Laden.

    Vielleicht solltet ihr mal auf einer Teambesprechung dieses Thema auf die Tagesordnung setzen und die Vor-und Nachteile dieser, in meinen Augen, wirklich saublöden Trennung herausarbeiten. Und im Umkehrschluss daraus erkennen, was es bedeutet, wenn jung und alt effektiv zusammenarbeiten.


    LG opjutti
     
  3. Operon

    Operon Newbie

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    Wir haben keine Teambesprechung,... das ist der Witz...
    und viel wird da eher hintenrum gestänkert, als das Probleme mal angesprochen werden!
    Jung und alt ist bei uns so eine Sache, die alten fühlen sich jetzt beleidigt, wenn die jungen ne Fortbildung machen usw. wollen sich von den jungen nix sagen lassen, wobei wir gar nichts zu sagen haben wollen - also ich für meinen Teil möchte friedlich und harmonisch meine Arbeit machen und ich seh keine jungen und alten Mitarbeiter, sondern uns als ganzes, manchmal eben wie eine 2. Familie, aber wenn man solche Besserwisser dabei hat, wie oben beschrieben, dann hab ich eher angst zu zeigen, was ich drauf habe bzw. wenn meine Arbeit während ich am Tisch stehe kommentiert wird, dann komme ich mir blöd vor - als Beispiel : Wir wollten laparoskopisch anfangen und sind dann vor Schnitt doch auf offen umgestiegen, da meinte meine Kollegin zu mir "jetzt schnell zuerst Messer, Schere und Pinzette aus dem Sieb holen" ....:schraube: ich mach den Job doch nicht erst seit gestern und weiss sowas selbst...

    Zum Thema Leitung, wir haben wohl die schlechteste Leitung die es gibt... Er sagt nämlich gar nix, kann nix, weiss nichts, sitzt den ganzen Tag vorm PC und macht "Bestellung", dass wars. Achja und intrigant ist er auch noch.. Macht Fehler (Prothesen vergessen zu bestellen, falsch/ Gar nicht eingeräumt, etc..) und vor den Ärzten sagt er dann, ein Mitarbeiter xy wäre das gewesen....

    Ich bin auch noch nicht sooo lange dort und ich komme von einer großen Klinik wo richtig "emergency" los war und als ich dann mal ein paar Tipps und Innovationen bringen wollte, wurden diese gleich niedergeschmettert von wegen " wir machen das hier aber so" bzw. "die fühlt sich wohl als was besseres und will uns erzählen was besser ist".

    :down:
     
  4. opjutti

    opjutti Poweruser

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    Tut mir echt leid für dich, dass du an so ein Team geraten bist und zu allem Übel noch eine unfähige Leitung hast.

    Ich war auch mal in einer Klinik, in der ich nicht zurechtkam. Bei mir war es so, dass die Kollegen eifersüchtig waren, weil ich damals die einzigste Mitarbeiterin mit Fachweiterbildung war und von einer großen Uniklinik kam.

    Für mich war dieses Haus ein bis zwei Schritte zurück und als ich versuchte neue Ideen und andere Arbeitszeiten einzuführen (dort wurden noch geteilte Dienste gemacht und ich hatte eine Fahrtzeit von 45 Min. einfach) wurde ich von allen gemobbt. Obwohl der Chefarzt mit mir konform ging, habe ich die Probezeit nicht bestanden, weil ich nicht ins Team passte. Hinterher habe ich erfahren, dass eine Kollegin Angst hatte, weil die stv. OP-Leitungsstelle vakant war und sie sich auf diesem Posten sah.

    Im nach hinein war es für mich gut,weil ich dann in die Klinik gegangen bin, in der ich seit 1989 tätig bin und inzwischen auch ein "Urgestein" dort bin und manche bei mir die eintätowierte "Inventurnummer" suchen.

    Trotzdem bin ich froh über meine jungen Mitarbeiter und weiss aber auch die erfahrenen zu schätzen. Die Mischung macht´s.

    Wenn die Kollegin versucht dich vor den Ärzten bloß zu stellen, dann frag sie doch auch vor den Ärzten, ob sie übernehmen möchte. Ansonsten soll sie dich in Ruhe deine Arbeit machen lassen.
    Bei meinen Anfängen hatte ich einen Kollegen, der sich bei mir bei jeder Hüftprothesenimplantation vor meinen Tisch setzte und laut soufflierte, bis ich einmal konterte und zu ihm sagte, er solle beim Theater anheuern, da würden Souffleure benötigt. Der ganze Saal lachte und ich hatte seitdem meine Ruhe vor ihm.

    Versuche Strategien für dich zu entwickeln, wie du damit zurechtkommst, ohne kaputt zu gehen. Das ist leichter gesagt, als getan, aber es geht.
    Ich habe mir immer die Ereignisse, welche mich geärgert haben, am Abend durch den Kopf gehen lassen und Antworten überlegt, die ich geben könnte, wenn nochmal so was vorkommt. Und vieles wiederholt sich immer wieder. Auf diese Weise bin ich sehr schlagfertig geworden, aber nicht frech oder anmaßend. Wenn du fachlich versiert bist und deine Leistung am OP-Tisch passt, kannst du deine "Gegner" (Neider) nur schlagen, indem du sie mundtot machst und so behandelst, wie sie versuchen dich zu behandeln.

    LG opjutti
     
  5. Marty

    Marty Poweruser

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    Hallo, operon,

    da wird ein Teil deiner Probleme liegen. Es ist nichts dagegen einzuwenden, seinen Schwung und Erfahrungen in die neue Stelle einzubringen, entscheidend aber ist das "Wie" und "Wann".
    Laß mich mal ein bißchen spekulieren,mit dem obigen Zitat im Hintergrund:
    Große Klinik und richtig Emergency und Tipps und Innovationen treffen jetzt auf ein kleineres Haus mit eher beschaulicherem Charakter und viel: Das haben wir aber immer so gemacht.
    Beides hat seine Berechtigung und seinen eigenen Charakter und das Recht, so zu sein.
    Ich kenne dich nicht, daher weiß ich nicht, wie du deine Tipps und Innovationen vorgetragen hast, du scheinst aber deine Kollegen verprellt zu haben.
    Die bessere Reihenfolge, wenn ich irgendwo anfange ist:
    Ich gliedere mich in ein bestehendes System ein und lerne, so zu arbeiten, wie es da gefordert wird.
    Ich zeige, wer ich bin und welche Fähigkeiten, sowohl fachliche als auch teambezogene ich habe und dann
    Kann ich aus dieser Position heraus zu Veränderungen anregen.
    Das heißt nicht, das du dich unbedingt an deren Stil anpassen mußt, wenn er dir nicht gefällt, bedenke aber, das dort die Leute bisher auch gut gearbeitet haben und ihr Geschäft genauso verstehen.
    Die Beschreibung deiner Leitung zum Beispiel ist hochgradig problematisch. Kann nix, weiß nix- glaub ich nicht.
    Wenn es dir zu klein oder zu verschnarcht ist, das kann ich verstehen, wirst du weitersuchen müssen.
    Das Beispiel deiner altgedienten Kollegin betreffend, ganz genauso bin ich auch manchmal, okay, ohne zu lügen, um mich besser darzustellen. Mit all der Lebens- und Berufserfahrung kommt es mitunter zu einer Verfestigung auch von komischen oder unangenehmen Persönlichkeitseigenschaften, der Mensch ist eine Summe aus positiv und negativ. Wenn mich aber eine junge Kollegin darauf anspricht, so kann ich mich hinterfragen und auch mein Verhalten ändern. Manchmal will ich es auch nicht ändern, da mein Gegenüber ebenso störrisch in seinen "jungen Eigenschaften" verhaftet ist, wie ich in meinen "alten". So ist das Leben.
    Bist du vielleicht ins Team gekommen und hast die jungen Kollegen frustriert vorgefunden und dich vorschnell zum Sprachrohr machen lassen?

    Gruß, Marty
     
    #5 Marty, 10.10.2012
    Zuletzt bearbeitet: 10.10.2012
  6. Claudia B.

    Claudia B. Poweruser

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    Das lässt sich ändern und ist von Euch (Gesamtteam) abhängig.

    Bitte, wie machen sich beleidigte Gefühle bemerkbar? Bekommen die "Alten" keine Fortbildung genehmigt? Und will das "junge" Personal nicht sein frisch erlerntes (zum Beispiel aus einer Fortbildung) praktisch
    umsetzen können? Sprich, sehr wohl etwas zu sagen haben wollen, weil es "sinnvoll" wäre für die Arbeit?

    Ich denke, das will "Jung" und "Alt", also "Jeder".

    Du machst sehr wohl "unter"schiede und die sind auch sinnvoll, nur besteht ein "An"erkennungsproblem.
    Alt, kann von Jung lernen und umgekehrt, nur müssen beide Seiten dafür offen sein.
    Manche "Besser"wisser, wissen manches besser, weil sie mehr Erfahrung haben. Sie können auch dazu lernen, nur kommt es darauf an wie man ihnen etwas "neues" nahe bringt. Nicht alles Neue, muss besser sein, dass zeigt erst die Umsetzung, "dann" verbunden mit Erfahrung.
    Erfahrung bedeutet Sicherheit, es hat sich bewährt und wenn Du Dir sicher bist indem was Du machst, zeig es auch. So kann die "erfahrene" Kraft sehen und die Gewissheit erlangen, dass Du es kannst.
    Der Vergleich mit Familie ist sehr unrealistisch, Familie kannste Dir nicht aussuchen, Deinen Arbeitsplatz sehr wohl. Ich sehe aber die Gemeinsamkeit: "Generations"probleme.
    Unser Oma kauft immer "gute" Butter und ich kaufe keine schlechte Butter, die Buttermarke ist gleich. ;)

    Okay..., dass ist Dein Empfinden, dass kann ich annehmen, nur was soll sich da ändern? Was erwartest Du von der Leitung und was unternimmst Du damit sich etwas ändert?

    Fühlst Du Dich als was besseres? Wie können andere Deine Gefühle beurteilen? Wie verhälst Du Dich, dass andere meinen Deine Gefühle zu kennen?

    So sehe ich das auch.

    LG
    Claudia B.
     
  7. carminaburana

    carminaburana Newbie

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    Es ist immer schwierig, in ein lange bestehendes Team einzusteigen,weil sich da schon Verbindungen gefestigt haben und man als Eindringling behandelt werden/empfunden werden kann.Sicher soll man sein Knowhow auf die eine oder andere Art und Weise ins alltägliche Geschehen einbringen.Aber man muss auch realistisch die Machbarkeit der der angestrebten Neuerungen beurteilen:was an einem Haus der Maximalversorgung kein Problem ist, kann aber durchaus z.B. viel zu teuer für ein Haus der Grundversorgung sein.Bin selbst von einer Uniklinik an ein Grundversorgungshaus gewechselt.Da ist zuerst mal angucken und abchecken angesagt und dann kann man den einen oder anderen Vorschlag machen.Bei uns gibt es leider auch die Fraktion "haben wir noch nie gemacht/ gehabt,brauchen wir nicht", aber mit und mit haben doch einige Dinge ihren Weg ins licht gefunden.Es ist manchmal ein langer Prozess und nicht alles ist in jedem Haus machbar bzw. angebracht.aber wenn man auf Weiterbildung war, sollte man sein erworbenes Wissen mit den Kollegen teilen, so das alle davon profitieren.Man kann ja auch für neue Ideen sozusagen Probelaufzeiten absprechen und dann darüber reden, ob und wenn ja, was es gebracht hat.Immer schön diplomatisch bleiben.ach so:bei unerfahrenen Operateuren sage ich auch mal,welche Richtung zum Erfolg führt.Kann man auch ganz dezent und lieb machen.:weiberheld:
     
  8. Operon

    Operon Newbie

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    Hey,

    erst mal Danke für eure Antworten! :-)
    Also, als ich dort anfing hab ich natürlich nicht erstmal den ganzen OP umkrempeln wollen. Ich habe mich dem neuen Stil sofort angepasst und nicht überheblich daher geredet, wie toll die vorherige Klinik dies und das gemacht hat. Erst eine Weile nach meiner Probezeit hab ich dann, passend zu den Ereignissen ( damals fingen Baumaßnahmen und Änderungen der Standards statt ) versucht mich einzubringen und Ideen einfliessen zu lassen. Mehr nicht..

    Vielleicht kam es auch etwas falsch von mir rüber - ich bin nicht so der Meister was das nieder schreiben angeht ...
    Die "Alten" fühlen sich von den jungen, neuen Mitarbeiter unterdrückt, abgeschoben, oder wie auch immer man das nennen mag. Und ich kann mir halt manche Stänkereien nur als Neid erklären. Die sind auch nicht explizit gegen mich, sondern gegen alle jungen neuen Mitarbeitern.... Finde aber sowas als störend, vorallem was das Team angeht, weil so ist man halt kein Team...
    Wie gesagt, möchte ich meinen Beruf harmonisch und mit freude ausüben und mich nicht auf irgendeiner Art und Weise "duellieren"
    Ich möchte nebenbei erwähnt auch sehr gerne von den "alten", oder die, die halt im jeweiligen Fachbereich fit sind, lernen!

    Wenn man schon einige Op-Jahre auf den Buckel hat usw. kann man sich das durchaus erlauben, aber als Jungspund sollte man lieber doch noch den Papst hinterm Zaun lassen.

    Was soll man unternehmen, um dass sich die Leitung bessert? Ich versuche auf ihn zu zugehen, dann werde ich abgespeist mit den Unterstellungen ich würde ihn angreifen.. werde dann abgestraft mit zB. keine Pauseauslösung, ungefragt länger bleiben, An******en wegen Kleinigkeiten, Bloßstellungen und Lästereien bei den anderen Kollegen, etc.
    Nicht nur ich habe halt dieses Problem mit der Leitung bzw. den Konflikt mit der Besserwisserin und einigen "alten" ... Auch in anderen "Abteilungen" des Hauses ist er "bekannt".

    Da ich nicht der Typ bin, der raushängen lässt was er kann, fällt es mir schwer da was zu kontern, weil ich angst habe. Ich sag dann einfach gar nichts und ergebe mich dann submissive der Situation. So eine Person ändert man ja nicht.. da scheint ja was nicht zu Stimmen mit ihrer Persönlichkeit und dagegen anzugehen führt doch ins nichts, eher dass man dann vllt. noch bei einigen im Team unbeliebt gemacht wird, oder so...

    Ich bin nicht in jedem Fachbereich so routiniert, so wie in meiner Lieblingsdisziplin, im Dienst muss man dann halt in den sauren Apfel beissen, was nicht heisst, dass ich gänzlich unerfahren bin, aber ich will dann meine Klappe auch nicht zu weit aufreißen, sodass ich dann vielleicht mal wirklich auf Hilfe/Anweisungen angewiesen bin.

    hach... :boxen::cry:
     
  9. Claudia B.

    Claudia B. Poweruser

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    Ich war gestern auf eine Fortbildung: Älter werden im Beruf geht das noch?

    Folgende interessante Neuigkeit, in der Hirnforschung wurde bewiesen das "Ältere" (ab 45 Jahre verändert sich die Hirnleistung) zwar weniger schnell aufnehmen können wie Junge (Kurzzeitgedächnis, weniger schnelle Auffassunsgabe), dafür aber eine komplexere Auffassungegabe haben.
    Die Hirnleistung nimmt also im Berufsalter nicht ab, sondern verändert sich.

    Wir kennen es durch Kinder, sie können uns bei Spielen wie Memorie ratz fatz schlagen.

    Siehste, ich (bin übrigens 50 Jahre und arbeite nicht im OP) brabbele manchmal bei bestimmten Tätigkeiten "in" mich hinein, manche Kolleginnen brabbeln laut und da sag ich auch schon mal: "Bitte hör auf damit, das macht mich kirre, spreche bitte leise "in" dich rein. Ich weiß nie ob du bei manchen Dingen etwas von mir möchtest (also Unterstützung) oder ob du dir selbst eine Frage stellst um für dich zu überlegen."

    Weiste, ich denke Jung und Alt muss lernen eine respektvolle Sprache sprechen zu können. Ich achte die Jungen und von den Jungen möchte ich auch beachtet werden, sprich meine Arbeit ist nicht minderwertiger (nur weil ich in manchen Dingen nicht auf den "neusten" Stand bin).

    Angst "vor"einander ist immer ein schlechter Berater und wenig produktiv beim "mit"einander. Ein "Mit"einander funktioniert nur wenn wir uns ergänzen und dafür müssen wir kommunizieren.
     
  10. BettyBoo

    BettyBoo Poweruser

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    Vieles ist schon gesagt worden.
    Was mich am meisten stört ist diese Spaltung zwischen jung und alt.
    Wer hat den Johannesgraben denn gezogen?
    Gibt es auch welche, die da ab und zu nen Sprung drüber wagen?

    Ich bin jemand, die gerne KONSTRUKTIV an Dinge herangeht, und da es bei euch anscheinend keine Teambesprechungen gibt, ist das doch schon mal der erste Ansatzpunkt.
    Bei euch müssen anscheinend viele Dinge geklärt werden.

    Ein Team funktioniert nur dann gut, wenn die Menschen einigermassen miteinander klar kommen.
    Wie schon jemand anders sagte, die jungen, weniger erfahrenen Mitarbeiter können sehr vieles von den alten Hasen lernen!
    Und die Älteren sollten sich nicht gegen neues Wissen sperren?!!

    Und der Chef, der ja eine ziemliche Pflaume zu sein scheint, versteckt sich hinterm PC?
    Wow, also da gibt es einiges, was man ad hoc verbessern kann, dann mal Ärmel hochkrempeln und was verändern, Operon!!!
     
  11. opjutti

    opjutti Poweruser

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    Da gebe ich Betty Boo recht.

    Man kann nur etwas verändern, wenn man selber die Missstände erkennt und sie angeht.

    Als ich damals vor 23 in meinen OP kam, war auch nix dokumentiert, Anleitung fand zwar statt, aber man trotzdem in schwierigen Situationen den Operateuren und Kollegen, die alles besser wussten, ausgeliefert.
    Da wir im Sommer weniger Operationen und viel freie Zeit hatten, fragte ich in einer Morgenbesprechung, ob ich meine OP-Vorbereitungsstandard´s für jede OP und Klinik auf Karteikarten dokumentieren dürfte, damit es beim Herrichten der Operationen einheitlich zugeht und jeder weiss, was wer braucht.
    Dieser Vorschlag kam sehr gut an und alle halfen mit, ihr Wissen weiterzugeben. Diese Form der Standard´s zur Op-Vorbereitung werden noch heute gepflegt und sind ein fester Bestandteil des QM. Allerdings muss heute jeder Chefarzt seine angeordneten Standard´s unterschreiben, damit sichern wir uns ab und haben etwas vorzulegen, wenn ein Arzt meint, er müsse es anders machen und dauernd andere Materialien verlangen.

    Weitere Standard´s folgten, die alle noch heute ein fester Bestandteil unseres QM-Systems sind und natürlich entsprechend gepflegt werden:
    Lagerungen wurden schriftlich und per Foto dokumentiert. So kann jeder Mitarbeiter nachschauen, wie was gelagert wird und welche Hilfsmittel dazu benötigt werden.
    Unsere Siebe und deren Inhalt wurde aufgelistet und anhand von Containerlisten archiviert.
    Ein strukturiertes Einarbeitungskonzept wurde entwickelt und ist nach mehreren Verbesserungen immer noch im Umlauf.
    Auf einer Fobi lernte ich die Containerverlaufskarte kennen und fand es ein tolles Instrument zur Informationsweitergabe an den Steri und zurück. Diese Karte wurde ebenfalls übernommen und ist heute wichtiger denn je.

    Heute bin ich auch dankbar, wenn Kollegen von Fobi´s kommen und ihre neuen Ideen an mich herantragen. Nach Prüfung auf Duchführbarkeit wird die Idee dem Team unterbreitet und gemeinsam wird abgewogen und entschieden, ob wir die Idee installieren oder nicht.
    Scheut euch nicht eure Ideen einzubringen. Versucht alles was ihr auf einer Fobi kennenlernt und für euren Betrieb gut findet in Absprache mit dem Team zu installieren. Denn in einem OP darf es keinen Stillstand geben.

    Und da sollte Jung und Alt an einem Strang ziehen. Was nützen alle "Grabenkämpfe", wenn dadurch nix weitergeht.

    LG opjutti
     
  12. Operon

    Operon Newbie

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    Hallo,

    nun merke ich, wie sehr sich an das Thema Fortbildung geklammert wird... Ich wollte damit nur sagen, dass die "alten" den jungen nichtmal ne Fortbildung gönnen - jedenfalls kommts mir so vor, weil es heisst dann "Toll, ich arbeite schon 20 Jahre hier und war schon ewig nicht mehr...".
    Wir verbessern auch gerade unsere Standards mit Lagerungen/Foto etc. dann heisst es bei den alten "Boah, früher hab cih das gemacht und nun legen sich die jungen ins gemachte Nest und führen das weiter fort" oder "am Anfang war ich mit im Saal als was neues ausprobiert wurde, und nun hab ich das schon ewig nciht mehr gemacht..." Dazu muss ich sagen, wenn denn dann mal die Möglichkeit besteht, diese OP zu machen, wurde gekniffen, sowie auch die Leute, die diese und jene OP/Fachbereich nicht gerne machen, aber im hiesigen Saal eingeteilt sind, halten sich dann zurück und lassen die jungen machen. So sieht das dann zb auch mit Pausenauslöse aus ...Ich wurde noch nie von dem, der sich am meisten beklagt, ausgelöst - ich hingegen hab mir das gemotze zu Herzen genommen und die Leute alle ausgelöst - besonders den Diensthabenden. Aber das ist ein anderes Thema...

    Mit solchen Ideen .. Naja unser Chef, so blöd wie es klingt, mag es nciht, wenn die Mitarbeiter gut sind!
    Man könnte ihm den Rang nehmen, oder was weiss ich was der Typ sich dabei immer denkt (in alles und jedem sieht der einen Angriff).
    Ich könnte einen ganzen Roman schreiben...

    Achja und das Thema Jung vs. Alt wurde von einer Alteingesessenen erfunden, als unsere Fachbereiche feste Ansprechpartner bekommen haben und da waren das halt vorwiegend junge Schwestern "ich lass mir doch von einer 25 Jahre jüngeren nichts sagen" - war da eine Aussage...
    Dabei ist man eigentlich nur der, der einen auf den Deckel bekommt, wenn was nicht klappt und niemand von denen will irgendwas zu sagen haben, oder spielt sich auf etc. , aber wie gesagt, wenn man dann kein Bock auf ne Hüfttep hat, dann hält man sich als alte sehr gerne zurück ;)

    was für sein Geld zu tun heisst für mich nicht, die hälfte der Zeit in der Kaffeebude zu sitzen, auch wenn man schon 20 Jahre auf den Buckel hat, wenn man nicht mehr kann, sollte man in Rente gehen, ansonsten sehe ich jeden Mitarbeiter als 100% Kraft an, auch wenn einem der Wind mutmaßlich im Alter etwas zu frisch um die Nase weht...

    Mir ging es hier hauptsächlich aber um eine Person, die uns mit ihrer "ich bin so erfahren und weiss alles besser"- Art auf den Keks geht... Und sie gehört eigentlich auch zur Riege der jungen Kollegen... hmm ...
     
  13. Claudia B.

    Claudia B. Poweruser

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    Das kenne ich auch von jüngeren Kolleginnen. Ich habe eine Kollegin die arbeitet 5 Wochenenden von 4 vorhandenen Wochenenden. :wink1:

    Woran liegt das? Wollen sie und "dürfen" nicht? Oder ist das nur heiße Luft, sprich sie kommen nicht in die Puschen.

    Wieso arbeitest Du dann im OP wenn Du PDL werden wolltest? Sollte er Angst um "seinen" Posten haben (warum auch immer) ist das doch nicht Dein Problem. Es geht nicht um seinen Posten, sondern um fachliche Arbeitsumsetzungen im OP, nicht mehr und nicht weniger.

    Ach weißte, das ist ja Kindergarten. Mein Schübchen, Dein Schübchen.... Es ist wie es ist, unterschiedliche Altersgruppen, unterschiedliche Menschen, nimm Dir doch nicht alles so zu Herzen. Merkst Du nicht die Angst die da hintersteht? Die Dame hat schlicht weg schieß überrollt zu werden, "alt", nutzlos, inkompetent.
    Alte und Junge quatschen schon mal nebeneinander her.
    Meine Große (damals 16 Jahre) sagte mal zu mir: "Mama, behandel mich nicht immer wie eine 5 jährige."
    Ich: "Dann benimm dich auch nicht so!"
    Das funktioniert auch anders herum, bin ich älter und bin nicht gewillt mein fachliches Wissen zu erweitern bleibe ich stehen.
    Es gibt bestimmt auch noch Menschen die glauben die Erde ist eine Scheibe.

    Meine Erfahrung, Menschen die ständig betonen wie gut sie sind (intelligent, reich usw.) stärken damit ihr nicht vorhandenes Selbstbewusstsein. Mehr Schein wie sein.
     
  14. BettyBoo

    BettyBoo Poweruser

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    Beruf:
    Krankenschwester

    Ich picke mal jetzt dieses Zitat raus und finde, dass du etwas feindselig klingst.
    Mit dieser Haltung wirst du nichts Positives zu eurem Arbeitsklima beitragen.
     
  15. Claudia B.

    Claudia B. Poweruser

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    Hmm...
    Nö, dass empfinde ich nicht feindselig, eher eine trotzige, bockige Reaktion auf eine Verletzung an ihr.
    Erstens hat "sie" keine 20 Jahre "in" diesem Beruf gearbeitet und zweitens wird sie bis zu "ihrer" Rente noch einiges dazu lernen.

    Hmm..., egal wie, wir werden diese Probleme nicht lösen können indem wir uns gegenseitig Verletzungen zufügen.

    Wir haben unsere Sichtweise aufgeschrieben, vielleicht kann sich davon der Sichtwinkel der betreffenden Personen ändern.
     
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