Zungenkarzinom - Zunge entfernen

Dieses Thema im Forum "Pflege bei onkologischen und hämatologischen Erkrankungen" wurde erstellt von AJ-AJ, 03.11.2011.

  1. AJ-AJ

    AJ-AJ Newbie

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    Hallo,

    bei meiner Mutter wurde ein Zungenkarzinon diagnostiziert und ein Teil der Zunge und Lhympfknoten wurden entfernt. Nach der OP und 4 Wochen Reha wurde wieder erneut Krebs an / auf der Zunge festgestellt (wie groß der Befall ist, wird sich noch rausstellen). Die Ärzte haben aber gesagt, das wenn alles Krebs sein sollte, was sie beim MRT gesehen haben und es sich nicht nur um Narbengewebe handelt, das dann die komplette Zunge entfernt werden muss. Weiterhin besteht die nächst schlimmste Möglichkeit, das auch ein Teil des Unterkiefers noch betroffen und ebenfalls entfernt werden muss.

    Wie kann man sich denn überhaupt ein Leben ohne Zunge vorstellen?
    Wie kann man sich überhaupt noch verständlich machen?
    Wie lange wird es dauern, bis man das Krankenhaus danach wieder verlassen kann?

    Wenn die Ärze es als inoperabel ansehen, wie hoch ist die Lebenserwartung noch mit entsprechender Chemo ?

    Fragen über Fragen die die meinen Verstand leider übersteigen da für mich das alles total "ureal" sind.

    Hoffe Ihr könnt mir ein wenig helfen!!

    Viele Grüsse
    AJ
     
  2. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    Erst einmal alles Gute für Dich und Deine Mutter, ihr habt keine leichte Zeit vor Euch.

    Menschen können ohne Zunge oder Unterkiefer leben. Ich schätze, dass Deine Mutter ohnehin bereits über eine Magensonde ernährt wird, das wird wahrscheinlich so bleiben. Bei einem Mundboden- oder Zungengrund-Ca ist die Passage über den Mund irgendwann verlegt, da passt keine Nahrung mehr durch.

    Die Verständigung ist natürlich weiterhin möglich: zum einen über Gesten, zum anderen in Schriftform. Viele Patienten benutzen eine Zaubertafel, da kann einem das Papier nicht ausgehen. Es gibt auch Sprachcomputer; die werden aber oft für Leute eingesetzt, deren Kraft oder Feinmotorik nicht zum gewöhnlichen Schreiben mit der Hand ausreicht.

    Die beiden letzten Fragen stellst Du besser den Ärzten im Krankenhaus.
     
  3. AJ-AJ

    AJ-AJ Newbie

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    Vielen Dank für Deine Antwort!

    Ja, momentan erfolgt die Nahrungsaufnahme per Magensonde wobei Flüssigkeit noch normal über den Mund (halt kleine Mengen, aber es geht noch) aufgenommen wird.

    Der Schock und die Angst ist halt groß, dass das Sprechen etc gar nicht / nie mehr geht.

    Am Montag soll jetzt unter Narkose festgestellt werden, was gemacht wird und wie es weiter geht.

    Wie sind denn die Chancen, das man damit vor neuem Krebs erstmal Ruhe hat?

    VG
    AJ
     
  4. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    Das kann Dir wirklich kein Mensch sagen, ohne den genauen Befund zu kennen. Von daher werdet Ihr den Montag abwarten müssen; die Ärzte können ja ohne Biopsie nichts feststellen.

    Eure Angst ist verständlich. Könnt Ihr nicht mit den Kollegen auf Station sprechen? Die versorgen sicher nicht zum ersten Mal Patienten mit dieser Diagnose und können Euch die Unsicherheit nehmen.
     
  5. calypso

    calypso Stammgast

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    Vor der Op kann die Verständigung "ohne Worte" schon geübt werden. Ihr könnt euch auf einen "Code" einigen, bei dem verschiedenen Gesten eine bestimmte Bedeutung zugeordnet ist (oder den der Gehörlosensprache verwenden). Hilfreich ist es (auch für das Personal), wenn die Beschreibung der vereinbarten Gesten und deren Bedeutung schriftlich festgehalten wird und "am Bett" eingesehen werden kann.

    Alles Gute auch von mir für Euch.
     
  6. Eggy

    Eggy Newbie

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    Hi, man kann sich durchaus verständigen, Zeichensprache, aufschreiben, wenn das alles nicht gut möglich ist, gibt es auch Bildertafeln zum Zeigen. Computer habe ich in der Praxis noch nicht dafür gesehen. Manche Angehörige basteln auch Schilder mit den häufigsten Wünschen ( weil aufschreiben oft viel Zeit in Anspruch nimmt ) auf denen könnten dann so Schlagwörter stehen, wie z.B. "Schmerzen", " Durst" u.a.

    VG Eggy
     
  7. usnurse

    usnurse Senior-Mitglied

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    Zeichensprache und Gesten ist ja gut und schoen.... man kann aber auch ohne Zunge sprechen. Ich weiss nicht wie die Moeglichkeiten in Deutschland sind. Hier in den Staaten gibt es den sog. "Maxillo facial Prosthodontist".
    Das ist im Prizip ein Zahnarzt der sich darauf spezialisert hat bei Krebs erkrankungen am Hals, Mund und Ohren Prothesen anzufertigen.
    In deinem Fall, wenn die Zunge entfernt wird, wird in der Regel der Defekt mit einem Hauttransplantat z.b. vom Oberschenkel gedeckt. Dann wird vom o.g. Facharzt eine Prothese fuer den Oberkiefer angefertigt mit einem "Buckel" in der Mitte. Damt wird es dem Pat. ermoeglicht A: zu kauen und B: Toene ( Sprache ) zu erlernen. Man muss zwar genau hinhoeren was jemand sagt, gewoehnt sich aber schnell daran.
    Das ganze heisst "palatal augmentation" wenn du google bemuehst wirst du einiges finden..


    Alles Gute

    USnurse
     
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