Zugangsvoraussetzung für Gesundheits- und Krankenpflege: Hauptschule?

Dieses Thema im Forum "Diskussionen zur Berufspolitik" wurde erstellt von Sr.Hilde, 26.04.2009.

  1. Sr.Hilde

    Sr.Hilde Newbie

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    Liebe Forenmitglieder,

    diese Nachricht habe ich heute von Marita Mauritz (Gesundheits-und Krankenpflegerin, Vorsitzende Nds. Pflegerat, Vorsitzende DBfK Nordwest e.V.)
    erhalten (s.u.). Demnach soll dem Gesundheitsausschuss des Bundestages am 06.05.2009 der Änderungsantrag für das KrflG vorgelegt werden, in dem die Zugangsvoraussetzung für die Ausbildung auf Hauptschulniveau gesenkt werden.

    Die Begründung finde ich auch sehr spannend. Mein Vorschlag gegen den Ärztemangel: Vielleicht kann man das Studium durch eine 3jährige Ausbildung ersetzen, um mehr Interessenten den Zugang zum Arztberuf zu ermöglichen...

    Zitat
    „…Hinweis:
    Nachfolgende Änderungsanträge werden insbesondere im Hinblick auf die Öffentliche Anhörung im Ausschuss für Gesundheit des Deutschen Bundestages am 6. Mai 2009 vorgelegt.

    Änderungsantrag 1 der Fraktionen der CDU/CSU und SPD zum Entwurf eines Gesetzes zur Änderung arzneimittelrechtlicher und anderer Vorschriften
    - Drs. 16/12256 -
    Zu Artikel 12a - neu - (Öffnung der Krankenpflegeausbildungen für Hauptschulabschlüsse)
    Nach Artikel 12 wird folgender Artikel 12a eingefügt:
    „Artikel 12a
    Änderung des Krankenpflegegesetzes
    § 5 des Krankenpflegegesetzes vom 16. Juli 2003 (BGBl. I S. 1442), das zuletzt durch
    Artikel 15 des Gesetzes vom 28. Mai 2008 (BGBl I S. 874) geändert worden ist, wird wie folgt geändert:
    1. Nummer 2 wird wie folgt gefasst:
    „2. der Hauptschulabschluss oder eine gleichwertige Schulbildung."
    2. Nummer 3 wird gestrichen."
    Begründung:
    Mit der Änderung wird als Voraussetzung für den Zugang zu den Ausbildungen nach dem Krankenpflegegesetz einheitlich ein Hauptschulabschluss oder eine diesem gleichwertige Schulbildung festgelegt. Damit wird der Zugang zu diesen Berufen für mehr Interessentinnen und Interessenten als bisher geöffnet, um frühzeitig vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung einen Mangel an Beschäftigten im Gesundheitswesen und insbesondere im Bereich der Pflege zu vermeiden. Die Streichung der Nummer 3 ist Folgeänderung zu Nummer 1….“

    Sobald ich weitere Informationen habe, stelle ich sie gerne ein.

    Herzliche Grüße!
    Sr.Hilde
     
  2. Toolkit

    Toolkit Poweruser

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    Geplante Änderung des Krankenpflegegesetzes bzgl. Ausbildungsvoraussetzungen

    Hiho!

    Quelle: DKG-Rundschreiben

    Reaktion des Deutschen Pflegerats:

    Weiter nachzulesen: DPR Stellungnahme

    Was sagt ihr dazu?

    MfG
    Tool

    Edith: Ich konnte nicht im "Pressebereich" posten, doof.
     
  3. narde2003

    narde2003 Board-Moderation
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    Hallo Toolkit,

    ich hab dich mal hier angehängt.

    Was ich davon halte? Ich bin etwas gespalten.

    Für "satt und sauber" reicht der Hauptschulabschluss sicherlich aus, den Rest übernehmen dann ja die Bachelor.:gruebel:

    Zum einen wurde die Zugangsvorraussetzung für die AP auf einen mittleren Bildungsabschluss festgelegt und mit der GuKP gehen wir nach unten:knockin:

    Vielleicht sollten wir uns fragen wo wir hinwollen, bevor wir loslaufen.

    Schönen Tag
    Narde
     
  4. Schwesterj

    Schwesterj Newbie

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    ZITAT von NARDE :Für "satt und sauber" reicht der Hauptschulabschluss sicherlich aus, den Rest übernehmen dann ja die Bachelor.:gruebel:

    WIE BITTE...???? Wo bist du denn stehen geblieben..? Finde dein Zitat einfach unterste Schiene und einfach nur lächerlich.

    Ich hatte damals auch nicht die Zugangsvoraussetzung für die Ausbildung,denn jetzt OH GOTT ,HALTE DICH FEST..ICH HATTE AUCH NUR EINEN HAUPTSCHULABSCHLUSS....WELCH SCHANDE FÜR DIE PFLEGE WAS..??

    Ich hatte aber genug Ehrgeiz und Motivation die damaligen Voraussetzungen zu erfüllen,indem ich die KPH-Ausbildung gemacht habe und ein FSJ und siehe da..ich bin Krankenschwester..ohne Abi etc.

    Ich fühle mich dadurch nicht weniger anerkannt oder habe Selbstzweifel in dieser "Akademikerwelt".

    Über diese ach so wichtigen Bachelor -Studenten kann ich nur grinsen,denn im Stationsalltag sind sie so fern ab jeglicher Realität.Die kommen frisch von der Schule,haben noch nie einen nackten Menschen gesehen,ausser sich selbst und fallen bei diesem Anblick fast in Ohnmacht.

    Aber Hauptsache die Pflege ist mit Bachelor-Studenten abgesichert..HAHA..Das sind die Personen die später eh nicht direkt am Pat.arbeiten,keinen Früh/Spät/Nachtdienst ,sondern in Büros sitzen und denken sie könnten die Welt verändern. LÄCHERLICH!!!

    Narde,eine Einstellung/Zitat ist sowas von überheblich,hoffe es gibt nicht sooo..viele Menschen mit so einer oberflächlichen Einstellung.
     
  5. Lin

    Lin Poweruser

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    Ich denke nicht, dass Narde diesen Satz ernst gemeint hat. Für mich steckt etwas Zynismus darin, indem man einerseits die Pflege akademisieren will, auf der anderen Seite aber anscheinend egal ist, welche vorangegangene Ausbildung erfolgte.

    Aha, aber deine Verallgemeinerung über die Bachelor-Studenten hört sich für mich auch ziemlich überheblich an.

    Gruß,
    Lin (die vor dem Diplom auch "nur" einen Haupt- und Fachschulabschluss hatte)
     
  6. flexi

    flexi Administrator
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    sorry Schwesterj,

    deine Lobeshymne über die Bachelor-Studenten klingt auch nicht gerade berauschend....
     
  7. Schwesterj

    Schwesterj Newbie

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    Ich will die Bachelor-Studenten auch nicht angreifen oder nieder machen,aber ich beruhe mich nur auf das Zitat von Narde..und Zynismus kann ich daran nicht erkennen..

    Das Thema sind auch nicht die Studenten,sondern die Zweifel ,ob man es würdig ist mit einem Hauptschulabschluss den Beruf der Krankenschwester erlernen zu dürfen..Und dieser "Zweifel" ärgert mich...
     
  8. Lin

    Lin Poweruser

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    Man kann nicht mit dem Hauptschulabschluss alleine, die Ausbildung zur Krankenschwester beginnen (soweit ich informiert bin, ist das auch in Deutschland nicht möglich). Bis jetzt zumindest nicht. Das hat meiner Meinung auch seine guten Gründe. Das soll aber nicht heißen, dass der Hauptschulabschluss "schlecht" ist.

    Gruß,
    Lin
     
  9. narde2003

    narde2003 Board-Moderation
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    Hallo SchwesterJ,

    wenn du dir den Schuh anziehst den ich dir hinwerfe, scheint er ja zu passen...

    Lin hat es etwas besser erkannt, dass hier etwas Zynismus drin steckt. Vielleicht hättest du auch weiterlesen sollen, ich habe auch geschrieben, dass man sich überlegen sollte wo man hinwill, bevor man losläuft.

    Für "Satt und Sauber" reicht wirklich der Hauptschulabschluss und das kann auch jede Hausfrau, nur bin ich mir wohl bewusst, dass Pflege eben mehr ist als "Satt und Sauber".

    Sonnige Grüsse
    Narde
     
  10. Silvana

    Silvana Senior-Mitglied

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    Hallöle!

    Wie man hier am "Tonfall" schon merkt, ist diese Gesetzesänderung ein heikles Thema. Ich persönlich bin mir auch nicht sicher, was ich davon halten soll.:gruebel:
    Wenn man liest, mit welcher Begründung der Vorschlag für die Gesetzesänderung gemacht wird, hat dies einfach nichts mit der Einschätzung der Pflegequalität zu tun, sondern nur damit, dass es immer weniger Menschen gibt, die in diesem Job arbeiten wollen.
    Für mich klingt das nach: "wenns halt sonst niemand machen will..."
    Im Grunde ist dies nur eine einfachere Art an Pflegekräfte zu kommen, als die Rahmenbedingungen zu verbessern.
    Ob Hauptschüler in der Lage sind, die Ausbildung zu absolvieren, steht auf einem ganz anderen Blatt. Schließlich gibt es genug positive Beispiele, dass aus Hauptschülern sehr gute Pflegekräfte werden können.
    Und ob es immer gleich ein Studiengang sein muss? Dann wäre aus mir (trotz Abi) schon mal keine Krankenschwester geworden, denn das hätte ich mir gar nicht leisten können!
    Und ich muss gestehen: bei unserer jetzigen Personalsituation freue ich mich über jeden neuen guten Kollegen, egal mit welchem Schulabschluss:-)

    Lieben Gruß, Silvana

    PS.: Und bitte zerfleischt euch nicht gegenseitig wegen eures Schulabschlusses! Wir sind doch alle Kollegen:-):-):-)
     
  11. mutters-kind

    mutters-kind Poweruser

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    Hallöchen !!!

    Mein Vater hat seinerzeit mit einem Volksschulsbachluss seine Ausbildung zum Krankenpfleger gemacht , war jahrelang auf Intensiv als Leitung und dann jahrelang Leitung einer chirurgische Ambulanz/interne Notaufnahme . Als er vor zwei Jahren in den Vorruhestand ging , ging auch ein Stück Geschichte dieses Hauses zuende...:mrgreen::mrgreen:.
    Eine pauschale Wertung ist nicht möglich , wie vieles , ist es auch sicher hier personsnabhängig , ob jemand mit Hauptschulabschluss geeignet ist oder nicht ! Genauso sieht es bei den Gymnasiasten aus , nicht jeder mit Abi gehört in die Pflege...auch wenn derjenige das vielleicht anders sieht:cry:
    Wir hatten erst jetzt eine KPH mit Haupschulabschluss für ein Jahr auf unserer Intensiv , sie war eine grossartige Hilfe und Bereicherung für unser Team und wir waren alle sehr traurig , dass sie sich entschieden hat , "eine von uns" zu werden und die dreijährige Ausbildung begonnen hat...

    :knockin::knockin:
     
  12. Lillebrit

    Lillebrit Bereichsmoderatorin
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    Hallo,

    dann möchte ich mal was aus Sicht einer an der Ausbildung beteiligten sagen:

    Mit dem Gesetz von 2004 sind die Anforderungen in der Theorie deutlich gestiegen. Rechnung getragen wird hier zum einen dem neuen Aufgabenfeld der Beratung und Anleitung, zum anderen wurden Pflegeiwssenschaftliche Inhalte augestockt, um sich dem Europäischen Niveau der Pflegeausbildung (i.d.R. ein Bachelor-Studium) anzunähern.

    Gefordert und gefördert werden neben dem Erwerb von Fachwissen insbesondere kommunikative Kompetenzen und Reflexionsvermögen.

    Während die Voraussetzungen überall in der EU auf eine Abituräquivalent (12 Jahre Schulbildung) heraufgesetzt wurden, halten wir uns auf dem Standard von 1977 (10 Jahre Schulbildung) auf.

    Zugangsvoraussetzung für die GuKP ist hier also der Realschulabschluss. Um Hauptschülern einen Einstieg zu ermöglichen, gibt es die KPH Ausbildung (bzw. die Asssitenzausbildungen....ist auf Länderebene geregelt).

    Ich sehe eine klare Aufgabentrennung zwischen den KPHs (welche ich auch ausbilde) und den GuKPs in der Praxis vorallem darin gegeben, dass KPHs eher "Weisungsempfänger" sind, während GuKPs weit mehr Fähigkeiten haben müsen zum eigenständigen Entscheiden, Analysieren und Planen.

    Es lässt sich sicher nicht von der Hand weisen, dass unterschiedliche Bildungsabschlüsse (Hauptschule bis Abitur) auf unterschiedliche nachfolgende Bildungsgänge und Tätigkeiten abzielen. Das heisst nicht, dass der eine Schüler "besser oder schlechter"...."schlauer oder dümmer" ist.
    Es bedeutet lediglich, dass aufgrund der schulischen Bildung nicht alle dieselben Voraussetzungen mitbringen, da auf einem Gymnasium ganz andere Kompetenzen im Bezug auf eigenständiges Aneignen von Wissen, vernetzets und problemorientiertes Denken, Abstraktionsvermögen, sprachliche Ausdrucksfähigkeit in Wort und Schrift etc. vermittelt werden.

    Unser Arbeitsleben ist geprägt vom ständigen aktualisieren des eigenen Wissens, welches eine Halbwertszeit von 3-5 Jahren hat. Auch muss ich mein eigenes Lernen "managen können", was bedeutet, dass ich selbständig einen Lernbedarf erkenne und auf diesen reagiere (Fachzeitschriften, Fortbildungen etc.). Es geht also um das herausbilden von Metakognitiven Strategien.
    Auch hier sind Abiturienten klar im Vorteil, da diese eben besser auf das selbständige Lernen vorbereitet wurden.

    Natürlich gibt es einige gute Hauptschüler, welche "Ihren Weg gehen" und sich schulisch und beruflich weiter entwickeln.
    Ich denke, dass dieses jedoch nicht die Regel ist!

    Die Begründung für die Öffnung der Ausbildung in der GuKP ist die Sorge, in Zukunft nicht mehr genügend Bewerber zu haben.
    Tatsache ist jedoch, dass es keinen Bewerbermangel gibt...jedoch eine rückläufige Tendenz an geeigneten Bewerbern!

    Diesem wird nicht entgegengewirkt, wenn ich die Ausbildung einfach "für alle aufmache".

    Ein weiteres Problem sehe ich in bezug auf das Alter. Ein 15 Jähriger hat nicht dieselbe Reife wie ein anderer, der 5 Jahre älter ist.
    Ausserdem ergeben sich hieraus auch arbeitsrechtliche und organisatorische Probleme:

    • Jugendarbeitsschutzgesetz
    • Nachtwachen ab Mitte des 2. Ausbildungsjahres
    • Erreichen von abgelegenen Ausbildungseinrichtungen im ländlichen Raum (oft nur mit Auto möglich)
     
  13. maira

    maira Junior-Mitglied

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    Hallo,

    ich melde mich auch mal zu Wort!
    Erstmal meine Frage? Wird hier der allgemeine Hauptschulabschluss diskutiert, oder der qualifizierte Hauptschulabschluss?
    So oder so, dieses Thema ist sehr strittig, wie man aus den Meinungen einzelner Beteiligter bemerkt.

    Ich persönlich finde es sowieso be......., das man versuchen sollten, nicht immer so sehr auf den Schulabschluss zu beharren, wobei ich aber schon denke, das die Zugangsvoraussetzungen so wie sie jetzt sind, ganz o.k. finde, aber die Schulen sollten nicht nur vermehrt Abi-Leute aufnehmen, sondern mehr auf die Soziale Kompetenz, persönliche Eignung etc. schauen.
    Ich habe, wie ihr seht, eigentlich eine gute qualifizierte Ausbildung im med. Bereich, habe mich schon immer für Pflege interessiert und muss nun doch erst die 1jährige KPH machen, um meine Chancen zu verbessern, obwohl ich nach bisherigen Gesetz, die Zugangsvoraussetzungen erfülle. Aber was tut man nicht alles, um sein Ziel zu erreichen, leider wird das aber noch nicht gesehen, deshalb denke ich schon, warum sollte man nicht auch Hauptschüler in den Beruf lassen und vorher mit FSJ oder ähnliches.

    Ich denke es gibt immer solche und solche, aber alles über einen Kamm zu scheren ist nicht o.k. und wenn ja in den nächsten Jahrzehnten der Pflegenotstand abzusehen ist, dann wird es an der Zeit, eben doch was zu ändern. Im Übrigen gibt es ja immer noch die Probezeit und die Prüfungen und wer es nicht schafft, braucht entweder einen zweiten Anlauf oder er/sie wird sich selbst überlegen, ob er diesem Beruf gewachsen ist.

    bis dann m.:nurse:
     
  14. AlphaCentauri

    AlphaCentauri Junior-Mitglied

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    Ich finde, Lillebrit hat die Problemlage trefflich analysiert.

    Die gesetzliche Änderung (herabgesetztes Niveau der Zugangsvoraussetzung) zeigt wieder einmal deutlich, wie orientierungslos und inkompetent politische Entscheidungen getroffen werden.

    Möchte da nicht spekulieren, wer an dieser Schraube gedreht hat - aber anscheinend folgt man hier einer völlig missdeuteten "Gesundheitsökonomie". Auf diese Weise lassen sich überfällige Tarifanpassungen (zu Gunsten der Pflegefachpersonen) wieder in den Mantel des Schweigens hüllen. :gruebel:
     
  15. Lin

    Lin Poweruser

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    Theoretisch hört sich das ja alles schön und gut an, aber ich frage mich wie das praktisch funktionieren soll.

    Zu der Ausbildung nach Hauptschulabschluss: so einen geistigen Erguss hört man alle paar Jahre wieder. Ehrlich gesagt, nehme ich das schon nicht mehr ernst. Wie soll man das auch ernst nehmen: 14-, 15-Jährige vor das Krankenbett stellen :knockin:. Ich glaube von den paar, die das ausprobieren rennen 30% davon, 30% sitzen heulend am Klo und 30% ist alles egal. Seid mal ehrlich, hättet ihr mit diesem Alter die Aufgaben eines Schülers erfüllen können? Also ich sicher nicht. Gerade in diesem Alter, hatte ich wie viele andere eine Null-Bock-Einstellung. Weit hätte ich es da als Krankenpflegeschülerin sicher nicht gebracht. Die Einstellung doch etwas für das spätere Leben tun zu müssen, kam erst ein paar Jahre später. Ich glaube, so geht es den meisten Teenagern.

    Zu der anderen Seite: den Bachelors. Hört sich für mich theoretisch sehr gut an. Unsere Schule hat auch vor 2 Jahren mir dieser Ausbildungsform begonnen. Nur wissen die Schüler und wir bis heute nicht, wie das dann in 2 Jahren in der Praxis aussehen soll. Im Endeffekt werden sie wohl die gleichen Tätigkeiten wie wir jetzt machen. Denn bezahlt bekommen sie nicht mehr, das wurde ihnen gleich von Anfang an gesagt. Dafür fehlt das Geld. Zeit für Beratungstätigkeiten oder andere besondere Aufgaben fehlt, das braucht man nicht großartig erklären.
    Wenn ich hier im Forum lese, dass auf manchen Stationen nur 1 - 2 GKPS eingesetzt werden, wo ist dann ihre Stelle. Ich kann mir nicht vorstellen, dass auf einmal der große Aufschwung kommt und mehr Pflegekräfte eingesetzt werden, damit man die Theorie auch verwirklichen kann. Es könnte natürlich auch so aussehen, dass ein Bachelor die Sation "leitet" und der Rest des Teams aus Krankenpflegehelfern besteht. Aber wo bleibt dann die Qualität und der Sinn dieser Ausbildungsform? Wie soll ohne zusätzlichen finanziellen Mitteln und Personalaufstockungen die vielversprechende Theorie umgesetzt werden?

    Kann mir vielleicht irgendjemand (Lillebrit?) erklären, wie man sich das gedacht hat?

    Gruß,
    Lin
     
  16. pflegeschüler1988

    pflegeschüler1988 Poweruser

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    Harte Diskussion, ich sehe das ähnlich wie Lillebrit.
    Ich verstehe den Hass auf Bachelorstudenten nicht, in den anderen Ländern Europas läuft der Bachelor seid 30 Jahren und akademische und nicht akademische Pflegekräfte arbeiten Hand in Hand.
    Warum sind Sterberaten in Krankenhäusern niedriger, in denen Bachelor arbeiten?
    Es wurde festgestellt, das nicht die Menge sondern auch die Qualifikation der Pflegenden zählt, je höher die Bildung, desto kürzer die Liegezeit. Es müsste ein Umdenken in der Sozialpolitik geben.
    Für Banken sind 500 Milliarden da, für Menschen nicht, so ist das im Kapitalismus.

    LG Martin
     
  17. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Zwei Seelen wohnen ach in meiner Brust...

    Welche Kompetenzen muss eine Pflegefachkraft erbringen? Wie soll sie arbeiten: eigenverantwortlich und selbständig oder weisungsgebunden?

    Satt, sicher, sauber- darauf reduziert sich die Pflege seit Jahren. Dies ist übrigens nicht nur bedingt durch die äußeren Einflüsse wie Personalmangel. Auch die eigenen Ansprüche der Pflege an ihr Tun begrenzt sich eher auf handwerkliches Handeln statt auf reflektiertes und mit Fachwissen belegtes Handeln. Pseudofachwissen wird mit Fachwissen verwechselt.

    Pseudofachwissen= Checklisten, Drehbuchstandards, kopieren vorhandener Arbeitsweisen, mangelnde Fähigkeit zur Beurteilung der Effektivität der eigenen Arbeit,... .
    Eine bittere Erkenntnis, die meiner Meinung nach längst überfällig ist. Pflege in D steckt tieg in traditionalistsich orientierten Strukturen. Jede Veränderung wurd argwöhnisch beäugt und als Bedrohung der eigenen Person aufgefasst. Man weiß also im Unterbewußtsein um das Problem und versucht dies abzuwehren mit diversen neuen Beweisen der das Fachwissen eigentlich nicht so notwendig ist in der täglichen Routine.

    Pflegeprozess- für viele werden da unangenehme Erinnerungen geweckt an die Ausbildung. Man musste sein Handeln begründen. Wie einfach ist es doch ohne solche Belastung zu arbeiten. Ist es wirklich der richtige Weg?

    Mit der Absenkung der Zugangsvoraussetzungen ist der Politik Tür und Tor geöffnet, die Leistung der Pflege neu zu bewerten. Pflege rückt weiter in die Nähe der Laienpflege: Heilhilfspersonal. Hilfspersonal kann anders vergütet werden als eigenständig arbeitendes Personal.

    Wir werden in Zukunft eine Spezialisierung erleben in D. Das wird sich nicht umgehen lassen. Man wird sich entscheiden müssen: Heilhilfspersonal oder Professionelle Ausübung des Pflegeberufes. Da der Bedarf an letzterem eher begrenzt erscheint, wird es wohl die lange überfällige Aufteilung (auch tariflich gesehen) in verschiedene Ausbildungsstufen geben. GUK entspricht dann dem Heilhilfspersonal, Bachelor der Pflegefachkraft. Man kann die Sache also auch von hinten aufrollen und auf diese Weise die Akademisierung der Krankenpflege voranbringen- sozusagen am Bedarf orientiert.

    Elisabeth
     
  18. Fearn

    Fearn Poweruser

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    Nur mit einem Hauptschulabschluß wird keiner die Krankenpflege ausüben können.- Damit will ich sagen, man muß schon noch sein Staatsexamen bestehen. Ob dieses Examen jemand mit einem Hauptschulabschluß besteht, oder ob er vorher Abitur oder Baumschule gemacht hat, mag an jedem einzelnen liegen. Insofern finde ich das Thema eigentlich nicht diskusionswürdig.
    Daß ein Abiturient das Examen spielend besteht und ein Hauptschüler überhaupt nicht, kann ich mir nicht vorstellen. Genauso gut könnte man nun denken, daß ein Abiturient nur zu dumm war seinen Universitätsabschluß zu machen.
    Ist das so? Bestehen Abiturienten das Examen besser als Realschüler?
    Von Spezialisierungen sehe ich bei der heutigen Entwicklung nicht viel. Im Gegenteil, die Abteilungen werden interdisziplinär mit einem allgemeinen Belegungsrecht belegt. ( Wir hatte sogar männliche Patienten in der Frauenklinik liegen.) Und wenn auf anderen Stationen personeller Engpaß herrscht, dann wird ganz schnell ein Mitarbeiter mal eben dorthin geschickt. Ist der Trend nicht eher, daß man als kostengünstiger Leiharbeiter von Hüh nach Hott geschickt wird? Immer mehr Patienten werden ambulant und tagesstationär oder in Arztpraxen operiert und behandelt, und ohne weiter Pflege nachhause entlassen. Wie lange ist ein Mitarbeiter im Durchschnitt auf einer Abteilung? Früher sah man häufig, daß Mitarbeiter 20 -30 Jahre auf einer Station oder in einem Fachbereich eingesetzt waren. Sieht das heute noch so aus?

    Liebe Grüße Fearn
     
  19. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Ist doch eine schöne Bestätigung meiner These. Man braucht nur einen begrenzten Wissensumfang bei der speziellen Pflege (die Verantwortung liegt beim Arzt) und viel handwerkliches Geschick bei der Grundpflege.

    Ergo: Heilhilfspersonal, dass funktioniert und nicht viel fragt ist günstiger zu haben als bisher. GUK erfährt eine Entwertung weil der Anspruch den die Ausbildung hat nicht erfüllt werden kann. Da kommt die Idee mit der Absenkung des Zulassungsniveaus gerade recht.

    Dumm nur, dass viele Pflegekräfte die Dimension dieser Entscheidung noch gar nicht raffen. Die haben eher Angst vor dem Statusverlust, wenn der Zugang erhöht wird und nur noch Abiturienten zugelassen werden. Das beides dieselben Auswirkungen auf die derzeitig aktiven Pflegekräfte hat wird vielen wohl erst klar werden, wenns wieder ums Geld geht.

    Aber nochmal deutlich gesagt: es geht um Angebot und Nachfrage. Der Bedarf an "einfachen" Pflegekräften steigt in den nächsten Jahren. Hochspezialiserte Pflegefachkräfte werden in unserem System nur wenige gebraucht. Die Einnahmequellen für diesen Versorgungsbedarf steigen leider nicht kongruent mit. Also versucht man den Satz von Blühm: pflegen kann jeder (meine Ergänzung dazu:der lesen und schreiben kann)- endlich in die Tat umzusetzen.

    Meiner Meinung nach arbeiten übrigens ca. 80% der Pflegekräfte eher auf dem Laienniveau als als hochqualifizierte Fachkraft. Die diversen Diskussionen zu pflegerelevanten Themen in diesem Forum scheinen meine Annahme zu unterstützen. Beispiele: http://www.krankenschwester.de/forum/wundmanagement/22835-hydrokolloid-dekubitus-grad-1-a.html , http://www.krankenschwester.de/foru...rpflege-welche-reihenfolge-wasserwechsel.html , http://www.krankenschwester.de/foru...n/18476-pneumonieprophylaxe-state-of-art.html , usw.

    Elisabeth
     
  20. ad9408

    ad9408 Newbie

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    0
    Hallo zusammen...
    Gegen diesen Gesetzesentwurf sind viele Organisationen Sturm gelaufen.
    So wie die Anhörung gelaufen ist und ich die politsche Lage zur Zeit einschätze, wird diese Gesetzesänderung in dieser Form wohl nicht verabschiedet werden.
    Alex
     
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