Was verdient ein Altenpfleger?

Dieses Thema im Forum "Der Alltag in der Altenpflege" wurde erstellt von motjasch, 29.01.2006.

  1. motjasch

    motjasch Newbie

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    Hallo an euch alle.

    Ich brauche Hilfe und hoffe, es kann mir wer weiter helfen.
    Mein Mann ist 40 Jahre, examinierter Altenpfleger und hat vor 3 Jahren die Ausbildung beendet.
    Er hat nun fast 2 Jahre als Dauernachtwache gearbeitet und wurde im November arbeitslos. Jetzt hätte er die Möglichkeit, in einem Heim anzufangen mit 1600€ Grundgehalt und 3€ pro Stunde Nachtzuschlag und 3 € pro Stunde am Sonntag. Es wurde als Wochenendzuschlag bezeichnet, aber gibt es den auch am Samstag? Wir leben in Niedersachsen und ich finde, das sind ca 1800€ brutto für all inklusive, also schon 7 Nachtdienste, 2 Wochenenden, ist das normal?
    Die Arbeitszeit ist so, dass 12 Tage durchgearbeitet wird, dann 2 Tage frei, dann wieder los, das heißt, er hat für das bissel Geld 4 !!!! Tage frei im Monat.
    Liege ich denn falsch, wenn ich sage: Dafür kann man net arbeiten?
     
  2. Steffi1984

    Steffi1984 Poweruser

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    HI,

    was hat dein Mann denn für einen Arbeitsvertrag? Er musste auch eine bestimmte Stundenanzahl in der Stunde leisten und der Rest sind doch Überstunden. Aber 4 Tage im Monat frei, des kann doch ned sein!
     
  3. Mobitz

    Mobitz Poweruser

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    Also wenn ich recht verstehe ist das eine Vollzeitstelle (38,5Std??? 40Std???)
    Dann ist das nämlich als BRUTTOgehalt ein Witz!!! Netto wäre es ok, da würd ich sagen, das kann schon hinkommen, ... aber BRUTTO??? Das ist ja mal eine richtige Ausbeutung. Die Stelle würd ich dann wohl nicht annehmen.
    12 Tage arbeiten (Nachtdienst), 2 frei und dann wieder los??? Wahnsinn, ... das sind ja Zustände wie vor X Jahren!!!
    Ist bestimmt ein privater Träger. Hab da schon mal schleche Erfahrungen gemacht.
     
  4. motjasch

    motjasch Newbie

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    Vielen Dank für Eure Antworten. Ja, es ist ein privater Träger, - und nein, es ist nicht netto, sondern brutto. Wieviel muss es eigentlich Nachtzuschlag geben? Die Schichten sind so, erst Spätdienst, dann Frühdienst, dann von Freitag Mittag bis Montag Mittag frei, dann wieder rein in den Nachtdienst, 7 Tage, dann angeblich Nachtschichtfrei und wieder los. Am Wochenende sind die Dienste länger , Frühdienst von 6 bis 14:30 Uhr, aber auch in der Woche ist der Frühdienst von 6 bis 13:30 Uhr. Ich kann mir das gar nicht vorstellen, dass das mit den Stunden hinkommen soll. Und einen Vertrag hat er noch gar keinen.

    Er sollte Freitag Probe arbeiten und 3-4 Tage hospitieren. Ab Samstag war er schon voll im Stationsdienst, von wegen hospitieren. Am Montag sollte jemand mit ihm sprechen, ist aber nicht passiert. Am Dienstag , also gestern, war auch nicht jemand für ihn zu sprechen. Er steht schon voll im Dienstplan, hat aber keinen Vertrag, weiß nicht, wieviel Urlaub es gibt und nichts. Aber es gib keine Arbeit hier im Umfeld. Und Arbeit ist Arbeit bzw. wenigstens Berufserfahrung, hat er sich gesagt.
     
  5. stefan1981

    stefan1981 Senior-Mitglied

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    hm.....

    Frag dich mal was die Alternative ist! Arbeitslos und mit 300 Euro arbeiten?

    Ich bin auch erst ins Berufsleben (24 ) eingestiegen. Hatte mir auch was anderes vorgestellt (seit dem 10.05 gibts ein neues Haustarifgesetz:-( ).

    Ich bin erst mal froh, dass ich was gefunden habe (und vor allem an einem Krankenhaus wo die Arbeit Spaß macht :-)!). Wenn ich an der Stelle deines Mannes wäre, würde ich den Job erst mal machen und mich nebenbei bewerben. Was natürlich auch schlecht ist, wenn man in der Dauernachtwache tätig ist.
    Aber einfach kündigen und Harz 4-Empfänger... ne, das muss ja auch nicht sein. Und jeder Tag Berufserfahrung wirkt sich positiv auf die Bewerbung aus ....!!

    mfg Stefan
     
  6. motjasch

    motjasch Newbie

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    Ich glaube, dass ich falsch verstanden wurde. Er ist nicht mehr in der Nachtwache tätig, von dort ist er arbeitslos geworden, schon im November.
    In dem zur Debatte stehenden Haus soll er mit 40 Jahren 1600€ Einstiegsgehalt bekommen und nur am Sonntag Schichtzuschlag und für die 7 Nachtdienste. Das ergibt ca 1750€ Brutto für drei Schichten!
     
  7. narde2003

    narde2003 Board-Moderation
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    Hallo Motjasch,
    interessant wäre die Anzahl der Wochenstunden die er leisten soll.
    Ich würde nicht ohne Vertrag mehr als die ausgemachten Schnupperdienste leisten.
    Wenn deinem Mann, das Gehalt zu wenig ist, muss er ja nicht dort anfangen, oder?
    Als was soll er eingestellt werden?

    Schönen Abend
    Narde
     
  8. motjasch

    motjasch Newbie

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    Momentan ist die Wochenarbeitsstundenzahl NOCH 38,5h, aber das soll auch auf 40,5 erhöht werden, fürs gleiche Geld , denke ich.
    Ist halt ein privates Heim, es liegt in der Nähe, kurze Fahrzeiten- und ja- es ist halt Berufserfahrung.
    Aber gibt es einen Mindestlohn in der Pflege oder können die Häuser ganz und gar machen, was sie wollen?
    Wir wohnen grenznah zu den neuen Bundesländern . Ist es denn normal, mit 1800€ bei drei Schichten Brutto nach Hause zu gehen?
    Selbstverständlich ist es besser, als Harz VI, das ist eh klar. Aber als Familienvater mit mehreren Kindern und Alleinverdiener finde ich es halt arg wenig. Da wir keine wirklichen Vergleichsmöglichkeiten haben, habe ich halt hier nachgefragt.
    Ach ja, er soll als Altenpfleger eingestellt werden. Und alle in dem Haus werden wohl mit 1600€ Grundgehalt eingestellt, egal, wie alt sie sind. Dann gibt es Sonntags 3€ pro Stunde Zuschlag, also 48€ im Monat und 7x3x8 = 168€ Zuschlag für die Nachtdienstwoche, macht 1816€ , WENN er so viele Nächte hatte, das ist ja auch nicht garantiert. Wie überall üblich, sind es 12 Tage am Stück, Spätschicht beginnt, Frühschicht geht raus, dann frei, dann Nachtdienst, dann frei, dann wieder Spätschicht.
    Dennoch kann ich auch die Stunden nicht nachvollziehen, bei 7h täglich und 8 am Wochenende komm ich bei 12 Tagen schon auf 86h, dann 7 Nachtdienste a 8 h = 56h , das sind gesamt bei 21 Arbeitstagen 142 Stunden. Der Monat hat doch aber in der Pflege viel mehr Arbeitstage, es sind ja noch 9-10 übrig, ca 7 sind frei, weiß ich jetzt, durch die Nachtschicht, bleiben noch 3 oder 2, geht man mal von 3 aus, sind es noch mal 21h, käme ich auf 163h, kommt das denn so hin?
    Danke fürs antworten!
     
  9. motjasch

    motjasch Newbie

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    Wie hoch ist denn nun die Verdienstspanne?

    Kann mir denn nun bitte mal jemand sagen, wie hoch die Verdienstspanne ist bei Altenpflegern? Immer vorausgesetzt Vollzeitstelle? Was verdient man unterste Schublade bei privaten Heimen, was im ambulanten Pflegedienst? In öffentlichen verdient man recht gut, das ist klar, aber dürfen die Privaten wie zu feudalen Zeiten ausbeuten?
     
  10. Mobitz

    Mobitz Poweruser

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    Tja, ... was man verdient man, ... im öffentlichen Dienst nach TVöD je nach Vergütungsgruppenzugehörigkeit.
    In Häusern mit privaten Trägern ist es meines Wissens nach reine Verhandlungssache.
    Man kann da sicher untergebuttert werden, ... wenn man sich unterbuttern lässt.
    Und als Fachkraft würde ich halt nicht unter einem gewissen Entgelt arbeiten (mich "nicht unter Wert verkaufen").
    Aber es ist halt die individuelle Situation, die aufdiktiert was man "mit sich machen lässt".
    Ich wüsste jedenfalls nicht, dass es eine Mindestvergütung bei privaten Trägern gibt.
    Lasse mich da aber GERNE belehren!!
     
  11. motjasch

    motjasch Newbie

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    Vielen Dank für die Antwort. Also, mein lieber Gatte hat diese Stelle nicht angenommen. Die Zustände im Heim sind schrecklich, dazu so wenig Geld, keine Aussicht, dass sich was verbessert, selbst die angehenden Kollegen raten ab.
     
  12. Mobitz

    Mobitz Poweruser

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    Ich glaube, das war eine weise Entscheidung.
    Prinzipiell denke ich zwar, dass Arbeit immer besser ist, als keine Arbeit, aber wenn man zum Probearbeiten kommt und dann schon (ohne Zusage) im Dienstplan steht (voll eingeplant), kaum Geld bekommt und dann noch die potentiellen Kollegen abraten, ... ich weiß ja nicht.
    Dann wünsche ich Deinem Gatten mal noch viel Erfolg bei weiteren Bewerbungen
     
  13. motjasch

    motjasch Newbie

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    Danke für die Antwort.
    Ja, ich glaube auch, dass es richtig war. Mein Mann hat von Freitag bis Donnerstag einschließlich Wochenende gearbeitet, wo er eigentlich hospitieren sollte. Geld hat er dafür natürlich nicht gesehen, und von sich aus ist die Chefetage auch nicht wegen eines Vertrages auf ihn zugekommen. Die hätten ihn noch 4 Wochen einfach so dort arbeiten lassen.:eek1: Als mein Mann dann anrief und sage, dass er nicht mehr kommt, haben die ganz lakonisch gesagt: ist gut, dann streichen wir sie aus dem Dienstplan. Aber Vorher was von Aufbau eines Stammpersonals faseln,:wut: unglaublich. Bei dem Umgang mit den Menschen bauen die ein Stammpersonal von Leuten auf, die weg sind, sowie sie irgendwo menschlich behandelt werden.
     
  14. arminfischer.de

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    Hallo motjasch,

    ich verdiene für Teilzeit 30h/Woche 1600 brutto. Für Vollzeit ist das arg wenig! Leider machen die privaten und auch immer mehr andere Altenpflegeeinrichtungen immer mehr was sie wollen! Auf 4 Tage frei würde ich mich nicht einlassen. Minimum 8 Tage! Ich bin selber eher Nachtwache, werde aber auch für die anderen Schichten mißbraucht. Ich denke wenn mann in der Pflege Nachtdienst arbeitet, sollte man schon so 12 Tage frei haben. Daß finanziell nicht viel rumkommt merke ich selber. Ich arbeite 30 bis 60 h in der Pflege und habe dann noch Kunden in meinem nebenberuflichen PC-Service. Sind bis 90 Stunden die Woche!

    Hier in Bayern finden manche Einrichtungen kein examiniertes Pflegepersonal mehr!

    Armin

    Armin Fischer, info@arminfischer.de, +4917621008967 www.arminfischer.de
     
  15. narde2003

    narde2003 Board-Moderation
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    Hallo Armin,

    ich hoffe doch, dass sich in den 4 Jahren das Gehalt etwas verbessert hat.

    lg
    Narde
     
  16. Nana19588

    Nana19588 Newbie

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    ich bin im Öffentlichen Dienst als Altenpflegerin angestellt. Habe 33 Wochenstunden und habe 1600 Brutto. Nur Früh- und Spätschicht in der Regel. Auch 12 Tage arbeiten dann 2 Tage frei. Das sit normal in der Pflege. Wenn man dann mal mehr frei hat, darf man sich glücklich schätzen.
    Urlaub kann man sich ausrechnen im Netz.
     
  17. Maniac

    Maniac Poweruser

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    Die Frage, auf die du dich beziehst, ist 5 Jahre alt ;)
     
  18. arminfischer.de

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    Hallo Narde2003,

    Ich arbeite seit 2001 in der Altenpflege, war in mehr als 8 Altenheimen in der Gegend von Regensburg. Ich habe die letzten Jahren festgestellt, daß Arbeitsbedingungen in der Pflege und Bezahlung zunehmend schlechter werden.

    Hier bei uns in Regensburg ist das so schlimm, daß mittlerweile in der Altenflege so gut wie keiner mehr arbeiten will. Es ist also schwierig für einige Heime Personal zu finden.

    Mittlerweile haben nicht mehr nur Zeitarbeitsfirmen kleine Löhne, auch bei den Heimen als Arbeitgeber kommt nicht mehr raus. Bei mir sinds 10 EUR Brutto die Stunde, plus 1 EUR vielleicht pro Stunde Nachtdienstzuschlag.

    Armin

     
    #18 arminfischer.de, 31.01.2011
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 31.01.2011
  19. Maria Teresa

    Maria Teresa Junior-Mitglied

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    Hallo

    Als Berufsanfänger habe ich letzten Herbst diverse Angebote bekommen. Eine Rehaklinik bot im ersten Jahr ca 1890,- Brutto, ein Pflegeheim bot 2092,-Brutto Grundgehalt und ein Pflegedienst zahlte 2225,- Brutto. (Alles 100%)

    Dabei musste ich allerdings ganz genau hinschauen. Die Zuschläge sind recht unterschiedlich, Urlaubsgeld und Weihnachtsgeld gabs bei den nur bei 2 Anbietern.

    Ich denke, 2000,- Brutto kann man verlangen. Ich glaube das Alter spielt keine Rolle bei der Einstufung, nur die Berufserfahrung

    Lg MT

    Die 5,5 oder 6-Tage Woche ist leider im Altenpflegebereich recht verbreitet. Ein kleiner Trost: die Dienste sind im allgemeinen kürzer.
     
  20. singlemama23

    singlemama23 Junior-Mitglied

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    Ich verstehe immer nicht warum sich beschwert wird und man dennoch in diesem Beruf arbeitet. Natürlich verschlechtert sich alles, nur das tut es in anderen Branchen auch. Weihnachts und Urlaubsgeld gibt es bei vielen Arbeitgebern schon gar nicht mehr. Im öffentlichen Dienst ist es egal wie lang man in der Pflege ist, man fängt bei Null an und baut sich die Jahre wieder neu auf. So rund um die 2000 Euro als Fachkraft ist ok für den Anfang.

    LG
     
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