Wir haben ein Problem mit unserer Ausbildung...

Dieses Thema im Forum "Ausbildungsinhalte" wurde erstellt von Morane, 19.10.2007.

  1. Morane

    Morane Newbie

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    Haben Sie ein Problem mit Ihrer Ausbildung..............

    Hallo

    Wahrscheinlich passt dieses Thema nicht umbedingt zum Topic, aber ich habe auch kein passenderes hier gefunden.


    Ich bin jetzt im dritten Kurs. An unserer Schule herrscht ein ziemliches Chaos.
    In erster Linie ausgelöst durch eine Führungshierachie die an ein totalitäres Regime erinnert. Sämtliche Entscheidungen die zu treffen sind zentralisieren sich auf eine Person, die der Schulleiterin. Darunter leidet die Flexibilität und auch die Qualität in der sich der Unterricht gestaltet. Lehrer die versucht haben dagegen anzugehen sind so lange unter Druck gesetzt worden bis Sie entnervt gegangen sind oder es zum Knall gekommen ist.

    Also kurz um, Hilfe im Sinne von "Miteinander lernen" lernen ist hier nicht drin. Stattdessen konzentriert sich die Art und Weise der Motivation, auf das schlichte Aufzeigen von Defiziten. Dies verbunden mit dem Hinweis das die Prüfung so nicht zu schaffen ist. Unser Kurs liegt übrigens komplett im Mittelfeld mit einigen Ausreißern an die Spitze.

    Dazu ein Beispiel......

    Wir haben eine Schülerin, die während der Probezeit fünf mal die Zensur eins geschrieben hat und einmal die Zensur 2. Ende der Probezeit finden ja nun immer die berüchtigten Endgespräche statt, ob man denn nun weiterkommt oder nicht. Einzigster Kommentar zu dieser echten Spitzenleistung war der Satz "Verbessern Sie sich". Langsam ahnten wir was uns hier erwartet.

    Noch einen......

    Ein Schüler ging aus eigenen Antrieb zur Hygienefachkraft um sich zu erkundigen welche Unterbekleidung er unter der Berufsbekleidung tragen dürfe. Eigentlich sollte man annehmen das dieses selbstständige Handeln positiv zu bewerten sei. Denkste.....der Schüler mußte sich den Vorwurf gefallen lassen nicht autorrhisiert gehandelt zu haben und ob er ein Problem mit Institut und seiner Ausbildung hätte.Ich finde das das schon sehr Grenzwertig ist.

    In der Probezeit sind dann auch sehr viele unter die Räder gekommen. Ich denke nicht nur wegen schlechten Leistungen sondern in erster Linie wegen des enorm hohen Druckes der hier künstlich aufgebaut wurde und wird. Wenn einem täglich gesagt wird das man es mit dieser Leistung nicht schaffen wird, liegt es nahe das viele Schüler einfach resegnieren. Warum hier nicht motiviert wird und ein gemeinsamer Weg aus Leistungskrisen gesucht wird ist für mich unverständlich. Dabei gehen die selben Lehrer mit Schlagworten um wie "soziale Kompetenz" oder "sozialer Verantwortung" dem Patienten gegenüber. Ist ja auch richtig und vor allen Dingen wichtig. Aber für Schüler
    scheint das nicht zu gelten. Diese sind nur zu beurteilen in Richtung ihrer momentanen Leistung und ob Sie diese duselige Prüfung schaffen.

    So zieht sich das durch die nun etwas mehr als zwei Jahre dauernde Ausbildung.Unsere Schulleitung hat uns sogar als unangenehme und dumme Menschen bezeichnet. Nicht offen, das natürlich nicht. Aber so werden wir neuen Lehrern die von anderen Instituten kommen, um etwa eine einzige Unterrichtseinheit zu lehren, angekündigt. Einigen von uns war es möglich dies in Erfahrung zu bringen, weil Sie auch privaten Kontakt zu diesen Lehrkräften hatten und noch haben.

    Vor einigen Wochen hat man uns eine Zwischenprüfung angekündigt,eine gute Idee wie ich finde um seinen Leistungsstand kontrollieren zu können. Dran kommen sollte dann auch der Stoff der letzten zwei Jahre. Alles gut dachten wir und haben gelernt. Was aber nun dran kam war der Stoff der letzten 2 Wochen, auf den hatte sich aber nun keiner vorbereitet. Und wieder ein Schlag ins Gesicht. Es ist klar das auch dieser Stoff zur Prüfung gebraucht wird, aber was soll denn bitte sowas. Lediglich drei oder vier Fragen von Zwanzig drehten sich um älteren Stoff der Rest drehte sich ausschließlich um Frakturen und Sturzprophylaxe.

    Noch etwas ist sehr auffällig an unserem Institut, es fallen immer vier durch. Vier fallen in der Probezeit raus und vier durch die Examensprüfung. Und das seit Jahren, es ist quasi das erste was man als Erstkurs Schüler hört.Zitat:" Vier von euch fallen eh durch, das ist hier eben so und da wird sich auch nichts dran ändern" so sagte uns eine Schülerin aus dem Examenskurs als wir ganz neu angefangen hatten. Und leider mußten wir die Erfahrung machen das es wirklich so ist. Ich, oder unser Kurs haben es
    jetzt einige Male erleben müssen. Auf Anfrage hin bekamen wir die Antwort das es sich hier um Zufall handele und das diese Art von Manipulation nicht möglich ist. Das glaube ich aber nach soviel erlebten "Zufällen" nun nicht mehr. Warum die Zahl Vier bleibt uns wohl für immer verschlossen. Vieleicht irgend ein heidnischer Kult aus den Kindertagen der Krankenpflege, der hier auflebt. Nein, Spaß beiseite, ist doch seltsam , oder?

    Ich, und einige Andere haben das Gefühl, das hier ein bestimmtes akademisches Bild der Pflege erzeugt wird, das einfach nicht zu jedem meiner Mitschüler passt. Und das unsere Lehrerschaft über einen Tunnelblick verfügt. So nach dem Motto " Wer nicht mein Bild von Pflege vertritt und sich diesem nicht unterordnet, der bekommt eben Schwierigkeiten, oder fällt halt durch" Ist halt Pech. Dadurch entstehen bei vielen Zweifel ob Sie den Anforderungen gerecht werden können und ob Sie sich überhaupt den richtigen Beruf ausgesucht haben. Leider bleiben für die einzelnen diese Fragen ungeklärt. Dadurch wird eine sehr schwammige Situation geschaffen, die für manche kaum erträglich ist.

    So, ich könnte hier noch diverse andere Dinge aufzählen. Aber ich denke das ich hier ein ganz gutes Bild gezeichnet habe, gegen welche Windmühlen wir hier kämpfen oder eigentlich was wir über uns ergehen lassen müssen.Dazu kommen noch diverse Formalien die einfach nicht korreckt weitergegeben werden und uns das Leben teilweise noch mehr erschweren.

    Positiv zu benennen ist das wir einen sehr guten Klassenverband haben der sich zumindest offen darüber austauscht. Einige denken darüber nach alle Hausinternen Prüfer abzulehnen. Und gehen soweit zu sagen das dies alle machen müßten um auf die unhaltbaren Zustände aufmerksam zu machen.Einen Knall im Hause würde das mit Sicherheit erzeugen. Aber ich denke das man das auch wiederum nicht von Jedem verlangen darf.

    Abshließend möchte ich noch sagen das "lernen" doch ein Miteinander sein sollte. Und das dies in einer Atmossphäre des Vertrauens stattfinden sollte. Aber statt dessen herrscht Angst und Mißtrauen und die Schüler aller Kurse sind mehr auf ertragen und runterschlucken programmiert.Das kann es doch nicht sein, das ein Lehrinstitut mit studierten Pflegepädagogen, das Mittel "Angst" einsetzt, um Ihre Ziele zu erreichen. Eine Lehrkraft sagte nach ihrer Kündigung, das Sie nicht bereit ist Schüler zu unterrrichten, die Angst haben. Sie hat nach ungefähr einem halben Jahr gekündigt, weil Ihr die Art und Weise der Führung nicht gefallen hat.

    Jetzt aber zum Ende....

    Meine Frage nun zu guter letzt, und es sollte hier eine Diskusion entstehen.......

    Wie kann man sich gegen diese Vorgänge wehren ?

    Haben welche von Euch ähnliche Erfahrungen gemacht ?

    Welcher Institution sollte man diesen Thread mal schicken um
    vieleicht Hilfe zu bekommen ?

    Schließlich muß man es den Newbies etwas leichter machen..........

    Greetz Themenstarter Morane
     
    #1 Morane, 19.10.2007
    Zuletzt bearbeitet: 19.10.2007
    Werner Rathgeber gefällt das.
  2. arieslady85

    arieslady85 Newbie

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    klingt ja mal übel...bin baff...da sollten wir auf unser schule ja mal ruhig sein...wir regen uns schon auf wenn wir merken das einige lehrer kaum noch praxisbezug haben, uns etwas veraltetes beibringen und dann der nächste lehrer kommt, der noch selber in cder pflege tätig ist und uns was viel besseres zeigt und meint das des andere doch quatsch und veraltet ist- da fragen wir uns halt auch wieso die lehrer sich net untereinander absprechen können und selber voneinander provetieren,...aber zurück zu deinem problem....bei solchen verdächtigungen muss man denk ich in erster linie eine gute klassengemeinschaft haben...und dann wäre der erste weg entweder glaub der betriebsrat....der vertritt doch die interessen der mitarbeiter oder eben auch der schüler....das blöde ist das des ewig dauern kann und wenn man inkompetente lehrer hat ist es sauschwer die mal ranzubekommen....oh je...hab echt kein gutes gefühl wenn du das so erzählst....vorallem dann macht des ja au null spaß wenn du immer nur kritik hörst...schade echt....ihr braucht aufjedenfall eine vertrauensperson die euch glaubt und jemanden der au was zu sagen hat....weiß ja net wie eure schule aufgrbaut ist...bei uns ist die schule direkt ans krankenhaus gekoppelt...also der verwaltungsdirektor oder auch der pflegedirektor hat einbllick in die schule und die inhalte...und die wären meine ersten ansprechpartner...! bleibt aufjedenfall dran.....oder wechsel die schule...aber so einfach is des halt au net ge....?! schade echt! wünsch dir noch viel glück und erfolg...bye
     
  3. Morane

    Morane Newbie

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    Schade, ich dachte es schreiben noch ein paar Leute.................
     
  4. VansQueen

    VansQueen Stammgast

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    Nur Geduld :-)
    Deine Geschichte ist krass. Habt ihr denn schon mal in Erwägung gezogen, rechtliche Schritte einzuleiten? So etwas ist machbar. Wart ihr schon beim Betriebsrat? So kann das doch nicht weitergehen!
    Als ich noch im Pflegeheim gearbeitet habe, war meine Heimleitung so ähnlich wie deine Schulleitung. Wir sind dann gemeinsam zu ihr hin mit Betriebsrat und haben mit ihr gesprochen. Die Situation hat sich zwar nur allmählich gebessert aber immerhin haben wir was erreicht!
     
  5. lollypop

    lollypop Newbie

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    Würd ich auch sagen: Betriebsrat ist doch da die erste Anlaufstelle!
     
  6. Mietze-Katze

    Mietze-Katze Senior-Mitglied

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    Oder eine Meldung ans Regierungspräsidium denn dort werdet ihr doch zur Prüfung angemeldet.:angry:
     
  7. Tante Doll

    Tante Doll Gast

    Es ist natürlich frustierend, wenn man feststellt, dass aufgrund eines schlechten persönlichen Verhältnisses zwischen Ausbildern und Auszubildenden der subjektiv empfundene Spass an der Freude nicht existiert, sondern, ganz im Gegenteil, die Gesamtsituation um die Ausbildung als quälende Belastung empfunden wird.
    Darum wird Euch wohl Niemand beneiden und das mitleid Vieler kann Euch garantiert werden.

    Was aber wollt ihr dagegen tun??? Was wollt ihr denn gegenüber einem Betriebsrat respektive Personalrat, oder gar einem Amt ( wie es hier vorgeschlagen wurde) als Klage-Inhalt oder Beschwerdegrund angeben???
    Welche juristisch relevanten Regelbrüche von Seitens Eurer Schulleitung könnt Ihr denn beweisen, belegen, oder überhaupt erst benennen ????

    Und mit welcher rechtlichen Begründung will man die hausinternen Prüfer ablehnen??
     
  8. Morane

    Morane Newbie

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    Hallo

    Genau das ist das Dilemma und dabei möchte ich es hier belassen.

    Greetz Morane
     
  9. Sassi

    Sassi Gast

    Hallo!

    Wie sieht es mittlerweile aus? Hat sich etwas verändert?

    Ich kann Euch nur bestärken, Euch zu wehren.
    Holt Euch Hilfe - warum nicht vom Betriebsrat!?
    Ich habe mich letztes Jahr sehr erfolgreich gegen wiederholtes Mobbing (betraf nicht nur mich) gewehrt, und kann daher sagen : Wenn man nicht darüber spricht, bemerkt es niemand!
     
  10. Claudia87

    Claudia87 Newbie

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    Mich würde auch interessieren, ob sich etwas Neues ergeben hat.

    Die von dir beschriebenen Zustände sind ja furchtbar! Aber wie oben bereits erwähnt, habt ihr nichts Handfestes, was ihr vorbringen könnt. Das ist wirklich schwierig... Aber wehren müsst ihr euch. So kann das nicht weiter gehen! Die Idee mit dem Betriebsrat klingt eigtl. nicht schlecht. Vor allem ist gut, dass ihr so gut zusammenhaltet. Wenn sich alle beschweren, könnt ihr eher etwas erreichen. Ihr solltet auf jeden Fall alles versuchen, vielleicht erreicht ihr ja etwas, selbst wenn es "nur" denen hilft, die nach euch kommen!
     
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