Welche Ausbildung?

Dieses Thema im Forum "Intensiv- und Anästhesiepflege" wurde erstellt von 01Mari, 09.05.2013.

  1. 01Mari

    01Mari Junior-Mitglied

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    Hallo!
    Ich bin im zweiten Ausbildungsjahr zur Examinierten Altenpflegerin (in Bayern) mit einem Notendurchschnitt von 1,3.
    Und habe mich dazu entschlossen nach meiner Ausbildung in die Intensivpflege zu gehen, da ich dieses Gebiet sehr interessant, abwechlungsreich finde und da es mich fordert.
    Nun hab ich zwei Möglichkeiten:

    1. Möglichkeit- Nur wenn eine Verkürzung möglich ist
    - Examen AP
    - Verkürzte Ausbildung zur GuK um/auf 18 Monate
    - Arbeiten auf der Intensivstation (1-2 Jahre)
    - Ausbildung zur GuK für Intensivpflege und Anästhesie (2 Jahre)
    - Ausbildung zur Atemtherapeutin

    2. Möglichkeit
    - Examen AP
    - Ausbildung zur Fachpflegekraft für außerklinische Intensivpflege (5 Monate)
    - Ausbildung zur Atemtherapeutin (ist auch als AP möglich)

    Nun stellt sich mir die Frage welche der Möglichkeiten ist die "bessere", ich will eine Ausbildung mit der ich auch was anfangen kann und auf die ich aufbauen kann:weissnix:. Meine Bekannte eine Fachkraft für außerklinische Intensivpflege und meine Pflegelehrerin sind der Meinung das ich die Ausbildung zur GuK nicht zu machen brauche, da sich in naher Zukunft für AP´s viele Möglichkeiten ergeben werden die die zweite Ausbildung zur GuK praktisch nicht unbedingt von nöten macht. Ich bin nun auf Meinungssammlung, schreibt mir bitte Eure Meinung zu dem Thema.
    Immer wenn ich mich für eine der zwei Möglichkeiten entscheide komm ich wieder ins grübeln :gruebel:ob es auch die bessere ist, und einfach ignorieren und noch paar Monate abwarten und einfach abschalten klappt auch nicht:knockin:. Mir ist klar das die Möglichkeit 1 wohl die fundiertere ausführlichere ist mit der ich auch ein paar Möglichkeiten mehr hätte, aber spricht die mehr Ausbildungszeit und der geringere Verdienst in der Zeit im Gegensatz zu Möglichkeit 2 dafür. Ich bin 33 Jahre alt, da möchte ich das schon genau abwägen den dann doch einen anderen Weg einschlagen dafür bin ich dann doch möglicherweise zu alt:wink1:.

    Vielen Dank schonmal im voraus!
    Lg Mari:nurse:
     
  2. Bachstelze

    Bachstelze Poweruser

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    Wenn Du es Dir leisten kannst, noch 18 Monate für ein Ausbildungsgehalt zu arbeiten, würde ich die erste Variante wählen.
    Während der Fachweiterbildung bekommst Du volles Gehalt, einschliesslich Zulagen. Das wäre dann keine Verlustrechnung mehr. Außerdem ist eine zweijährige Berufserfahrung ist nicht mehr zwingend erforderlich. Du könntest also eher in die Weiterbildung starten.
     
  3. Dirk Jahnke

    Dirk Jahnke Poweruser

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    internistische Intensivpflege
    Moin Mari

    Du solltest auch bedenken das Intensivpflege hier nicht gleich Intensivpflege ist!

    Mit Möglichkeit 1. stehen dir beide Bereiche mit all ihren Facetten offen. Möglichkeit 2. schränkt dich auf den außerklinischen Bereich ein. Und das ist eine ganz andere Art der "Intensivpflege". Wenn du weisst das außerklinisch dein Ziel ist nimm den kurzen Weg. Bist du unsicher und möchtest flexibel bleiben mit Optionen auch auf andere Fachbereiche ist Möglichkeit 1 sicher die bessere.

    Ich weiß nicht ob dir die Unterschiede Intensivstation und außerklinische Intensivpflege richtig bewusst sind.

    Auch der Begriff Atemtherapeut ist keine klar umschriebene Ausbildung. Gibt ja einige Anbieter mit unterschiedlichem Inhalt und Umfang.
     
  4. BettyBoo

    BettyBoo Poweruser

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    Für mich sind 1. und 2. nicht wirklich vergleichbar.

    Richtig fundiert mit Karrieremöglichkeiten ist die erste Variante.
     
  5. mary_jane

    mary_jane Gast

    Ich kann mich da Dirk Jahnke nur anschließen.
    Außerklinische Intensivpflege hat nur sehr bedingt etwas mit der stationären Intensivpflege gemein.

    Ich würde dir unbedingt zur Variante 1 raten!

    33 Jahre ist doch kein Alter, wenn du bedenkst wie lange du noch arbeiten wirst.
     
  6. 01Mari

    01Mari Junior-Mitglied

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    Hallo ihr Lieben!
    Vielen Dank für die bisherigen Antworten:wavey::bussis::flowerpower:!
    Ich hab mir überlegt das ich mich jetzt um die bewilligung der verkürzung kümmere sobald ich das Zeugnis vom 2. Ausbildungsjahr habe, also an die GuK Berufsfachschulen schreibe, leider konnte mir das Gesundheitsamt nicht weiterhelfen und auch meine Pflegelehrerin konnte mir nicht sagen wer für die Verkürzung zuständig ist geschweige den wie man diese beantragt:-?:knockin:, und meinen Rektor will ich nicht fragen sonst bin ich für die restliche AP- Ausbildung bei ihm unten durch:twisted:. Ich hoffe jetzt nun eben das mir die GuK Berufsfachschulen helfen können:thinker:. Sollte das dann mit der Verkürzung nicht klappen gehe ich in die außerklinische Intensivpflege den nochmal drei Ausbildungsjahre kann ich mir nicht leisten. Was haltet ihr von diesem vorhaben? Könntet ihr mir vielleicht nochmal den Unterschied zwischen Intensiv und Anästhesie und außerklinische Intensivpflege erklären:fidee:, ich hab zwar viel gelesen aber es ist immer besser es von Intensivfachpflegerin zu hören. Bitte schreibt mir auch weiterhin Eure Meinung zu dem Thema, je mehr Aussagen ich habe desto sicherer fühlt es sich an!

    Vielen vielen Dank
    Mari:nurse:
     
  7. Dirk Jahnke

    Dirk Jahnke Poweruser

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    internistische Intensivpflege
    Moin Mari

    Beschränke mich mal auf den Bereich Intensivpflege. Anästhesie ist nochmals etwas ganz anderes.

    Auf einer Intensivstation versorgt man in der Regel akut lebensbedrohlich erkrankte Patienten. Häufig sind mehrere Organsystem betroffen und werden apparativ unterstützt / ersetzt. Hochwirksame Medikamente mit nur kurzer Wirkzeit und entsprechendem Bedarf an Überwachung und Steuerung werden verabreicht. Ein Großteil der Medikamente werden iv verabreicht. Diagnostik / Transporte und Therapie finden rund um die Uhr statt. Man erlebt viel Medizin. Ziel ist es in der Regel den Patienten wieder unabhängig von der Versorgung zu machen.
    Aus dieser Situation ergibt sich der Pflegebedarf. Der Pflegebedarf kann sich von Tag zu Tag in alle Richtungen ändern.

    Überlebt der Patient, ist er soweit stabil und nicht mehr akut gefährdet , jedoch z.B. in Sachen Atmung eingeschränkt, kann es zur außerklinischen Versorgung kommen. Aus Sicht der Intensivstation ist der Patient jetzt stabil. Z.B. die Beatmung ist in Sachen Einstellungen relativ eingefroren. Die Diagnosen stehen und die Therapie ist relativ statisch.Der technische Aufwand, die Überwachungsintensität ist deutlich reduziert. Das Ziel wird in der Regel nicht der gesunde Patient sein sondern das Vermeiden von Komplikationen und erreichen der maximalen Lebensqualität für den Betroffenen.

    Auf der Intensivstation versorgst du den Patienten meist nur im Rahmen der akuten Bedrohung über Tage, Wochen und eher selten Monate. Außerklinisch siehst du wie in der Altenpflege eine geringere Fluktuation. In der 24/h 1:1 Versorgung von außerklinischen Intensivpatienten wirst du auch nicht kurzfristig den Patienten wechseln können.

    Abwechslungsreicher ist sicher die Arbeit auf einer Intensivstation. Dafür kann man sich außerklinisch sicher mehr auf den Patient konzentrieren.
    1:1 Versorgung wirst du allerdings auf einer Intensivstation eher selten finden. Dafür ist der Personalschlüssel zu schlecht. In der Regel versorgst du abhängig von Fachbereich,Schicht und Klinik 2-4 Patienten.

    Berichte von Kollegen, die außerklinisch arbeiten deuten ein entspannteres Arbeiten an. Kann ich selbst nicht beurteilen , aber lässt sich gut nachvollziehen! Der Trend zur stationären Versorgung im Pflegeheim kann aber auch zum Gegenteil führen :roll:
     
  8. Lillii

    Lillii Poweruser

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    warum kannst du dir keine 3 Jahre mehr leisten?
    Du verdienst doch in der Ausbildung auch Geld - und das reicht auch zum Leben.


    Definitiv Variante 1 meiner Meinun gnach..
     
  9. Toolkit

    Toolkit Poweruser

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    Herz-Thorax-Chirurgie
    Servus,

    meines Erachtens würde ich natürlich auch Variante 1 nehmen.

    Atmungstherapie innerklinisch und außerklinisch entscheiden sich grundlegend, genau wie die Arbeit in der Intensivpflege.
    Leider ist das ganze noch kein staatlich anerkannter Ausbildungsberuf, die DGP arbeitet allerdings daran das zu ändern. Falls du die Weiterbildung jemals machen solltest, würde ich empfehlen diese auch bei der DGP zu machen, der Rest sind Trittbrettfahrer.

    Willst du Action, geh in die Klinik, das macht Sinn.
    Willst du "leichter" Geld verdienen, versuch dich in der Heimbeatmung.

    MfG
    Tool
     
  10. 01Mari

    01Mari Junior-Mitglied

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    @ Lillii: eben weil bei mir eine ganze Familie dran hängt, und da ists scho ein Unterschied ob man ca. 700€ oder 1700€ verdient das reicht wenn dann nur knapp zum Leben, dass kann man auch überbrücken aber eben nicht nochmal die ganzen drei Jahre!

    @Dirk: vielen Dank! Für die ausführliche Erklärung!

    @alle: vielen vielen Dank!Werde mir immer sicherer, das die 1er eigentlich das ist was ich will und ich auch durchzuziehen werde.
     
  11. Fleschor_Max

    Fleschor_Max Poweruser

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    Ich würde so eine Entscheidung nicht ohne Einblick ins Arbeitsumfeld machen. Versuch doch mal als Hospitationen jeweils 2 Tage auf einer Intensivstation und bei einem ausserklinischen ITS-Dienst mitzuarbeiten.

    Ausserklinische ITS-Pflege bedeutet in meiner Heimatstadt auch Häuser mit mehreren Beatmungs-WG die von einem Pflegedienst betreut werden. Da hast du dann schonmal 7-8 Patienten pro Team, und evtl. die Möglichkeit als Springer zwischen den Teams zu wechseln. Ist dann nicht ganz so einseitig wie die 1:1-Betreuung zuhause. Ausserdem ne höhere Chance von erfahrenen Kräften lernen zu können.

    Intensivstation hat nicht nur die genannten Vorteile. Ich liebe meinen Beruf, aber wie ich die ersten 1,5Jahre überlebt habe, keine Ahnung. Auf manchen Stationen bekommste 4 Patienten, obwohl vom Arbeitsaufwand realistisch nur 2 sicher zu bewältigen sind. Fehler des Personals werden da einplant (es ist ja per Studien nachgewiesen dass schon die 1:3 Betreuung die Fehlerquote erhöht). Du am Bett als Pfleger bist aber derjenige der sich dann den Kopf macht, wenn er was übersieht. Dann gibt es sicher noch Stationen die eine sehr gute Einarbeitung machen, aber aufgrund der Umstände wird sich kaum eine Station der verkürzten Einarbeitungszeit entziehen können.

    Langjährig erfahrene ITS-Pfleger sagen mir, dass sie früher erst nach 1-2Jahren an beatmete Patienten rangelassen wurden, dass früher bei jeder komplizierterer Intervention die Schichtleitung mit am Bett war, die keinen eigenen Patienten hatte. Das ist heutzutage wohl meist utopisch, aber deshalb muss das nicht falsch gewesen sein.
    Also Probearbeiten und da auch mal die Mitarbeiter fragen, wenn kein Vorgesetzter dabei ist, wie die Einarbeitungszeit wirklich war. Das weicht manchmal krass von dem ab, was sie dir im Bewerbungsgespräch sagen.

    Ausreden will ichs nicht, ich kann mir aktuell nicht vorstellen woanders auch soviel Spass an der Arbeit zu haben. Aber trotzdem kann das ganze drumherum, was nicht zum eigentlichen Pflegeprozess gehört, ziemlich ätzend sein. Durchschnittliche Verweildauer auf Intensivstationen ist wie lange? 2Jahre?

    EDIT: Für mich ist der Hauptfaktor auf ITS wirklich dieses Element der akuten Notfälle und Reanimationen. Es ist vllt. nicht ethisch weils für den Patienten natürlich Lebensgefahr bedeutet, aber ich genieße diese Momente richtig. Wenn es klappt, dann ist das einfach nur ein nettes Gefühl jemanden zurückzuholen. Bester Dialog der letzten Zeit "Erinnern sie sich was gerade passiert ist?" - "Nee" - "Ich hab mal kurz auf ihnen rumgedrückt, ihr Herz ist nochmal stehen geblieben." - "Ach, schon wieder?" - "Sie nehmen das ja ziemlich locker." - "Sie haben mir doch gesagt, ich bin hier in guten Händen".
     
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