Wundversorgung bei diabetischen Fuß

Dieses Thema im Forum "Wundmanagement" wurde erstellt von sumisu, 25.05.2008.

  1. sumisu

    sumisu Newbie

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    ich arbeite zurzeit auf der Kurzzeitpflege in unserem Krankenhaus. Dort haben wir einen "Gast" mit beidseitigen Unterschenkelamputation. Dieser sitzt im Rohlstuhl und besitzt keine Prothesen. An einem fuß hat er eine Wunde die ungefähr 10x10 cm groß ist. Im Arztbericht steht das diese Wunde durch Diabetis verursacht wurde. Die Wunde wird mit einem Polyuretahnschaum versorgt der mit Fixomull befästigt wird. Die Wunde wird weder gespült noch desinfiziert. Jetzt kommt die Frage auf wie macht ihr das? Der Gast klagt auch über schmerzen und die Wunde besteht schon seit 3 Jahren. Und hat sich in dem Zeitraum eigentlich nicht verbessert.
     
  2. Bluestar

    Bluestar Poweruser

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    Wie kann er denn noch einen Fuß haben wenn er beidseits unterschenkelamputiert ist ???
     
  3. flexi

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    :streit:Wo Phantom-Schmerzen, da auch Phantom-Wunden!:knockin:
     
  4. Finja

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    Hallo sumisu...

    beschreibe doch mal die Wunde. Ist sie belegt, wie sieht das Sekret aus, sitzt die Wunde direkt an der Amputationsnaht? Riecht die Wunde? Umgebung gerötet, wie tief ist sie??

    Lg Finja :wink1:
     
  5. sumisu

    sumisu Newbie

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    Hey
    der Unterschenkel wurde während des Kriegs amputiert. Der Fuß wurde ungefähr auf der Hälfte des Unterschenkels amputiert. Hab selten so eine Amputation gesehn. Von der Naht ist nicht mehr sehr viel zu sehen.

    Die Wunde riecht sehr faulig, ist stark mit Fibrin belegt. Nekrosen sind keine vorhanden. Die Wunde ist ca 2 mm tief. Die Wundumgebung ist gerötet. Aber mit beginnender Granulation. Wenn ich den Verband wegmache ist die Auflage immer sehr stark mit Wundsekret "durchtränkt". Dies sieht etwas grünlich aus.

    Hoffe das genügt zur beschreibung :-):gruebel:
     
  6. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Bitte nicht immer nur die Wunde ansehen- sondern auch den Menschen.

    Wie ist der AZ/ EZ des Patienten? Sauerstoffaufnahme- und Transportprobleme? Durchblutungsstörungen? Ausreichende Kalorienzufuhr? Nährstoffaufnahme? Stoffwechsellage? usw.

    Elisabeth
     
  7. Finja

    Finja Junior-Mitglied

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    Hallo...

    Eine ausgewogene Ernährung spielt in der Tat eine große Rolle.
    Wir desinfizieren die Wunden mit Octanisept, da es versch Arten von Keime und Pilze minimiert. Desinfektion ist das A und O bei einer Wundvers.
    Bei ihm reicht ein Schaumverband allein nicht aus. Die Belege sollten abgetragen werden. Entweder chirurgisch oder mit spez Wundgel.
    Schon mal einen Wundabstrich gemacht? Es gibt viele Ursachen die ein Erhalten von Wunden verursachen. Z.B. der Ernährungszustand, der Diabetes (BZ Werte...ganz wichtig), die hygienische Versorgung vorher zu Hause (haben eine Pat die fummelt ständig mit der Stricknadel im Verband herum...juckt), Durchblutung, mechanische Reizung durch Kleidung oä ... chronische Wunden lassen einen wirklich manchmal verzweifel :knockin:
     
  8. sumisu

    sumisu Newbie

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    Hey
    danke für eure antworten.

    Der AZ und EZ des Pat. ist sehr gut. Der Pat. ist ein insulinpflichtiger Diabetiker. Aber dieser ist gut eingestellt. Er hat keine Probleme mit seinem Blutzucker. Der Verband wird zweimal die Woche gewechselt, was meiner meinung nicht ausreicht :knockin: Der Pat ist auch sehr unkooperativ bei der Wundbehandlung. Oft spült er die Wunde mit Wasser.
    Tja, kann der Pat. aufgrund von Diabetis eine pAVK haben?
    Wundabstrich wurde nach meinen Wissens noch nicht gemacht Da wirn nicht im "Krankenhaus" sind muss der Wundabstrich vom Hausarzt gemacht werden.

    Welche sachgerechte Wundbehandlung wäre nötig?
    lg
     
  9. Mr. Hunter

    Mr. Hunter Junior-Mitglied

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    Hallo,
    allein von der Beschreibung mit dem übelriechenden Sekret könnte man auf eine Infektion schließen (andere Faktoren sollten aber nicht ausser acht gelassen werden).

    Man kann solche Wunden gut mir einer silberhaltigen Wundauflage behandeln, gibt es auch in kombi mit PU-Schaum. Wundspülung ist natürlich bei jedem Wechsel Pflicht (evtl mit Octenidin o. Lavanid).

    Natürlich soll man immer den ganzen Patienten sehen und in seiner Gesammtheit behandeln.:besserwisser:

    Fragen gern über PN
     
  10. Meines Wissens ist die lokale Anwendung von Desinfektionsmitteln auf Wunden nicht unumstritten. Schädigt angeblich die Haut und hilft nicht gegen eine Infektion.
    Da das eine Kriegsverletzung ist: Könnten da noch Splitter im Unterschenkel sein? Metallische oder nicht-metallische? Die können auch nach Jahrzehnten plötzlich eine Wundinfektion auslösen. Die muß ja irgendwo herkommen. Keine Prothese, die Druckstellen machen könnte, kein gar nix. Wo kommt also bei einer so alten Verletzung eine infiizierte Wunde her? Wenn es da Theorien gibt: Sind die nachgewiesen oder beruhen sie auf einem Verdacht?
     
  11. sumisu

    sumisu Newbie

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    Nein im Arztbrief steht das die Wunde durch Diabetis entstanden ist.

    Die Wunde wird weder gespült noch desinfiziert.

    Ich glaube nämlich auch das eine Infektion vorhanden ist aber die Schwestern meinen das nicht. mmhhh :knockin:
     
  12. Werner Rathgeber

    Werner Rathgeber Stammgast

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    Hallo sumisu,

    so, wie Du Patient und Wund beschreibst ist er, meiner Meinung nach, ein "klassischer" Patient für eine VAC[r]-Therapie.

    Kann vom Hausarzt verschrieben werden und die Kundenbetreuer von KCI[r] helfen mit, das dieKrankenkasse dies bezahlt.

    Sprecht doch mal mit dem HA darüber!

    Viele Grüße

    Werner
     
  13. Teilzeitschwester

    Teilzeitschwester Poweruser

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    Kurzzeitpflege?
    Eine Wunde aus der Ferne zu beurteilen ist schwierig, Es spricht schon viel für eine pAVK.VAC-Therapie ist klasse, bei unkooperatieven Pat. schwierig.Ich erinnere mich an eine Pat.von uns bei der die Kosten stationär ja, ambulant aber nicht übernommen wurden.
    Außerdem weiß ich ja nicht, welche Mittel in dem Haus wo Du tätig bist zu Verfügung stehen?! Für mich hört sich das schwer nach Infektion an.
    Kann also nur schreiben, was bei uns üblich ist
    -Schmerzmittelgabe
    -Abstrich
    -spülen der Wunde mit Octenisept(desinfiziert, brennt nicht)
    -Wundreinigung (chirugisch o.mechanisch)
    -Alginat ( Trionic)in Bestehende Wunde einbringen,saugt Sekret und Zelltrümmer auf
    -Aktivkohle/Silberverband (Actisorbsilver) als Wundauflage+Kompressen
    nehmenden Geruch, inaktivieren Keime
    Du weßt, dies alles muß ärztl.angeordnet sein. Mich wundert noch, das Du als Schüler der Einzige zu sein scheint, der sich um die Wunde Sorgen macht.Warten alle anderen bis der Pat.Schüttelfrost hat oder wie??
    Gruß und bleib so Verantwortungsvoll.
     
  14. Trisha

    Trisha Poweruser

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    Hallo,

    wir kennen diesen Pat. nicht, und schon gar nicht die Hintergründe.

    Es ist wichtig, dass bei solchen Pat. ein Wundexperte vor Ort zu Rate gezogen wird.

    Es ist verantwortungslos, im virtuellen Forum konkrete Therapievorschläge zur lokalen Wundtherapie zu unterbreiten.

    Ich bitte darum, davon Abstand zu nehmen.
    Gerne kann weiter das Diabetische Fußsyndrom als solches diskutiert bzw. Erfahrungen diesbezüglich ausgestauscht werden.

    Vielen Dank für Euer Verständnis.

    LG
    Trisha
     
  15. Teilzeitschwester

    Teilzeitschwester Poweruser

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    Wieso werden solche Fragen denn zugelassen??? Also ich bin jetzt ziemlich gefrustet.Reicht denn der Hinweis ärzliche Anordnung nicht?:knockin:
     
  16. Trisha

    Trisha Poweruser

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    Liebe teilzeitschwester,

    mein letzter Beitrag richtet sich nicht nur an Dich, ich denke, Du brauchst nicht "gefrustet" zu sein.
    Ich habe hierzu deswegen, als dieses Forum einst eröffnet wurde, dies veröffentlicht: http://www.krankenschwester.de/foru...hinweise-diskussionsforum-wundmanagement.html

    Fragen zur Behandlung werden deswegen zugelassen, weil es zu chronischen Wunden jeglicher Art immer Diskussions - und Beratungsbedarf gibt.
    Dennoch müssen wir aus Rücksicht auf die individuelle Situation der Betroffenen Abstand davon nehmen, zu konkrete Therapievorschläge zu unterbreiten.
    Dass die Anordnung der Therapeutika dem Verantwortungsbereiches des Arztes unterliegt, ist einer Pflegefachkraft sicher bewusst.

    LG
    Trisha
     
  17. Teilzeitschwester

    Teilzeitschwester Poweruser

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    Habe die Hinweise gelesen und werde sie zukünftig berücksichtigen.
    Danke,Gruß:eek1:
     
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