Zu welcher Herzkrankheit werden welche Medikamente angewendet?

Dieses Thema im Forum "Pharmakologie" wurde erstellt von Lichtenberg, 14.05.2006.

  1. Lichtenberg

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    Hallo!

    Ich suche für eine Klausur eine detaillierte und gute Übersicht über Medikamente die bei Herzkrankheiten angewendet werden, speziell aber bei folgenden:

    - Herzinsuffizienz
    - Rhytmusstörungen
    - KHK
    - Myokardinfarkt

    Kann mir vielleicht jemand helfen oder kennt jemand eine gute Internetseite, wo wirklich zu jedem der o.g. Herzkrankheiten eine gute Übersicht über die entsprechenden Medikamente/Wirkstoffe gegeben wird?

    Vielen Dank im voraus!
     
  2. Schwesterchen S.

    Schwesterchen S. Junior-Mitglied

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    Hallöle!

    Ich habe da so ein Buch, da steht drin, was bei welchen Erkrankungen genommen wird, hoffe es hilft dir etwas ( Arzneimittelpocket von Andreas Ruß). Das Buch ist auch sehr gut um zu schauen, welche AUstauschpräparate es git, bzw welche Präparate die gleichen Wirkstoffe haben). So genau weiß ich es jedoch auch nicht, aber ich hoffe es hilft dir etwas. Kannst ja nochmal bei www.netdoktor.de diese Medikamente eingeben und schauen, ob da was dazu steht. Viele Medikamente werden ja auch bei mehreren Sachen angeordnet, bei den unten aufgeführten werden die meisten auch bei arterieller Hypertonie angewendet.

    ALso bei Herzinsuffizienz:
    Enahexal, Lisihexal, Delix, Ramipril (auch nach Myocardinfarkt),Atacand, Lorzaar, Novodigal, Digitoxin

    Rhythmusstörungen:
    Beloc zok, Metoprolol, Dociton, Sotalex, Phenydan, Tambocor, Cordarex, Digimerck

    KHK:
    Adalat, Bisoprolol, Concor, Querto, Dilatrend, Beloc zok

    Myocardinfarkt:
    Ramipril, Udrik, Diovan
     
  3. medizin-ersti

    medizin-ersti Stammgast

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    hi

    Also bei Herzinsuffizienz therapiert man Stadiengerecht. Es gibt stadium A (ohne Symptome aber mit Risikofaktoren) bis D (terminale Insuffizienz).
    Medikamente: ACE-Hemmer, Betablocker, Schleifendiuretika, Aldosteronantagonisten, Herzglykoside, ATII Antagonisten.
    Beim Stadium A gibt man z.B. nur ACE-Hemmer, aber auch nur wenn der Patient entsprechende Risikofaktoren zeigt. Du siehst, die medikamentöse Therapie lässt sich also nicht so einfach pauschalisieren.
    Ganz zu schweigen von den Herzrhythmusstörungen.
    Oder brauchst du einfach nur eine komplette Liste mit den Medikamenten?
     
  4. Lichtenberg

    Lichtenberg Senior-Mitglied

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    @SchwesterchenS.: Vielen Dank für den Tipp, ich werde mir die Internetseite mal ansehen.

    @medizin-ersti: Danke auch Dir. Leider ist es mit einer kompletten Medikamentenliste nicht getan, es müssen wirklich zu den Krankheitsbildern explizite Medikamentenarten- und wirkstoffe sein, die wir wissen müssen.

    Gott sei Dank werden wir medikamentenmäßig wohl nicht bis ins Detail ausgefragt, es geht vielmehr um die Herzerkrankungen, aber natürlich spielt auch da der Themenblock Medikamente leider eine Rolle.
     
  5. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    *grübel* Studierst du Medizin? Ich hab mir vor Jahren mal ein Pharmabuch für Studenten gekauft.
    Allgemeine und Spezielle Pharmakologie und Toxikologie.
    Vorlesungsorientierte Darstellung,
    Karow, Thomas und Ruth Lang: http://www.abebooks.de/servlet/Sear...le+Pharmakologie+und+Toxikologie&x=0&sortby=3

    Es ist übersichtlich, kurz und knapp und sehr verständlich gehalten.

    Elisabeth
     
  6. medizin-ersti

    medizin-ersti Stammgast

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    Herzinsuffizienz
    ACE-Hemmer senken deutlich die Vor- und Nachlast und verringern die Freisetzung von Noradrenalin. Durch die Blockade des Renin-Angiotensin-Systems wird eine Sekretion von Aldosteron vermindert. Angiotensin-II wirkt Vasokonstriktorisch, Stimuliert das Wachstum des Myokards und fördert die Natrium und damit die Wasserrückresorption in der Niere. Entsprechend entfallen diese Mechanismen wenn man es hemmt.
    Betablocker führen zu einer Reduktion der Herzfrequenz (Nutzen fraglich), Hemmen das Renin (unterstützen also die ACE-Hemmer).
    Diuretika (Thiazid-typ mittel der ersten Wahl) bewirken eine rasche symptomatische Besserung, immer bei Herzinsuffizienz. Bei Schweren Symptomen oder Niereninsuffizienz muß man Schleifendiuretika nehmen. Nach der Gabe von Diuretika bilden sich Ödeme und Atemnot zurück. Beim "Ausschwemmen" der Ödeme sollte man aber immer eine Thromboseprophylaxe durchführen.
    Digitalis (im Sinusrhythmus) bewirken eine positive inotropie "Herzkraftsteigerung" (Kontraktionskraft und Geschwindigkeit der Kontraktion) und die Koronardurchblutung nimmt zu. Der Blutdruck bleibt konstant. Die Sauerstoffversorgung des Myokards verbessert sich außerdem, da die Myokard Wandspannung reduziert wird.
    Vasodilatatoren bewirken eine Senkung der Vor und Nachlast
    Kalziumantagonisten sollte man nur bei zusätzlich vorhandener Hypertonie verwenden, welche nicht durch ACE-hemmer und Betablocker beherrschbar ist.
    Antiarrhythmische Therapie! Patienten mit Herzinsuffizienz sind immer durch einen plötzlichen Herztod bedroht insbesondere natürlich nach Myokardinfarkt. (Amiodaron, Soltalol also Klasse III bringen ebenfalls einen symptomatischen Nutzen)
    Bei der terminalen Herzinsuffizienz muß man bei ACE-hemmern und Betablockern natürlich vorsichtig sein wegen der ausgeprägten Hypotonie.
    Mittel der letzten Wahl ist die Behandlung mit positiv inotropen Substanzen in Kombination mit i.v. Vasodilatatoren, um die Hämodynamik wieder zu stabilisieren und auf die ursprüngliche Therapie zurückzugehen.
    ACE-Hemmer und Betablocker sind jedoch die wichtigste medikamentöse Maßnahme bei Herzinsuffizienz.

    so das is zumindest schonmal die Herzinsuffizienz. ich hoff das war n bisschen anschaulich. die Rhythmusstörungen sollen dann die intensiv/anästhesie freaks machen :D
     
  7. medizin-ersti

    medizin-ersti Stammgast

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    hey das hab ich auch. aber ich find da steht vielzuviel drin mehr auf physio und biochemie ausgelegt als für die klinik
     
  8. Lichtenberg

    Lichtenberg Senior-Mitglied

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    @Elisabeth: Nein, bin Azubi der Gesundheits- und Krankenpflege. :wink: Werde mir Deinen Büchertipp trotzdem mal ansehen, dass wird man mit Sicherheit gut gebrauchen können. Danke Dir!

    @medizin-ersti: Vielen Dank, damit kann ich sehr viel anfangen. Das Thema Medikamente ist aber auch ein trockenes Thema und es kann einen wirr machen. :verwirrt:
     
  9. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    He medizin-ersti... für den Praktiker ists genau das Richtige. Ich schaue heute noch gerne mal nach, wenns um Medis und ihre Wirkung geht. Allerdings ist mein Buch schon etwas älter... Ausgabe 1993. Bin ja auch net mehr die Jüngste. *fg*

    Elisabeth
     
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