Was wird bei euch bei der Flüssigkeitszufuhr berechnet?

Dieses Thema im Forum "Der Alltag in der Altenpflege" wurde erstellt von auswanderin, 17.10.2008.

  1. auswanderin

    auswanderin Senior-Mitglied

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    hallo an alle
    ich muss nun mal fragen wie bei euch in den Häusern die Flüssigkeitszufuhr berechnet und gehandhabt wird.

    bei uns ist es jetzt so: NUR noch Tee, Säfte, Kaffee und Wasser werden als Flüssigkeit berechnet,
    jedoch KEINE Flüssigkeiten wie gebundene Suppe, Colshake, FresubinDrink, Joghurt ect.

    Da viele diese jedoch auch bekommen, schaffen sie selbstverständlich nicht, auch noch alles andere zu trinken um auf die errechnete Tagestrinkmenge zu kommen.
     
  2. flexi

    flexi Administrator
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    Hallo Auswanderin,

    gibt es denn irgendeine Begründung dafür?
     
  3. auswanderin

    auswanderin Senior-Mitglied

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    Angeblich weil dies als Nahrung anzusehen ist und nicht zur Flüssigkeit gezählt werden kann. Verstehe ich zwar nicht, denn wenn ich Nahrung über eine PEG laufen lasse, rechne ich doch auch die festen Bestandteile raus und trage den Rest in den Flüssigkeitsplan ein.
     
  4. narde2003

    narde2003 Board-Moderation
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    Hallo Auswanderin,

    wenn ich als Diätassistentin etwas dazu sagen darf?

    Gebundene Suppen werden als Flüssigkeit gerechnet. Wenn man es ganz streng mit der Flüssigkeitszufuhr nimmt, rechnet man auch Joghurts und z.B. Gurken mit ein, diese enthalten immerhin über 90% Flüssigkeit.
    Viele berechenen auch Obstsorten mit ein. Joghurt wird nur bei strenger Flüssigkeitsbilanz berechnet.

    Bei sehr genauen Flüssigkeitsberechnungen, die im Altenheim sicher nicht stattfinden, wird alles mit eingerechnet, selbst die Restflüssigkeit im Brot.

    Für mich stellt sich die Frage, wer solche Vorgaben macht und mit welchem Sinn. Ist es für alle Patienten gedacht oder nur für "unproblematische" (z.B.keine Dialyse oder Herzinsuff.) Patienten die in den Heimen meist unzureichend mit Flüssigkeit versorgt werden. Viele Hausärzte verstehen davon leider auch nicht sehr viel, da dies im Studium nicht sehr ausführlich behandelt wird, genauso wenig wie in der Ausbildung der Pflege.

    Sonnige Grüsse
    Narde
     
  5. auswanderin

    auswanderin Senior-Mitglied

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    hallo Narde

    mein ( noch ) Haus ist eine Residenz mit Appartements. Demente Bew. sind dort tagsüber in einem Tagesraum zur Betreuung, wenn sie nicht mehr alleine zurecht kommen.
    Hier wird eben auch die Nahrung und Trinkmenge aufgeschrieben und das bei allen, die nicht selbstständig zum Glas greifen, sondern angehalten werden müssen. Dies gilt aber auch für das Pflegepersonal auf den Etagen. Nicht alle nehmen dieses Thema ernst und daher stimmen die Pläne nicht immer und der Spätdienst versucht dies auszugleichen, was für mich oft an Quälerei grenzt und wenn ich dann in 5,5 Std. Arbeitszeit die TTmenge plus Zusatznahrung anreichen will, was mache ich dann?
    wo steht die Wichtigkeit im Vordergrund? Tee oder FresubinDrink?
    stelle es dir vor wie amb. Pflege, jedoch in nur einem Haus.
     
    #5 auswanderin, 18.10.2008
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 18.10.2008
  6. narde2003

    narde2003 Board-Moderation
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    Hallo Auswanderin,

    wie es in den Heimen abläuft ist mir schon klar, was ich wissen wollte wer diese Anweisung gegeben hat, dass z.B. gebundene Suppen nicht mehr einberechnet werden und mit welcher Begründung - die Begründung es wäre Nahrung finde ich nicht sonderlich aussagekräftig, vielleicht kannst du das etwas hinterfragen? Milch ist auch ein Nahrungsmittel.

    Den dementen Bewohner würde ich nun eher zur unkomplizierten Gruppe rechnen, bei dem es nicht auf die Berechnung von 25ml Flüssigkeit ankommt. Ich nehme an ihr macht dabei keine Ein- und Ausfuhrbilanz täglich bzw. 12 stündlich. Daher kann man die Regelung dies nicht einzurechnen gelten lassen, somit bekommt der Patient wenigstens ausreichend Flüssigkeit und muss nicht mit Exiskkose in die Klink gebracht werden.

    Schönen Tag
    Narde
     
  7. auswanderin

    auswanderin Senior-Mitglied

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    hallo Narde
    da ich seit August in Freizeitausgleich bin und gekündigt habe, kann ich deine Fragen nicht richtig beantworten. Ich weiss es halt über 2 Kolleginnen. Ich versuche mal mehr herauszubekommen. Die Anweisung kam von einer Qualitätsbeauftragten.
    Es wird NUR die Einfuhr dokumentiert und errechnet, wenn die TTmenge nicht erreicht ist, wird per s.c. aufgefüllt.
    versuche mal näheres herauszubekommen.
     
  8. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Über welche MindestFLÜSSIGKEITSzufuhr geht es hier eigentlich?

    Man kann 1l zusätzlich veranschlagen- würde bedeuten, ich muss zu jeder Mahlzeit ein Glas extra reichen.

    Man kann aber auch den Flüssigkeitsbedarf individuell berechnen. 30-40 ml braucht der Mensch bei ausgeglichener Volumensituation. Würde bedeuten, ich müsste bei 90 kg 2,7- 3,2 l Flüssigkeit zu mir nehmen. ... Nur hier geht es um die parenterale Flüssigkeitszufuhr. Das wird oft vergessen.

    Wenn ich enteral einen Flüssigkeitsbedarf errechnen will, wirds schwierig. Fast alle Lebensmittel enthalten mehr oder weniger H2O. Am einfachsten erscheint es noch bei der Gabe von Sondenkost. Da steht die Flüssigkeitsmenge drauf. Aber sonst? Wer wiegt schon die Lebensmittel ab und trägt den prozentualen Wert ein in das "Trink"protokoll?

    Ich finde, das Thema Dehydrierung im Altenheim ist zum Selbstläufer geworden. Ohne Hintergrundwissen wird allen eine Menge verordnet, die selbst uns überfordern würde.
    Gerne erinnere ich an die Exsikosepat. die sehr wohl ihre Menge Flüssigkeit bekommen haben, die angesetzt war... dumm nur, dass z.B. der Zucker entgleist war und zusätzlich ein fieberhafter Infekt bestand.

    Elisabeth

    PS Mir tun die Altenpfleger leid, die einen sturen Doc/ MDK erleiden müssen und mit den Ansetzungen klar kommen müssen. Zur Erinnerung: 1.5 l Einfuhr kann bedeuten: wenn der Bew. nur 10 ml Schlucke zu sich nimmt, muss ich 150 mal anreichen. Das bedeutet auch: ich kann den Becher ja nicht einfach an die Lippen setzen- ich muss Kontakt aufnehmen. Wenns gut läuft bin ich in 1-2 min fertig- macht 150-300 min ...PRO BEW.= 2,5- 5 STUNDEN. Unmöglich dies einzuhalten.
     
  9. auswanderin

    auswanderin Senior-Mitglied

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    hallo Elisabeth
    das weiss ich alles, es wird die TTmenge nach BMI berechnet, oder pro kg 40 ml doch ich denke, das man auch biografisches Hintergrundwissen mit einbeziehen muss.

    Wenn z.B. wie ich, mein Leben lang wenig getrunken habe, werde ich auch im Alter nicht mehr trinken und würde mich weigern. Wenn der MDK vorgibt was ich trinken muss oder ansonsten s.c. aufgefüllt würde, grenzt es für mich an menchenunwürdiges Handeln.


    Aber das gehört jetzt nicht zum Thema, denn ich wollte lediglich wissen wie es in anderen Häusern gehandhabt wird.
     
    #9 auswanderin, 18.10.2008
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 18.10.2008
  10. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Ich gebe dir völlig recht. Vielleicht sollte man die Damen und Herren des MDK mal nach ihren Gewohnheiten befragen. Sehr gut dürfte das kommen bei etwas beleibteren Kontrolleuren. *fg* "Wie sie trinken nicht täglich 4l H2O? Ich denke mal sie wiegen 100kg- dann müsste es aber soviel sein." Vielleicht könnte man das Ganze noch begeliten, indem man dem MDK- Menschen eine Flasche Wasser anbietet mit der Maßgabe: damit sie ihr Trinksoll erfüllen können. Bitte die 1,5l Flaschen wählen.

    Aber wir werden den MDK wohl nie ändern können... meist Menschen, die in ihren eigenen Fachbereichen gescheitert sind ob der Buchstabentreue zu Fachwissen.

    Elisabeth (die hofft im Alter in gute Pflegehände zu kommen)
     
  11. auswanderin

    auswanderin Senior-Mitglied

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    *fg* "Wie sie trinken nicht täglich 4l H2O? Ich denke mal sie wiegen 100kg- dann müsste es aber soviel sein."

    hallo Elisabeth

    :-) nein natürlich nicht, es steht irgendwo auf einem Blatt Papier welches ich durch Zufall mal entdeckt hatte und fürchterlich lachen musste.

    Da geht es Dir wie mir, aber ich sorge vor und erstelle meine eigene Biografie mit allem was für mich wichtig erscheint. Z.B. aufstehen, schlafen gehen, Lieblingsnahrung, Getränke und vor allem meine Eigenarten, die ich gewürdigt haben möchte... und wehe, dann werde ich ganz bestimmt sofort in die Schublade agressiv und verweigert gesteckt ! ohne das sich irgendwer den Kopf über mein Handeln zerbricht warum ich so reagiere.

    Da muss sich meiner Meinung nach ganz schnell was ändern
     
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