Wieviele Kilometer kann mein Arbeitgeber mich zwingen zum Patienten/ Kunden zu fahren?

Dieses Thema im Forum "Außerklinische Intensivpflege" wurde erstellt von Sr. Astrid, 29.05.2011.

  1. Sr. Astrid

    Sr. Astrid Junior-Mitglied

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    Hallo.
    Ich habe eine Frage. Vielleicht kann mir jemand helfen.
    Ich arbeite in der 1:1 Pflege bei Kindern. Seit kurzem arbeite ich bei einem Kind, dass erst seit einigen Tagen aus der Klinik entlassen wurde und das unser PD erst seit der Zeit betreut. Nun wohnt das Kind aber nicht in unserem eigentlichen Einzugsgebiet, sondern über 130km von unserem büro und min 100 km von jeder pflegefachkraft die dort eingesetzt ist entfernt.
    Ich fahre also min 1,5-2 h hin und zurück und bin nochmal 8 h dort. D.h. Ich bin täglich an die 11-12 h unterwegs, habe dementsprechend keine großartige Freizeit oder ähnliches. Nun kann man das auch mal ein paar Tage machen, allerdings soll ich lt DP je 10 Tage hin, dann 2 frei und dann wieder 10 und so weiter.... Ist das zulässig? Ich komme abends heim, esse, Dusche und Falle ins Bett. Am nächsten Tag aufstehen und das gleiche von vorne. Soziale Kontakte oder Freizeit sind gleich null.
    Muss ich mir das gefallen lassen? Oder gibt es ein rechtsurteil dazu, wie weit mein AG mich fahren lassen darf?
    Über antworten und Hilfestellungen freue ich mich, bin zurzeit am überlegen zu kündigen, denn solche Zustände sind unzumutbar.
    Lg
     
  2. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    Ich bezweifle, dass es dazu eine Gesetzesgrundlage gibt. Wo ein Arbeitnehmer wohnt, ist sein Bier. Und es ist in der freien Wirtschaft so selten nicht, dass jemand einen Teil seiner Arbeitszeit in einer weit entfernten Niederlassung verbringt (allerdings zahlt der AG dann oft für eine Unterbringung vor Ort).

    Steht bzgl. der Entfernungen etwas in Deinem Arbeitsvertrag?
     
  3. Sr. Astrid

    Sr. Astrid Junior-Mitglied

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    Nein, das ist es ja. Es steht nur drin das mir eine andere zumutbare Arbeit zugeteilt werden kann. Das liegt nicht daran wo ich wohne das ich so weit fahren muss. Es liegt daran das die blindlings ein Kind aufnehmen,
    ohne vor Ort Personal zu haben, und uns dann dazu verdonnern uneinnehmbare Fahrten auf sich zu nehmen. Wir wohnen alle in einem 30 km Radius um die anderen Patienten, das ist der winzigste, der soweit weg wohnt und bei dem kein Personal un der nähe wohnt.
     
  4. angiemaus0511

    angiemaus0511 Senior-Mitglied

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    Bekommst Du die Kosten für Fahrten erstattet, oder hast Du einen Firmenwagen?
     
  5. Bluestar

    Bluestar Poweruser

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    Wo ist denn laut Arbeitsvertrag dein Arbeitsort ?
     
  6. narde2003

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    Ich habe mal irgendwo gelesen, dass für Arbeitslose ein einfacher Weg von bis zu 2 Stunden als zumutbar gilt - aber ich weiss nimmer wo ich das gelesen habe.
     
  7. Bluestar

    Bluestar Poweruser

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    hier:
    § 121 SGB III Zumutbare Beschäftigungen
     
  8. narde2003

    narde2003 Board-Moderation
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    Danke Bluestar, das meinte ich.
     
  9. BamBamsche

    BamBamsche Poweruser

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    Also, da ich auch mal in der 1:1 Betreuung bei einem Kind gearbeitet habe, kann ich dir sagen, das dies zulässig ist. Denn wo du wohnst und wie weit du dorthin fahren musst, ist dein Bier. Und bis zu 2 Stunden Fahrt gilt als zumutbar. Kommt jetzt eben drauf an, was in deinem Vertrag steht. Wenn drin steht: Einsatzort ist in diesem einen Ort, dann kannst du dich darauf berufen. Wenn aber drin steht(wie bei mir damals): Einsatzort ist je nach Auftragslage, dann kann es eben sein, das du fahren musst, oder, wenns blöd läuft, auch mal viel weiter weg für eine gewisse Zeit versetzt wirst. Da wird dir dann eben einen Unterkunft gestellt und ende. Wäre also wichtig, dass du dir deinen Vertrag nochmal genau anschaust.
    Und zum Thema: Die nehmen einfach Kunden an, ohne dort Personal zu haben: Ja, so ist das in diesen Firmen. Da wird erst ein Kunde angenommen (denn abschlagen kann sich heute kaum mehr eine Firma leisten) und dann wird erst nach Personal geschaut.
    Mein Tipp, so hab ichs damals gemacht. Ich hab denen gesagt, dass mir die Fahrerei zu viel wird. Ob sie mich bitte wieder näher an meinen Wohnort zu einem Klienten schicken können. Zu dem Zeitpunkt war dort aber keiner, aber sie versprachen mir, sobald einer kommt, versetzen sie mich in das Team. Und 2 Monate später wars dann auch so. Ich hab damals 12 Stunden Schichten gearbeitet und für einen Weg 1 Stunde und 15 Minuten gebraucht. Kannst dir also ausrechnen, wieviel Freizeit ich hatte :-)
    Und vor allem, schau nochmal in deinem Vertrag!
     
  10. Sr. Astrid

    Sr. Astrid Junior-Mitglied

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    Ne, in meinem Arbeitsvertrag steht nichts drin bezüglich Arbeitsort. Angestellt bin ich 30 km von meinem Wohnort entfernt. Dienstauto hab ich für kurze Zeit gestellt bekommen, aber nicht für die komplett geplanten Dienste dort. Seh es auch nicht ein mein Auto so abzunutzen...
    2 Stunden Fahrtzeit finde ich unzumutbar, was hier der ein oder andere schon über Monate mitgemacht hat, mache ich nicht mit.
    Notfalls such ich mir eine andere Stelle, wir wissen alle das Pflegekräfte überall gesucht werden, da bin ich nicht auf diese Stelle angewiesen.
    Pflegedienste gibt es wie Sand am Meer.
     
  11. opjutti

    opjutti Poweruser

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    Bravo Sr. Astrid!:klatschspring::klatschspring:

    Warum lasst ihr euch das alles so einfach gefallen. Die brauchen euch doch, oder etwa nicht?:eek1:

    Wie du schon sagst, gibt es Pflegedienste, wie Sand am Meer.
    Meine Schwester war auch mal bei so einem "Ausbeuter".
    Hat schlecht oder gar nicht bezahlt. MA´s mussten Ü-Stunden schieben ohne Ende.:motzen:

    Wir (Familie) haben lange auf sie eingeredet, bis sie endlich gekündigt hat. Sie wollte "ihre alten Leutchen" nicht im Stich lassen.:cry:

    Inzwischen hat sie gewechselt und arbeitet bei einem guten Pflegedienst, mit geregelten Zeiten. Jetzt ist sie happy, weil sie im ihrem alten Beruf, nämlich als Kinderkrankenschwester im Pflegedienst tätig ist.:-):-)

    Alles Gute für deinen Wechsel und lass dich nicht unterkriegen!!:daumen:

    opjutti
     
  12. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    Der Arbeitgeber ist aber kein Ausbeuter, nur weil der Einsatzort über 100km entfernt ist. Es gibt jede Menge Pendler, die diese Strecke täglich freiwillig zurücklegen.
     
  13. Sr. Astrid

    Sr. Astrid Junior-Mitglied

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    Du sagst es, freiwillig!!! Dann ist das auch ok. Aber nicht wenn man sozusagen gezwungen wird.
     
  14. narde2003

    narde2003 Board-Moderation
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    Ich glaube dein Problem ist dein Arbeitsvertrag - solange dort keine genauen Angaben zur maximalen Entfernung enthalten sind, kann dich dein AG auch dorthin beordern.
    Warum hast du bei deiner Einstellung nicht eine Entfernungsklausel in deinen Vertrag aufnehmen lassen?

    Die Fahrtkosten kannst bei der Lohnsteuer geltend machen, oder aber auch einen Freibetrag eintragen lassen.
     
  15. opjutti

    opjutti Poweruser

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    Es gibt aber auch noch ein Leben neben und nicht erst nach der Arbeit!!:gruebel:(=Rente)

    Ich denke, dass 10 Tage am Stück 10-12 Std. nun wirklich keine Zeit mehr für was anders lassen.

    An den 2 freien Tagen ist man dann so platt, dass man gar keine Lust auf irgendwas hat.

    Das kann´s doch nicht sein, AG im Recht hin oder her.:schraube:

    Außerdem sind nicht alle so fit im Bereich Arbeitsvertrag, dass sie auf jede Kleinigkeit achten.:weissnix::weissnix:

    opjutti
     
  16. Sr. Astrid

    Sr. Astrid Junior-Mitglied

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    Ok, ich sag dann mal danke für die rege Diskussion und antworten.
     
  17. Bubenmama

    Bubenmama Senior-Mitglied

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    Hallo!
    Ich hatte das Problem auch. Im anderen Pflegedienst.
    Nun leite ich eine ambulant betreute Wohngruppe mit Beatmungspatienten und fahre nur 3km zur Arbeit. Ein Traum. :-)
     
  18. Sr. Astrid

    Sr. Astrid Junior-Mitglied

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    Hallo,
    Wollte mal ein kleines Update geben, was sich seit dem Problem vor 1 Jahr getan hat.
    Ich habe kurze zeit später bei dem AG gekündigt und habe seit dem 15.8.11 eine Super stelle bekommen bei der einfach alles stimmt. Von meinem alten AG hört man keine positiven Dinge, ständig Kündigungen und weiterhin schlechte Arbeitsbedingungen usw.
    Wollte mich nochmal bedanken, dass hier mut zugesprochen wurde und ich bin froh den Schritt gegangen zu sein.
    Lg Sr Astrid
     
  19. kleiner-Schussel

    kleiner-Schussel Senior-Mitglied

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    Hey, danke für das update! Super, dass das alles jetzt doch so gut gelaufen ist!
     
  20. foffi

    foffi Newbie

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    kannste nichts machen auser du hörst in diesen berufszweig auf und gehst auf eine stationäre versorgung zurück bin springer und fahr von hamburg bis münschen ;)
     
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