Zucker in der Wundbehandlung

eiseule

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Frekacid und Zucker als Wundbehandlung

hallo, bitte um fachliche Unterstützung:
eine unserer Patientinnen war heute zum chrirurgischen Konsil aufgrund einer entzündetetn Wunde am Unterschenkel (vor drei Wochen wurde bei ihr ein verkalktes Venenkonkrement entfernt)
Der Chirurg hat ihr ein Privatrezept gegeben auf dem steht: Verbandwechsel mit Frekacid und Zucker; Mischungsverhältnis 1/3 Frekacid, 2/3 Zucker.

:evil1: leben wir denn im Mittelalter. Habe den Verband heute abend nicht so gemacht, sondern mit Alginattamponade. Zucker ist doch Lebensmittel, und Lebensmittel gehören nicht in die Wunde.
Frekacid in dieser Wunde ist wohl auch das Letzte, was mir dazu einfallen würde, da sie ziemlich tief ist (ca 3 cm)
Benötige bitte weitere Argumentationshilfen und vielleicht auch einen Link den ich im Bedarfsfall audrucken kann.

Danke schon mal im Voraus
 

sisterNic

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herjee *kopfschüttel*

würde ich auch nicht mehr so machen..
schliesslich gibt es heutzutage ja die moderne wundtherapie..

obwohl man den sachen, so wie sie damals angewandet wurden, die positive wirkung ja nicht absprechen kann.

ein beispiel: wenn jemand bei uns hohes fieber hat, wird zum teil anstatt nur antibiose,paracetamol, eiselementen auch noch die waschung mit pfefferminztee durchgeführt, und auch kalte umschläge sind bei uns noch nicht aus der mode gekommen..

liebe grüsse, sisternic :bussis:
 

msoltau

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@ eiseule

du hast vollkommen richtig gehandelt. Zucker ist in der Wundversorgung einfach nicht mehr aktuell. Wundert mich das es sogar noch in Krankenhäusern genutzt wird.

Aber ich kann dir weiterhelfen. Hier ein Link von einem Apotheker aus Hamburg. Super Handout über die moderne Wundtherapie.
www.Werner-Sellmer.de

Viel Glück, berichte mal wie es weiterging.

Gruß Maja
 
K

Kerstin Protz

Gast
Zucker und Frekacid

Huhu,

es ist schade, dass sich die moderne Wundversorgung immer noch nicht richtig rumgesprochen hat (und dass nach über 40 Jahren, seufz).
Der Verweis auf Herrn Sellmer in Hamburg ist schon echt grandios, den kann ich auch nur wärmstens weiter empfehlen.
Generell ist zu sagen, laut der Konsensuserklärung von Prof.Kramer et.alt. von 2004 sollte PVP-Jod (nur noch bei akuten nicht aber mehr bei chronischen Wunden eingesetzt werden, da es zu viele Nebenwirkungen gibt (Eiweißfehler= wird inaktiv bei Kontakt mit dem Wundsekret bzw. eiweißhaltigen Flüssigkeiten wie z.B. auch Blut; sieht man an der Farbveränderung von braun zu gelb; kontraindiziert bei Schilddrüsenüberfunktion und in der Schwangerschaft sowie Stillzeit, viele haben Allergien auf PVP Iod). Die Konsensuserklärung ist übrigens ebenfalls bei Werner Sellmer auf der Homepage downzuloaden www.werner-sellmer.de

Zucker ist ein viel größeres Problem. Er ist weder ein zugelassenes Arzneimittel noch Medizinprodukt und auch nicht steril; d.h. er hat absolut keine Zulassung für die Wundversorgung und ist deshalb auch nicht anzuwenden. Dies könnte vor Gericht u.U. zu gravierenden Folgen führen.
Eine Mischung mit Zucker und PVP-Iod ist ebenfalls nicht zulässig.

Glücklicherweise gibt es aber auch immer mehr Ärzte, die sich den neuen Methoden öffnen. Wir haben in Hamburg ein Wundzentrum. Wir freuen uns jederzeit über neue Interessenten: www.wundzentrum-hamburg.de

Herzliche Grüße an alle Wundbegeisterten :-)
 

endonurse

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:kloppen: also ich weiß das es eine hochkonzentrierte zuckerlösung steril zubereitet gibt von confluent in bosten die firma gynemed in deutschland vertreibt sie.der nahme ist spray-gel und es wird zur adhäsiolyse prophylaxe sehr erfolgreich angewand.schaut mal bei www.endogyn.com unter adhäsionen vieleicht gibt es ja sowas auch als wundbehandlung.natürlich nicht mal ebend ein pott zucker aus der küche.also man muß einfach mal offen sein für neues.ich glaube nicht das es veraltetes denken ist sondern ältere mittel die sich als gut bewährt haben und neu verarbeitet wurden weil braunovidon und varehesive u.s.w auch nicht immer helfen.gruß aus dem sonnigen australien endonurse:streit:
 
K

Kerstin Protz

Gast
Zuckerlösung in der Wundbehandlung

Huhu,

die Firma gynmed ist eine gynäkologische Firma und sieht für ihr Produkt einen völlig anderen Einsatzbereich (Adhäsionslösung bei Verwachsungen) vor. In der Wundversorgung ist dieses Produkt nicht zugelassen. Es werden z.T. immer wieder zugelassene Produkte wie z.B. Insulin, Heparin, Infusionslösungen wie z.B. Glucose außerhalb ihrer Indikation eingesetzt. Diese Anwendung wird als "Off-Label-Use" bezeichnet, von den Kassen nicht erstattet und juistisch ggf. als vorsätzliche Körperletzung gewertet.
Generell sollte vor Einsatz der Produkte eine genaue Ursachenforschung und Behebung/Behandlung mitbetrieben werden, denn ansonsten können die "besten" Produkte keine Wirkung erzielen sondern ggf. sogar noch zu einer weiteren Schädigung führen.
 

eiseule

Stammgast
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Hallo, konnte mich erfolgreich der Anordnung widersetzen:flowerpower:

Ich sollte tatsächlich diesen Zuckertopf aus dem Schrank nehmen und mir die Salbe selbser mixen. Hab ja schon viel erlebt aber dass ist echt die Krönung. Leider war das aber nur ein Teilerfolg, da die Wunde jetzt mit Frekacid behandelt wird. Konnte weder den Chirurgen noch den Hausarzt überzeugen einen anderen Verband anzuwenden. Der Chriurg war stur und der hausarzt meinte nur: Der Chirurg hats verbrochen also soll er es auch ausbaden. Prima, man sollte denen echt die Hammelbeine lang ziehen.
 
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:gruebel: Ich hätte gerne einige Meinungen auch gerne rechtliche Grundlagen oder Erfahrungen über Zucker in der Wundbehandlung!
 

Elisabeth Dinse

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Meinungen???

Oder willst du wissen, wie Zucker in der Wundbehandlung wirkt und wann er angezeigt sein könnte?

Elisabeth
 
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Natürlich würde ich gerne mal verschiedene Meinungen dazu lesen! Ist diese Art der Wundbehandlung überhaupt zulässig? Was soll denn dieses :engel: Wundermittel bewirken?
 

Vanessa

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Das würde mich auch mal interessieren!
Habe von Zucker als Wundbehandlung noch nie etwas gehört!:gruebel:

Liebe Grüße Vanessa
 

Nordlicht

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@ all

...hatten wir doch schon...guckt mal unter Frekanid und Zucker:spopkorns:

oder für die Eiligen www.werner-sellmer.de

Schöne Grüße, Britta



.........und, Astrid, gab`s hierzu auch schon einen geschützten Satz?:daumen:
 

flexi

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Hallo zusammen,
ich hab mal den schon von Narde zitierten Thread mit diesem zusammengeführt, um das Thema nicht mehrfach nebeneinander zu diskutieren.
 

wundtussi

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Achtung Off-Topic an
Nordlicht schrieb:
.........und, Astrid, gab`s hierzu auch schon einen geschützten Satz?:daumen:
:gruebel::twisted:
Off-Topic aus, grins
 

Elisabeth Dinse

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Mit Meinungen kann man nicht professionell therapieren.

Elisabeth
 

nursy

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Hi ihr alle!

Ganz abwägig ist das mit dem Zucker nicht. Zucker nimmt das Sekret auf. Natürlich nicht selbst mit lebensmittelzucker mixen!!!!!
Aber wir haben das früher als es noch keine solche super sachen für Wundbehandlung gab auch benutzt und jetzt z.T auch noch aber selten. Und zwar ist das dann schon fertig gemischter ß-Zuckermix. Bestandteile von Betasiadonna und Zucker zusammen, für belegte und mittel nässenden Wunden. Jetzt nicht mehr so oft angewandt da ja ß-produkte keine Wundheilenden substanzen enthält und diese eher die Wundehilung aufhält.
Grüsse
rita:mrgreen:
 

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