Welche Bedeutung hat Patientenedukation in der Pflege?

Dieses Thema im Forum "Fachliches zu Pflegetätigkeiten" wurde erstellt von Aceton, 20.11.2009.

  1. Aceton

    Aceton Stammgast

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    Hey Leutz!

    Laut dem aktuellen Krankenpflegegesetz ist ein Ausbildungsziel der Krankenpflege das Beraten, Anleiten und Unterstützen von zu pflegenden Menschen und ihrer Bezugspersonen.
    Klingt nach Patientenedukation?!

    In einem anderen Thread habe ich folgenden Beitrag gefunden:

    Kaum Interesse in der Pflege, obwohl Beraten im Krankenpflegegesetz steht?
    Nunja...aus der Praxis kenn ich das genauso, dass das Interesse in der Pflege nicht da ist. :x

    Kann man Patientenedukation als eine pflegerische Tätigkeit nennen, die zu den Grundaufgaben eines jeden examinierten Pflegepersonal gehört, wie beispielsweise die Ganzkörperwaschung?


    Ich frage mich auch welche Bedeutung hat Patientenedukation in der Pflege in der heutigen Zeit als auch in naher Zukunft?


    Freu mich auf Antworten.
     
  2. Sr. S.

    Sr. S. Poweruser

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    Patientenedukationen finden statt. Beispielsweise werden Patienten angeleitet, sich ihr Insulin zu spritzen, wenn man eine Pneumonieprophylaxe durchführt erzählt man, dass diese Maßnahme eine Lungenentzündung verhindern soll, wenn Angehörige fragen habe werden diese auf dem Flur beantwortet, usw.
    Das Problem bei den meisten Beratungen und Schulungen ist, dass weder die Pflegenden, noch Patienten und Angehörige wahrnehmen, was da gerade statt findet. Ein weiteres Problem ist, dass wir die geplanten und gezielten Beratungen anderen Berufsgruppen, z.B. den Sozialpädagogen überlassen, unter anderem weil in der stationären Pflege häufig keine Zeit dafür ist.
    Aber allmählich entwickeln sich die ersten Patientenedukationszentren. Ich hab dir mal eben einen Link herausgesucht: Presseportal: Krankenhaus der Barmherzigen Brüder - Erstes Patienten-Informationzentrum in Rheinland-Pfalz geht an den Start

    Ja!

    Und hier noch ein Artikel aus "DieSchwester Der Pfleger": http://www.bibliomed.de/cps/rde/xbc...ufgabe_fuer_die_Pflege_Patientenedukation.pdf
     
  3. Aceton

    Aceton Stammgast

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    Wird diese Beratung, die zwischen Tür und Angel stattfindet, auch dokumentiert und auch gewürdigt??
    Wird sowas auch vergütet??
    Was ist, wenn so eine Beratung 20 Minuten dauert?
    Das ist ziemlich viel Zeit für eine examinierte Schwester/Pfleger.
    Besonders, wenn man alleine auf der Station ist.

    Wie du schon gesagt hast "...keine Zeit..."


    Danke für den Artikel.
    Den Artikel habe ich auch erst vor kurzem gelesen :-)
    Der Artikel ist aber "alt", nämlich von Jahr 2000.
    Doch wie hat sich nun Patedukation weiterentwickelt??
    Es wurde Beratung und Anleitung im Krankenpflegegesetz fest verankert und es gibt mittlerweile ein paar Patienteninformationszentren (PIZ).
    Auf das PIZ bin ich auch schon drauf gestoßen.
    Danke trotzdem auch für deinen Hinweis darauf.
    Das PIZ für mich klingt sehr gut.
    Nur läuft sowas eher außerhalb der normalen Station.
    Und innerhalb des "normalen" Stationsablauf??
     
  4. HouseMD

    HouseMD Newbie

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    Also in der Psychiatrie findet Edukation jeden Tag statt, es wird auch so dokumentiert, zumindestens bei uns

    Es gibt sogar ne spezielle Edukationsgruppe, nennt sich dann Psychoseninfostunde
     
  5. Sr. S.

    Sr. S. Poweruser

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    Leider findet eine Dokumentation fast nie statt, allenfalls, wenn man Patienten regelrecht anleitet. Wie auch, wenn der PK nicht bewusst ist, dass sie anleitet.

    Vor anderhalb Jahren habe ich einen Vortrag von Frau Abt-Zegelin gehört. (Autorin des Artikels von 2000) Wenn Du ihrem Namen und PIZ in eine Suchmaschiene eingibst, findest Du sicher auch etwas aktuelleres.

    Als Optimistin die ich bin, hoffe ich darauf, dass in den nächsten Jahren durch die Kollegen die nach dem neuen Gesetz ausgebildet sind/werden etwas in dieser Richtung tut. In der Psychiatrie ist man ja anscheinend auch schon weiter als in der Somatik.
     
  6. Julien

    Julien Poweruser
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    Ich würde sagen, auch in der Kinderkrankenpflege bleibt einem gar nichts anderes übrig, als die Eltern/Kider fleißig anzuleiten und zu beraten. Elternschulungen gibt es auch. Kommt sicher auch auf den Bereich an, aber ich verbringe viel Zeit mit Elterngesprächen, damit, Dinge vorzumachen oder den Eltern zuzusehen und noch kleine Tips zu geben. Nätürlich dokumentiere ich das im Pflegebericht, und auch in der (vorgedruckten) Pflegeplanung gibt es eine Spalte, in der man vorhandene Defizite eintragen und den Anleitungs-/Beratungszeitpunkt festhalten kann. Außerdem bewegt sich gerade die Neonatologie dahin viele pflegerische Handlungen von den Eltern übernehmen zu lassen, gerade auch bei kleinen Frühchen, weil das für die Kinder deutlich stressfreier ist.
     
  7. Maniac

    Maniac Poweruser

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    Natürlich findet sie statt und natürlich wird sie auch vergütet.
    Wie deine GKW (du sprachst sie als Vergleich an) auch. Denn es ist bezahlkte ARbeitszeit in der beides stattfindet.

    Dokumentiert wird sie, wenn es sehr zeitaufwändig ist, schon. Im Einzelfall. Ich dokumentiere ja aber auch nicht jede andere Kleinigkeit im Alltag.

    (Natürlich setze ich mich nicht hin und schule einen Pat ausführlich über 1,2h im Thema Diabetes oÄ. Dafür gibt es spezialisierte PK...)
     
  8. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Auf dem Pflegedokubogen gibts ne Rubrik Beratung/ Anleitung- dort brauchts nur ein Kürzel-im Pflegebericht dann nuch die Art der Anleitung vermerken>>> Zeitaufwand Doku: ca.2 min. wenn Dokubogen net am Bett. Sonst wahrscheinlich noch weniger.

    Übrigens: PPR rechnet eh erst Anleitungen > als 10 min an. Bei A2/ A3 ist die Anleitungszeit mit drin. Die neue PPR 4 nimmt auf dieses Problem noch mal extra Rücksicht.

    Elisabeth
     
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