Wertschätzung

Dieses Thema im Forum "OP-Pflege" wurde erstellt von Dunu, 05.04.2010.

  1. Dunu

    Dunu Newbie

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    Ich arbeite seit einigen Jahren bei einem großen Städt. Klinikum in München im OP. Ich habe festgestellt, dass die Wertschätzung der OP-Pflege von Jahr zu Jahr nachgelassen hat. Waren wir am Anfang noch Partner der Chirurgen sind wir jetzt nur noch Fußvolk. Wenn wir nicht so arbeiten wie es sich die Herren vorstellen gibt es zynische Kommentare, Es wird nur noch im Befehlston kommuniziert. Früher gabs es hin und da noch eine Mittagspause oder ein pünktlicher Dienstschluß. Vorbei. Jetzt haben wir einen OP-Manager - der macht alles nur noch schlimmer - beim Wechsel musst du dir überlegen: geh ich auf Toilette oder trinke ich einen Kaffee - denn beides zusammen geht nicht. Und das in einem Haus das Wert auf seine 100jährige Tradition und seine gute Mitarbeiterführung legt.
    Ich liebe meinen Beruf als OP-Schwester, doch immer öfter kommen mir Zweifel ob ich noch das Richtige mache.
    Geht es Anderen genauso?
     
  2. Bernie68

    Bernie68 Senior-Mitglied

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    Hallo,

    bei uns hat es solche Auswüchse auch schon mal im Ansatz gegeben, aber Dank meiner Vorgängerin und unserer sehr engagierten PDL wurde die Sache schnell ad acta gelegt.
    Unser OP ist eher klein mit drei Sälen, aber da wir in einem Klinikverbund arbeiten und unserer Geschäftsführer sehr viel Wert auf Kommunikation uns Schulung von Führungskräften hält wird die partnerschaftliche Zusammenarbeit eher ausgedehnt ( mit beiderseitigem Respekt ) als eingeschränkt.

    Österliche Grüße aus OWL
    Bernd
     
  3. Fearn

    Fearn Poweruser

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    Ich halte das für den allgemeinen Trend in der Pflege, nicht nur im OP. Wenn ich mir die gesamte Entwicklung im Laufe der Jahre ansehe, dann wundert mich das eigentlich überhaupt nicht. Es gibt sehr viele Dinge die da hineinspielen, daß die Situation so geworden ist. Beginnen wir einmal damit wie die Häuser ihre Pflege darstellt und welche Aufgaben dem Pflegepersonal zugewiesen wurden. Ist es nicht so, daß wenn eine anderer Berufszweig in der Klinik irgendwelche Aufgaben nicht mehr übernehmen wollte und sei es, daß die es nicht mehr schafften die Müllsäcke aus irgendwelchen Räumen zu holen, oder aber wenn die Putzfrau es nicht mehr schaffte das Toilettenpapier auszuteilen, dann war das für das Pflegepersonal immer noch zu schaffen, auch wenn die schon lange Pflegenotstand und "Hilfe" schrien. Also bei uns im Haus klappte das umschichten von Aufgaben anderer Abteilungen auf das Pflegepersonal IMMER, vor allem wenn es niedere Aufgaben waren, oder wenn diese mit Rennereien verbunden waren , die bedeutet hätten, daß sich ein anderer von seinem Schreibtisch hätte erheben müssen.:rocken: lg fearn
     
  4. Fearn

    Fearn Poweruser

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    genau, Berni,- wenn die PDL nicht auf Zack ist das abzuwenden,- dann fährt man ganz rasch auf diese Schiene, oder?`Liebe Grüße Fearn
     
  5. Bernie68

    Bernie68 Senior-Mitglied

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    Hallo Fearn,
    da gebe ich Dir absolut recht und Gott sei dank habe ich da so ein Exemplar erwischt und ebenso unser GF, Der ist zwar knallhart was die Finanzen betrifft, achtet aber sehr auf eine vernünftigen Umgang untereinander und macht immer wieder Kohle locker um die Miarbeiter ab der mittleren Führungsebene zu schulen.

    LG Bernd aus OWL
     
  6. OP-Mietze

    OP-Mietze Stammgast

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    Auch bei uns ist es leider oft so wie Dunu es beschreibt.Es werden immer mehr OP´s,was ja erstmal gut ist wenn das Haus voll ist,aber das alles natürlich bei gleichbleibendem OP Personal.Die Fluktuation und Krankheitstage steigen deutlich an.Der Ton wird immer rauer,ständig wird man wegen nichts von den Ärzten angeblafft,ihren Stress und ihre Unzufriedenheit wird an uns Pflegepersonal ausgelassen.Wobei das bei uns komischerweise eher die älteren Ärzte sind.Mit den jüngeren ist der Umgang auch bei Stress immer locker und es macht Spaß zu arbeiten.
    Unsere Mittagspause haben wir uns hart zurückerkämpft.Lange haben wir auf Pausen verzichtet damit das OP-Programm nicht bis in den Bereitschaftdienst hineingeht,denn oft sind wir wirklich nur so viele Leute das die Säle mit 1.Instrumentierenden und 1.Springer besetzt sind und keiner über ist zum Pausenablösen.Aber mittlerweile wird spätestens 13-14 Uhr Pause gemacht.Egal wieviel Programm noch auf dem Plan steht.Denn wir kommen nicht mal zwischen den OP´s zu nem Kaffeen oder ähnlichem.Teilweise haben wir keine 5 Minuten Wechselzeiten zwischen zwei OP´s.
    Mir selbst macht der Stress und die langen Stunden im OP nicht mal soviel aus.Was mich am meisten nervt ist der Ton der Ärzte,das Rumgemaule und Gezicke.Auch die OP-Koordination ist echt anstrengend bei uns.Die liegt nämlich komplett in den Händen der Anästhesie und oft hat man das Gefühl man ist nur der Spielball.Alles muss nach der Pfeife der Anästhesie tanzen.Op´s werden nach Belieben angesetzt oder verschoben und am allerbesten fände es die Anästhesie ja wenn 1 Springer zwei Säle gleichzeitig bedienen kann damit man schneller fertig wird.Und das doch bitte ohne jegliche Pause.Das sich Anästhesist und Anästhesiepflege ständig zum Käffchen schlürfen ablösen ist aber natürlich völlig ok.
    :motzen:

    Ich selbst habe daraus Konsequenzen gezogen und wechsel bald in das supernette,entspannte,gut zusammenarbeitende Team unserer Intensivstation.Gesundheitliche Gründe machen mir meine Entscheidung zudem auch ein bißchen leichter,denn eigentlich liebe ich die Arbeit im OP und werde sie wohl auch immer lieben....
     
  7. Op Hase

    Op Hase Junior-Mitglied

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    Hallo!
    Ich habe die ganze Beiträge gelesen und es hat mich irgendwie beruhigt. Also, es geht nicht nur mir so. Ich kann ein Lied davon singen. Ich habe das Gefühl dass es immer schlimmer wird. Wir sind nur Kanonenfutter um irgendwelche Ego´s zu befriedigen. Die Chirurgen knallen ein horror Op-Plan, wo es klar ist dass es nicht zu schaffen ist, der Koordinator steht uns im Nacken dass wir ja nicht zu oft auf die Toilette gehen. Mittagspause kriegen wir nur zwischen Tür und Angel und wir sind für alles Schuld. Das wir kein ausgebildetes Personal haben, dass wir auf die freie Tage verzichten, dass wir alles mögliche machen dass die Op´s laufen, dass wird nicht gesehen. Mein einziges Glück ist das wir ein tolles Team sind und eine Chefin haben die hinter uns steht. Ich glaube dass wir unsere Koordinator los werden müssen, es bringt uns nichts. Im gegenteil. Ich sehe nicht mehr ein dass wir Überstunden machen müssen aufgrund einer Fehlplanung (grosse Op´s am ende des Programs, am Anfang nur kleinkram) Geht´s euch auch so?
    Liebe Grüsse.
     
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