Wie soll ich mit dem Tod umgehen?

Dieses Thema im Forum "Leben und Tod im Krankenhaus, Umgang mit Sterbenden" wurde erstellt von Silberblume, 12.09.2011.

  1. Silberblume

    Silberblume Newbie

    Registriert seit:
    01.05.2008
    Beiträge:
    21
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Gesundheits- und Krankenpflegerin
    Ort:
    Weener
    Akt. Einsatzbereich:
    Gefäßchirurgie
    Hallo,

    ich bin Auszubildende im 3.Jahr in der GuK. (Habe am Freitag, 16.9. meinen letzten Tag und Abschlussprüfung)
    Klingt jetzt vllt komisch aber ich habe noch nie einen Toten gesehen, geschweige denn versorgt oder in die Prosektur gefahren.
    Ich weiß net warum, aber ich habe eine totale Angst und hab mir auch schon mehrfach vorgenommen, dies zu ändern, aber ich konnte mich net überwinden.
    Wie kann ich mich dem stellen bzw. überwinden?

    Danke schonmal ....
    P.s.: Ab dem 1.10. habe ich eine Stelle auf einer Inneren mit Schwerpunkt Pneumologie:cheerlead::cheerlead:
     
  2. Marty

    Marty Poweruser

    Registriert seit:
    10.01.2010
    Beiträge:
    1.009
    Zustimmungen:
    12
    Beruf:
    krankenschwester und diplompsychologin
    Akt. Einsatzbereich:
    unavailable...
    Hallo, Silberblume,

    erstmal Daumendrück für die Prüfung und Glückwunsch zur Stelle.
    Wie dein Umgang mit Verstorbenen ist und wie du es persönlich hinbekommst, wirst du sehen, wenn es soweit ist. Wie meistens, wenn man es muß, kann man es auch. Wenn es nicht geht, dann springen beim ersten Mal Kollegen für dich ein. So oder so, rede drüber, besonders wenn es dir nicht gut geht damit.
    Nach vielleicht 100 Verstorbenen in meinem bisherigen schwesterlichen Leben: es wird größtenteils Routine und das ist auch gut so. Bei den Patienten, zu denen ich ein engeres Verhältnis aufgebaut hatte, ist es schwerer. Dann bin ich traurig. Das vergeht aber wieder.
    Man hat in diesem Beruf ein professionelles Verhalten (wenn alles gut geht) aber kein professionelles Fühlen. Darum, wenn du etwas nicht richtig verarbeiten oder bewältigen kannst, Hilfe suchen. Als erstes, mit einem Vertrauten drüber sprechen. Auch im Kollegenkreis den Austausch suchen.
    Und allgemein gesagt, begegne dem Toten mit Respekt, laß ihm seine Würde und denke dran, er hatte seine Lebensgeschichte und jetzt war seine Zeit gekommen.
    Wünsch dir ein schönes Arbeitsleben,
    Gruß, Marty
     
  3. Silberblume

    Silberblume Newbie

    Registriert seit:
    01.05.2008
    Beiträge:
    21
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Gesundheits- und Krankenpflegerin
    Ort:
    Weener
    Akt. Einsatzbereich:
    Gefäßchirurgie
    hallo marty ...

    danke für deine antwort .....ich hoffe es wird klappen damit umzugehen..... meine neuen kollegen sind aber alle sehr nett, von dem her mach ich mir da keine sorgen ...
     
  4. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
    Mitarbeiter

    Registriert seit:
    04.09.2004
    Beiträge:
    10.445
    Zustimmungen:
    215
    Beruf:
    Krankenschwester, M.A. Pflegewissenschaft, Dozentin
    Akt. Einsatzbereich:
    Palliativstation, Bildungszentrum
    Funktion:
    Praxisanleiterin, Bachelor of Nursing, M.A. Pflegewissenschaft
    Verständnisfrage: Kam das während Deiner Dienste noch nicht vor, oder hast Du diese Aufgaben bewusst vermieden? Ich habe meinen ersten Verstorbenen auch erst im dritten Ausbildungsjahr gesehen und war erst nach dem Examen das erste Mal anwesend, als jemand starb.

    Hattet Ihr das Thema in der Schule? Hast Du Dein Problem dort angesprochen?
     
  5. Silberblume

    Silberblume Newbie

    Registriert seit:
    01.05.2008
    Beiträge:
    21
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Gesundheits- und Krankenpflegerin
    Ort:
    Weener
    Akt. Einsatzbereich:
    Gefäßchirurgie
    hallo ,
    wir hatten sogar ein dreitätiges seminar in der schule darüber .... es kam selten vor und im ersten ausbildungsjahr habe ich es vermieden ....
     
  6. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
    Mitarbeiter

    Registriert seit:
    04.09.2004
    Beiträge:
    10.445
    Zustimmungen:
    215
    Beruf:
    Krankenschwester, M.A. Pflegewissenschaft, Dozentin
    Akt. Einsatzbereich:
    Palliativstation, Bildungszentrum
    Funktion:
    Praxisanleiterin, Bachelor of Nursing, M.A. Pflegewissenschaft
    Das Lernen hört nach dem Examen nicht auf. Ich habe den Umgang mit Sterbenden auch erst nach dem Examen gelernt, und in meinem Bereich gehört er nahezu zum täglichen Arbeitspensum.

    Du wirst nette Kollegen haben, eine unschätzbare Ressource, gerade in solchen Dingen.

    Konntest Du aus dem Drei-Tages-Seminar in der Schule etwas mitnehmen, dass Dir weiterhalf?
     
  7. Silberblume

    Silberblume Newbie

    Registriert seit:
    01.05.2008
    Beiträge:
    21
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Gesundheits- und Krankenpflegerin
    Ort:
    Weener
    Akt. Einsatzbereich:
    Gefäßchirurgie
    Naja, ich konnte mitnehmen, das ich das nicht so nah an mich rankommen lassen darf ...
     
  8. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
    Mitarbeiter

    Registriert seit:
    04.09.2004
    Beiträge:
    10.445
    Zustimmungen:
    215
    Beruf:
    Krankenschwester, M.A. Pflegewissenschaft, Dozentin
    Akt. Einsatzbereich:
    Palliativstation, Bildungszentrum
    Funktion:
    Praxisanleiterin, Bachelor of Nursing, M.A. Pflegewissenschaft
    Das allein wäre ein bißchen wenig.

    Habt ihr miteinander über den Tod und das Sterben gesprochen? Haben Deine Mitschüler ihre Gefühle geschildert? Du bist mit Sicherheit nicht die Einzige, die vorm ersten Kontakt mit dem Tod Angst hat.
     
  9. Silberblume

    Silberblume Newbie

    Registriert seit:
    01.05.2008
    Beiträge:
    21
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Gesundheits- und Krankenpflegerin
    Ort:
    Weener
    Akt. Einsatzbereich:
    Gefäßchirurgie
    naja ich war die einzige, die ne auszeit gebraucht hat und kurz rausgehen musste .....da hatten wir grad so ne still aufgabe und zum nachdenken ...
     
  10. Rosenanna

    Rosenanna Junior-Mitglied

    Registriert seit:
    09.05.2009
    Beiträge:
    42
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    GuK
    Ort:
    Schleswig-Holstein
    Akt. Einsatzbereich:
    ITS
    Hallo Silberblume,

    Tod und Sterben sind im Leben nicht nur in der Krankenpflege schwierige Themen. Den Umgang damit erlebt jeder Mensch anders. Sicher hast Du Dir schon viele Gedanken darüber gemacht. Wie würdest Du denn gerne mit Sterbenden oder toten Menschen umgehen können?
     
  11. Bully1959

    Bully1959 Poweruser

    Registriert seit:
    25.09.2010
    Beiträge:
    443
    Zustimmungen:
    1
    Beruf:
    Krankenschwester
    hallo
    @Silberblume heute ist es zum Glück so, wenn du den Kollegen irgendwann sagst, das ist mein erster Toter, werden sie es verstehen und schmeissen dich nicht voll rein, da brauchst du eigentlich keine Angst haben .........

    der Tod ist nichts schlimmes, ein Lebenskreis schließt sich, da hat Marty recht, man sollte diesen Menschen mit Respekt begegnen, so wie man selber behandelt werden möchte, wenn es denn so weit ist
    in der Ambulanz mußte ich lernen mit toten Menschen umzugehen, die morgens noch quicklebendig aufgestanden sind und nicht im Traum daran dachten, das ihr Leben heute vorbei ist
    natürlich waren die ersten ein Schock, nicht schön und ich habe viel mit Kollegen gesprochen oder zuhause

    heute habe ich ein Konzept, denn natürlich kann ich den Tod nicht verhindern, natürlich kann ich einem Toten nicht mehr helfen ........... so ist denn nun mal das Leben
    ich kann aber dafür sorgen, das er/sie würdevoll behandelt wird, ich kann respektvoll, verständnisvoll mit den Angehörigen umgehen ........
    ich habe gelernt das das Leben keine Garantie gibt, es kann auch morgen mir passieren
    der Tod ist friedlich, nicht abschreckend ..............
    nicht friedlich ist leider nur häufig der Weg dahin

    viele Grüsse
    Bully
     
  12. ZNA-Öse

    ZNA-Öse Poweruser

    Registriert seit:
    28.03.2011
    Beiträge:
    701
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    KS / SL ZNA
    Akt. Einsatzbereich:
    ZNA
    Funktion:
    Stationsschwester
    Bulli,das unterschreibe ich genauso :daumen::daumen:.
    Hast Du super geschrieben und auch ich als ZNA-Öse kenne und erlebe es für mich nicht anders.
     
  13. Silberblume

    Silberblume Newbie

    Registriert seit:
    01.05.2008
    Beiträge:
    21
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Gesundheits- und Krankenpflegerin
    Ort:
    Weener
    Akt. Einsatzbereich:
    Gefäßchirurgie
    Um irgendwie damit umgehen zu können, habe ich mich theoretisch schon viel mit dem Thema befasst. Ich habe auch eine Facharbeit mit dem Thema Palliative Care im häuslichen Umfeld geschrieben.
    Ich denke auch, das es mir ein wenig hilft, die Scheu zu verlieren.
    Umgang mit Sterbenden hatte ich schon viel und habe ersucht auf ihre Bedürfnisse einzugehen, da ich der Meinung bin, das auch Sterbende ein Recht auf Selbstbestimmung und Lebensqualität zu haben.
    Allgemein finde ich das Thema aber sehr interessant und werde auch versuchen meine Grundsätze weiter in der Praxis umzusetzen, da ich ja nach der Ausbildung auf einer Station mit Schwerpunkt Pneumologie bin und es dort auch zu Todesfällen kommt.

    Danke für eure Anregungen :-)
     
  14. saharara

    saharara Newbie

    Registriert seit:
    17.11.2011
    Beiträge:
    2
    Zustimmungen:
    0
    Nunja der Tod ist etwas natürliches - er gehört einfach zum Leben dazu - alles endet irgendwann. Genau das sollte man sich vor Augen halten und dass man selber auch nichts daran ändern kann. Es bleibt eigentlich nichts mehr außer mit dem Toten und seinen Angehörigen respektvoll umzugehen und die Würde des Toten zu wahren.
     
  15. akli

    akli Junior-Mitglied

    Registriert seit:
    18.01.2009
    Beiträge:
    94
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Altenpflegerin
    Akt. Einsatzbereich:
    Pflegeheim
    Funktion:
    Praxisanleiter
    Eine richtige oder falsche Antwort gibt es darauf nicht... Jeder lebt und stirbt anders... Es gibt kein Rezept, wie man damit umgehen sollte... Im Pflegeheim baut man schnell Beziehungen zu seinen Pflegebedürftigen auf... Den einen mag man mehr, den anderen weniger... Für mich ist es wichtig, ihn nicht allein zu lassen und es gab mir auch immer ein gutes Gefühl.. Aber es ist IMMER anders...

    Und der eine redet offen darüber und lässt die Seele aus dem Fenster... Der andere zieht sich zurück und macht alles still...

    So ist es..
     
  16. squaw

    squaw Poweruser

    Registriert seit:
    17.02.2011
    Beiträge:
    1.810
    Zustimmungen:
    1
    Sehr schön gesagt, akli!
    So, wie man lebt, so stirbt man auch... Der Tod ist nichts, vor dem man sich fürchten muß. Er gehört nun mal zum Leben dazu. Einfach dasein und dann das Gewünschte oder Nötige tun-darauf kommt es an.
    ich persönlich glaube ja, daß irgendwas von uns weiterlebt. Meine Beobachtungen bei Sterbenden bzw. Gespräche mit reanimierten Patienten haben mich diesbzüglich zum Umdenken gebracht...
    Jetzt bitte nur keinen Aufschrei- die Wissenschaft sagt etwas anderes, ich weiß. Und trotzdem habe ich gesehen und erlebt, daß das einfach so nicht stimmen kann.
     
  17. akli

    akli Junior-Mitglied

    Registriert seit:
    18.01.2009
    Beiträge:
    94
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Altenpflegerin
    Akt. Einsatzbereich:
    Pflegeheim
    Funktion:
    Praxisanleiter
    Genau, empfindet jeder anders... Ich hoffe, dass es so ist... Für dich ist jeder Mensch, auch über den Tod hinaus, eine Persönlichkeit mit einer Seele... Ich finde das prima...

    Und: Es gibt Dinge, die kann man nicht erklären, die gibt es einfach..
     
  18. squaw

    squaw Poweruser

    Registriert seit:
    17.02.2011
    Beiträge:
    1.810
    Zustimmungen:
    1
    Ich für meinen Teil bin mir sicher, denn es werden zu allen Zeiten und in allen Kulturen diesselben Beobachtungen in diesen Zusammenhängen gemacht. Unsere derzeitige Wissenschaft akzeptiert nur, was bewiesen werden kann. Da lob ich mir die Yogi, denn die halten erst einmal grundsätzlich alles für möglich, bis das Gegenteil bewiesen wurde!
    Oder wie auch andere sagen:
    Die messbare Seite der Welt ist nicht die Welt. Sie ist die messbare Seite der Welt!
    Martin Seel, Frankfurter Philosoph


    Ach so: fast keiner, der je eine Nahtoderfahrung hatte, hat hinterher Angst vor dem Tod!!!!

    Und wie Du sehr richtig sagst: Es gibt Dinge, die man nicht erklären kann. Die gibt es einfach.
     
  19. akli

    akli Junior-Mitglied

    Registriert seit:
    18.01.2009
    Beiträge:
    94
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Altenpflegerin
    Akt. Einsatzbereich:
    Pflegeheim
    Funktion:
    Praxisanleiter
    Oder wie auch andere sagen:
    Die messbare Seite der Welt ist nicht die Welt. Sie ist die messbare Seite der Welt!
    Martin Seel, Frankfurter Philosoph




    Notiert:daumen:
     
  20. Hypertone_Krise

    Hypertone_Krise Poweruser

    Registriert seit:
    11.03.2009
    Beiträge:
    1.121
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    PDL, GuK, Palliative Care
    Funktion:
    PDL
    Ich möchte Dir empfehlen, Dich möglichst unbefangen auf die Gegenfrage einzulassen Was macht das Sterben...der Tod...mit mir? Die Gedanken und Emotionen in der Konfrontation mit Tod und Sterben eines Menschen sind so individuell wie sein Sterben selbst. Deshalb fände ich es nicht richtig, Dir quasi vorab einen Leitfaden mit auf den Weg zu geben. Wünschenswert wäre es allerdings, wenn Du in der Situation einen Kollegen mit entsprechender Empathie und Sorgfalt an Deiner Seite hast. Ihm dann zu sagen, dass Du diesbezüglich noch sehr unerfahren bist, sensibilisiert ihn für Dich.
     
Die Seite wird geladen...
Ähnliche Themen - soll umgehen Forum Datum
Wie soll ich mit Patienten umgehen, deren Weltanschauung ich nicht teile? Talk, Talk, Talk 27.10.2013
Wie soll ich damit umgehen? Talk, Talk, Talk 06.03.2008
News Wer gesundpflegen soll, muss gesunderhalten werden! Pressebereich 29.11.2016
News Gröhe: Pflegeberufegesetz soll noch vor der Wahl kommen Pressebereich 15.11.2016
Mobbing... was soll ich tun? Arbeitsrecht / Gesundheitsrecht / Krankenpflegegesetz 05.11.2016

Diese Seite empfehlen

  • Über uns

    Unsere Online Community für Pflegeberufe ist eine der ältesten und mitgliederstärksten im deutschsprachigen Raum (D/A/CH) und wir sind stolz darauf, dass wir allen an der Pflege Interessierten seit dem Jahr 2000 eine Plattform für unvoreingenommene, kritische Diskussionen unter Benutzern unterschiedlicher Herkunft und Ansichten anbieten können. Wir arbeiten jeden Tag mit Euch gemeinsam daran, um diesen Austausch auch weiterhin in einer hohen Qualität sicherzustellen. Mach mit!

    ©2000-2016 - www.krankenschwester.de - Die Online Community für Pflegeberufe

  • Schnellnavigation

    Öffne die Schnellnavigation

  • Unterstützt uns!

    Unser Team von www.krankenschwester.de arbeitet jeden Tag daran, dass einerseits die Qualität sichergestellt wird, um kritische und informative Diskussionen zuzulassen, andererseits die technische Basis (optimale Software, intuitive Designs) anwenderorientiert zur Verfügung gestellt wird. Das alles kostet viel Zeit und Geld, deshalb freuen wir uns über jede kleine Spende!

Ich stimme zu Weitere Information

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.