Was tun wenn ein Team den Dienstplan ablehnt?

Dieses Thema im Forum "Arbeitsrecht / Gesundheitsrecht / Krankenpflegegesetz" wurde erstellt von intensivotter, 16.05.2011.

  1. intensivotter

    intensivotter Senior-Mitglied

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    Hallo und guten Abend!

    Ich arbeite seit 12 jahren als stellvert. STL auf einer 8-Betten cardiologischen - internistischen Intensivstation.
    Mein Mitarbeiterstab beträgt 21 Mitarbeiter, wo von 60 % Teilzeitkräfte sind.Seit Oktober 2010 ist der Pflegdienstleitung bekannt,das wir ab dem 01.03.2011 2 offene Stelle haben werden.Diese werden erst ab dem 01.07. besetzt. Der Arbeitsaufwand steigt täglich und damit auch die Belastbarkeit des Teams, da erschwerend hinzu kommt, das wir sehr viele ärztliche Tätigkeiten übernehmen müssen, da unsere Stationsärzte alle intensivunerfahren sind und die Oberärzte nur zur Visite kommen.
    Seit Anfang des Jahres haben wir bereits knapp 600 Überstunden angesammelt.Die Vollzeitkräfte arbeiten durchschnittlich 120% und mehr pro Monat und auch die Teilzeitkräfte arbeiten pro Monat deutlich mehr als sie vertraglich wollen.
    Bereits seit März können wir kaum noch freie Tage geben. Drei Wochenenddienste im Monat sind die Regel.
    Jetzt im Mai beginnt die Urlaubszeit, des weiteren fallen zwei Kollegen längerfristig aus. Weder Überlastungsanzeigen noch Gespräche mit der Pdl ändern etwas an der Situation.
    Der JuniDienstplan war nicht mehr zu schreiben bzw war von uns der Stationsleitung nicht mehr zu verantworten, so daß wir die PDL baten, den Dienstplan zu schreiben, was sie natürlich nicht tat.Den Dienstplan, den ich jetzt geschrieben habe, wurde von meinem Team ablehnt!! Keiner will auch nur eine Minute mehr arbeiten, als seine Sollstundenzahl.Bereits ab morgen arbeiten nur zwei im Spät- und Nachtdienst.
    Die PDL setzte ich von der Reaktion und der morigen Schichtbesetzung in Kenntnis.Als Antwort bekam ich, ich solle eine Dienstverpflichtung aussprechen!
    Was ich nicht getan habe!
    Von meiner PDL ist keine Hilfe zu erwarten. Und ich weiss nicht, was ich machen soll! Vielleicht hat einer von euch eine Idee....
     
  2. Maniac

    Maniac Poweruser

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    Schwierig :-/

    Natürlich MÜSSEN deine Miarbeiter nach dem Dienstplan arbeiten, sodenn er nach dem Arbeitszeitgesetz geschrieben ist.

    600 Stunden sind, verteilt auf 12 Stellen (nur mal so), ja auch schon "nurnoch" 50-60h. Also auch noch im Rahmen.

    Allerdings schwierig das ganze.

    Wenn deine PDL so garnicht reagiert - gibt es jemanden darüber den du mit einbeziehen kannst? Bzw deine Leitung...!
     
  3. intensivotter

    intensivotter Senior-Mitglied

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    Meine Leitung ist selber krank und hat nächste Woche Urlaub! Desweiteren ist sie echt fertig und steht kurz vor einem Burn out.
    Ich muß sagen, ich kann mein Team verstehen.Zumal ich diesen Dienstplan auch so schreiben mußte, das jeder zwischen 10- und 30 geplante Überstunden machen muß.
     
  4. pffanja

    pffanja Poweruser

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    Naja 10 bis 30 Stunden sind nicht schön, aber das ist dann nun mal so.
    Passiert mir hier auch. Solange Neue kommen und man das auch wieder bekommt. Viele meiner Kollegen lassen sich die Stunden auch auszahlen und sind ganz froh über das Geld.
     
  5. mutters-kind

    mutters-kind Poweruser

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    Hallo...

    dumme Situation:evil1:

    Vielleicht solltet Ihr aber erst auch mal überlegen,warum Ihr ärztliche Tätigkeiten verrichtet?? Wer hat Euch gebeten,dass tun zu müssen??
    Klar ändert es nichts an einer sehr schmalspurigen Besetzung,aber drüber nachdenken schadet ja auch nicht..Es ist ja nicht Euer Problem,dass unerfahrene Ärzte auf der Intensiv landen..
    Wenn Deine PDL den Dienstplan genehmigt,dann ist sie auch verantwortlich!Ich denke mal,alles "Aufmerksam machen" liegt bei Euch in schriftlicher Form vor??Wissen Chefärzte und Geschäftsführung von den Zuständen??
    Deine Kollegen werden wohl oder übel so arbeiten MÜSSEN,wie es im Dienstplan steht...sie haben ja nun mal einen Vertrag zu erfüllen:twisted:

    Aber,wie schon gesagt,als erstes würde ich mal alle Tätigkeiten zurückrudern,die nicht eindeutig in Euer Aufgabengebiet fallen...Habe nämlich eher selten einen Doc gesehen,der bei personellen Engpässen im pflegerischen Bereich den Waschlappen schwingt...warum soll also die Pflege Aufgaben übernehmen,die nicht in Ihr Tätigkeitsfeld fallen???Soooo nett müssen wir ja nun wirklich nicht sein,oder??
    :wavey::wavey:
     
  6. intensivotter

    intensivotter Senior-Mitglied

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    Die Möglichkeit mit dem Auszahlen hatte ich auch vorgeschlagen. Wurde sowohl von den Kollegen, als auch der PDL abgelehnt!
    Ich frage mich, wie es weiter gehen soll, wenn tatsächlich niemand mehr gewillt ist ein zu springen....
     
  7. pffanja

    pffanja Poweruser

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    Wir reduzieren auch derzeit an unseren Standarts. ZB nicht mehr so häufigen Neurostatus, Waschen ohne Wasser usw.
    Seit Anfang Jahr hocken wir auch auf 1400 überstunden.
     
  8. Julischka

    Julischka Newbie

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    Was sagt der Betriebsrat dazu? Würde ein Zusammensetzen mit der Ärzteschaft helfen?
    Uns wurde gesagt,ein Dienstplan ist wie ein Arbeitsvertrag verpflichtend,wenn er genehmigt wurde.
    Und keine Krankmeldungen auf Grund der Lage? Auch selten!
     
  9. Toolkit

    Toolkit Poweruser

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    Hiho,

    1. Betriebsrat/MAV?

    2. Tätigkeiten aufs Minimum reduzieren, d.h. Überwachung und ein Grundmaß ethische pflege.

    3. Klagen? Geht sowas?

    4. Nochmal zur PDL, stellv. PDL oder der Geschäftsführung

    5. Offener Brief in der Zeitung (ohne gegen irgendwelche Rechte zu verstoßen)

    6. Dialog mit den Ärzten? Nur noch pflegerische Tätigkeiten verrichten.

    Nur so meine Gedanken, kA was davon gut ist ^^

    Tool
     
  10. Kalimera

    Kalimera Poweruser

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    Selten ein Team erlebt, dass so geschlossen und einig zu sein scheint.
    Wenn PDL nicht reagiert, ab zur nächst höheren Instanz.
    Alle Tätigkeiten, die nicht in den pflegerischen Bereich gehören ablehnen, fairerweise evtl. die Ärzte vorher informieren.
    Schreibe den Dienstplan entsprechend den gesetzlichen Vorgaben, und weise schriftlich darauf hin, welche Dienste ungenügend besetzt sind und dadurch die Pflege der Patienten zu einer gefährlichen Pflege wird. Dies würde ich sowohl zur PDL, als zur GF, als auch zur MAV und/oder dem Betriebsrat schicken.
    Deine Mitarbeiter können sich nicht weigern nach dem Dienstplan zu arbeiten (fiele unter Arbeitsverweigerung), sie müssen ihn nicht mal akzeptieren, aber sie können die Verantwortung ablehnen je nach Personalstärke, alles wie immer schriftlich fixiert.

    Schwierige Situation, die Ihr da habt und Deinen Job ziemlich schwieirg gestaltet. Deshalb rate ich alles schriftlich zu fixieren und an alle relevanten Stellen in Kopie zu senden.
     
  11. opjutti

    opjutti Poweruser

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    Hallo intensivotter!:wavey:
    Also, ich kann deine Mitarbeiter voll verstehen. Für dich ist es doch auch nicht leicht, wenn du jeden Tag den Motivator geben musst, damit sie wieder Überstunden machen, oder?
    Maniac´s Einwurf finde ich unangemessen, denn solche Bedingungen sind unzumutbar und dadurch steigt der Krankenstand enorm an, worunter die anderen dann noch mehr leiden!!

    Warum wendet ihr euch nicht an euren Betriebsrat? Der ist doch auch dafür zuständig, wenn unzumutbare Arbeitssituationen herrschen!!
    Wir hatten bei uns auch schon mal eine solche Situation. Aber irgendwann war das Maß voll und wir haben den Betriebsrat eigeschaltet. Der hat sich das ganze angeschaut, mit uns gesprochen und dann die Verwaltung informiert.
    Daraufhin gab es feste OP-Endzeiten, an die sich jeder halten musste.
    Es wurden auch OP´s absetzt und neues Personal eingestellt. Als die Situation wieder besser war, waren auch die Mitarbeiter wieder bereit, Mehrarbeit zu leisten.

    Was habt ihr denn für eine PDL? Die könnt ihr ja in der Pfeife rauchen! Würde ich in diesem Zusammenhang auch mal beim Betriebsrat ansprechen.

    LG opjutti:wavey:
     
  12. intensivotter

    intensivotter Senior-Mitglied

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    Erstmal danke für euere Vorschläge.
    Also: natürlich melden sich Kollegen krank, zur Zeit sind es insgesamt fünf.
    Mit den Ärzten wurde bereits mehrfach gesprochen, ohne Erfolg.Sie sind der Meinung, wenn die Pflege schlecht besetzt ist, sei dieses nicht ihr Problem. Das die Assistenzärzte größtenteils von uns Pflegenden eingearbeitet und angelernt werden finden die Chef- und Oberärzte nicht weiter verwerflich, da sie "schließlich" noch etwas anders zu tun hätten und ja nicht soooo:evil1: erfahren wären in der Intensivmedizin!!!
    Die PDL wünscht bzw. fordert seit Jahren, das Tätigkeiten wie Einstellung der Beatmung und allen drum und dran von den Ärzten übernommen wird.Meint aber sie könne es nur fordern, aber für weitere Schritte sei ihnen die Hände gebunden.
    Wir haben mittlerweile so viele Überlastungsanzeigen geschreiben, das man damit ein Haus tapezieren könnte.
     
  13. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Btw.- bist du überhaupt berechtigt Dienstverpflichtungen auszusprechen die die Kollegen über das geschuldete Stundensoll hinausgehend zur Arbeit heranziehen? Das wäre ja im Bereich der angeordneten Überstunden.

    Hast du bis jetzt alles mündlich geregelt oder gibt es bereits einen Schriftverkehr?

    Elisabeth
     
  14. opjutti

    opjutti Poweruser

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    Nochmal hallo intensivotter!!:wavey:

    Wir haben damals massiv Druck auf unsere Ärzte ausgeübt, indem wir ihnen gesagt haben , dass wir bereit sind Überstunden zu machen, aber nicht jeden Tag und mehr als 2 Std. Soviel kann die Op-Leitung anordnen! Wir haben dann beschlossen, dass wir die laufende Op beenden, die über unsere Solldienstzeit geht. Anschließend haben wir das Recht heimzugehen, denn die Ärzte wussten Bescheid und konnten erst weiteroperieren, wenn sie ein Op-Team zusammenhatten.
    Dadurch kam es zu massiven Überstunden bei den Ärzten. Und die dürfen ja auch nur begrenzt Überstunden leisten. Somit waren die Chefärzte und die Verwaltung unter Druck, denn es kam täglich zu Arbeitszeitverletzungen!! Und dann kann das Gewerbeaufsichtsamt einen Riegel vorschieben. War bei uns nicht nötig, weil vorher reagiert wurde.

    Ist aber auch noch ein Tipp, wenn alle Stricke reißen und gar nix mehr geht. :wavey:
    Anruf ans Gewerbeaufsichtsamt oder direkt an die Gewerkschaft wenden.
    Hat eine Bekannte von mir gemacht, weil auf ihrer Sozialstation auch unzumutbare Bedingungen herrschten. Inzwischen arbeitet sie woanders, aber sie hat anonym Anzeige erstattet. Das hat gut funktioniert, denn seitdem wird dort der PDL auf die Finger geschaut.

    Tut mir echt leid für euch, dass ihr so arbeiten müsst. Aber spannt doch eure Ärzte ein. Es gibt Arbeiten, die ihr nicht machen müsst. Ihr habt hoffentlich Pflegestandards, wo drin steht, was ihr macht und was der Arzt.
    Eine Hand wäscht die andere!!:wavey: Wenn ihr denen egal seid, warum übernehmt ihr dann für sie ärztliche Tätigkeiten. Piepst sie doch jedesmal an, wenn was zu für sie zu tun ist. Grenzt euch ab!!

    Der "Halbgott" in Weiss ist bei mir nicht mehr existent und das weiß "er" auch!!:wavey:
    LG opjutti
     
  15. intensivotter

    intensivotter Senior-Mitglied

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    Ich bin mir sicher, das ich keine Dienstverpflichtungen aussprechen kann.Selbst wenn, ich würde es nicht tun !!!!
    Mein Team hat Recht auf die Barrikaden zu gehen.Sie sehen seit Monaten den Kampf meiner Erstleitung und mir mit den Chefärzten, der Pdl und der Geschäftsführung in mündlicher wie schriftlicher Form. Man macht uns Versprechungen, die man nicht einhält!
    Opjutti, du hast Recht, wenn du sagst, wir sollten uns abgrenzen und keine ärztliche Tätigkeiten übernehmen. Ist leichter gesagt als getan - denn unsere Ärzte, v.a die Oberärzte und Chefärzte sehen das ganz anders - dann heißt es wieder die Pflege mobt! Zur Zeit auch ein ganz heißes Thema bei uns!
    Ganz ehrlich..... ich bin etwas ratlos!!!
     
  16. narde2003

    narde2003 Board-Moderation
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    Leitung HOKO
    Um welche ärztlichen Tätigkeiten handelt es sich?
     
  17. Fearn

    Fearn Poweruser

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    Ganz so einfach ist das Anordnen von Überstunden nicht.
    Es reicht nicht aus, sie einfach mal so in den Dienstplan hineinzuschreiben.
    Wenn die gesetzlichen Vorraussetzungen für die Anrodnung nicht vorliegen und
    der Arbeitnehmer dann unter Druck gesetzt wird, dann ist das im rechtlichen Sinne
    sogar Nötigung.

    Ich lasse mir meine Überstunden auch nicht ausbezahlen.-
    Für 40 Überstunden kommen unter dem Strich keine 200€ netto für mich heraus.-

    Zudem, wer versorgt denn "Mama" in der Zeit? Das muß ich dann auch noch zufinanzieren.-
    ( Mama ist Pflegefall der Stufe 2).

    Der Arbeitgeber hat auch andere Möglichkeiten:
    zb. kann er einen Springerpool einrichten oder mit Zeitarbeitsfirmen zusammen arbeiten. Er könnte zb. auch versuchen neue Mitarbeiter einzustellen.

    Bei uns wurde auch regelmäßig "vergessen" den Betriebsrat bei der Anordnung von Überstunden hinzuzuziehen und es wird regelmäßig vergessen,
    daß für angeordnete Überstunden, Überstundenprozente fällig werden.


    Allerliebste Grüße Fearn
     
  18. Sr. S.

    Sr. S. Poweruser

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    So wie es klingt was Du so schreibst, wäre es mir Sch...egal ob irgendwer behauptet, dass die Pflege mobbt. Im Übrigen ist es kein Psychoterror, der darauf abzielt, jemanden aus dem Betrieb zu drängen (= Def. Mobbing), wenn man nach Vorankündigung , nicht mehr die Arbeit von anderen Berufsgruppen übernimmt. Da kann man ja eher die fehlende Unterstützung durch PDL und Ärzte als Form von Mobbing betrachten.

    Wenn die PDL von Euch fordert, dass Ihr bestimmte Tätigkeiten nicht ausführen sollt, soll sie Euch das schriftlich geben. Ihr habt dann eine Dienstanweisung in der Hand, die Ihr den Ärzten vorweisen könnt, wenn sie Euch bitten eine ihrer Aufgaben zu übernehmen. und wenn Assistenzärzte etwas noch nicht können und Euch um Hilfe bitten, verweist sie an ihre Fachvorgesetzten, denn das ist nicht Euer Problem.
     
  19. Fearn

    Fearn Poweruser

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    Das ist noch eine interessante Seite zum Thema : Dienstverpflichten
    CLICK

    So einen ähnlichen Satz mit "Dienstverpflichten" hab ich vor etlichen Jahren das letzte mal gehört.
    Unsere Vorgesetzte hatte sich das von der PDL einreden lassen, daß sie das machen könne.

    Das Ergebnis: Ich habe sie damals ausgelacht und das als "Scherz" aufgefaßt: "Dienstverpflichten?- Wie willst Du das denn machen? Wir sind doch nicht
    bei der Bundeswehr.-Ist Krieg, oder Erdbeben?-
    Du kannst mich höflich fragen, ob ich einspringe. Aber ansonsten mußt Du bitte den Weg einhalten mit dem Überstunden offziell angeordnet werden, - mit Genehmigung des Betriebsrates und der dazu gehörigen Bezahlung und nicht durch Nötigung ."

    Danach haben wir das Wort: "Dienstverpflichtung auf der Abteilung nie wieder auf der Abteilung gehört.
    Vorher hatten sich einige Kollegen noch dienstverpflichten lassen.
    Der Satz ist danach nie wieder gefallen.

    Ich denke, daß gerade Krankenpflegepersonal leicht zu überreden ist noch eine Schicht draufzulegen aus einem Verantwortungsgefühl der Abteilung gegenüber, evtl. aus
    Freundlichkeit dem Team gegenüber.
    Wenn das Haus sich aber so darstellt, daß die Mitarbeiter nur " schmückendes Beiwerk und jederzeit austauschbar sind," dann sinkt auch die Bereitschaft
    über die Gebühr hinaus einzuspringen.
    Wer außergewöhnliche Leistungen fordert, der muß auch bereit sein seine Mitarbeiter außergwöhnlich gut zu behandeln.

    Das rekrutieren der Mitarbeiter wie beim Militär gehört nicht dazu.


    Liebe Grüße Fearn
     
  20. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Wie ist es mit einer konkreten Entlastungsanzeige inklusive Aufzählung der Überstunden und des Personalmangels infolge Urlaub. dann noch anfügen, welche Tätigkeiten man nun net mehr leisten kann. Net vergessen, was ihr schon alles unternommen habt zur Arbeitsoptimierung. Wenn möglich den Arbeitsaufwand transparent machen. TISS, PKMS o.ä. Stets den guten Willen betonen- aber konsequent Grenzen aufzeigen. Darauf hinweisen, dass die Sicherheit des Pat. unter Umständen gefährdet ist.

    Das ganze dann als Rundschreiben an: Chefarzt, PDL, BR- wenn vorhanden zusätzlich an Geschäftsführung, Vorstand, Pflegedirektor, usw..

    Unterschriften sammeln net vergessen. Stations- und Oberarzt müssten ja auch daran interessiert sein, dass da Personal kommt. Aus Jux und Dollerei werden ja net diverse Tätigkeiten an Pflegekräfte vergeben.

    Elisabeth
     
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