Zukunft der Fachkräfte

Dieses Thema im Forum "Diskussionen zur Berufspolitik" wurde erstellt von thorstein, 10.11.2010.

  1. thorstein

    thorstein Poweruser

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    http://www.arbeitgeberverband-pflege...achkraefte.pdf


    Nun konnte natürlich niemand mit einer solchen Entwicklung rechnen. Und die Macht des Faktischen, die Sachzwänge, zwingen uns jetzt zu einer Aufweichung der Fachkraftquote. Wirklich überzeugend. Und die Politik wird sich dieser ausgeklügelten Argumentation wohl anschliessen (müssen).

    Klar, kostet ja auch nix! Ich wäre mit besseren Arbeitsbedingungen und einer angemessenen Bezahlung durchaus zufrieden.

    Optimistisch, wie ich bin, glaube ich ja, dass eine Grenze der Arbeitsverdichtung erreicht ist. Um überhaupt Menschen für dieses Arbeitsbereich zu motivieren, müssen sich daher die Arbeitsbedingungen verbessern. Wir haben also schon einen Personalmangel, brauchen aber noch mehr Personal, um überhaupt Arbeitsbedingungen zu schaffen, damit wieder Menschen bereit sind, in diesem Beruf zu arbeiten. Klingt nach der Quadratur des Kreises. Lösungsvorschläge?
     
  2. Philipp Tessin

    Philipp Tessin Senior-Mitglied

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    Lösungsvorschläge?
    Klar!
    1. Schwarz-Gelb abwählen und darauf hoffen, dass die zukünftige Regierung den ganzen Blödsinn, den die verzapft haben, wieder rückgängig macht!
    2. Arbeitsbedingungen ändern (Dazu gehören die Bezahlung, flexible und moderne Arbeitszeitkonzepte und noch vieles mehr. Findet sich alles in der sog. modernen Management-Literatur oder auch auf jedem x-beliebigen Führungskräfteseminar.)
    3. Dazu muss aber auch die Finanzierung umstrukturiert werden. Geld ist vorhanden. Es muss nur anders verteilt werden.

    Klingt einfach? Ist es auch. :roll:
    Im Ernst:
    die oben genannten Punkte (die hier im Forum an verschiedenen Stellen auch schon hinreichend diskutiert worden sind), sind imo die Stellschrauben im Gesundheitssystem, an denen gedreht werden muss. Und dann könnte es tatsächlich relativ einfach sein.
    Ich Optimist... :daumen:
    Philipp
     
  3. ycassyy

    ycassyy Poweruser

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    Philips Vorschläge sind soweit ok. Haben aber einen kleinen Haken. Ich glaube nicht, das sich was ändert, nur weil eine andere Partei an der Macht ist.

    Vielleicht ein 4. Punkt: Pflege muss sich Orientieren und dafür kämpfen, in der Öffentlichkeit nicht mehr als Carbolmäuschen der Ärzte dastehen. Genauso wie es Krankengymnasten, Ergotherapeuten und viele ander schon geschafft haben.

    Achja, auch die Politik muss umdenken. Das passiert leider nie von alleine. Wenn die Pflege Druck machen würde, dann würde auch in der Politik mal was gehen. Und wer nur an die armen Patienten denkt: Ärzt streiken auch rücksichslos.

    Und was Arbeitgeberdruck angeht: Auch Fluglotsen streiken und legen damit mächtigere Arbeitgeber lahm, als wir sie haben.

    lg
     
  4. renje

    renje Poweruser

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    @ycassy:

    YES!!!:hicks:
     
  5. intensivotter

    intensivotter Senior-Mitglied

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    ycassy hat mehr als Recht! Nur solange wir es nicht schaffen uns irgendwie zu organisieren werden wir auch kein Gehör finden und das ist das Problem!
    Und solange wir das nicht haben, können Krankenhäuser und sonstige pflegerische Einrichtigungen fast ohne Pflegekräfte dastehen und es wird trotzdem nichts passieren.
     
  6. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Man überlegt immerhin schon mal, wie man Pflege zukünftig finanzieren will. Selbstredend auf Kosten der AN - siehe Erhöhung Krankenkassenbeiträge.

    Elisabeth
     
  7. thorstein

    thorstein Poweruser

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    DPR warnt vor Aushöhlung der Fachkraftquote in Pflegeheimen

    Deutscher Pflegerat - DPR warnt vor Aushöhlung der Fachkraftquote in Pflegeheimen
     
  8. Socialist20

    Socialist20 Newbie

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    Frau Hadertauer ist nicht in der Position sich als "Retterin der Pflege" aufzuspielen... Was die in Bayern gerade mit den Altenpflegeschülern abzieht ist untere Schublade..

    Altenpflege in Bayern in Gefahr!
     
  9. renje

    renje Poweruser

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    Vieleicht ist das der erste Schritt um endlich eine Ausbildungsreform auf den Weg zu bringen, die dringend und längst überfällig ist.

    Nämlich eine generalisierte Ausbildung mit klarer Zuständigkeit, Finanzierung und Strukturen.
     
  10. ycassyy

    ycassyy Poweruser

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    Hoffentlich geht dieser Schritt aber nicht in die falsche Richtung. Stell dir doch mal vor, was ab Mai 2011 Realität werden könnte:

    Pflegekräfte kommen aus den Osteuropäischen Ländern zu uns, angestellt bei osteuropäischen Firmen zu Osteuropäischen Konditionen.

    Gelten bei uns als examinierte Pflegekräfte, arbeiten 24 Std. am Tag 7 Tage die Woche für 1000 € arbeiten gehen. (wechsel alle 3 - 4 Wochen)

    Wäre es da nicht auch günstiger, die Ausbildung über Osteuropa laufen zu lassen??? Und wer das hier noch lernen will, der soll bezahlen? Auch die GuKs?

    Vielleicht stirb ja die Pflege in Deutschland dann aus. Es gibt ja eh schon viele Berufe, welche fast nur noch von ausländischen Mitbürgern ausgeübt werden, Raumpflegerinnen wäre da nur ein Beispiel, Müllabfuhr das nächste. Und bei dem Stellenwert der Pflege sind wir ja eh nicht weit davon entfernt. Und pflegen kann ja eh jeder?

    Zynismus off.

    Aber sind wir so weit davon entfernt???
     
  11. renje

    renje Poweruser

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    @ycassya: Finde jetzt den Zusammenhang meines Beitrags mit examinierten osteurop. Pflgkräften nicht so wirklich???

    Spricht eigentlich für ne Reform der Ausbildung, Zusammenführung, einheitliche Struktur und eindeutige ministerielle Zuständigkeit führt zur Stärkung.
     
  12. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Das Rößlein hat ja eine Erhöhung der Gehälter für Pflegefachkräfte angekündigt. Nun darf man gespannt sein, wie die Quadratur des Kreises gelingen soll: zu wenig Geld in der Kasse. Der AG nur bedingt in der Lage und auch net willens, finanziell alle Mehrbelastungen zu tragen... .

    Wird wohl nur die längst überfällige Neustrukturierung der Pflege der Weg sein: meint ein eindeutig geregelter Qualimix.

    Und da dies natürlich von Rößlein und seinem Ministerium erarbeitet wird, dürfte Fachpflege da net viel wert sein. Ärzte haben Vorbehaltsaufgaben, die net delegiert werden dürfen. Die haben eine Institution, die dies garantiert. ... Ops- da ist es wieder, dass Desinteresse an der Entwicklung der eigenen Zunft. Sollen sich mal die anderen drum kümmern.

    Tun sie garantiert- nur obs den Pflegekräften dann gefällt, darf bezweifelt werden.

    Jeder bekommt das, was er verdient- im übertragenen und im wörtlichen Sinne.

    Elisabeth
     
  13. ycassyy

    ycassyy Poweruser

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    Ich bezog mich auf den Link von Socialist20. In diesem wird beschrieben, das für die Altenpflegeausbildung die Förderung eingeschrenkt werden soll. Mit der Folge, das ein Schulgeld bald wieder warscheinlich ist.

    Du beschreibst die Zusammenführung der Ausbildung, was auch ich sehr unterstütze. Aber nicht, wenn die hier eh bald keiner mehr machen will, weil die Ausbildung auch schon bezahlt werden soll. Da denke ich, geht der Schritt in die falsche Richtung.

    Richtig ist aber in jedem Falle, das etwas mit der Ausbildung geschehen mus. Aber nicht auf dem Rücken der Auszubildenen.

    lg
     
  14. renje

    renje Poweruser

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    @dinse:
    Seit wann legt der Gesundh.minister die Gehälter in der Pflege fest?
    In Deutschland jedenfalls nicht.

    @ycassy:
    Genau auch deshalb muss eine Reform her die alle Pflegeberufe (Gesundheitsberufe?) unter einem Dach regelt. Ausbildungsgehälter sind natürlich dann obligat und die Berufsschule kostenfrei. Genau so wie in jedem anderen Ausb.beruf auch.
     
  15. ycassyy

    ycassyy Poweruser

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    Einig. :wink1:
     
  16. regina1

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    das rössler sich der pflege annimmt und was ändern wird, davon bin ich 100% überzeugt.

    arbeitsschutzgesetze werden im sinne der AG gelockert. exma.fachkräfte dürfen auch als pflegehilfspersonal eingestellt werden und deren fachwissen darf genutz werden. mehrarbeit darf geleistet werden ohne bezahlung und ausgleich,dadurch wird der mindestlohn unterlaufen.
    es wird für AG die möglichkeit geben die pflegekräfte 2-3 schichten hintereinander arbeiten zulassen, natürlich in ausnahmen fällen. nur die ausnahme fälle sind ja jetzt schon ein dauerzustand usw.
     
  17. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Das ist ja mal ein "Verbesserungsvorschlag" den ich für gar net so unrealistisch halte. Bei der Umstellung auf akademischen Abschluss wirds so einige GuKs treffen, die sich unzureichend fort- und weitergebildet haben. Wenn ich ehrlich bin: ein guter Weg.
    Ist bereits üblich bei Teilzeitlern. Deshalb sind die auch so beliebt beim AG. Überstunden gibts erst wenn du über die Vollzeitstunden drüber bist.
    Was wollen wir wetten, dass sich da genug Kollegen finden, die das, zwar murrend und jammernd- aber eben doch, machen werden.
    Da gibts ganz andere "legale" Mittel. hatten wir hier schon im Forum diskutiert.
    Gibts in anderen Ländern längst- siehe Diskussion zu den Dienstlängen 8-12-16. Und eigenartigerweise fanden das die Kollegen net alle schlecht. Liegt immer im Auge des Betrachters.

    Jeder bekommt das, was er verdient ... . Und ich glaube, der Weg ist nicht mal unbedingt der Schlechteste.

    Elisabeth
     
  18. Phoenix79

    Phoenix79 Gast

    Das ist doch jetzt schon gängige Praxis bei den meisten Wohlfahrtsverbänden, weil ein ganz legales Mittel um die geltenden Tarifverträge zu unterwandern und am Stundenlohnzu sparen. Habe ich selbst schon so erlebt, bei zwei kirchlichen Trägern wo ich gearbeitet habe.
     
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