Wundversorgungsstrategie bei exulzerierenden Tumoren

Dieses Thema im Forum "Wundmanagement" wurde erstellt von Gerrit, 13.04.2006.

  1. Gerrit

    Gerrit Senior-Mitglied

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    Hallo,

    mal eine Frage zur Behandlungsstrategie bei exulzerierenden Tumoren.
    Wenn wir eine 'normale' feuchte Wundtherapie anwenden so wird doch eine optimale Voraussetzung zum Zellwachstum geschaffen. Ist das denn bei Tumorwunden wirklich sinnvoll?
    Wie behandelt ihr solche Wunden?

    Grüsse,

    Gerrit


    PS: Bin leider bis Samstag nicht da :(
     
  2. Trisha

    Trisha Poweruser

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    Hallo Gerrit,

    exulcerierende Tumore sind im allgemeinen schwierig zu behandeln. Man kann sagen, es ist eine besondere Art des Wundmanagements.
    Da hier eine Heilung als Pflege- und Behandlungsziel reine Utopie sein dürfte, kann man nur palliativ vorgehen.
    Das heißt
    - feuchte Wundtherapie, denn dies bedeutet nicht gleich Voraussetzung zum Zellwachstum, sondern bedeutet, dass ein physiologisches Wundmilieu geschaffen wird. Dadurch werden Keime ferngehalten und der Verbandswechsel erfolgt atraumatisch.
    - gegen evtl. Wundgeruch gibt es spezielle Wundauflagen oder man tränkt eine Kompresse mit Chlorophyll-Lösung und legt diese auf die Wundauflage. Das neutralisiert den Geruch.

    Eine trockene Wundtherapie ist eigentlich nur bei primär verheilenden Wunden (OP-Naht z.B.) und bei mumifizierten Nekrosen durchzuführen.

    Wie seid Ihr bisher vorgegangen?

    LG
    Trisha
     
  3. Nordlicht

    Nordlicht Poweruser

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    wir nehmen:
    (Silber-) Aktivkohle und Zetuvit® bei stark nässenden Wunden sorbion Sachets®.

    (wollten wir nicht mal das registrated trademark-Zeichen einführen?)
     
  4. Gerrit

    Gerrit Senior-Mitglied

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    Hallo Trisha,

    wir haben Alginate genommen und mit Schaum abgedeckt. Idee dahinter war
    - die Reinigung der Wundoberfläche von Fibrinbelägen u.ä. (die Patientin hatte bisher keine Wundbehandlung gemacht und trug die Kleidung direkt auf der Wunde) und das
    - abdecken mit Schaumplatten.
    Somit längere Intervalle zur Behandlung etc. wie schon von Dir geschrieben.
    Die Frage wäre halt inwieweit ein abdecken mit z.B. Fettgaze genügen würde um eine Traumatisierung beim VW zu vermeiden wenn wirklich das Wachstum weiter gefördert würde. Mit dem Argument des Infektschutzes ist die ganze Idee natürlich wieder dahin :wink:.
    Bekommt ihr die Chlorophyll-Lsg. fertig aus der Apotheke? Kenne ich nicht als Lösung - bisher hatten wir nur Tabletten bei Mundboden-Ca im Einsatz.

    Grüsse,

    Gerrit
     
  5. Trisha

    Trisha Poweruser

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    Hallo,

    Clorophyll-Lösung gibt es in der Apotheke.

    LG
    Trisha
     
  6. Synöve

    Synöve Newbie

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    Hallo, kleine seit langem erprobte Hilfe bei exulceriertem infizierten Tu -Gewebe:

    - einfache Abdeckung mit Fettgaze ( Firma Eurer Wahl )
    - Überdeckung trockener Wundverband
    -keine Probleme bei VW

    bei exsudierendem und nicht infiziertem TU -Gewebe

    - moderne feuchte Wundversorgung zur Verhinderung einer zusätzlichen Infektion
     
  7. Nordlicht

    Nordlicht Poweruser

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    Moin Synöve,

    was verstehst Du unter moderner feuchter Wundversorgung?
    Da wäre ja von ... bis alles dabei und die Hälfte bei TU kontra, da das, was Granulation anregt auch den TU motiviert.

    Vielleicht wäre es auch hilfreich den AZ des Pat. bzw. die Ziele miteinzubeziehen? Wir haben i.d.R palliativ mit den Menschen zu tun, da geht es häufig nur darum, dass die Menschen und ihre Umgebung den Geruch noch ertragen und die letzten Tage erträglich sind.
     

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