was tun; Partner leidet an meldepflichtiger Darmerkrankung?Darf ich als Pflegekraft arbeiten?

Dieses Thema im Forum "Pflegebereich Innere Medizin" wurde erstellt von Lieselotte90, 03.08.2013.

  1. Lieselotte90

    Lieselotte90 Newbie

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    Hallo,

    ich stelle einfach mal schnell diez Frage hier rein. Also mein Freund ist seit Montag krank, heute (SAMSTAG!!) gibt der Arzt durch, dass er einen meldepflichtigen Darmkeim hat und 2 versch. Antibiotika nehmen soll, das Gesundheitsamt wisse bescheid. Toll, nun ist es Wochenende und wir erhalten keine weiteren Informationen...
    Darf ich als potentiell Kontaminierte überhaupt arbeiten? ich arbeite seit dem 1.8 in einer Dialyse Praxis.. nicht grade die beste Zeit für Krankmeldungen aber auch keine tolle Sache mit sonem Keim da rumzurennen.. kann mir einer schneller helfen als der Arzt oder das Amt?
    würde mich über die Antwort freuen
     
  2. ludmilla

    ludmilla Poweruser

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    Warum soltest Du nicht arbeiten können? Bist Du denn auch krank?

    Ich war selbst mal von einem solchen Keim betroffen, ist unangenehm aber kein Drama. Ich durfte nach der Antibiotikaeinnahme wieder arbeiten, ein negativer Stuhlnavhweis und subjektives Wohlbefinden reichte. Die Ärzte vom Gesundheitsamt meinten, dass ich ja mit der erforderlichen Händehygiene vertraut sei als ich die Frage nach meinem Beruf beantwortete.
    Ich denke mit der Händehygiene solltest du vertraut sein.......
     
  3. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    Ohne zu wissen, um welchen Keim es sich handelt (was Du aber nicht im Internet kundtun solltest) wird Dir niemand Auskunft geben können. Übertragungswege und Inkubationszeit sind zu unterschiedlich. Noro-like-Viren können wir wegen der Antibiotika-Gabe wohl ausschließen.

    Ruf Montag früh bei Eurem Betriebsarzt an und schildere ihm die Situation; er müsste Dir im Fall des Falles ohnehin ein Beschäftigungsverbot ausstellen. Du bist ja nicht krank.
     
  4. stormrider

    stormrider Poweruser

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    Schonmal was von Inkubationszeit gehört?
     
  5. ludmilla

    ludmilla Poweruser

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    Gegenfrage: Darf ich als Pflegekraft nicht mehr arbeiten oder keine anderen Patienten mehr versorgen, wenn ich Kontakt zu jemand Infizierten hatte? Dann hätten damals alle meine Kollegen, die mit mir gearbeitet haben, nicht mehr arbeiten dürfen. Selbst das Gesundheitsamt ist davon ausgegangen, dass ich wieder arbeiten darf, sobald ich mich in der Lage dazu fühlte.
    Darmkeime schwirren ja in der Regel nicht in der Luft. Mit entsprechenden Hygienemaßnahmen ist die Gefahr der Übertragung eher gering. Bei Patientenkontakt kann man Handschuhe tragen.....
     
  6. Fearn

    Fearn Poweruser

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    Bei einer Clostridieninfektion meines Schwiegervaters, die er sich in einer Klinik zugezogen hatte,
    war es so, daß weder das Gesundheitsamt noch der Hausarzt und Betriebsarzt Bedenken sah,
    daß ich weiterhin mit Patienten arbeite.
    Es wurde lediglich auf die Händedesinektion hingewiesen, von allen 3 Institutionen, einschliießlich
    des Gesundheitsamtes.

    Es mag darauf ankommen, um welche meldepfichtigen Erreger es sich handelt, ob diese
    zb. schon im Verdachtsfall meldepflichtig sind.

    Liebe Grüße Fearn
     
  7. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Ohn das wir wissen um was für einen Erreger es sich hier handelt, kann man gar nix sagen. Auch denke ich, dass man im KH nochmal andere Hygienemaßnahmen durchführt als zuhause. Wer hat schon einen Schwenkarm am Waschbeckentisch oder Händedesi im Spender daneben?

    Tipp: Einfach mal die entsprechende Keimart + Merkblatt googeln. Da dürfte es Infos geben zu den Übertragungswegen und der Inkubationszeit.

    Elisabeth
     
  8. matras

    matras Bereichsmoderator
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    Das Gesundheitamt ist in der Pflicht, hierzu eine notwendige Umgebungsuntersuchung zu machen, also auch Personen zu erkennen die auch daran erkrankt sind. Keine Erkrankung ohne Erkrankungszeichen. Auch das Beschäftigungsverbot wird von der Behörde veranlasst! Eigenmächtiges Handeln ist nicht angezeigt.
    Handschuhe ohne Händedesinfektion ist insuffizient!
     
  9. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Aber die Handschuhe sind doch dicht, so dicht, dass man sie sogar überdesinfizieren kann. *duckundweg* + *ironieoff*
     
  10. Fleschor_Max

    Fleschor_Max Poweruser

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    Desinfektion ersetzt auch nicht hygienische Händewaschung. Clostridien-Sporen kommste mit Desinfektionsmitteln nur schwer bei, die muss man wegwaschen.
     
  11. stormrider

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    Was heißt denn Inkubationszeit? Für mich heißt das, dass man den Keim, Erreger, was auch immer, schon im Körper hat, aber noch keine Krankheitszeichen aufgetreten sind. Man kann meines Wissens durchaus schon jemanden infizieren. Bei Clostridien umfasst z.B. die Inkubationszeit 1-3 Tage.

    Sich als potentiell Kontaminierte zu betrachten finde ich verantwortungsvoll gedacht. Leider verhindern Maßnahmen wie Desinfektion eine Keimübertragung nicht 100%. Ich persönlich finde es gewagt, in solch einer Situation arbeiten zu gehen, vor allem im gesundheitlichen Bereich, wo man immer wieder auf Menschen mit verminderten Abwehrkräften trifft und Menschen, die aufgrund anderer Erkrankungen schon schwer belastet sind (z.B. Dialysepatienten).

    Wenn man wirklich Verantwortung ernst nehmen würde, würde ich als AG meine Angestellte frei stellen.
     
  12. Fleschor_Max

    Fleschor_Max Poweruser

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    Also ich wasch mir nach dem Toilettengang die Hände und desinfiziere sie mir. Üblicherweise greife ich mir dann erstmal nicht mehr in die Hose^^. Wie soll ich jetzt einen Patienten anstecken?! Alle Keime die ich an die Pfoten bekommen könnte, sind Standortflora anderer Patienten, meine eigene ist doch längst hinüber.

    Bei nem Schnupfen mit Mundschutz rumlaufen, das ist wichtig, machen aber auch viele nicht.
     
  13. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Du hast zuhause einen Desispender neben dem Waschbecken. Wow. Ich hab ja schon viel gehört. Ambubeutel u.ä. im Auto. Aber einen Händedesispender. Man lernt doch immer wieder was dazu.

    Elisabeth
     
  14. Fleschor_Max

    Fleschor_Max Poweruser

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    Es geht wohl um die Ansteckungsgefahr auf Arbeit für die anderen Patienten oder? Wie kommst du dann auf zuhause?
     
  15. ludmilla

    ludmilla Poweruser

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    Haool zusammen,

    ich geh jetzt mal davon aus, dass Pflegende wissen, dass Handschuhe allein, also ohne vorherige Desinfektion nicht wirklich zielführend sind. Und auch das Übertragungswege und Inkubationszeiten unterschiedlich sind.

    Wenn ihr in der Klinik mit einem infiziertem Menschen Kontakt hattet, nehmen wir mal auch an mit einem meldepflichtigen Darmkeim! Versorgt ihr dann keinen anderen Patienten mehr? Dann hätte mancher Pflegedienst kein Personal mehr zur Verfügung und auch im Krankenhaus wäre die Station geschlossen.
    Wenn das Gesundheitsamt Kenntnis von dem Keim hat wird es reagieren, auch am Wochenende! Die entsprechenden Hygienemaßnahmen bekommt man mitgeteilt. Ein mehrmaliger negativer Laborbefund war damals nicht nötig, dass Gesundheitsamt war informiert über meine damalige Arbeitsstelle und ging von der Durchführung der adäquaten Hygienemaßnahmen aus. Von verantwortungslos kann hier also keine Rede sein....

    Ludmilla
     
  16. stormrider

    stormrider Poweruser

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    Hier geht es ja erst einmal nur um eine Infektionsherd im Haushalt der betreffenden Person. Tja eben genau deshalb würde ich die betreffende AN freistellen, eben damit sich nichts auf der Station verbreitet. So ein Handeln sehe ich als verantwortungsvoll an.

    Statt dessen riskiert man lieber, dass die Infektion auf der Station verbreitet wird und die Situation, die im Beitrag über mir beschrieben wird, eintritt.
    Wer wirklich Verantwortung tragen will, hält sich nicht nur an die Minimalbedingungen der Gesetze sondern denkt auch mal nach.
     
  17. Resigniert

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    ?
    Der Infizierte ist doch ein fitter Mensch - kein Pflegefall dem ich das Gesäß reinigen muss.
    Der Infizierte ist doch sicherlich kontinent. Putzt nach Benutzung die WC-Brille, wäscht sich gründlich die Hände und benutzt das Handtuch nur einmal.
    Von Montag an konnte man sich in der Apotheke ein Desinfektionsmittel kaufen, wegen Diarrhoe-ganz allgemein.
    Der Infizierte liegt sicherlich auch im eigenen Bett, ohne Stuhlverschmutzung, die Bettwäsche wird täglich gewaschen.

    Ich sehe überhaupt kein Problem damit zur Arbeit zu gehen.
    Aber ich arbeite ja nur auf einer Gastroenterologischen Station, vielleicht bin ich inzwischen zu unvorsichtig und nachlässig geworden.
     
  18. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Du wäscht täglich die Bettwäsche, wenn jemand in der Familie eine Gastroeneteristis hat? Beachtlich. Das wäre mir zuviel Aufwand. Wozu auch. Der Betreffenden ist ja net inkontinent und pflegt die mitteleuropäisch üblichen Hygienemaßnahmen.

    Elisabeth
     
  19. narde2003

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  20. Resigniert

    Resigniert Stammgast

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    Ja, mache ich tatsächlich. Abziehen und beziehen geht schnell, den Rest macht eine Maschine.
    Liegt evtl. daran, dass es bisher in 20 Jahren nur 3x eine fam. Gastroenteritis gab.
    Und ich mich damit wohler gefühlt habe - ist ja mein Privatvergnügen
     
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