Zu viel Arbeit in der Nachtwache

Dieses Thema im Forum "Arbeitsrecht / Gesundheitsrecht / Krankenpflegegesetz" wurde erstellt von lisamosh, 02.05.2011.

  1. lisamosh

    lisamosh Newbie

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    Liebe Leute,

    ich bin auf einer internistischen Station tätig und habe derzeit Nachtdienst.
    Im moment haben wir 2 dementiell erkrankte Patienten, die eine Weglauftendenz haben.
    Insgesamt 3 Patienten finden die Toilette nicht, und urinieren in Ecken und desweiteren.
    Dazu kommen natürlich 2 -3 schwere Pflegefälle und dem Rest der Patienten sollte man ja auch irgendwie Beachtung schenken können.

    Was ist denn wenn ich jetzt in einem Isolationzimmer bin bei einem schweren Pfegefall und mir ein Patient wegläuft?

    Ich hab derzeit das Gefühl, dass ich die Verantwortung gar nicht tragen kann alleine.

    Ist das Organisationsverschulden?
    Kann man irgendwas machen?

    Grüße
     
  2. Bluestar

    Bluestar Poweruser

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    Du könntest eine Über- bzw. Entlastungsanzeige schreiben
    ver.di b+b - PraxisTipps - Archiv
     
  3. Sr. S.

    Sr. S. Poweruser

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    Die Entlastungsanzeige ist schon mal ein guter Hinweis, aber vielleicht solltest du (oder die Statuionsleitung) vorher erst mal mit der PDL wegen einer zweiten Nachtwache oder einer Aushilfe sprechen.
    Gibt es jemanden, z.B. Nachtwache von einer anderen Station, den Du bitten könntest, ein Auge auf die Patienten mit der Weglauftendenz zu werfen, während Du im Isolierzimmer bist? Bei uns teilen sich immer zwei Stationen eine Etage und die Nachtwachen unterstützen sich gegenseitig.
     
  4. alesig

    alesig Poweruser

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    Hallo lisamosh
    Was Du da beschreibst sind bei mir ganz normale Nächte. Bei weglauf Patienten klebe ich ein Glöckchen an die Türklinke, dann höre ich wenn sie das Zimmer verlassen.
    Bin ich bei meinen Iso Patienten schiebe ich ein Bett vor die betreffenden Türen, das hindert am weglaufen. Außerdem bekommen diese Patienten ein Armbändchen mit Namen und Station ans Handgelenk. Weglauftendenz wird in der Kurve vermerkt, dr Arzt wird informiert,mündliche Info an die Schichtleitung und gut is. Wenn dann tatsächlich mal einer abhaut, dann ist es eben so. Wir sind keine geschlossene Abteilung und können auch keine Türen abschließen, wenn unsere Doc`s also der Meinung sind daß solche Leute bei uns gut aufgehoben sind tun wir unser Bestes. Wenn das nicht reicht kann ich es auch nicht ändern.
    Alesig
     
  5. Maniac

    Maniac Poweruser

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    Im Ernst, das ist doch der Alltga auf jeder internistischen Station. Bzw noch wenig "Pflege"

    Soll die PDL auf JEDER Station 2 Nachtwachen einsetzen?? Kaum möglich.
     
  6. Bully1959

    Bully1959 Poweruser

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    hallo

    ich kann auch nur allen anderen zustimmen, ein Krankenhaus ist kein Knast, du darfst niemanden einschließen und kannst nur dein bestes geben ....

    man arbeitet mit Tricks, man versucht die Augen überall zu haben, aber immer alles geht nun mal nicht .....
    unsere hatten immer einen Zettel auf dem Rücken " Ich heiße Lieschen Müller und gehöre auf die 9 "

    in ganz dummen Situationen mußte auch schon mal die Polizei gerufen werden ......

    und urinierte Ecken wurden auch schon mal morgens geputzt ......

    Hauptsache die Patienten selber waren vernünftig versorgt und gepflegt

    was glaubst du wie es in Altenheimen aussieht .....

    wir haben z.Zt. 26 Leute, davon die Hälfte Gaga und sind zu zweit im Spätdienst ....

    die darf ich auch nicht einfach einschließen oder festbinden

    viele Grüsse
    Bully
     
  7. Mairae

    Mairae Junior-Mitglied

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    Hi.
    Kann es sein, dass du relativ frisch examiniert bist?
    So ähnlich ging es mir auch als ich nach dem Examen das erste mal alleine Nachtdienst gemacht habe...
    Das Arbeitspensum wird nicht weniger, aber mit der Zeit sammelt man mehr Erfahrung und bekommt damit mehr innere Ruhe.
    "Kleine" Tricks aus meinen Nächten...
    - Unruhige Patienten auf den Gang vors Stationszimmer (viele werden einfach ruhiger wenn sie jemanden hören)
    - Sehr unruhig/nicht müder werdende Patienten in Mobistuhl ins Stationszimmer stellen. Handtücher zum falten oder Binden zum Aufwickeln geben.
    - Wie bereits genannt Zettel auf den Rücken mit Name und Staiton...
    - Schieberdeckel oder Krücken an die Tür anlehnen wenn die Tür aufgemacht wird fällt sie um und man hört es in der Nacht (selbst im Isozimmer), Wichtig: Mitpatienten vorher darüber informieren falls sie aus dem Zimmer gehen...
    - Absprache mit Tagdienst darüber, dass Patient Tagsüber wach gehalten wird....
    - alle verschließbaren Türen zu machen (dann urinieren die Patienten nicht in den REAwagen.:razz1:)
    Für die Patienten die die Toilette nicht finden. Notlicht und Licht in der Toilette anlassen. Tür der Toilette Spalt offen lassen. Braucht halt leider das Verständnis der Mitpatienten. Kriegst aber spätestens wenn das Urinieren ins Nachbarbett erfolgt. (Leider schon öfters passiert)
    Ansonsten Kopf hoch. Auf jede "be******ene" Nacht folgen auch wieder gute. Tausch dich mit deinen Kollegen aus was sie für Tricks anwenden.
     
  8. aquarius2

    aquarius2 Poweruser

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    Ich fürchte, auf unseren internen Staionen ist das eher die Regel als die Ausnahme.

    Hier eine Idee für ein Pflegeroman Mit dem schönen Titel "Schöne neue Welt 2048":

    Die die Urinflasche nicht treffen bekommen eine Windel verpasst:sbaseballs:, die mit Weglauftendenz bekommen einen Bauchgurt (im schlimmsten Fall) :angry:und Isolationen , ja da gehen wir die ganze Nacht nur einmal rein und damit wir sehen ob die armen Patienten noch leben kriegen die Isozimmer eine Glastür.:verwirrt:. Wie alt bist Du 2048? Ich werde dann sicher einer der Patienten sein und ich weiß aus langer Berufserfahrung, wie ich Ärzte und Kollegen in den Wahnsinn treiben kann:roll:
    So und nun Ironie aus....

    Bitte sein nicht böse, ich will mich nicht über Dich lustig machen, aber auf Normalstation waren solche Nachtdienste für mich nichts ungewöhnliches.
     
    #8 aquarius2, 02.05.2011
    Zuletzt bearbeitet: 02.05.2011
  9. Sr. S.

    Sr. S. Poweruser

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    Aber nur weil es inzwischen "normal" ist, ist es doch nicht in Ordnung, dass man in solchen Situationen alleine Nachtdienst macht und die Verantwortung trägt.
    Und ja, ich finde die PDL sollte (auf großen Stationen und auf Stationen mit mehreren verwirrten Patienten) zwei Nachtwachen einsetzen oder zumindest gewährleisten, dass ein Springer vorhanden ist, den man rufen kann, wenn man beispielsweise ins Isolierzimmer muss.
     
  10. narde2003

    narde2003 Board-Moderation
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    Hallo Lisamosh,

    wieviele Planbetten hat eure Station insgesamt?

    lg
    Narde
     
  11. herzchen2508

    herzchen2508 Senior-Mitglied

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    Viele stationen bei uns im Haus haben KPH´s oder Pflegehelfer als zweite Nachtwache. Die günstigere Alternative zur Krankenschwester und auf jeden Fall sehr produktiv:P
    Die Station die eine zweite Nachtwache hat (oder wir eine dritte) hilft den anderen stationen aus dem jeweiligen trakt .

    Wenn ich unsere Nachbarstation sehe ...36Betten...neurologisch und internistisch/geriatrisch.....da würd ich Amok laufen nachts,die Kollegen stellen manchmal bis 5Uhr morgens Tabletten :dudu:
     
  12. Maniac

    Maniac Poweruser

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    Bei uns liegen auf allen Stationen alte Patienten und somit auch demente Patientn und somit auch "weglaufgefährdete" Patienten.
    Das hieße überall 2 Nachtwachen. Ein Ding der Unmöglichkeit.

    Desweiteren sehe ich das Isozimmer immer als Ausrede.
    Das ist nichts anderes, als im "normalen" Patientenzimmer. Ich bekomme das drumherum genauso viel oder wenig mit.

    Im Isozimmer benötige ich nur 5 Sekunden länger um heraus zu kommen. Das macht überhauptkeinen Unterschied...!


    Viel sinnvoller ists, das Tablettenstellen aus dem Nachtdienst zu nehmen (@herzchen...)
     
  13. herzchen2508

    herzchen2508 Senior-Mitglied

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    Maniac,ich sehe das genauso wie du mit dem Tabletten stellen in der Nacht :engel:
     
  14. Poco

    Poco Newbie

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    Hi,

    ich bin zwar ne Altenplegerin, aber sowas hab ich jede Nacht. Gerade für die MSRA-Leute chic gemacht (mit allem pipapo!), geht mir der erste Bew. flöten.
    Es sind 137 Bew. auf 4Ebenen. Und wir sind von 20.15-0.15 zu dritt und ab da zu 2! Ich bin die ex und die andere ist ne Nebenwache, die nix darf!!!

    Also, immer cool bleiben. Sind bis jetzt alle wieder aufgetaucht!! ;)))

    LG
     
  15. Joerg

    Joerg Poweruser

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    Tolle Einstellung! So lange nix passiert ist alles gut.
    Was machst Du aber, wenn irgendjemanden was passiert? Das geht dann mit Dir Heim!
     
  16. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Erst mal sind es 137 Menschen, die in dem Heim auf drei Etagen wohnen. Wir wissen nix über den Pflegeaufwand der betreffenden Menschen. Pflegeheim ist was anders als ein Krankenhaus. usw..

    Solche Zahlenangaben machen auf mich immer den Eindruck: wer hat mehr Bewohner zu betreuen. Und ab über XXX ist man in jedem falle berechtigt zu jammern. Nur kannst auch nur 10-25% der Gesamtzahl als Pflegefälle haben. Dann sieht die Verteilung schon ganz anders aus.

    Btw.- eine Pflegehilfskraft sollt wohl die Maßnahem der Grundpflege beherrschen und auch eigenständig durchführen dürfen. Jeder Laie (z.B. FSJ, Bundesfreiwilligendiener, Praktikant) kann jemanden zur Toilette begleiten, ein Getränk anreichen, Inkos wechseln und lagern nachdem er entsprechend angeleitet wurde.

    Elisabeth
     
  17. MüKa

    MüKa Newbie

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    Ich habe ein jahr in der Altenpflege gearbeitet, es IST anders!
    Ich bin Krankenschwester, habe die meiste Zeit meines Arbeitslebens in der Psychiatrie und danach in der Neurologischen REHA gearbeitet. Das Jahr in der Altenpflege aber hat mich krank gemacht.
    Nachts in einem riesigen Haus (ingses. 120Betten) alleine für knapp 60 Bewohner zuständig, verteilt auf zwei geöffnete Etagen (und zwei noch unbenutzt, leerstehende). Ich hab öfters meine Dementen Bewohner im ganzen Haus suchen müssen - neben all den anderen pflegebefürftigen Leuten, mit und ohne MRSA - bis ich sie fand, oder eben nicht. in dem Fall -> Polizei mit Personenbeschreibung, das Haus darf ich ja nicht verlassen.
    Ich hab meine erste Runde häufig bis zwei Uhr morgens nicht fertig bekommen, von der Schreiberei, Aufräumen, Vorbereiten der 3 Speiseräume (jahaaa!!! :x ), Vorbereiten der Morgenmedi für 2 Stationen, Medi-Bestellung, Aktenablage, zweite Runde und letzte Runde mal ganz abgesehen. Wenn um 6Uhr morgens der FD kam um für 2 Stationen getrennt die Übergabe zu bekommen, hab ich im geschützten Bereich (Dementenstation) immernoch die Bewohner versorgt, die sich in der Nacht schon 6x vors Bett gestürzt, und das ganze Zimmer vollgep....t haben.
    Nach der Übergabe im Schnelldurchlauf, sollte ich dann immernoch bis 7Uhr zwei bis drei Leute waschen......:schraube: Das haben wir dann aber ziemlich schnell abgeschafft, denn die Übergabe für 60Leute auf zwei Ebenen dauerte allein schon bis fast halb acht!
    In diesen Nächten hatte ich zum Glück einfach keine Zeit darüber nachzudenken, ob mir einer weglaufen könnte - ich konnte die sowieso nicht aufhalten, wenn sie eine Etage tiefer die Station und dann das Haus verließen (es gab nichtmal nen Alarmzeichen). Wenns passiert ist, isses passiert.
    ABER IN ORDNUNG IST ES TROTZDEM NICHT!

    So, jetzt hab ich mich mal ausgek...t, danke ist ein gutes Gefühl! :mryellow:
    Nein in Ordnung ist es nicht, aber ich denke in er Klinik ist es kurzfristig möglich, eine zweite Nachtwache zu bekommen, sei es ein Schüler, Zivi (heute Freiwilliger Helfer) oder eine Hilfskraft. Sowas kann man recht flexibel einplanen (wozu gibs Zeitarbeiter/400-Euro-Jobber?).
    Und bis dahin helfen oben schon genannte Tricks und eine große Tasse Melissentee :mryellow:

    LG, MüKa
     
  18. Joerg

    Joerg Poweruser

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    Natürlich, in den Kliniken rennen unmengen von Personal rum.
    Schüler können nicht einfach mal so in den Nachtdienst genommen werden.
    Weiterhin haben sie, genau wie jede examinierte Kraft, KPH, oder Hilfskräfte Dienstpläne die eben nicht einfach mal so geändert werden können.
    Und wenn ich schon Zeitarbeit oder 400-Euro-Jobber höre, bekomme ich Ausschlag! Solche Ausbeutung von Arbeitskräften gehört verboten!
    Noch dazu, 400-Euro-Jobber DÜRFEN ihre monatliche Arbeitszeit gar net überschreiten, in sofern fallen auch flach. Des weiteren haben sie, genau wie Zeitarbeiter Dienstpläne an die sich der AG zu halten hat.
    Aber genau solche Aussagen wie Deine, zeigen den Zustand der Pflege und wie sie sich behandeln lässt. :x
     
  19. MüKa

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    Moin Jörg!
    Ich wollte dir sicher nicht auf die Füße treten, ich weiß wie knapp bemessen das Personal heutzutage ist, aber ich kann mich erinnern, dass wir zumindest immer irgendwo im Haus einen Springer hatten der für solche Situationen da war. Also jemand der nicht für zwei drei Stunden nachts mal auf Station war, sondern immer für zwei drei Nächte (je nach Bedarf) mal auf der einen Station mithalf und dann wieder zur nächsten weiterzog, je nachdem wie die Belegung war.
    In meinem Lehrkrankenhaus waren das Zeitarbeiter, Zivis, "Träger". An meinem späteren Arbeitsplatz hatten wir eine Station auf der grundsätzlich eine Nachtwache mehr im Dienst war (meist die Intensiv) und die dann auch kurzfristig mal rüberkommen konnte.
    Aber die wurden dann nicht erst aus dem Frei in die Nachtschicht geholt, sondern waren planmäßig da!
    Wenn ich mich da nicht klar genug geäußert hab - sorry. :gruebel::P
     
  20. BamBamsche

    BamBamsche Poweruser

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    Nun, ich muss dir ehrlich sagen, auch bei uns sind solche Nächte eher die Regel als die Ausnahme. Und ich arbeite auf der Neurologie.Wir haben oft Demente Leute, sturzgefährdet, weglaufgefährdet. Urinieren oder Koten grad hin wo sie gehen und stehen, gehen in andere Zimmer. Oder Parkinsonpatienten, die, wenn sie Nachts auf die Toilette müssen, mal locker pro WC Gang 30 Minuten brauchen, in denen du dabei sein musst. Dann MS Patienten, die sehr schwer Nachts zu lagern sind wegen der Spastiken und dann natürlich die "normalen" Pflegefälle und leichteren Patienten, die Schmerzen haben und betreut werden wollen. Und wir sind auch allein.
    Einen Vorteil haben wir: Die Stationstüre ist Nachts geschlossen, da wir ein Haus sind wo nur 3 Stationen drin sind und die Eingangstüre Nachts nicht zu ist. Somit ist die Stationstür geschlossen, das Nachts niemand einfach so rein kann. Die Dementen Leute können bei uns nicht abhauen, wenn dann laufen sie auf der Station umher. Tagsüber haben sie einen Demenztransponder. Das ist ein Armband mit Sensor und das Gegenstück dazu ist aussen im Treppenhaus vor der Station angebracht. Wenn die Leute also zur Tür rauslaufen, gibt es bei uns einen Alarm. Frag doch mal bei deiner Stationsleitung nach, ob es möglich wäre, zur Arbeitserleichterung so etwas anbringen zu lassen.
    Ausserdem gibt es die Möglichkeit der Klingelmatten. Die legt man vors Bett und wenn die Pat. dann aufstehen und dort drauf treten, klingelt es. Dann weisst du gleich wenn jemand Nachts "spazieren" geht.
    Also nimm das ganze etwas lockerer, du kannst dich nicht verreissen, wenn mal jemand weg läuft und du grad woanders beschäftigt warst, kannst du nichts dafür.
    Sprich mal mit deiner SL und sag das dir das zuviel ist.
     
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