Zeit für Prophylaxen

Dieses Thema im Forum "Der Alltag in der Altenpflege" wurde erstellt von mary_1604, 22.08.2008.

  1. mary_1604

    mary_1604 Senior-Mitglied

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    Hallo an alle,
    mich würde mal interessieren wie viel Zeit sich bei euch genommen wird, um Prophylaxen durchzuführen, insbesondere Kontrakturprophy., wird die überhaupt noch angewendet, wenn schon Anzeichen da sind, d.h wenn der Pat. z.B. von alleine nicht mehr seine Finger bewegen kann? Macht ihr da Übungen oder schon nicht mehr?
    Des Weiteren würde mich interessieren, ob ein mal am Tag für ca. 10 Minuten was bringt?
    Danke
     
  2. Sr. S.

    Sr. S. Poweruser

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    Hallo Mary,
    Einmal am Tag ist besser als gar nicht und bringt selbstverständlich was.
    Prophylaxen kann man, wie du sicher weißt, gut in die Grundpflege mit einbeziehen. Während des Waschens kann man z.B. den Patient nebenbei zu Atem- und Bewegungsübungen anleiten. Ich denke nicht, dass die GP dadurch länger dauert.

    Gruß,
    Sr. S.
     
  3. Schnuppi3345

    Schnuppi3345 Junior-Mitglied

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    Bin der gleichen Meinung wie sr. s

    Ausserdem kann man auch viele Prophylaxen auf station bei der mittagschicht machen, bei der nicht allzu oft "die hölle los ist"

    LG
     
  4. mary_1604

    mary_1604 Senior-Mitglied

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    Ja, anleiten wäre gut, aber die Dame bewegt die Finger nicht alleine, so dass ich Sie immer durchbewegen muss. Also würde mir bei der Grundpflege schon Zeit verloren gehen. Daher mache ich es oft am Nachmittag, manche klappt es auch nicht, zeitlich. Leider bin ich die einzige die das macht, deshalb wollte ich mich umhören, wie es in anderen Einrichtungen gehandhabt wird. Und wenn ich dann mal Urlaub noch schlimmer wieder Schule habe, weiß ich ne was da wird, leider :cry:
     
  5. narde2003

    narde2003 Board-Moderation
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    Hallo Mary,

    bei der Grundpflege kann ich aber alle Gelenke durchbewegen ohne einen erhöhten Zeitaufwand.

    Liebe Grüsse
    Narde
     
  6. Josefine13

    Josefine13 Stammgast

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    Hallo
    sehe das genau wie meine Vorschreiber...
    man kann sehr viele Prophylaxen einfach bei der körperpflege mit einbringen und dann sind ja noch Lagerungswechsel ect.
    Viele Dinge die in die Prophylaxen reingehören machst Du doch automatisch im stationären Alltag.In prophylaxen gehören so viele Dinge mitrein und viele von denen kosten dich eiggentlich nicht wirklich viel mehr zeit.Und es ist auch besser überhaupt etwas zu tun als nichts
    Liebe grüße
     
  7. Maniac

    Maniac Poweruser

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    In vielen Häusern gibts es ja auch angeschlossene Physio-Abteilungen.
    Dort ne Krankengymnastik anmelden sichert schonmal mindestens eine weitere Maßnahme...
     
  8. Lin

    Lin Poweruser

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    @Maniac:
    Das mit der Physio ist auch so eine Sache. Wir haben viele onkologische Pat. mit palliativer Behandlung und da weigert sich die Physio diese zu behandeln. Gerade dort wäre es notwendig, damit sie soviel an Lebensqualität behalten können wie möglich. Da bekommen wir höchstens Therapien wie Lymphdrainage oder Heublumenpackungen, aber Bewegungsübungen sind nicht drin :knockin:. Sie begründen es mit Personal- und Zeitmangel (was auch sonst :emba:). Naja blöde Sache, aber da müssen wir selbst ran.

    Prophylaxen machen wir mindestens 2x/tägl (und da nehm ich mir einfach die Zeit dazu). Wenn es möglich ist 3 - 4 mal.

    Gruß,
    Lin
     
  9. narde2003

    narde2003 Board-Moderation
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    Hallo Lin,

    wenn ein Arzt eine Verordnung dafür ausstellt, muss die KG diese in Deutschland auch ausführen. Der KG steht es bei uns nicht zu, zu entscheiden wen sie behandelt mit Bewegungsübungen und wen nicht.

    Liebe Grüsse
    Narde
     
  10. Maniac

    Maniac Poweruser

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    Richtig @narde.

    Wir hatten jetzt auch den Fall, wo einfach ein paar Tage lang keiner kam.
    Das gab aber richtig Stress, vor Allem wo die Verantwortliche sagte das sie halt kein Personal dafür habe.

    Sie bekam dann als Antwort das wir das auf Station auch schlecht sagen können und 2 Zimmer mal ne Woche nicht öffnen.
    Sie hat dafür zu sorgen, dass sie Personal zur Verfügung stellt, ggf. von außerhalb zu holen.

    Bei dir ist das ja noch eine größere Frechheit, bestimmte Patienten auszuschließen:eek1:
     
  11. Lin

    Lin Poweruser

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    Ja stimmt, narde, aber ich glaube es ist auch mit den Ärzten abgesprochen, dass sie "solche" Pat. nicht zuweisen. Muss noch mal genauer nachhacken.
    Es ist auch unserer Remobilisation das gleiche. Da haben wir eine im Haus und dann übernehmen sie sowieso keine Pat. Letztens hatten wir einen Pat. (sorry, wenn ich jetzt etwas offtopic werde) - ca. 55 Jahre alt, der aufgrund von ossären Meta querschnittgelähmt war (seit 2 Wochen). Nun bemühten wir uns ihm den Rollstuhltransfer zu erlernen. Eigentlich konnte er schon nach Hause gehen, nur hatte er noch zuwenig Kraft in den Armen, um den Transfer alleine durchzuführen und seine Gattin kam so nicht klar zu Hause. Also wollten wir in auf die Remo zuweisen, aber ne, die nehmen ihn nicht, da er keine Aussichten auf Heilung hat (obwohl die Lebenserwartung sicher noch mehrere Jahre ist). Echt traurig sowas in einem KH mit Schwerpunkt Onkologie.

    Naja genug gejammert, wir führen unsere Prophylaxen, Mobilisationen, usw. selber durch :emba:.

    Gruß,
    Lin
     
  12. mary_1604

    mary_1604 Senior-Mitglied

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    Vielen Dank für eure Antworten, werd auf alle Fälle die Übungen mit der Dame weiter machen, wie schon erwähnt, stellt der Azrt die Rezepte aus, bei uns erhalten 3 Personen Physiotherapie, 2 Schlaganfallpat. und eine Person erhält Lymphdrainage.
    Wisst ihr warum Schlaganfallpat. meist sehr lange oder gar bis zum Ende Physiotherapie beanspruchen können, dass soll jetzt nicht heißen, dass ich es nicht gut finde, ganz im Gegenteil, aber mich würde schon mal interessieren warum das so ist?

    Lg
     
  13. mary_1604

    mary_1604 Senior-Mitglied

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    Das was einige hier berichten hört sich ja auch nicht grad toll an, schlimm wenn Pat. von vorherein aufgegeben werden bzw. wenn man sie nicht behandeln möchte, weil man denkt es bringt eh nichts, ehrlich gesagt ich hasse solche Aussagen, dabei wird wohl auch die Psyche der Pat. vergessen, schlimm.
     
  14. Maniac

    Maniac Poweruser

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    Versteh ich nicht. Wieso sollten sie nicht? Das Ziel ist es den Pat möglichst weit wieder zu fördern...
     
  15. Anika

    Anika Senior-Mitglied

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    Heiße Diskussion! Verstehe ich das falsch oder sehen hier einige die Durchführung von Prophylaxen als Aufgabe der Physiotherapie? Also ich schließe mich voll und ganz narde in #5 an, und das ist auch das was ich meinen Schülern beibringe.
    Klar führen die Physiotherapeuten auch Maßnahmen zur Prophylaxe durch, aber in den meisten Fällen ist das sicher nicht ihre Hauptaufgabe, oder? Prophylaxen sind bei uns ganz klar Aufgabe der Pflegenden, und wer Zeit hat während des Dienstes fünf Kippen zu rauchen (außerhalb der Pause!) hätte diese Zeit eigentlich für solche Tätigkeiten nutzen können. Sorry, aber wenn ich höre ob Kontrakturprophylaxe überhaupt noch durchgeführt wird oder nicht und wieviel Minuten pro Tag man darauf verwenden sollte, dann krieg ich echt die Wut!!!
     
  16. Maniac

    Maniac Poweruser

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    Es ging oben nicht um "Prophylaxen", sondern um die Kontrakturenprophylaxe. Und wenn ich Krankengymnastik (wie das bei uns heisst) anmelde, dann erwarte ich, dass die Physioabteilung dabei eine Kontrakturenprophylaxe durchführt - nämlich den Patienten bewegt/sich mit ihm bewegt.
    Das ist die Aufgabe, richtig.

    Btw hab ich hier von keinem im Thread gelesen, dass er lieber 5 Zigaretten raucht, während die Physioabteilung ihre Arbeit macht...
     
  17. Lin

    Lin Poweruser

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    @anika:

    Ich glaube du hast uns falsch verstanden. Wir wollen nicht alle Prophylaxen auf die Physio abwälzen (ca. ein Viertel meines Tages besteht aus Prophylaxen :-)). Aber wir haben z.B. viele ältere Patienten die durch ihre "Begleit"erkrankungen Unterstützung bei der Mobilisation - und somit auch Prophylaxe brauchen (Insult, orthopädische Erkrankungen, reduzierter AZ, usw.). Dazu kommen dann noch die Pat., die eine große Op hinter sich haben. Bei der zuerstgenannten Patientengruppe sind einfach 10 min oder 15 min spazieren gehen am Tag zuwenig und gerade da ist die Physio hilfreich, die auch mal Treppensteigen mit ihnen übt. Ich weiß jetzt nicht wie dein Tagesablauf ist, aber bei uns ist zeitlich nicht möglich 2 x am Tag 30 min oder mehr Bewegung mit ihnen zu machen.

    Und das mit dem Rauchen kapier ich auch nicht ganz :gruebel:?

    Gruß,
    Lin
     
  18. Kerstin46

    Kerstin46 Newbie

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    hallo,
    es gibt aber viele Ärzte, die keine Verordnungen mehr ausschreiben, da sie den Sinn darin nicht mehr sehen, also bleibt es am Ende doch beim Pflegepersonal hängen, damit der Pat. oder HB nicht völlig steif wird. Außerdem kann man schon allein bei der Lagerung einige Prophylaxen mit machen.

    Gruß Kerstin
     
  19. dieEv

    dieEv Poweruser

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    Na, das A und O beim Apoplex ist die frühzeitig einsetzende und intensive Physiotherapie, damit sich Lähmungen so gut wie möglich zurückbilden.
     
  20. mary_1604

    mary_1604 Senior-Mitglied

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    Danke euch, hatte nur aus reiner Neugier gefragt.
     
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