Wo sind denn all die Kinderkrankenschwestern/Krankenschwestern hin?

Dieses Thema im Forum "Talk, Talk, Talk" wurde erstellt von Zahnfee, 03.08.2009.

  1. Zahnfee

    Zahnfee Junior-Mitglied

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    Ich beschäftige mich jetzt noch nicht soo lange mit dem Thema, um das ich genaustens Bescheid weiß aber ich lese sehr gerne hier im Forum mit und lese immer wieder "Wir haben kein Personal! Personal ist überfordert ! etc.etc "

    Ich frage mich jedoch wie kann das sein? Manche Krankenhäuser bieten sogar im Oktober und April die verschiedenen Ausbildungen an.
    Wo gehen denn all diese examinierten Kinderkrankenschwestern/Krankenschwestern hin???
    Ich habe das Gefühl es kommt nicht Hilfe dazu es verschwindet eher...:gruebel:

    Liebe Grüße
     
  2. Josefine13

    Josefine13 Stammgast

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    Als ich meine Ausbildung begann waren wir 28 Leute, am Ende der Lehre waren nur noch 2/3 da.
    Die Leute sind in die Schweiz, nach Österreich und sogar nach England.
    Da sind sie hin...
    Bessere Bezahlung, Arbeitsbedingungen und weniger Stress wie ich gehört habe:!:
    Kann es den Leuten nicht verdenken, wenn Deutschland da so schläft.
     
    #2 Josefine13, 04.08.2009
    Zuletzt bearbeitet: 04.08.2009
  3. Jacaranda

    Jacaranda Stammgast

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    Oder sie verschwinden in anderen Berufen oder Berufsparten
    Oder gründen Familie (der Frauenanteil ist ja doch sehr groß) und sehen keine Möglichkeit mit den Schichten, den Stress, den netten Kollegen, die manchmal keine Rücksicht nehmen können oder wollen auf Frauen mit Kindern, Familie und Arbeit angemessen unter einen Hut zu bringen
     
  4. -Claudia-

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    Ganz abgesehen davon, dass die Zahl der Ausbildungsplätze in den letzten Jahren erheblich reduziert wurde.
     
  5. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Du schaust von der falschen Seite. Personal muss bezahlt werden und da reichen die Einnahmen der KH nicht aus, um genug Personal einzustellen. Deswegen veruschen nicht wenige Häuser eine Umstellung von 90-100% dreijährig examnierte auf einen anderen Mix. KPGs sind zu teuer- kosten fast soviel wie die Dreijährigen. Deshalb der Trend zu Pflegeassistenten und Servicepersonal.
    Der Überhang der zuviel Ausgebildeten (am bedarf vorbei ausgebildeten) verläßt entweder das Land oder wechselt den Beruf.

    In dem Sinne ist es ein künstlich hergestellter Personalmangel, der eigentlich wenig mit den Ausbildungszahlen zu tun hat.

    Um diesen Personalmix weiter zu etablieren fängt die Politik langsam an die Pflegeausbildung zu splitten in ein Studium und in "allgemeine" Pflege. Für letztere hat man als ersten Schritt die Zulassungsbegren´zung abgesenkt. In den nächsten Jahren wird ein Absenken des Ausbildungsniveaus zwingend fplgen müssen. damit hat man dann endlich die Möglichkeiten tiefgreifende Veränderungen im Lohngefüge durchzuführen.

    Inwieweit das dann bereits vor dem Zeitpunkt Ausgelernte betrifft- keine Ahnung. Ich würde sagen: wird ne aussterbende Spezies.

    Geld regiert die Welt... auch in der Pflegewelt.

    Elisabeth
     
  6. Sissi77

    Sissi77 Gast

    Hallo.

    Also meine Wenigkeit als Krankenschwester ist zum notärztlichen Dienst hinüber getreten da ich auf die Knechterei und Plackerei in der Pflege sehr gut verzichten kann! Es ist die Wahrheit: Ihr seid doch bestimmt total kaputt wenn ihr nach dem Dienst von Station oder der ambulante PFlege nach Hause kommt. Warum gibt es so wenig ältere Krsch??? Weil sie alle aufgehört haben (kaputter Rücken, etc...!!)

    Krankenpflege ist ein Knochenjob! Man macht sich für andere kaputt so ist es. Und wer jetzt sagt: Ja aber es ist doch ein sooo schöner Job, anderen zu helfen... Klar ist es schön , aber trotzdem geht man selbst irgendwann dran kaputt. Meine Hochachtung an das Personal in der Pflege! Hut ab!

    LG Sissi
     
  7. Jacaranda

    Jacaranda Stammgast

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    :daumen: Ja genau Hut ab und Respekt an alle Pflegekräfte an der Front!!!! :nurse:
    Was heißen soll, die die direkt am Patienten oder Bewohner oder Klienten eingesetzt sind. Und vielleicht auch noch ihr Leben lang in VZ:eek1:
    Ich bin seit 11 Jahren "nur" noch TZ, aber ich bin gerade trotzdem dabei die Flucht zu ergreifen, solange ich noch kann, etwas weg vom Knochenjob. Schlechtere Bezahlung aber evtl. kein so schlechtes Gewissen mehr nach der Arbeit.
     
  8. Zahnfee

    Zahnfee Junior-Mitglied

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    Azubi als Gesundheit-und Krankenpflegerin ab April 2010 in der HSK-Wiesbaden
    Oh man das hört sich ja alles ganz schön traurig an..Ich finde es aber trotzdem gut das immernoch so viele Leute trotz allem eine Ausbildung antreten wollen und damit zeigen, dass sie es versuchen..
    Klopf,klopf auf meine eigene Schulter :mrgreen:

    Ich frage mich trotz allem was erst passieren muss bevor sich etwas an der Gesamtsituation ändern wird.
    Ich denke immer so, es würde sich erst dann was ändern, wenn Frau Kanzlerin persönlich für eine Woche diesen Job antreten würde..Da dies wohl niemals der Fall sein wird, wird sich auch nie etwas ändern:knockin:
     
  9. Cherry88

    Cherry88 Gast

    hört hört was die zahnfee sagt. Ich denke nämlich du hast vollkommen recht und auch die anderen.
    Ich hab zwar noch nicht angefangen, mich aber viel damit auseinander gesetzt und denke genauso. Es enttäuscht mich und macht mich traurig das die bedingungen im Bereich pflege so schlecht sind. :cry:
    Wieso kann die Frau kanzlerin sich nicht auch mal für dieses problem zeit nehmen hier geht es doch um was sehr wichtiges, was würden die leute den machen wenn es niemanden mehr gibt der sich dazu bereiterklärt. Dann schauen alle dumm aus der wäsche
    Aber banken ohne ernsthafte konsequenzen geld geben für etwas das sie vermasselt haben das geht. So lernen die draus!
     
    #9 Cherry88, 05.08.2009
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 05.08.2009
  10. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    *zynismusan* Wieso? Das verstehe ich jetzt nicht. Es klappt doch wunderbar. Selbst wenn die Pflegekraft eigentlich wegen Erkrankung zu Hause bleiben müßte, geht sie noch ihrem Job nach. Und Pflegekräfte finden doch nichts dabei, schnell mal einen Dienst zu übernehmen. ... Es geht schließlich um die Versorgung des Patienten.
    Wenn im Team jemand ist, der diesen Ehrenkodex nicht einhält und ausschert... dann wird ihm schnell beigebracht, wie die Gruppendynamik läuft. Per Mobbing befreit sich dann die Gruppe sehr schnell von solchen Störenfrieden.

    Berufspolitik? Sich engagieren gegen die Zustände? Fehlanzeige. dannn würde eine wichtige Tagestätigkeit wegfallen: jammern. Was sollte man in der freiwerdenden Zeit machen?
    *zynismusaus*

    Es gibt keinen Grund für die Regierung von ihrem eingeschlagenen Weg abzuweichen- im Gegenteil. Pflegekräfte beweisen seit Jahren, dass in D eine recht gute Pflege mit den europaweit geringsten Personal zu erbringen.

    Ergo: Nicht jammern. Aktiv werden. Sich in Verbänden engagieren und dafür sorgen, dass dies ALLE Mitrabieter und Kollegen tun.

    Elisabeth
     
  11. anästhesieschwester

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    Hallo Sissi77,

    magst du mal erzählen, wie du zum Kassenärztlichen Notdienst gekommen bist und wie deine Arbeit genau aussieht?
    Ich gehöre nämlich auch zu denen, die schon in jungen Jahren aus gesundheitlichen Gründen den Beruf aufgeben und sich nach nach anderen Möglichkeiten umschauen müssen...


    Gruß

    Die Anästhesieschwester
     
  12. Jacaranda

    Jacaranda Stammgast

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    @ elisabeth und @ cherry:daumen: Yes!!!
    Und ich kämpfe weiter für die Pflege, weil ich auch nicht ganz raus bin. Ich möchte in den Betriebsrat, in die Gewerkschaft oder Berufsverband.
     
  13. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Aus der Gewerkschaft verdi bin ich gerade ausgetreten. Nur Gehaltserhöhungen als Tarifverhandlungsziel ist m.E. zu kurz gegriffen und hat uns die in den letzten Jahren praktizierte Personalreduzierung bescheert.

    Der Marburger Bund braucht bloß etwas lauter husten, dann bekommt der verarmende Berufsstand der Ärzte sofort eine Finanzspritze.
    Woran liegts? Es wird sich nur um eine Profession gekümmert. Bis hin zum Vorsitzenden kommen alle aus dem gleichen Berufsstand. Denen kann keiner ein X für ein U verkaufen. Und am allerwichtigsten: durch die per Heilberufegesetz verankerten Pflichtaufgaben baruchen die nur sehr eingeschränkt einen rapiden Abbau ihrer Kollegen befürchten. Nicht umsonst steigt umgekehrt kongruent zu den Pflegekräften die Anzahl der Ärzte.

    Elisabeth
     
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