Was tun bei C2 Abusus + psychischer Erkrankung zu Hause??

Dieses Thema im Forum "Pflegebereich Psychiatrie/Psychotherapie/Psychosomatik/Sucht/Forensik" wurde erstellt von LilianB, 22.08.2012.

  1. LilianB

    LilianB Newbie

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    Hallo ihr Lieben,


    ich weiß ich bin hier vielleicht nicht ganz richtig aber ich habe keine Ahnung wohin ich mich wenden soll, vielleicht sind hier ja ein paar Experten die mir weiterhelfen können.


    Mein Vater (jetzt 75Jahre alt) ist schon seit Jahren Alkoholkrank, er trinkt nicht täglich aber er ist Gelegenheitstrinker und landet seit 10 Jahren auch immer wieder mal Volltrunken im Krankenhaus. Seine Art war schon immer sehr schwierig, er ist ein sturer Mensch, der Meinungen anderer nur schwer annimmt, damals vor 2 Jahren war er auch noch aggressiv und gewalttätig als ich (25w) noch Zuhause gewohnt hatte.


    Seit 4 Jahren ist es richtig schlimm mit ihm geworden. Es kommt mir so vor als wäre er paranoid oder schizophren. Denn er denkt die Nachbarn reden dauernd über ihn und würden ihm etwas schlechtes antun wollen, er denkt sogar sie würden ihn als Hitlerjunge beschimpfen (er hat damals die Hitlerzeit mitgemacht) Das Problem ist, er schreit, nein er brüllt sogar zu den Fenstern raus, wenn er glaubt die Leute reden über ihn und das Tag und Nacht. Ich persönlich habe nie gehört, das die Leute seinen Namen nennen oder gar schlecht über ihn reden, ich kann nicht einmal aus dem 4. Stock verstehen was die Leute unten im Hof oder in den Wohnungen reden. Es war damals schon schlimm für mich, wenn ich von der Arbeit nach Hause gekommen bin und schon von weiten sein Gebrülle gehört habe. Er schreit sogar einfach mitten in der Nacht einfach rum. Auch geht er Nachts meist raus um dann zu trinken. Tagsüber verlässt er eher selten die Wohnung. Wenn man ihn darauf anspricht so sagt er, er würde doch nur hin und wieder laut reden und auch nur weil die Leute ihm und seiner Familie schlechtes wollen. Sobald man zu ihm sagt, wir sollten mal zum Arzt oder mit ihm zu einer Beratungsstelle gehen so blockt er sofort ab, er möchte nicht zum Arzt da er ja nicht verrückt ist. Beim Hausarzt war er schon seit mindestens 15 Jahren nicht mehr. Weder ich noch meine Mutter haben Zugang zu ihm. Er hat zwar viele Geschwister doch die haben seit vielen Jahren den Kontakt zu ihm aufgrund seines Charakters abgebrochen.


    Das witzige ist außerhalb verhält er sich nicht so, wenn man ihn draußen auf der Straße treffen würde, würde man nur denken, das er ein alter netter Mann ist der eben viel Spricht und manchmal etwas mürrisch und laut ist.
    Doch ist er Zuhause dann nimmt das Unheil seinen Lauf.
    Die Polizei hatte ihn mal volltrunken mit nach Hause gebracht und wir meinten, dass er wieder aggressiv werden würde und dass es besser ist wenn sie ihn wieder mitnehmen, die haben das Lachen angefangen und meinten er seie der friedlichste Mensch überhaupt.
    Die Ärzte in der Klinik (wenn er mal wieder volltrunken aufgefunden wurde) wollten mir auch nicht so recht glauben, wenn ich von den Umständen Zuhause berichtete und nach einem Neurologen verlangte. Ich habe schon sämtliches ausprobiert, Polizei, Beratungsstellen der Caritas/Diakonie, Ärzte in der Klinik aber alle wollen meinen Worten keinen Glauben schenken. Die einzigen die, die Umstände kennen sind die Nachbarn die alles Live miterleben. Diese sind gerade dabei Unterschriften zu sammeln damit die Wohnung gekündigt wird. Die Nachbarn halten es eben nicht mehr aus mit seinen täglichen Gebrülle. das macht mich echt fertig, denn meine Eltern sind echt Arm und ich selbst habe für einen Umzug nicht das Geld. Allein schon bei diesem Gedanke wird mir ganz schlecht! Hinzu kommt noch das meine Mutter Krebskrank ist, ihn aber nicht verlassen möchte, da sie Angst hat ihm könne etwas zustoßen.


    Ich habe versucht oft mit ihm zu reden, ihn zu verstehen, ihm das Gefühl zu geben, dass er nicht allein ist, aber all das bringt nichts.
    Ich bin mittlerweile selbst nahe einer Depression und kann so langsam nicht mehr damit umgehen.


    Es wäre wirklich das einfachste, wenn mein Vater einfach zum Psychiater/Neurologen geht und er einen Therapieplatz bekommen würde, damit das Ganze mal behandelt wird.
    Aber wie soll ich das machen, wenn er nicht will? Ich meine er ist ja nicht entmündigt, somit bin ich ja irgendwie machtlos...


    Habt ihr vielleicht noch eine Idee was ich tun könnte oder an wen ich mich wenden könnte????
     
  2. eiermatz

    eiermatz Senior-Mitglied

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    es gibt eine Selbsthilfegruppe der Anonymen Alkoholiker, die sich hauptsächlich um die betroffenen Angehörigen, Ehepartner, Kinder, Freunde kümmern. Gibt es bestimmt auch bei dir in der Nähe.
     
  3. renje

    renje Poweruser

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    Hallo lilian,

    auch ich empfehle, wie eiermatz, für dich etwas zu tun, damit du besser damit umgehen kannst.

    Angehörigengruppe finde ich einen guten Ansatz.

    Ich befürchte, dass sich dein Vater nicht mehr ändern wird.
    Da gibts, befürchte ich, keine Therapie der Welt.
    Ein Alkoholiker braucht Einsicht oder/und Leidensdruck, weder das Eine noch das Andere kann ich aus deinen Schilderungen erkennen.

    Allerdings liegt aus deiner Schilderung die Vermutung nahe, dass begleitend eine psychische Erkrankung mit im Spiel sein könnte.

    Aber - solange er keine Fremd- oder Selbstgefährdung darstellt, kann jeder machen was er will.

    D.h. du kannst dich Ändern, dein Umgang damit, aber nicht den Anderen.
     
  4. Marty

    Marty Poweruser

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  5. renje

    renje Poweruser

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    Je nachdem wo du wohnst,

    jede psychiatrische Klinik hat Angehörigengruppen, teilweise regelmäßige Infoabende bzw. kann dir Adressen nennen -trau dich!
     
  6. Maniac

    Maniac Poweruser

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    1. Hol dir die Unterstützung die du benötigst. Wenn das nichts bringt, oder du nicht mehr willst, mach es wie deine Geschwister:

    2.: Er muss sich ändern oder zumindest daran mitarbeiten, oder du brichst den Kontakt ab!


    Ich darf das schreiben, ich habe ebenfalls persönliche Erfahrungen diesbezüglich. Wenn du nicht daran kaputt gehen willst, musst du dir selbst Grenzen setzen!
     
  7. LilianB

    LilianB Newbie

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    Vielen, vielen lieben Dank für die Antworten!!!!
    Ich werde mal das mit dem sozialpsychiatrischen Dienst oder einer Angehörigengruppe versuchen.
    Es ist halt immer sehr schwierig sich mit seinem Leid anderen anzuvertrauen. Viel schlimmer noch wenn man dann nicht ernst genommen wird wie ich bisher oft erleben musste.

    @ Maniac: du hast recht, ich habe es auch immer wieder gemacht, den Kontakt abgebrochen. Aber zuzusehen wie meine Krebskranke Mutter da leiden muss ist wirklich hart und es bricht mir mein Herz!
     
  8. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    Praxisanleiterin, Bachelor of Nursing, M.A. Pflegewissenschaft
    Deine Mutter wird genauso Grenzen setzen müssen wie Du.
     
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