Was muss man ändern, damit Pflege wieder Freude macht?

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herrkroemer

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@Lillebrit: Das FSJ gibt es immer noch, in den verschiedensten Bereichen. Vielleicht weniger im Pflegebereich, weil der BuFDi für den Arbeitgeber eventuell kostengünstiger ist.

Zur Dienstbeginn-Frage: Solange Funktionsabteilungen im Krankenhaus (wie OP, Röntgen, Labor, etc.) und Arztpraxen morgens um 8:00 h (statt z.B. um 10:00) starten bzw. öffnen, werden Pflegekräfte weiterhin früh aufstehen müssen, um Patienten entsprechend vorzubereiten, mal abgesehen von der schon angesprochenen Körperpflege. Am Wochenende könnte das anders laufen. Da regeln wir das bei uns flexibel, d.h. je nach Besetzung können ein oder zwei Mitarbeiter deutlich später als 6.00 h anfangen.

Fünf Dienste am Stück sind für mich persönlich tatsächlich ideal. Wenn Dienstpläne individuelle Erholungszeiten vorsehen, dann ist schon viel in Richtung Mitarbeiterbindung erreicht. Dass es nicht immer klappt, ist den meisten verständlich, aber wenn Wünsche im Plan so gar nicht berücksichtigt werden, dann sinkt die Motivation. Die Motivation wiederum ist entscheidend für ein gutes Arbeitsklima, in dem gute Pflegequalität gedeihen kann.

Leider wird immer noch versucht, "das Pferd von hinten aufzuzäumen": Es werden Qualitätsansprüche formuliert, ohne die zur Umsetzung nötigen Voraussetzungen zu schaffen. Die Voraussetzungen werden aber nicht von der Pflegewissenschaft geschaffen, sondern von unserem aktuellen Krankenversicherungssystem.

Was würde denn mit mehr Zeit ausschließlich für den Patienten mit den Patienten gemacht werden?

Ich hab es in meiner Klinikzeit leider oft erlebt, dass wenn mal Zeit übrig war, man sich lieber hingesetzt hat und das sogar so begründet hat: Wenn wir schonmal nicht szu tun haben, dann suchen wir uns nicht noch Arbeit.

(Ich hoffe ja, dass das nur so traurige Einzelfälle meiner Laufbahn waren)

wenn es die patienten nicht geben würde hätte man es viel einfacher auf station:-) klar setzt man sich hin wenn mal 5minuten luft ist, warum sollte man zum pat. gehen? verständlich oder bei der ganzen arbeit die noch wartet? und wenn man andere abläufe optimiert, so dass generell mehr zeit ist, dann geht man gerne mal wieder zum patienten. was sind die größten zeitfresser für euch?
 
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herrkroemer

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@Lillebrit: Das FSJ gibt es immer noch, in den verschiedensten Bereichen. Vielleicht weniger im Pflegebereich, weil der BuFDi für den Arbeitgeber eventuell kostengünstiger ist.

Zur Dienstbeginn-Frage: Solange Funktionsabteilungen im Krankenhaus (wie OP, Röntgen, Labor, etc.) und Arztpraxen morgens um 8:00 h (statt z.B. um 10:00) starten bzw. öffnen, werden Pflegekräfte weiterhin früh aufstehen müssen, um Patienten entsprechend vorzubereiten, mal abgesehen von der schon angesprochenen Körperpflege. Am Wochenende könnte das anders laufen. Da regeln wir das bei uns flexibel, d.h. je nach Besetzung können ein oder zwei Mitarbeiter deutlich später als 6.00 h anfangen.

Fünf Dienste am Stück sind für mich persönlich tatsächlich ideal. Wenn Dienstpläne individuelle Erholungszeiten vorsehen, dann ist schon viel in Richtung Mitarbeiterbindung erreicht. Dass es nicht immer klappt, ist den meisten verständlich, aber wenn Wünsche im Plan so gar nicht berücksichtigt werden, dann sinkt die Motivation. Die Motivation wiederum ist entscheidend für ein gutes Arbeitsklima, in dem gute Pflegequalität gedeihen kann.

Leider wird immer noch versucht, "das Pferd von hinten aufzuzäumen": Es werden Qualitätsansprüche formuliert, ohne die zur Umsetzung nötigen Voraussetzungen zu schaffen. Die Voraussetzungen werden aber nicht von der Pflegewissenschaft geschaffen, sondern von unserem aktuellen Krankenversicherungssystem.

Was mit dem Patienten gemacht werden soll ? Man spricht mit ihm; lernt ihn, seine Angehörigen und seine Bedürfnisse, seine Sorgen und Nöte besser kennen. So hat man das jedanfalls früher gemacht. Kann mich an solche Stunden gut erinnern! Das waren sogar noch Zeiten, als man selber geputzt, sterilisiert und Verbandsstoffe hergestellt hat. Trotzdem hat es diese guten Gespräche gegeben. An manche Patienten erinnere ich mich heute noch. DAS war ganzheitlich im wahrsten Sinne des Wortes!

was war damals anders???
 

kräuterfrau

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GuK, Candida BA Angewandte Pflegewissenschaften
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HerrKroemer:

Da benötigt man mehr Eckdaten:

Welches Fachbereich hat die Teststation?
Wieviele Betten? Wieviele Planstellen für die Pflege? Welche Qualifikationen besitzen sie(GUK, KPH, SH, Servicekraft, nicht zu vergessen BSN(Advance Clinical Specialist)
Wieviele ärztliche Stellen? Gibt es eine Arzthelferin?
Gibt es einen Case Manager?
 

Elisabeth Dinse

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herrkroemer

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@Lillebrit: Das FSJ gibt es immer noch, in den verschiedensten Bereichen. Vielleicht weniger im Pflegebereich, weil der BuFDi für den Arbeitgeber eventuell kostengünstiger ist.

Zur Dienstbeginn-Frage: Solange Funktionsabteilungen im Krankenhaus (wie OP, Röntgen, Labor, etc.) und Arztpraxen morgens um 8:00 h (statt z.B. um 10:00) starten bzw. öffnen, werden Pflegekräfte weiterhin früh aufstehen müssen, um Patienten entsprechend vorzubereiten, mal abgesehen von der schon angesprochenen Körperpflege. Am Wochenende könnte das anders laufen. Da regeln wir das bei uns flexibel, d.h. je nach Besetzung können ein oder zwei Mitarbeiter deutlich später als 6.00 h anfangen.

Fünf Dienste am Stück sind für mich persönlich tatsächlich ideal. Wenn Dienstpläne individuelle Erholungszeiten vorsehen, dann ist schon viel in Richtung Mitarbeiterbindung erreicht. Dass es nicht immer klappt, ist den meisten verständlich, aber wenn Wünsche im Plan so gar nicht berücksichtigt werden, dann sinkt die Motivation. Die Motivation wiederum ist entscheidend für ein gutes Arbeitsklima, in dem gute Pflegequalität gedeihen kann.

Leider wird immer noch versucht, "das Pferd von hinten aufzuzäumen": Es werden Qualitätsansprüche formuliert, ohne die zur Umsetzung nötigen Voraussetzungen zu schaffen. Die Voraussetzungen werden aber nicht von der Pflegewissenschaft geschaffen, sondern von unserem aktuellen Krankenversicherungssystem.

Die Begründung würde mich auch interessieren. Vor allem: Welche PDL, die ja heutzutage auch meistens ein "studierter Flitzpiepe" ist, befürwortet ein solches Projekt unter Leitung eines frisch examinierten ohne jede Berufserfahrung?

Nicht falsch verstehen: Änderungen treiben uns voran. Und die Basis der Teststation muss mit einbezogen werden, sonst klappt's nicht. Aber solche Änderung allein bottom-up voranzutreiben - ich bezweifle es ernsthaft. Du hast nicht die nötigen Befugnisse.

doch diese pdl gibt es.aber ich finde es spielt keine rolle ob erfarhung oder nicht. wichtig ist das was getan wird, man kann es ja auch lassen und alle sind weiter unzufrieden!
 

Fleschor_Max

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viele große erfinder hatten auch keine hilfe :-)
Findest du das ein Zeichen von Führungskompetenz zu sagen, ich mach das alleine und gehe das Risiko ein, dass es mit zusätzlicher Fachkompetenz besser hätte werden können? Willst du das deine Mitarbeiter so arbeiten, lieber alleine ein halbwegs vernünftiges Ergebnis, als im Team ein richtig gutes?
Hast du mal schlechte Erfahrungen mit Akademikern gemacht?

EDIT: Noch ne Frage: Als ITS-Pfleger bin ich für dich in dem Moment kein Praktiker mehr, wo ich meinen Bachelor habe?
 

-Claudia-

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Pflegeexpertin ANP
viele große erfinder hatten auch keine hilfe :-)

Deswegen entwickelst Du ja auch alle Ideen alleine und fragst nicht in einem Pflegeforum studierte Flitzpiepen wie mich nach Anregungen :rofl:

Es ist nicht nur wichtig, dass, sondern wie etwas geändert wird. Sonst haut die Änderung nämlich nicht hin.

Will Deine PDL, dass Du Dir eine blutige Nase holst?
 

Elisabeth Dinse

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Und nicht wenige Erfinder sind gescheitert... auch an der Vorstellunge im Alleingang die Welt verändern zu können.

Wozu dient das Ganze nun? Der Selbstverwirklichung?

Elisabeth
 

flexi

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Krankenpfleger
Da der TE seinen Account löschen lassen hat, sehe ich keinen Sinn in der Fortführung der Diskussion und schliesse daher diesen Thread!
 
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