Wieviel "Heimarbeit" ist zumutbar?

Dieses Thema im Forum "Talk, Talk, Talk" wurde erstellt von Tröte, 05.04.2006.

  1. Tröte

    Tröte Gesperrt

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    Hallo liebe Foris!

    Ich arbeite in einer privaten Dialysepraxis, die von ihren Mitarbeitern auch privat ein starkes Engagement erwartet - selbstverständlich unbezahlt.

    So fällt bei uns im Laufe des Jahres als private Heimarbeit an:

    - Das Stopfen der Bettwäsche
    - für die Weihnachtsfeier und das Sommerfest der Patienten (mittlerweile knapp 100 plus Angehörige plus das ganze Praxisteam) mehrere Kuchen backen (weder Zeit noch Material wird vergütet)
    - das einstudieren alberner Tänze, Theaterstücke, Lieder u.ä. für die oben genannten Patientenfeiern (das stört mich ja am meisten)
    - für innerbetriebliche Fortbildungen Referate ausarbeiten

    Ich war heute geschlagene 2,5 Stunden bei mir privat zu Hause im Internet und habe für die Fortbildung mein Referat ausgearbeitet. Mittlerweile bin ich ja Mutter und finde das alles ganz schön viel, was man da privat so machen "darf". Unbezahlt und ohne Überstundenausgleich versteht sich.
    Als ich 2004 beim Sommerfest im siebten Monat schwanger war, habe ich von meiner PDL nur Verständnislosigkeit geerntet, als ich mich geweigert habe, bei dem albernen Indianertanz mitzumachen - mit meiner Riesenwampe und der schon relativ heftigen Belastungsdyspnoe :wink: .

    Früher ohne Kind fand ich das noch einigermaßen okay (bis auf die Tänze, wie gesagt), aber jetzt - ich habe da überhaupt keine Lust drauf. Weder, in meiner eh schon knappen Freizeit, stundenlang Referate zu recherieren noch auf Kuchen backen oder Wäsche stopfen.

    Wann kann man denn mal sagen, jetzt ist aber mal gut mit der Heimarbeit? Oder wird das von dem "Gutmenschen Krankenschwester/pfleger" erwartet, dass sie/er sich auch in der Freizeit Schwester-Stephanie-mäßig wahnsinnig engagiert?

    Liebe Grüße,

    Tröte
     
  2. littlejess

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    Hallo,
    ist es Pflicht da was beizutragen bzw. mitzumachen, jetzt z. B. das Kuchenbacken für das Fest?
    Irgendwie ist das unverschämt, aus eigener Tasche und ohne Aufwandsentschädigung. Ein Kuchen ab und zu mal, oder ein kleines Referat sind in Ordnung - in Maßen, aber in Massen??!!

    littlejess:-?
     
  3. Tröte

    Tröte Gesperrt

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    Da wird man schon ziemlich unter Druck gesetzt, wenn man da nix beiträgt. Blöd angeguckt, dauernd belagert, zigtausendmal gefragt, ob man nicht doch könnte usw.

    Das Sommerfest dieses Jahr werde ich wieder "boykottieren" - mein Mann hat (zum Glück) an dem ausgesuchten Datum Geburtstag. :D
    Da kommt wieder einiges an Druck auf mich zu. Aber Kuchenbacken für ein Fest reicht mir völlig!

    Lieben Gruß,

    die Tröte
     
  4. littlejess

    littlejess Junior-Mitglied

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    So liest man sich wieder:D...
    Wenn du z. B. mal nicht einen Kuchen beiträgst und eine plausible Erklärung hast, merkst du dann im Arbeitstag, dass die Leute weniger mit dir sprechen? Hat sich da was verändert? Wird es dir lange nachgetragen, dass du wenig oder nichts gemacht hast?
    Machen die anderen das alle gerne und sagen nichts?


    littlejess :wink::wink::emba:
     
  5. Tröte

    Tröte Gesperrt

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    Nee, da gibt's natürlich mehrere, die da auch ziemlich genervt sind und sich mit allen erdenklichen Mitteln drücken. Aber ist ja klar - es geht zu Lasten der Kollegen. Die drei Kuchen, die ich nicht beisteure, müssen dann die Kollegen mitbacken, die entweder keine Ausrede haben oder die es (im gewissen Rahmen) ja auch gerne machen. Weil sie gerne backen, oder weil sie die Idee "Mit den Patienten Feste feiern" so toll finden. Und das belastet dann wiederum deren Geldbeutel und deren Freizeit.
    Ich würde diese dämlichen Feste ja eh abschaffen. Der Rahmen ist mittlerweile wirklich zu groß (es waren knapp 150 Leute beim letzten Mal). Aber die Chefin besteht weiterhin drauf.

    Und blöd angemacht wurde ich da - speziell in Bezug auf meine Tanz/Theater/Gedichtvortragsverweigerung - auch schon. Die Argumentation "Wenn ich auf Bühnen hätte auftreten wollen, wäre ich zum Theater gegangen und hätte nicht Krankenschwester gelernt" zieht halt nicht bei jedem. Und es herrscht bei einigen Kollegen auch totales Unverständnis darüber, wie man sich nicht mit größter Freude der Lächerlichkeit preisgeben kann. Oder warum man nicht scharf darauf ist, in seiner Freizeit die Tischdeko einzukaufen und zu basteln. Da sind halt ein paar Leute dabei, die das toll finden und irgendwie kein Verständnis haben, dass es Leute gibt, die das dämlich finden.

    Die Stimmung im Team ist trotzdem gut - aber mir geht's halt schon gegen den Strich, dass ich mich da mordsmäßig engagieren soll und dann nichts dafür kriege.

    Grüßle

    die Tröte
     
  6. Joerg

    Joerg Poweruser

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    Ich finde es schon ziemlich übertrieben was Deine Chefin da verlangt.
    Sie kann doch nicht über meine Freizeit bestimmen und vor allem für was ich mein Geld ausgebe. Wenn ich keine Lust zum Backen oder Basteln habe und auch kein Geld dafür ausgeben will, ist das doch meine Sache. Wenn Deine Chefin so an ihren Patienten-Feiern hängt, soll sie Euch doch den Aufwand vergüten (Freizeitausgleich, finanzieller Ausgleich). Das es immer Kollegen gibt die das gern tun ist klar, nur sollte man das nicht von allen erwarten und vor allem die Kollegen die es nicht gern tun, auch noch dumm angucken.
     
  7. littlejess

    littlejess Junior-Mitglied

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    Ja, ist echt übertrieben was deine Chefin verlangt.
    Und das deine Kolleginnen die das gerne machen es doof finden, dass es Leute gibt die das ungern tun und kein Verständnis für dich haben ist auch nicht in Ordnung und die bist ja wirklich Krankenschwester und keine Theatertänzerin...

    littlejess
     
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