Wiederholte Bestrahlung bei Kolonkarzinom

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Hallo allerseits,

ich arbeite derzeit auf einer chirurgischen Station und habe dort einen 42 jährigen Patienten mit Kolonkarzinom kennengelernt, der nach neo-adjuvanter Thearpie nun operiert wird.

Dieser Patient wurde während seiner kombinierten Strahlen- u. Chemotherapie in einer Onkologischen Ambulanz behandelt und hat dort auf seine Frage hin, wie es denn um seine Lebenserwatung bestellt sei, von einem Arzt eine, wie ich finde, eher hinterfragenswürdige Antwort bekommen.
Und zwar meinte der gute Herr Doktor, dass das bestrahlte Areal nach der aktuellen Therapie "ausgestrahlt" wäre, was soviel heißen sollte wie, dass, falls er mit 80 also ein Rezidiv bekommen sollte, dies nicht mehr strahlentherapeutisch behandelbar wäre.
Eine Therapie, wie jene erfolgsversprechende, welche ihm momentan zuteil wird, nicht mehr möglich und die Lebenserwartung dann in diesem späteren Zeitraum selbstverständlich nur noch als gering einzuschätzen wäre.
Weiterhin meinte der Arzt bei seinem Aufklärungversuch aber auch, dass die medizinische Forschung ja ständig Fortschritte mache und dass ja in 40 Jahren viel möglich sei etc. pp.
So der Patient.

So weit so gut, bzw. nicht gut.

Ich hatte zwar gerade "Pflege onkologischer Patienten" in der Schule, kenne mich aber natürlich auf solch differenzierten und sicherlich medizinspezifischen Gebieten aufgrund mangelnder Berufserfahrung und vor allem mangelnder Erfahrung mit onkol. Patienten leider nicht so gut aus.
Auch ob der Patient nach Abschluss seiner jetzigen Therapie überhaupt eine mögliche Lebenserwartung von 40 Jahren erreichen kann, habe ich für mich leider noch nicht beantworten können...
bezweifle dies aber und schätze, dass der Patient das in diesem Zusammenhang eventuell einfach nur etwas übertrieben optimistisch dargestellt hat...

Meine wichtigste Frage wäre nun aber:
Stimmt die Aussage des Arztes, dass im Falle dieses Patienten mit Kolonkarzinom, die bereits bestrahlten Areale sozusagen "ausgestrahlt" sind und eine erneute Bestrahlung somit also im weiteren Krankheitsverlauf nicht praktikabel wäre?

Ich habe zwar schon über Google danach gesucht, bin aber auf keinen grünen Zweig gekommen, was meine Fragestellung betrifft und habe leider keinerlei Antworten explizit zum Thema Kolonkarzinom und erneute Bestrahlung bei Rezidiv gefunden.

Das hier ist das einzige was ich überhaupt zum Thema "Bestrahlung wiederholen" gefunden habe:

Kein Tabu mehr: Strahlentherapie kann wiederholt werden

Vielleicht kann mir hier ja jemand weiterhelfen.

Liebe Grüße & besten Dank,
Perdita
 

dimaria

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Beiträge
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hey,
ich habe 3 monate auf einer speziellen station für strahlenpatienten gearbeitet.
dort wurde mehrmals bestrahlt.
also die patienten, die z.B. vor 4 monaten entlassen wurden, kamen bei einem rezidiv wieder und wurden erneut bestrahlt.
ich hatte mal einen patienten mit einem astrozytomrezidiv nach 6 jahren und der wurde ebenfalls wieder bestrahlt.
also, dass es sich irgendwann ausgestrahlt hat, hab ich da nicht erlebt.
 

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