Wird die Mundhygiene des Patienten vom Pflegepersonal vernachlässigt?

Dieses Thema im Forum "Hygiene im Krankenhaus / Infektionskrankheiten" wurde erstellt von tilla87, 31.10.2007.

  1. tilla87

    tilla87 Newbie

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    Hallo ihr lieben...Bin heut das erste Mal bei euch und hoffe das ihr mir weiterhelfen könnt.
    Nun zu meinem Anliegen.
    Wir haben im Mai Zwischenexamen und müssen dazu eine Pflegefacharbeit schreiben. Und aufgrund von den Erfahrungen die ich bis jetzt gemacht habe, habe ich mich (eigentlich) dazu entschieden die in den Krankenhäusern durchgeführte Mundhygiene für meine Pflegefacharbeit in Frage zu stellen. Pflegestandards dazu gibt es, berechnet ist dieser auf 5 Minuten für die Mundhygiene. Aber ich empfinde das gerade bei immobilen, stark pflegebedürftigen Menschen die vielleicht auch noch über Magensonden ernährt werden und auch nicht mehr "allzuviel" reden zu wenig. Und auch sowieso:"wie lange wird sich dem denn gewidmet,selbst wenn man diese 5 Minuten hat?" Und wer hat Erfahrungen beim ambulanten Pflegedienst? Über mir wohnt eine 78 jährige Frau.Bei ihr kommt 3x der Pflegedienst.Ihr Mund besteht fast nur noch aus abgebrochen Zahnstümpfen.Sie klagt mir auch jedes Mal ihr Leid. Wie ist das wenn dort keine Angehörigen sind? Muss der Pflegedienst was tun oder kann was tun oder gehört es nicht zu ihren aufgaben???
    Aus meiner vorherigen Ausbildung (Zahnmedizinische Fachangestellte) weiß ich das sich mangelnde Mundhygiene auf den gesamten Körper negativ auswirken kann. Wie empfindet ihr das? Wie sind eure Erfahrung? Seht ihr das ganz anders? Würde mich sehr über eine antwort freuen!!! Danke...:o
     
    #1 tilla87, 31.10.2007
    Zuletzt bearbeitet: 31.10.2007
  2. jackdanielsx84x

    jackdanielsx84x Gesperrt

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    Hallöle,

    ich mache die Mundpflege meist seperat, also unabhängig von der GKW, da ich dann mehr Zeit und Ruhe habe (allerdings mache ich das auch mit Verbänden) liegt vielleicht an meinem persönlichen empfinden :-)

    Ich bemühe mich die Mundpflege so ordentlich und unbelastend wie möglich zu gestalten.
    So effektiv wie selbst gereinigt und oder geputzt wird es nicht sein, da mir ja die Empfindung fehlt "war ich überall" "zu fest, zu lasch" "alle Beläge entfernt" etc.
    Man sollte im Rahmen seiner und der Möglichkeiten des Patienten die beste Mundpflege gewährleisten.
    Wir wissen ja alle Zahnschmerzen sind nun wirklich alles, nur nicht angenehm. :o
    Ich muss dazu sagen...........ich habe dabei noch nie auf die Uhr gesehen oder besser gesagt nicht die "Zeit gestoppt". Daher kann ich nicht sagen wie lange ich diese tatsächlich durchführe, werde jetzt natürlich mal darauf achten. :-)

    Gruß
    Dennis
     
  3. bkh-brothers

    bkh-brothers Junior-Mitglied

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    Ich hoffe NICHT

    ich hoffe nicht das hier jemand die Mundhygiene vernachlässigt. Aber ich denke schon das bei manchen Schwestern/Pflegern die spezielle Mundpflege nicht so angesehen bzw. als wichtig empfunden wird.
    Was nehmt ihr den eigentlich bei der spez. Mundpflege überhaupt?
    Eine spez. Lösung wie zum Beispiel Bepanthen Mundspüllösung oder ienfach nur Kamillentee?
    Würd mich mal echt intressieren?!
     
  4. narde2003

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  5. Elisabeth Dinse

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    *nachdenk* Wenn man Pflegende ihre eigenen Körperpflegerituale reflektieren läßt und diese dann mit dem Vorgehen bei Pat. vergleicht so ergibt sich eine hohe Übereinstimmung: der Pat. wird genauso gepflegt wie man sich selbst pflegen würde.
    These: Manche Pflegekräfte empfinden die Mundpflege nicht als so wichtig. Dies würde die Aussage einer Kollegin bestätigen: wieso Mundpflege, der Pat. ißt doch nichts. *argh*

    Elisabeth
     
  6. synapse

    synapse Stammgast

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    Hi,
    nun ja, ich denke auch, dass die Mundpflege oft zu mangelhaft durchgeführt wird. Fairerweise sollte jedoch auch erwähnt werden, das es manchmal extrem erschwert ist, eine solche durchzuführen. Ich versuche es dann regelmäßig immer wieder, u.a. ist es ein fester Bestandteil, dies z.B. bei jeder Lagerung zu tun, so sehe ich dies auch für die Haarpflege.

    Gruß
    Synapse
     
  7. Maniac

    Maniac Poweruser

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    Hmm, ob jetzt 5min oder nicht lass ich mal dahingestellt, denn nicht bei jedem Pat benötigt man 5min - im Gegenzug braucht man bei einigen wieder mehr.

    Jedenfalls kann ich behaupten das der Großteil der Pflegekärfte 2x/d die Mundpflege durchführt.
    Kenne Einige die es prinzipiell nur morgens machen und Einige die es ausschließlich delegieren.
    (Und Einige die nur Glycerinstäbchen nehmen, aber das ist wieder ein anderes Thema)


    Wenn ich das so überlege, sehe ich die Mundpflege nicht als das Problemkind in der Pflege, da gibts Schlimmeres...

    Edit: Fällt mir ein Patient ein wo die Angehörige beim Aufnahmegespräch zu mir sagte das er jetzt ja endlich wieder mal den Mund richtig saubergemacht kriegt. Ich Wieso?
    Der Patient lebt zu Hause und hat seit 14 Monaten Zahnprothesen. Am Anfang hat der Arzt woh gesagt sollen die auch über Nacht drin bleiben, das habe sie 2 Monate so gemacht und dann gingen sie garnicht mehr raus...
    Zur Nacht drinne lassen hieß für Madame ÜBERHAUPT NICHT RAUSNEHMEN. Und nachdem der Pat jetzt seine "neuen" Zahnprothesen 14 Monate non stop drin hatte, soll ich die rausnehmen ^^
     
  8. angel15

    angel15 Newbie

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    Bewohnern die noch Zähne haben diese aber nicht selbst putzen können empfehlen wir die Anschaffung einer elektrischen Zahnbürste. Mansche können dadurch die Zähne wieder selbst putzen!:idea:
     
  9. Sr.Katja

    Sr.Katja Senior-Mitglied

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    Also ich arbeite auf einer chirurgie und sehe oft das grade bei Patienten die Bettlägerig sind und nichts können die Mundpflege sehr vernachlässigt wird. Grade auch dann wenn dcer patient Zahnprothesen hat. Die werden dann nicht so oft rausgenommen. Ich verstehe das überhaupt nicht . Weil ich denke oft darüber nach wie ich es gerne hätte wenn ich da liegen würde.


    Gruß Katja
     
  10. Flocky

    Flocky Junior-Mitglied

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    Also ich muss auch zugeben dass die Mundpflege schon häufig sehr vernachlässigt wird :Ich erlebe es leider immer wieder dass Patienten schon seit Tagen nichts mehr zu sich nehmen und wenn ich sie dann übernehme noch nicht einmal die Utensilien am Bett stehen. :angry:
    ich persönliche Versuche mindestens 2 x pro Schicht eine Mundpflege durchzuführen :gruebel:obwohl ich nicht wirklich dafür garantieren kann dass es mir auch gelingt.
    Ein großes Problem ist für mich dass teilweise wider besseren Wissens gehandelt wird . Ich weiss nicht wie oft wir schon in Stationsbesprechungen :streit:das Thema Corega Tabs oder ähnliches hatten und immer wieder findet man Morgens die Prothesen in ebendieser eingeweicht .
    Und ganz gallig kann ich werden ,wenn jemand einem Patienten eine Prothese einsetzen will ohne vorher den Mund zu spülen . Klasse Ding:motzen:
    bevor ich mich weiter in Rage rede bzw. schreibe
    ich wünsch euch ein schönes Wochenende
    Silvia
     
  11. Maniac

    Maniac Poweruser

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    Ähm wo arbeitest du? Intensiv? Bitte sag ja, sonst fall ich vom Glauben ab :-)

    Wenn ich in jeder Schicht bei meinen 3-8 A3ern (wenn ich die PPR als Beschreibung benutzen darf) gleich 2x Mundpflege machen soll, dann wirds aber arg eng mit Allem anderen...

    Übrigens find ich 6x Mundpflege am Tag auch übertrieben.
    (Kommt natürlich auf die Situation drauf an, jetzt kommt mir nicht mit Intubationspat oÄ, hier ging es grad um allg. Mundpflege)
     
  12. synapse

    synapse Stammgast

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    HI Maniac,
    klar, ich gebe Dir Recht, bei vielen A3ern im eigenen Bereich ist das schon so manches Mal pure Utopie. Jedoch denke ich, das z.B. beim Lagern wenigstens mit einem Tupfer der Versuch gestartet werden könnte, die Mundhöhle etwas zu reinigen oder auch nur zu befeuchten, ich meinte dies nicht so, dass bei jeder Lagerung jeweils das volle Karius und Baktusprogramm gefahren werden sollte. Diese Minimalstpflege regelmäßig ist besser als nichts und kostet nicht so viel Zeit.

    Gruß
    Synapse
     
  13. Flocky

    Flocky Junior-Mitglied

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    nein ich arbeite auf einer ganz normalen Inneren Station ,und auch wir haben viele Patienten mit A3 . Aber nicht jeder A3 Patienten benötigt Mundpflege oder? Und zum anderen habe ich geschrieben dass ich es zumindest versuche , dass heisst nicht das ich es immer schaffe , aber ich nehm es mir vor und plane es in meine Arbeitsabläufe ein.Und zum ich muss Synapse recht geben - es muss ja nicht jedesmal das volle Programm sein- aber bei jedem Lagern wird zumindest einmal der Mund befeuchtet .
    Flocky
     
  14. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Das verstehe ich jetzt nicht ganz. Ein A3 Pat. ist doch komplett auf die Hilfe und Versorgung durch Pflegekräfte angewiesen- oder? Wieso benötigt er da keine Mundpflege?

    Elisabeth
     
  15. jackdanielsx84x

    jackdanielsx84x Gesperrt

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    Diese Frage hat sich mir auch gerade auf gedrängt.....oder besser gibt es Menschen, die gar keine Mundpflege benötigen?
    Das wäre etwas neues für mich, aber ich lasse mich gerne aufklären.

    Gruß
    Dennis
     
  16. Flocky

    Flocky Junior-Mitglied

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    Ich glaube ich habe da vewrschiedene Begriffe durcheinander gebracht - :gruebel:
    Mundpflege ist für mich etwas anderes als Mundhygiene.Natürlich wird bei jedem Patienten die Mundhygiene durchgeführt bzw. ihm die Möglichkeit gegeben sie mit Unterstützung selbst durchzuführen. Und das dann auch in der Regel zweimal am Tag .
    Sorry
    Flocky
     
  17. dimaria

    dimaria Junior-Mitglied

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    reicht es nicht aus zahnprothesen über nacht in ein wasserglas mit corega tabs zu legen?
    bei uns wird das nur so gemacht.
     
  18. papu

    papu Gast

    Hallo dimara,
    gibt es bei euch nur Patienten mit Zahnprothesen????
    Ein A3 Patient kann auch noch alle Zähne haben.
    Unabhängig davon kleben Essensresten an Gaumen und der Kauleiste, ebenso wie sich alles mögliche auch in den Backentaschen sammeln kann.Ein Traum für Bakterien und Keime:x
    Frisch fühlt sich die Mundhöhle sicher auch nicht lange an, wenn einmal am frühen Morgen ein Coregatabs gepflegtes Gebiss eingesetzt wird und das war es bis zum nächsten Morgen.....Ich hoffe, es wird wenigstens abgespült....
    Manchmal kann ich eigentlich nix mehr sagen....
    papu
     
  19. Schwester Chrischtel

    Schwester Chrischtel Junior-Mitglied

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    Naja,Mund ma auswischen bzw ausspülen lassen sollte schon mit drin sein auch wenn die Beißerchen über Nacht im Corega Bad lagen.Bei uns in der Neuro ist es nicht immer möglich in den Mund zu kommen da manche Pat.sich vehement wehren.Oft wird die Mundpflege aber ganz von den Logos übernommen.
    Meine Oma ist seit einiger Zeit im Heim und ich war erschrocken wie ihre Zähne aussahen......schwarze Beläge drauf und Nein es gab keine Blaubeersoße zum Mittag....Hab sie erstma geschrubbt,eingeweicht und nochmal geschrubbt und dann die Schwestern ma drauf aufmerksam gemacht.Grad bei Prothesen und relativ fitten Pat.ist die Mundpflege nun echt kein Akt und in 5 min durchaus zu bewältigen.Dicke Beläge von den Zungen zu knibbeln dauert am Ende viel länger...
     
  20. dimaria

    dimaria Junior-Mitglied

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    wir haben einige mit zahnprothesen.
    und wie gesagt, sie werden abends in ein wasserglas gelegt.
    ich lass den pat. selbstverständlich den mund ausspülen.
    bei uns können die pat. den rest selbst durchführen.
    d.h. die pat reinigen die zunge ohne hilfe.
    für diejenigen, die es nicht können benutzen wir kamillan.
    die zahnprothesen spüle ich auch ab.
    ich muss ganz ehrlich zugeben, dass ich noch nie drüber nachgedacht.
    mir wurde es so gezeigt.
    wobei prothesen, die die ganze nacht in corega tabs schwommen, sicher wirklich nicht angenehm sind.
    außerdem wird es wohl ziemlich egal sein, ob in ein wasserglas mit corega tabs lege oder nicht.
    die essensreste schwimmen nächsten morgen nämlich immer noch im becher.
    ich habe vor meiner ausbildung ein jahr im pflegeheim gearbeitet und dort nie (!) erlebt, dass bei bewohnern, die nichts mehr selbsständig machen konnten die mundpflege durchgeführt wurde.


    gut, ab morgen werde ich es anders machen.
     
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