Was verbirgt sich hinter dem Begriff: Psychosomatik?

Dieses Thema im Forum "Pflegebereich Psychiatrie/Psychotherapie/Psychosomatik/Sucht/Forensik" wurde erstellt von Ute, 27.07.2002.

  1. Ute

    Ute Poweruser

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    Servus,

    was versteht Ihr unter Psychosomatik ?
     
  2. Skraal

    Skraal Senior-Mitglied

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    Ich verstehe unter Psychosomatik, im speziellen, das Auftreten von Erkrankungen aufgrund der psychischen Verfassung.
    Als ich sehr unter privatem Streß stand, habe ich einen Tinitus bekommen, der aber Gott sei Dank, wieder wegging, als ich mit einer Psychotherapie begann.
    Allgemein bezeichnet Psychosomatik das Zusammenspiel von Körper und Seele. [griech.: Psychi = Seele, Gemüt; Soma = Körper]
     
  3. Ute

    Ute Poweruser

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    hi,

    dann gehört doch bestimmt das vegetative Nervensystem dazu ? Ich hatte so einen blöden Schwindel im letzten Jahr in der AUsbildung.
     
  4. carmen

    carmen Poweruser

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    Hi,

    lt. Pschyrembel ist Psychosomatik die Bezeichnung für die Wechselwirkung von Körper und Seele.
    Habe mal in der Schule gelernt, dass, wenn die Seele krank ist, der Körper darauf mit den verschiedentlichsten Symptomen reagiert (Erbrechen, Diarrhoen, Migräne u.s.w.).
    Hab da einen Tip: fragen wir doch micky 23. Er arbeitete eine ganze Zeit lang auf der Psychosomatik-Station.

    Carmen
     
  5. Kps2001

    Kps2001 Stammgast

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    Hallo!

    Arbeite momentan in der Psychiatrie, wir haben momentan drei Schmerzpatienten bei uns, die von Arzt zu Arzt gerannt sind, weil keiner ihre Schmerzen erklären konnte... Der "letzte Gedanke" ist dann immer die Psychiatrie "die werden schon was finden"! Es ist tatsächlich so, daß sich einige Menschen in "Wehwechen" so hereinsteigern, daß sie diese als echte, starke und andauernde Schmerzen erleben! Psychosomatische Erkrankungen sind aber nicht nur somatische Beschwerden aufgrund einer Erkrankung der Psyche, sondern auch psychische Erkrankungen aufgrund von somatischen Beschwerden, v.a. Depressionen!
     
  6. Micky

    Micky Gast

    Die Psychosomatik, so wie sie heute verstanden wird, ist noch immer ein Stiefkind der modernen Medizin. Sie wird oft abgetan als eine Mischung von Psychiatrie und Allgemeinmedizin. Dies mußte ich sogar selber feststellen, als ich für 4 Monate in einer Psychosomatischen Klinik gearbeitet habe und außer Abklärungen zur weiteren Arbeitsfähigkeit der Patienten nichts, aber auch gar nichts Psychosomatisches entdecken durfte. Sicher ist es schwierig, diesbezüglich Unterstützung von den Krankenkassen zu erhalten, eben weil dieses Thema so schwer zu greifen ist und psychische Probleme noch immer vor den Somatischen zurückstehen müssen, doch heisst dies noch lange nicht, dass Psychosomatik nicht praktiziert werden kann. Kurz bevor ich diese Klinik gerne wieder verlassen habe, hatte ich ein für mich sehr bedeutsames Erlebnis. Ich hatte Glück und durfte zusammen mit einer kleinen Gruppe von ausgewählten Mitarbeitern bei einem Workshop für Psychosomatik teilnehmen. Die Leiterin dieses Workshops war eine reife ältere Ärztin, die die eine Hälfte ihres Lebens als Allgemeinärztin verbrachte und die andere Hälfte als Psychotherapeutin. Der Workshop ging etwa 4 Std. und war voller Überraschungen für mich, da es durchweg nur um praktische Erfahrungen und Erlebnisse der Kursteilnehmer ging. Am Ende dieses Tages war mir die Realität des Erlebten klar und ich wußte, ich hatte etwas sehr Bedeutsames erleben dürfen.
    Für Viele ist der Zusammenhang zwischen psychischen Schwierigkeiten und den damit verbundenen körperlichen Auswirkungen nichts Neues, und doch scheint es an irgendeiner Stelle eine Grenze zu geben, die wir uns nicht zu überschreiten trauen. Ist der Zusammenhang zwischen Ursache und Symptom noch klar zu sehen und können wir die damit verbundene Konsequenz selber auch noch gut annehmen, ist der abgelaufene Prozess meist leicht zu durchschauen und wir bewegen uns auf dem Niveau der Allgemeinverständlichkeit. Das ist vor der Grenze. Dahinter sieht es meist etwas anders aus.
    So wie es meinem Verständnis entspricht, entwickeln sich körperliche Symptome innerhalb einer gewissen Zeit und innerhalb gewisser Gesetzmäßigkeiten. Wird die Psychosomatik recht verstanden, gibt es für die meisten (wenn nicht für alle) Symptome Ursachen, die zuerst in der Seele zu suchen sind. Oft ist es der Körper, der für unbewußte Probleme den Sündenbock spielen und erkranken muß. Selbstverständlich existieren eine Reihe von gut funktionierenden Abwehrmechanismen, die uns den Zugang zur Lösung des Problems erschweren. Diesen Zugang zu ermöglichen ist das Gebiet der Psychotherapie, die uns im Rahmen ihrer Möglichkeiten helfen kann, über den Weg der Seele unseren Körper wieder in´s Gleichgewicht zu bringen.
    Für mich gibt es nichts Grundlegenderes, als Heilung dort zu suchen, wo sie auch geschehen kann, nämlich genau dort, wo auch die Krankheit ihren Ursprung hat. Deshalb habe ich mich dazu entschlossen, die Moderation dieses Forums zu übernehmen und freue mich sehr, Eure Meinung und vielleicht auch Erfahrung zu diesem spannenden Thema zu erfahren.

    Micky
     
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