Wechseln oder durchhalten?

Dieses Thema im Forum "Talk, Talk, Talk" wurde erstellt von Sweetangel, 02.11.2007.

  1. Sweetangel

    Sweetangel Newbie

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    Hallo
    ich habe seit oktober 06 mein examen und bin dann direkt auf die intensivstation gekommen. anfangs war ich total happy, weil ich mich dafür total interessiere, doch mittlerweile merke ich immer mehr, dass die intensiv nichts für mich ist. ich muss dazu sagen, dass ich ziemlich sensibel bin und mir halt auch immer über vieles einen kopf mache. die arbeit und die schichten machen mir mittlerweile ganz schön zu schaffen (psychisch und körperlich).
    daher habe ich mir überlegt vielleicht zur ambulanten pflege zu wechseln. das arbeiten hat mir in dem bereich sehr viel spaß gemacht in der ausbildung und ich denke, dass es mir wahrscheinlich auch besser gehen würde.
    was meint ihr dazu? wäre ein wechsel sinnvoll?

    liebe grüße
    sweetangel
     
  2. anncath

    anncath Junior-Mitglied

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    Hallo sweetangel!

    Du schreibst, dass du psychisch und physisch überfordert bist, und hoffst dass die ambulante Pflege besser zu dir passt.

    Das ist aber auch nicht immer Honigschlecken. In erster Linie bist du "Einzelkämpfer" am Patienten, hast auch Früh- und Spätschicht, und wenn´s ganz dumm kommt, geteilten Dienst oder musst Doppelschicht fahren.

    Da du sagst, dass du sehr sensibel bist, vermute ich mal, dass dir dann bestimmt ein paar Patienten "ans Herz wachsen". Was, wenn denen mal was passiert oder sie versterben?

    Natürlich kann man AP mit Intensiv-Station nicht vergleichen.

    Ich selber bin kann mir zur Zeit keinen besseren Arbeitsplatz (außer Haus und Herd mit Kindern, aber dafür bekommt frau leider kein Geld...) vorstellen.

    Wir haben vom 21-jährigen bis zum 102-jährigen alles dabei, von der Grundpflege über Med.-Gaben und Insuline bis zur modernen Wundversorgung, ebenso parenterale Ernährung und Stomabehandlung usw.

    Bist du dir sicher, dass du nicht auf der Intensiv bleiben möchtest? So´ne Phase, dass man alles hinschmeißen möchte, kommt immer mal vor. Es wär doch schade, wenn du hinterher merkst, dass dir die Intensiv doch besser gefiel. Vielleicht kannst du im Urlaub oder Frei mal bei einem AP "schnuppern", denn es gibt ja auch einige Pflegedienste, bei denen das Arbeiten nicht so entspannt und patientenorientiert ist.

    Wir stellen natürlich auch lieber sensible aber belastbare Pflegekräfte ein, als Personal, dass nur die Patienten abschrubbt und wohlmöglich nur das nötigste mit ihnen redet.

    Vielleicht kannst du noch ein bisschen durchhalten, um deine Entscheidung dann ganz sicher treffen.

    Gruß, Anne
     
  3. narde2003

    narde2003 Board-Moderation
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    Hallo Sweetangel,

    hast du das Gefühl "Fehl am Platz" zu sein schon von Anfang an, oder ist es erst jetzt aufgetreten?
    Viele meiner neuen KollegInnen haben nach einer gewissen Zeit bedenken auf Intensiv arbeiten zu können und fühlen sich nach einer gewissen Zeit Fehl am Platz.
    Dies tritt meist nach ca. 6 Monaten auf, wenn man schon einen gewissen Überblick auf Station hat und die Anfangsphase überwunden hat.
    Die KollegInnen empfinden dann meist, dass sie "überhaupt nichts können" was aber nicht stimmt, ausserdem sind viele vom Schicksal der Patienten geschockt, kommt auch auf das Fachgebiet an.

    Ob die ambulante Pflege für dich besser ist, kannst nur du selbst herausfinden, die körperliche Belastung ist dort sicher nicht geringer als auf Intensiv.

    Kannst du eine kleine Auszeit nehmen, also Urlaub und in aller Ruhe darüber nachdenken?
    Wenn du danach feststellst, es ist immer noch alles ganz "schrecklich" würde ich an einen Wechsel denken.
    Was hat dein Probezeitgespräch ergeben? Das müsste doch jetzt gewesen sein.
    Sprich mit erfahrenen KollegInnen auf Station über deine Bedenken vielleicht findet ihr eine gemeinsame Lösung.

    Liebe Grüsse
    Narde
     
  4. Sweetangel

    Sweetangel Newbie

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    es ist ja nicht so, dass ich mit dem patienten auf intensiv nicht zurecht komme. ich denke in der hinsicht kann ich arbeit und privat relativ gut trennen. es ist vielmehr das arbeiten an sich. ich fühle mich häufig überfordert und das arbeiten mit einigen kollegen ist auch nicht gerade einfach. man muss dazu sagen, dass in letzter zeit auf der station (auch kurz bevor ich gekommen bin) einige sachen vorgefallen sind, die das team ziemlich auseinander gerissen haben. einige kollegen geben mir auch einfach das gefühl, dass ich fehl am platz bin, bei anderen hingegegen ist das nicht so.
    mit der körperlichen belastung meine ich nicht den kraftaufwand, sondern dass mein körper mittlerweile einfach auf den ganzen stress und die vielen wechselschichten (welche bei uns häufig sind, da wir keinen regelmäßigen wochenrythmus haben) reagiert. ich habe mittlerweile fast jeden monat zwischenblutungen (wo aber keine organische ursache festzustellen ist) und habe eine seltene form von migräne, die auch immer häufiger auftritt.
     
  5. jackdanielsx84x

    jackdanielsx84x Gesperrt

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    Tachchen,


    ist es möglich, dass du dich durch das Arbeiten mit manchen Kollegen überfordert fühlst und sich die Überforderung bei den anderen Mitarbeitern wieder legt oder ist das ein generelles Gefühl?

    Hat man dadurch schon gesundheitliche Beeinträchtigungen, in welcher schwere auch immer, ist es natürlich ratsam im Sinne seiner Gesundheit zu wechseln.
    Die andere Sache ist, Stellen auf der Intensiv fallen meist nicht vom Himmel oder laufen einem hinter her, aber wenn meine Gesundheit durch meine Arbeitssituation in Mitleidenschaft gezogen würde, würde ich doch stark zum Wechsel tendieren.
    Nach dem was ich bisher gelesen habe gibt es wohl auch keine greifbaren Aussichten auf Veränderungen im Team, Einstellungen der MA oder dem Schichtablauf oder?

    Gruß
    Dennis
     
  6. Sweetangel

    Sweetangel Newbie

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    hallo jackdaniels,
    das mit der überforderung ist eher generell, klar ist es noch verstärkt, wenn ich mit den kollegen zusammen arbeite die mir das gefühl fehl am platz zu sein.
    das sich da in zukunft etwas ändern wird sieht eher schlecht aus. wie es momentan aussieht wird es höchstens noch mehr.
    ich habe auch schon mit ein paar kollegen über die probleme gesprochen und diese meinten, dass es wahrscheinlich dann besser wäre, wenn es sich so schon äußert...

    liebe grüße
    sweetangel
     
  7. jackdanielsx84x

    jackdanielsx84x Gesperrt

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    Nun, da die Aussichten auf Veränderungen wohl nicht bestehen und es dich gesundheitlich belastet würde ich mich schon einmal nach etwas anderem umsehen, bevor sich das noch stärker auf dein psychisches und physisches Gleichgewicht aus wirkt.
    Ich will dich natürlich auch nicht mit aller Gewalt überreden zu gehen. :razz1:
    Das bleibt allein deine Entscheidung.

    Gruß
    Dennis
     
  8. MiChung

    MiChung Gast

    Hallo Zusammen,

    also ich frage mich gerade, was das hier ist. Es mutet fast wie eine Therapiestunde im Forum an.
    Wenn ich anderen Menschen helfen will, muss ich selbst stabil sein. Wenn ich das nicht bin und es auch nicht so aussieht als würde ich mich in nächster Zeit stabilisieren können, muss ich über Konsequenzen nachdenken.

    Ich lese hier im Forum häufig von Situationen, in denen sich Mitarbeiter von Kollegen gemobbt, unverstanden oder schlecht behandelt fühlen. Das sind Dinge, die man nicht in einem Forum klären kann, sondern nur in der Situation, weil hier nur jeweils eine Sichtweise deutlich wird.

    Natürlich hat jeder schon mal "die Nase voll" und würde am liebsten alles hinschmeißen, ein Zeichen dafür, dass man Urlaub oder frei braucht.... oder aber auch über einen Wechsel nachdenken muss, oder sogar einsehen muss, dass man den falschen Beruf gewählt hat ... aber das muss man für sich tun, da kann einem niemand raten oder helfen.
    Man muss für sich selber sorgen können, wenn man für andere sorgen will. Die Verantwortung kann man nicht einem Team übertragen.
    Natürlich ist es schöner, wenn man sich innerhalb eines Teams gut versteht und aufeinander achtet - aber das ist nicht die Regel. Und damit muss man auch klar kommen können.

    Das hört sich jetzt vielleicht hart an, aber diese Themen häufen sich in letzter Zeit so sehr, dass ich mich frage, ob jedem so klar ist, worauf er sich einlässt mit seiner Berufswahl...


    LG
     
  9. SrSa

    SrSa Senior-Mitglied

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    Hallo Sweetengel,

    ich an deiner Stelle würde lieber mal mit der PDL sprechen ob du nicht innerhalb des Hauses die Station wechseln kannst.:besserwisser:

    Ich war nach dem Examen 1 Jahr im KH,
    2,5 Jahre in der ambulante Pflege und das ist kein Zuckerschlecken.
    :sdreiertanzs:Ab nächstes Jahr habe ich endlich wieder eine Stelle im KH gefunden.:klatschspring:
    Ich vermisse die KH-arbeit sehr und freue mich um so mehr auf Februar 2008.

    Im KH sind die Arbeitszeiten regelmäßiger (klar gibt es auch Überstunden), in der amb Pflege habe ich so zwischen 10 und 14 Uhr Feierabend, genau weis ich es immer erst wenn ich fertig bin oder halt zwischen 20 und 23 Uhr.:motzen:

    Abgesehen von den schrecklichen Doppeldienste von bis zu 15 Stunden, da macht das Auto fahren auch kein Spass mehr.:motzen:

    Und Spät- Frühwechseln (Ende 23 Uhr, Anfang 5.45Uhr, muss ja nicht überall so sein):motzen:

    In der amb Pflege hat man oft die gleichen Patienten, was auf der Dauer für mich so langweilig wurde und man bekommt mit der Zeit eine intensive Verbindung und ob das für dich so gut ist??? Wenn jemand stirbt denn du lange gepflegt hast!

    Hoffe, dass ich dir von mir ein kleinen Einblick geben konnte und du für dich die richtige Entscheidung treffen wirst.
     
  10. Maniac

    Maniac Poweruser

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    Ich würd einfach mal sagen: Wechsel irgendwo hin, hauptsache da weg.

    Du bist mit der jertzigen Situation überfordert. Sei es dahingestellt wo das her kommt, geht einfach erstmal da weg und versuch etwas Anderes!

    Mir scheint du weisst nicht was genau das Problem ist, also versuch wirklich mal was Anderes. Was du kriegen kannst.

    Vielleicht hast du Glück, vielleicht passt es nicht, aber du merkst ( an Übereinstimmungen) was das Problem ist...

    Ambulante pflege will ich da garnicht ansprechen, vielleicht liegt dir auch die Urologie, die Psychiatrie oder die Chirurgie, wer weiß.

    Schau erstmal wo du was kriegen kannst und dann seh weiter.

    MfG
    Maniac
     
  11. RonjaR.

    RonjaR. Junior-Mitglied

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    also ich kenne einige Schwestern, die zur ambulanten Pflege gewechselt haben und nur sehr wenige, die das nicht bereut haben.

    Ich tendiere auch mehr dazu Dir raten zu wollen mit der PDL über eine Versetzung zu reden und es erst einmal auf einer anderen Station zu versuchen. :fidee:
     
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