Wie beantwortet man die Frage nach dem "WARUM"?

Dieses Thema im Forum "Leben und Tod im Krankenhaus, Umgang mit Sterbenden" wurde erstellt von Kathrin19, 31.01.2005.

  1. Kathrin19

    Kathrin19 Junior-Mitglied

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    Hallo ihr Lieben !!!

    Ich habe oftmals die erfahrung gemacht, das mich Sterbe Pat. nach dem " Warum" und "Warum ich "? Gefragt habe, in diesen Momenten kann ich leider keine Antwort geben.

    Ich habe dann immer den oder die Pat. in den Arm genommen, sie gedrückt so lange sie es zuliesen.Was soll man tuen??? Was macht ihr in so einem Moment???

    Liebe Grüße KAth
     
    #1 Kathrin19, 31.01.2005
    Zuletzt bearbeitet: 01.02.2005
  2. Sonnenblume

    Sonnenblume Poweruser

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    Hallo Kathrin ! :wavey:

    Das ist echt eine schwere Frage!
    ich fange ja erst am 01.10 meine Ausbildung an, aber ich kann mir gut vorstellen, dass es schwer ist auf so eine Frage korrekt oder bestens zu reagieren.
    Ich denke ich würde immer sagen, dass Gott für alles seine Gründe hat. Oft sind die Patienten ja auch krank und es ist besser für sie, wenn sie sterben...dann müssen sie Schmerzen etc. nicht ertragen.
    Versuche die Patienten zu ermutigen ! :daumen:
    Naja im Moment bin ich etwas ratlos. Meine Antwort ist jetzt sehr spontan geschrieben, ich weiß auch grad nicht weiter.
    Bin gespannt was andere noch zu diesem Beitrag schreiben.

    LG Sonnenblume :flowerpower:
     
  3. Kathrin19

    Kathrin19 Junior-Mitglied

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    He Sonnenblume

    Du hast sichelich Recht !!!

    Doch wie reagiert ein Mensch darauf wenn ich ihm sage Gott hat für alles einen Grund ??

    Wie reagiert er darauf wenn ich versuche ihn zu ermuntern??Wie soll ich ihn ermuntern wenn es sich ständig die Frage nach dem Warum stellt, die Frage nach dem Warum ich????Ich finde keine Antwort darauf, doch ist es nicht so das eine Stille berührung, eine Umarmung und das da sein für einen Menschen manchmal mehr bedeuten als Tausend Worte??? Ich weis es nicht !!!

    Cu Kath
     
    #3 Kathrin19, 31.01.2005
    Zuletzt bearbeitet: 01.02.2005
  4. Bremer20

    Bremer20 Newbie

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    Tut mir leid aber wie soll man den Pat. ermutugen?? Also bei uns ist es so das wir ein christliches Haus sind und wir dann so schnell wie möglich versuchen einen Beistand zu rufen wie zb. eine Diakonisse ich aber immer vorher abwäge ob der Pat. christlich eingestellt ist und sollte er es nicht sein versuche ich so gut ich kann mit ihm zu reden denn ich stelle mir das ziehmlich blöde vor wenn ich als mensch der wenig von der Kirche (Ich meine von der Kirche ansich) hält da liegen würde und mir son "Pinguin" da was erzählen würde....

    Zum Glück hatte ich bis jetzt erst einmal diese Situartion und da hat es echt Wunder gewirkt sich einfach nur zu dem Patienten zu setzen die Hand zu halten und einfach nur zuzuhören das hat ihm sehr viel gegeben sagte er mir und er ist dann auch am nächsten Tag friedlich verstorben ...

    Bin heute noch der Meinung das ihm nur einfach mal gefehlt hat über alles zu sprechen und das mit jemanden der da keine Routine drin hat oder jemanden der nicht nur Ja und Amen sagt

    Aber wie gesagt jeder ist verschieden und das ist denke ich auch mal das was unseren Beruf so schön aber auch schwer macht und viel Einfühlungsvermögen braucht
     
  5. catweazle

    catweazle Poweruser

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    Ich beantworte die Frage gar nicht. Das kann man auch gar nicht, und nicht jedem braucht man mit Gott zu kommen.
    Ich gehe auf ihn ein und höre ihm zu, wie es ihm ergeht. Das ist die beste Antwort, finde ich. Meist läßt danach die Verzweiflung bzw. die Warum-Frage auch nach. Ich glaube auch nicht, daß die Patienten eine Antwort wollen... Ich denke, es geht ums Zuhören.
     
  6. Kathrin19

    Kathrin19 Junior-Mitglied

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    Sicherlich ist das ein Guter Weg der Konfrontation aus dem Weg zu gehen!!!


    Doch ich glaube wenn ich die Frage einfach übergehe fühlt sich der Pat. nicht ernst genommen und Übergangen.

    Aber ansonsten stimme ich dir da zu mit dem zuhören denn man muss sich manchmal Luft machen !!1

    Liebe Grüße KAth
     
  7. Sonnenblume

    Sonnenblume Poweruser

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    Hallo ! :wavey:

    Ihr habt schon Recht, wie soll man einen sterbenden Menschen ermutigen...
    abe wie gesagt, wenn man nur Schmerzen hat ist es eine eventuelle Erlösung für den Patienten.

    Ich kann mich euch aber nur anschließen, zuhören hilft oft mehr oder eine Umarmung sagt mehr als 1000 Worte...!

    Ich denke, da weiß jeder bescheid, wie schön es ist bei Problemen und Zweifeln einfach in dem Arm genommen zu werden und zu merken, dass man nicht alleine ist!

    LG Sonnenblume :flowerpower:
     
  8. catweazle

    catweazle Poweruser

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    Sei vorsichtig mit solchen Vorwürfen.

    Ich habe nicht gesagt, daß ich die Frage übergehe. Und ich gehe der Konfrontation sicherlich nicht aus dem Weg. Nicht seit vielen Jahren Krankenhaus und ungezählten solchen Gesprächen. Diese sind wesentlich schwieriger, belastender und aufwendiger als einfach nur eine Antwort zu geben.

    Da du mich mißverstanden hast: Ich antworte, je nach Situation, daß ich die Frage sehr gut verstehe, aber keine Antwort auf diese Frage habe und auf Erden wohl niemand eine hat und gehe dann sehr intensiv auf den Patienten ein. Die Überleitung zu einem Gespräch richtet sich nach der Gesamtsituation. Und ich nehme mir sehr viel Zeit dafür.
    Wir haben bei uns reichlich Gelegenheit für solche Gespräche.
     
    #8 catweazle, 02.02.2005
    Zuletzt bearbeitet: 02.02.2005
  9. Tobias

    Tobias Poweruser

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    Wenn die Frage kommt: WARUM, setze Dich daneben und halte seine Hand und schweige. Denn es wird nie eine Antwort geben!!!
    Höre einfach zu und schweige, denn das ist das was der Sterbende braucht, einfach jemanden der auch mal zuhört!!!!
    Natürlich ist es eine Ermessensfrage ob Du auch ZEIT hast, Dich dem Sterbenden zu wittmen:(:(:( , optimal wäre es auf jeden Fall!!

    Tobias
     
  10. ingoborm

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    Das beste ist immer noch Ehrlichkeit. Wenn man die Frage nicht beantworten kann, dann sollte mach auch sagen, dass man es nicht weiß. Dazu in den Arm nehmen und nicht versuchen mit aller Macht trösten zu wollen.
     
  11. Toni

    Toni Gesperrt

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    hallo.
    eine Antwort ist hier kaum möglich. aber was auch immer mit zu bedenken ist, die Frage nach dem warum ist eine eindeutige Sterbephase. Will heissen, dass diese Phase die meisten aller Menschen durchleben und auch diese Phase überwinden. Sicher ist das keine Antwort was man auf das warum antwortet,aber es ist eine natürliche Frage mit der sich jeder selbst auseinander setzt und früher oder später auch sich selbst beantworten kann
     
  12. narde2003

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    Hallo,
    und wenn es einen guten Freund von sich selbst betrifft, der mit 32 Jahren gestorben ist, so fragt man sich auch selbst
    Warum er?
    und eigentlich erwartet man auch gar keine Antwort.

    CU
    Narde
     
  13. Lindarina

    Lindarina Senior-Mitglied

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    Für ihn da sein

    Hi @ all

    Also ich denke auch nicht, dass die Pat. eine Antwort wollen. (Die wie ich auch finde, es nicht gibt) Die Meisten Pat. stellen sich die Frage wenn sie am "Anfang" der Erkrankung sind.(Nach der Diagnosestellung= wenn sie es nicht wahrhaben wollen und es noch Verdrängen). Ich denke, dass man einfach zuhören sollte.Die meisten Pat. wollen einfach nur reden oder suchen die Nähe zu den Pflegenden, weil sie nicht alleine sein wollen. Man sollte sich die Zeit nehmen und sich zu den Pat. setzen. Wenn er es will auch mal in den Arm nehmen oder die Hand halten. Nach dem Gespräch, kann man den Pat. fragen, ob er noch was braucht.(warmen Tee??, Schmerzmittel??) einfach um zu signalisieren dass man sich um ihn kümmert.

    Lindarina
     
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