Wie den nötigen Respekt der Auszubildenden verschaffen?

Dieses Thema im Forum "Talk, Talk, Talk" wurde erstellt von kleine_Jenny, 15.03.2012.

  1. kleine_Jenny

    kleine_Jenny Junior-Mitglied

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    Hallo ihr Lieben,
    seit ein paar Monaten bin ich nun Praxisanleiter. :cheerlead:
    Ich bin mir häufig noch etwas unsicher, wenn es so um das psychologische Know-how mit dem Auszubildenden geht.

    Uns allen im stationären Team (Schwestern, Ärzte, Physios...) fällt seit nun längerer Zeit zunehmend das respektlose Verhalten der Schüler auf.
    Es wird sich nicht vorgestellt, nach Raucherpause wird nicht gefragt, sondern sie wird angekündigt. In unserem Krankenhaus ist es (bis auf Ausnahme einer Station) üblich, zu duzen. Wir stellen uns mit Vornamen vor und bisher war das auch in Ordnung.

    Ich bin selber noch jung, 24 und habe deshalb oft anfangs das Problem nicht ernst genommen zu werden, eher als "Kumpel" der schon mal was durchgehen lässt. Erst wenn ich dann deutlich machen muss, das dem nicht so ist, werde ich anerkannt.

    Mir macht meine Arbeit Spaß und ich scherze auch schon mal mit den Schülern rum. Aber trotzdem versuche ich immer ein angemessenes Nähe-Distanz-Verhalten zu wahren.

    -Die Auszubildenden sind daran weniger interessiert. Ich hab mich mit einer Schülerin gut verstanden, wir haben gelacht, unsere Arbeit zusammen gemacht, da fragt sie mich etwas und beginnt den Satz mit: "Jennilein, kannst..."
    Bitte? Jennilein?
    -Oder Anleitungssituation eines 1. Semesters bei der s.c. Injection. Ich weise den Schüler darauf hin, sich bitte das Spritzentablett mit an das Patientenbett zu nehmen und das Bett hoch zu stellen. Er lächelt mich nur ungläubig an, winkt ab: "Ja, weiß ich doch, aber macht doch eh keiner, man du bist aber genau."
    -Selbe Situation, anderer Schüler. Hautdesinfektion wird falsch durchgeführt, ich spreche den Schüler darauf an, der kontert:"Nein, das ist richtig so, das wurde mir so in der Schule gezeigt." "Das kann ich mir nicht vorstellen, da musst du etwas missverstanden haben."
    "Nein das ist richtig so"
    -Angehöriger erkundigt sich im Schwesternzimmer über die Ausführung der Isolation bei MRSA, ich erkläre ihm wie er sich verhalten soll, die Schülerin hört mit, schüttelt ungläubig den Kopf und unterbricht mich:"Nein, das ist doch ganz anders... (...)"
    Wie steh ich dann da vor dem Angehörigen da? Der weiß nicht, wer die Sr. und wer der Schüler ist. Das wirkt doch total unprofessionell.

    Klar, hab ich in den Fällen danach deutlich gemacht, das das so nicht geht und dann war meißt gut, aber das ist doch nicht normal oder? Selbstbewusstsein ist ja schön und gut, aber unhöfliches, respektloses Verhalten ist zu viel.

    Ich kann sooft ich will meine Erwartungen an die Schüler im Erstgespräch erwähnen, es klappt einfach nicht. Sie sind, bis auf wenige Ausnahmen nicht in der Lage sich vorzustellen. Sie wollen alle so erwachsen sein, verhalten sich aber wie Teenies.

    In der heutigen Stationsbesprechung schlug unsere Stationsleitung vor, die Schüler in Zukunft zu siezen.
    Natürlich ist das eine Methode ein distanzierteres Verhältnis zu schaffen, aber es fällt den Schülern häufig schon schwer genug sich immer wieder ins Team integrieren zu müssen, sicher würden sie sich ausgeschlossen fühlen.

    Ich hab erstmal nichts dazu gesagt, wollte darüber in Ruhe nachdenken.
    Lieber wär es mir, wenn wir eine andere Methode finden würden. Eine, die nicht so deutlich ist und trotzdem nicht zu übersehen.

    Was haltet ihr davon und wie ist es bei euch? Habt ihr ähnliche Probleme? Duzt oder Siezt ihr die Auszubildenden?

    Ganz liebe Grüße,
    Jenny
     
  2. schlitzkompresse

    schlitzkompresse Poweruser

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    Hallo Jenny,

    ich bin selbst Praxisanleiter und kann nur sagen dass unsere Schüler immer den nötigen Respekt zeigen. Wir ihnen ja gegenüber auch. Vllt solltest du schon im Erstgespräch klare Richtlinien schaffen. Bezüglich der Raucherpausen, wie machen es denn deine Kollegen? melden die sich ab oder gehen sie auch einfach? Vielleicht liegt ja darin das Problem das die Schüler es einfach nicht anders in eurer Klinik kennengelernt haben?! Ist es denn nur auf eurer Station so oder auch auf anderen?
     
  3. Chris8421

    Chris8421 Stammgast

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    Hallo Jenny,
    das "zunehmende respektlose Verhalten" finde ich doch schon sehr pauschal. Nicht jeder Schüler stellt sich nicht vor und nimmt sich irgendwelche Rechte raus.
    Prinzipiell ist meines Erachtens nichts gegen ein freundschaftliches Verhältnis einzuwenden. Dass eine gewisse Hierachie im Hintergrund steht, sollte dabei nicht vergessen werden. Wissen die Azubis, dass du eine gewisse Distanz halten möchtest? Hast du ihnen das gesagt und zeigst du es auch?
    Die Schülerin, die dich "Jennilein" genannt hat, hat dich vielleicht auch einfach nur irgendwo als "Freundin" gesehen und meinte vielleicht garnicht böse und respektlos. Wenn du dich ihr gegenüber wie eine Freundin verhälst, lässt sich das für sie eventuell schwer auseinander halten.

    Der Schüler, der "falsch" desinfiziert hat und doch meinte, dass er es richtig gemacht hat - hat er es vielleicht nicht doch richtig gemacht? Vielleicht hat sich wieder etwas geändert, was einfach noch nicht in die Praxis gekommen ist. Da müssten sich viele examinierte Kollegen auch mal für neues öffnen.
    Das gleiche ist mir auch schon passiert. PA sagt "falsch", ich sag "richtig". Wer hatte recht? Ich, der Schüler. Und ich konnte es sogar belegen.

    Dass du während einem Gespräch mit Angehörigen unterbrochen wirst, weil du was angeblich falsches sagst, geht nicht. Weder von einem Azubi, noch von einem examinierten Kollegen, noch von einem Arzt. Das hat aber weniger mit dem zunehmenden Respektmangel von Auszubildenen zu tun, als ganz einfach an der Person.

    Wie sieht es generell mit dem duzen auf Station aus? Unter Kollegen ja, hast du geschrieben. Dürfen euch Patienten duzen? Wenn ja, würde ich mir dann als Schüler ziemlich ********* vorkommen. Sonst ist ja nichts dagegen auszusetzen. Dass ein freundschaftsähnliches Verhältnis dann schwerer möglich ist, sollte auch klar sein.

    LG
    Chris
     
  4. Waldeskind

    Waldeskind Senior-Mitglied

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    Ich bin ja noch Schülerin, möchte daher nur etwas zum "Jenilein" sagen:
    mir passiert es oft, dass man meinen Namen nicht aussprechen kann oder ihn sich einfach nicht merkt.
    Er ist einfach, kurz aber ungewöhnlich (und typisch deutsch).

    Ich hatte auf einer Station den Fall, dass mich eine Examinierte "Schatzilein" rief.
    Ihr ist mein Name einfach nicht eingefallen. Auf "Schatzi" höre ich nicht, noch nicht mal bei meinem Partner.
    Natürlich habe ich nicht darauf reagiert. Fand die Dame nicht nett.
    Ich habe ihr dann unter vier Augen gesagt, dass ich das nicht möchte. Das mein Name XY ist und sie endweder ihn oder eben "Schülerin" benutzen soll.

    In deinem Fall würde ich die Schülerin einfach direkt beiseite nehmen und würde klar stellen, dass du das nicht möchtest, zum einen, weil du eben nicht so genannt werden willst und zum anderen weil es keine passende Anspreche in einem Team ist und auch einer Vorgesetzten gegenüber ein wenig zweifelhaft ist, diese so anzureden. Ich persönlich würde auch das "respektloses Verhalten" im Gespräch erwähnen.
    Du findest das nicht ok - auf anderen Station kann das richtig Ärger geben, auch ein Punkt, den du den Schülern bewusst machen solltest.

    Liebe Grüße
    Waldeskind
     
  5. Hypertone_Krise

    Hypertone_Krise Poweruser

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    Ein SIE ist kein Garant für Respekt. Den bewirkst Du durch kontinuierliches souveränes Auftreten und Handeln- im Umgang mit den Kollegen, Patienten und Azubis. Wenn sich ein Azubi Dir gegenüber nicht korrekt verhält, dann melde ihm das zeitnah zurück, aber diskutiere so wenig wie möglich. Das kostet Zeit und lässt zu viel Raum für die Wenn und Aber. Was selbstverständlich nicht heißen soll, dass Du jedes Gespräch direkt abwürgen sollst.
    Eine Aussage wie Man bist Du aber genau oder Das macht doch eh keiner sollte Dich nicht ärgern. Wiederhole einfach, was Du von dem Azubi erwartest und gut ist's.
    Wenn ein Azubi behauptet man hätte ihm die Desinfektion in der Schule so erklärt, dann bitte ihn, in der Schule nochmal nachzufragen. Bleibt er bei seiner Behauptung, lass Dir den Namen des Dozenten geben. Ein kuzer Anruf wird genügen, um so etwas zu klären.
    Hatte die Azubi denn mit ihrer Korrektur bezüglich MRSA recht?
     
  6. Eisenbarth

    Eisenbarth Poweruser

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    und mich würde ergänzend interessieren - für die statistik quasi ^^ - ob du einschätzen kannst, wie viele schüler du (halbwegs genau) schon hattest und bei wie vielen (nicht: wie oft) erwähnenswerte oder gravierende vorkommnisse dieser art passiert sind.

    gruß
     
  7. Baum

    Baum Senior-Mitglied

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    Hallo, kleine_ Jenny,

    Praxisanleiterin ist kein leichter Job ;): Man muss fit sein mit Jugendlichen, wissen, was geht, wie man sie nehmen muss und immer bewusst sein, dass man Erziehungsaufgaben hat, die hier vielleicht nicht so wahrgenommen wurden, wie unsereins es kennt (die Stöpsel sind oft erst 16- mitten in der Pubertät!).

    Wir hatten Schüler, die respektloses Verhalten gezeigt haben. Sie haben Unterlagen nicht abgegeben, wie es sich gehörte. Ich habe versucht, dem ganzen mit Freundlichkeit und Verständnis entgegenzukommen, Resultat war, dass ich ein freundschaftliches Verhältnis hatte.
    Bis ich einmal zwei Schülerinnen und einen Praktikanten (unter meiner Obhut) volle Lotte beim Rumgammeln erwischt habe. Erst gab`s ein persönliches Gespräch, danach deftige, objektive Einträge.
    Einträge ist ja so ne Sache, aber sie sollten unbedingt sorgfältig gemacht werden und ehrlich, denn sonst wissen die Schüler nicht, was sie an sich verbessern können. Und die Schwestern schieben Frust und haben eine Last am Bein, weil die Situation sich nicht ändert.

    Nach dem Gespräch und dem Eintrag geschah eine wundersame Wendung, und der Schülerin, die den grössten Eintrag (ich habe mir wirklich Zeit für eine konstruktive Kritik (und positives) genommen, ein 2- seitiger Eintrag) bekam, konnte ich letztens einen sehr guten machen und freue mich über die Fortschritte, die ich beobachte. Auch die andere hat nie wieder rumgegammelt, wenn ich da war.

    Es ist schwierig, ich kenne dich nicht.
    Wir hatten bis vor einem Jahr eine sehr gute Praxisanleiterin: die Schüler waren Topp. Sie war diskret, verständnisvoll, streng, objektiv und wenn sie sich austsauschte, dann meist über "neutrale Themen" am Kaffeetisch wie z.B. Reisen.
    Wir haben jetzt eine neue: sie ist okay, doch sie erzählt sehr gerne über andere Patienten und sich. Sie ist sehr nett mit den Schülern, erzählt immer von ihren Ausgängen und privat auch mit den Schülern. Das sendet Schülern zweideutige Signale.
    Schüler müssen das Privatleben ihrer Praxisanleitern NICHT kennen. Das kennen die Leute im festen Team wohl, doch es ist nicht das, was die Schüler wissen sollten. Mit wem, wann, welcher Alkohol... Solche Themen sollte man mit Vorsicht vor Schülern anschneiden.
    Und über Patienten vor den Schülern zu reden, ist okay, es sollte jedoch immer möglichst neutral geschehen (Bsp.: Schmerzpat: Praxisanleiterin vor Schülerin und mir: "Die hat ja gar keine Schmerzen".... *hä?*
    Auch in der Pause finde ich Psychohygiene wichtig, doch gerade vor Schülern muss man sich da seiner Vorbildfunktion unbedingt bewusst sein! Schwestern wie ganz besonders Praxisanleiter.

    Zum Schluss noch ein guter Rat, den mir erstere Praxisanleiterin (die Gute! Vermisse sie!) gab:
    "Du bist immer der Idiot. Wenn du die Zügel locker lässt bei den Schüern, denken sie, sie könnten alles mit dir machen. Bist du streng, bist du auch der Idiot"
    Frage: -> Willst du der Vollidiot sein, oder nur der Idiot, den die Schüler ordentlich respektieren?!

    Deine Situationen:
    Handhygiene:
    Warum hast du den Schüler nicht einfach gleich nach dem Verlassen des Pat.-Zimmers mit ins Büro genommen und hast ihn seinen Händedesinfektionsablauf nochmal vormachen lassen und mit dem Pflege Heute verglichen?
    Denn so finde ich die Situation sehr problematisch. Der Schüler denkt jetzt, er macht`s recht, du auch, wo ist da die Kommunikation, der Lerneffekt für beide? Einer macht die hadhygiene jetzt eventuell nicht korrekt, und das finde ich so nicht so ideal gelöst. Denn:

    Händedesinfektion: es liegt in meiner Hand! Ne schlechte Handhygiene kann man auch gleich lassen, ist genauso ineffektiv wie gar keine.

    Ich mache das auch oft so, dass ich mir von den Schülern ihre Begründung anhör oder wir nachschlagen, manchmal hab ich recht, manchmal die Schüler. Da kann doch jeder was lernen dabei! Und ich finde es enorm wichtig, dass die Schüler auch bei uns "Großen" sehen, dass auch wir nicht unfehlbar sind. Ist ja nix, wofür man sich schämen müsste.

    Und mit dem Jennilein, da asagtest du ja, hast du der Schülerin sehr deutlich klar gemacht, das das mal gar nicht geht. Ist ja auch richtig so. Mit dem Siezen... naja, wie Waldeskind ja schon sagte: manchmal verhalten sich Schwestern Schülern genauso respektlos gegenüber, indem sie dauernd die Namen vergessen, Nu ist das dann ja nicht böse gemeint oder so.
    Dann Siezen die Schwestern die Schüler im Umkehrschluss auch, wenn sie deren Namen vergessen?!?

    Ich finde es aber immer megawichtig, dass solches Verhalten unverzüglich und akut angesprochen wird, denn ich hatte während meiner Ausbildung einen Vorfall, bei dem es auch über Ecken von der Station an die Schule ging und man als Schüler hilflos ausgebootet wurde (hatte nix zu tun mit respektlosem Verhalten von mir).
    Das ist für Schüler sehr schlimm, und da ist Fairness den Schülern gegenüber sehr sehr wichtig.

    Du schreibst oben ganz spannend:
    "Sie wollen alle so erwachsen sein, verhalten sich aber wie Teenies"

    Was sind die Schüler, wenn nicht Teenies mitten in der Pubertät auf der Suche nach sich selbst und Vorbildern, von denen sie lernen können, was richtig ist, und was falsch???
    :nurse:

    Wünsche dir Viel Erfolg, und ich sag dir: der Idiot zu sein, der noch Respekt kriegt, ist ne super Sache :freakjoint:(da sind sie dann nämlich fleissig wie die Bienchen)

    LG
     
  8. Maniac

    Maniac Poweruser

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    Ich habe dieses Problem auch hin und wieder (inzwischen gehabt!)


    Wenn das Einzelfälle sind - also einzelne Schüler, nicht einzelne Situationen - sag wie gehabt genau DANN, demjenigen was Sache ist und was er sich hier eben NICHT erlauben kann.

    Wenn du aber beo 90% deiner Schüler das Problem hast, dann liegt es wohl doch an deinem Auftreten, was du mal grundsätzlich überdenken müsstest. Das können wir hier aber schlecht analysieren, selbst wenn du dich genau beschreibst. Das funktioniert so nicht.

    Wenn du es selbst nicht rausbekommst: Hast du einen kompetenten Kollegen, einen Vorgesetzten dem du vertraust und der dich und dein allgemeines Verhalten mitbekommt? Versuch darüber mal raus zu bekommen woran es wohl liegen könnte.

    Mal Spaß zu machen ist sicher nicht das Problem, aber pass auf das du nicht albern wirst, dass du auch während ihr lustiges zeugs erzählt trotzdem Respekt gegenüber Patienten, Kollegen, Vorgesetzten, Schülern warst und dass du dich immer als Vorbild präsentierst...
     
  9. renje

    renje Poweruser

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    so sehe ich das auch.

    Was mir noch auffällt, du bist 24 in lehrender Funktion, wieso der Name

    kleine_jenny?

    ich erwarte keine Anwort jetzt hier von dir aber:

    wenn du dich so fühlst, dann strahlst du das auch aus.
     
  10. Baum

    Baum Senior-Mitglied

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    Jepp, ähnliche Denkrichtung hatte ich auch schon...:|
     
  11. Marty

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    Ja, renje, das trifft mein Empfinden auch und wahrscheinlich auch das mancher Schüler, denn: die kleine Jenny ist das Jennilein.
    Vielleicht ist es nicht verkehrt, mal darüber nachzudenken, dich von den Schülern siezen zu lassen. Das könnte dann wie eine "Krücke" sein, den Respekt, den du vielleicht noch nicht natürlich ausstrahlen kannst, vorerst künstlich herzustellen. Das bedarf aber auch Standvermögen und ist so einfach nicht. Aber nicht verzagen, der Mensch wächst an seinen Aufgaben.

    Gruß, Marty
     
  12. renje

    renje Poweruser

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    Ich denke, wenn nicht generell gesiezt wird bringt das mehr Ärger als Vorteile.

    Denn es wird damit doch nach aussen offensichtlich, dass man Probleme im Umgang mit Schülern hat und dokumentiert das auch noch mit siezen.

    Würde bei mir als Kollegen auch nen gewissen Eindruck hinterlassen.

    Die Haltung ist wichtig und nicht das Sie.

    Generell Rolle überdenken:
    Nein ich habe kein freundschaftliches Verhältnis zu einem Schüler den ich Unterrichte, dem ich Noten gebe, den ich b.B. Maßregle, bei dem ich evtl. über die Probezeit mit Entscheide und den ich im Examen prüfe.

    Das muss ich eindeutig durch meine Haltung ausdrücken, sonst kommts zu Doppelbotschaften die man in dem Alter nicht entschlüsselt bekommt und zu solchen Situationen wie Jennilein.

    Du mußt dir darüber im Klaren sein, als PA stehst du unter ständiger Beobachtung.
    Von den Kollegen, für die du evtl. auch Anleitung machst und ganz besonders von den Schülern - klar.
     
  13. aquarius2

    aquarius2 Poweruser

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    Ich habe mit Schülern wenig Probleme, bin aber fast doppelt so alt. Selbst als ich Schüler hatten die 40 waren und ich 25 hatte ich wenig Probleme. Wäre mir ein Schüler so über den Mund gefahren, wie dir der hätte was erleben können. Auch Rauchpausen gibt es bei mir nur 2 pro Schicht maximal 5 Minuten und die werden zu den Pausen gezählt +- 5 Minuten selbstverständlich hat das in den Arbeitsablauf zu passen, wenn ein Patient was braucht, dann geht das vor.
    Sind Schüler respektlos dann sollte man sie an die Beurteilung erinnern, die schreibst du doch mit, oder? Auch meinen Namen würde ich nicht verhunzen lassen, wenn ich Jennifer heiße, nennt man mich so und nicht Jenny oder Jen. Ich habe mal auf dem Wochenplan gesehen, wie jemand meinen Namen verkürzt hat, da habe ich den genommen und gesagt, mein Vorname besteht aus 3 Silben und auf jede davon lege ich Wert! Seitdem macht das niemand mehr.
    Alles gleich sagen und nur einmal mit aller Deutlichkeit, nie in die Schreifalle geraten. Immer ruhig und gelassen bleiben.
    Du bist freundlich zu den Schüler, sie haben freundlich zu Dir zu sein. Ob Du oder Sie ist egal, ich habe mal auf einer Abteilung gearbeitet, da wollte die SL nicht, dass wir uns von den Schülern duzen lassen. Ich fand nicht, dass die da respektvoller waren.
     
  14. Flop

    Flop Stammgast

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    Hi,
    sorry wenn das jetzt ein bisschen versnobt klingt, aber wir Schüler sind keine Teenies auf der Suche nach Vorbildern. Einige vielleicht, aber nicht alle. Davon abgesehen, dass die meisten bei Ausbildungsbeginn mind. 17 Jahre alt sind. Die Examinierten haben auch keine Erziehungsaufgabe an uns sondern eine Anleitungsaufgabe. Man kann mit uns genau so sprechen, wie mit anderen Erwachsenen auch.

    @ Jenny: Zum eigentlichen Problem: Wenn du dich nicht entsprechend verhältst, kannst du auch mit einem "Sie" nichts an der Situation ändern. Aber du fängst es doch schon richtig an: Gleich im Erstgespräch sagen, was du erwartest und dann solche Situationen sofort ansprechen und reflektieren.
    In meinem letzten Einsatz hatte ich auch ein freundschaftliches Verhältniss zu meiner Praxisanleiterin aber das tat dem gegenseitigen Respekt eigtl. keinen Abbruch.
    Gruss
     
  15. renje

    renje Poweruser

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    Hallo flop,

    schöner Beitrag von dir,

    aber natürlich hat Schule und deren Erfüllungsgehilfen ein erzieherischen Auftrag, das ist originäre Aufgabe von Schule.
    Die verändert sich natürlich mit zunehmendem Alter des Schülers.

    Manchmal habe ich den Eindruck es wird viel zu viel geredet und dabei zerredet.

    Wir wissen alle wenn das Reden mit dem Handeln nicht übereinstimmt kommen die Botschaften nicht an.

    Manchmal hilfts vielleicht mehr auf sein Handeln zu achten und weniger zu Reden.

    Ich denke aber auch, dass Jenny mit ihren 24Jahren ihre Rolle erst finden muss.
     
  16. Flop

    Flop Stammgast

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    Danke renje,
    dass kam jetzt für mich eher so rüber, dass die Anleiter die "Stöpsel" so wie Eltern erziehen sollten :D Also bis jetzt waren die meisten Anleiter, die ich hatte auch echt sehr bemüht. Aber du hast recht, wenn Reden und Handeln konträr gehen, wird man auch nicht ernst genommen.
     
  17. Baum

    Baum Senior-Mitglied

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    Is doch schön, wenn du`s im Griff hast, Flop, und nicht zu solchen Schülern gehörst, wie sie in den Beispielen erwähnt wurden.
    Freu dich drüber, die betreffenden Schwestern werden`s auch tun. Und es handelte sich in meinem Beispiel nicht um ALLE Schüler, und "oft erst 16" ist auch übertrieben, bei uns sind das ca. 50% der Schüler (16-17).

    Ansonsten denke ich, sprechen wir uns in ein paar Jahren und nem Perspektivenwechsel deinerseits wieder, wenn du in die Rolle der anleitenden Schwester gerutscht bist. Dann kannst du ja masl sehen, ob die Schüler alle so gut erzogen wie du in die Ausbildung starten.

    LG
     
  18. ZNA-Öse

    ZNA-Öse Poweruser

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    Daß es ja nun die unterschiedlichsten Typen von Schülern gibt,dürfte allen bekannt sein. Ebenso sind die PA's von unterschiedlichem Niveau.
    Bei uns im Haus sind wir als ZNA die einzige Station,wo unsere Schüler im UK/MK auch schon Patientenübergaben machen dürfen,so sie es denn richtig beigebracht bekommen haben. Auf allen anderen Stationen dürfen das erstmal nur die OK-Schüler. Wir haben PA's,welche sich noch die Zeit nehmen und mit den Schülern nach Dienstschluß Reflexionsgespräche führen und mit den Schülern zusammen das Vorgehen planen. Andere PA's reagieren nur auf expliziete Ansprache,denn der Schüler will ja was wissen,also muß er fragen,so deren Einstellung. Und unsere Mentoren wiederum,die keinen PA-Schein haben und die kompletten Dienste zusammen mit den Schülern machen,die geben sich wirklich die größte Mühe,um ihren "Schützlingen" was beizubringen. Unsere jüngste PA-Anwärterin ist grade mal 22,steckt noch mitten in der WB und geht mit den fast gleichaltrigen Schülern am WE auch mal weg,wundert sich dann aber,daß sie nicht "für voll" genommen wird.
    Es sind also immer beide Seiten beteiligt,aber ne frische *** als PA,zwar mit aktuellem Schulwissen aber ohne Berufserfahrung würde ich nicht dulden wollen,wenn ich das zu bestimmen hätte.
     
  19. Hypertone_Krise

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    Doch- jede Pflegekraft, die den Schüler anleitet und ausbildet, nimmt dabei einen pädagogischen Auftrag wahr - das hoffe ich zumindest...
    Dass man mit den Schülern sprechen kann, wie mit jedem anderen Erwachsenen auch, ist richtig. Allerdings ist ja auch das Erwachsensein kein Garant für soziale Kompetenz, Lernfähigkeit, Disziplin, Respekt etc. ...:wink1:
     
  20. Maniac

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    Einige sehen in Ihrem pädagogischen Auftrag eben die Bildungsaufgabe, andere die Erziehungsaufgabe, wieder andere beides.

    Ich hoffe, dass die grundsätzliche "Erziehung" bereits erledigt wurde, wenn ich einen Schüler ausbilde.
    Das der Schüler hierbei auch charakterlich reift, ist klar. Aber im Optimalfall muss ein Schüler nicht mehr "erzogen" werden.

    Hier gehts allerdings dann ganz schön zu den diversen Desfinitionsmöglichkeiten der Begriffe, sodass wir hier nicht unbedingt weiterkommen werden, oder vermutlich auch alle eigentlich dasselbe meinen ;)
     
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