Was ist gut in der ambulanten Pflege?

Dieses Thema im Forum "Ambulante Pflege / Private Kranken-Altenpflege zu Hause" wurde erstellt von ycassyy, 28.06.2010.

  1. ycassyy

    ycassyy Poweruser

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    Hallo an Alle.

    Immer wieder lese ich hier, wie schlimm es doch in der amb. Pflege ist, jetzt habe ich gerade noch nen Threat gesehen, wo anscheinend sämtliche Schüler die amb. Pflege furchtbar finden.

    Aber es gibt doch auch viele Vorteile, oder?

    Ich bin z. B. froh über die 1:1 Betreuung, die Häusliche Umgebung und auch die Tatsache, mal zwischendurch einfach an die frische Luft zu kommen.

    Wie seht Ihr das?
     
  2. kräuterfrau

    kräuterfrau Poweruser

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    Ich bin immer noch Schülerin. Aber ich fand die ambulante Pflege klasse.
    Für mich war vor allem die Selbstständigkeit wichtig. Ich habe im KH Pflege als sehr arztabhängig erlebt. In der ambulanten Pflege muss man großes Wissen und viel Fantasie haben. Für mich war die Abwechslung auch cool. Man muss sich sehr schnell umstellen und man erlebt viel. Auch Kommunikation mit Klienten ist cool. Im KH muss man immer von sich aus Gesprächsthemen anbieten und in der ambulanten suchen die Klienten das Gespräch. Ach ja ich fahre gerne, gut und sicher Auto.
    Mein Berufswunsch ist ambulante Pflege. Was ich mir wünsche ist noch mehr Entscheidungsfreiheit für die Pflegekräfte in der ambulanten Pflege( Mitwirkung bei der Diagnostik und Anordnungsfreiheit für die pflegerischen Maßnahmen):flowerpower:.
     
  3. Boggy

    Boggy Newbie

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    Hallo,
    was mir an der ambulanten Pflege sehr gut gefällt ist die Zeit, die man für einen Patienten hat. Wenn im Tourenplan für eine GKW 45min veranschlagt sind, dann habe ich auch diese 45min Zeit, um den Patienten zu versorgen. Es gibt keine Klingeln, keine Kollegen, die nach 20min wissen wollen, was man noch im dem Zimmer macht und keine Ärzte, die zwischendurch noch schnell Visite machen wollen.

    Alles in allem ist das Arbeiten am Patienten entspannter und auf diesen EINEN Patienten fokussiert, allerdings hat man dazwischen natürlich den Stress mit der Fahrerei. Baustellen, die Parkplatzsuche und Scharen von anderen "Verkehrshindernissen" können einem manchmal den Nerv rauben. Insofern ist das Arbeiten in der ambulanten Pflege nicht mehr oder weniger stressig wie im Krankenhaus, jedoch haben die Stressfaktoren einfach eine andere Prägung und das macht für mich das Arbeiten angenehmer.

    Viele Grüße
    Christoph
     
  4. MikeLowery

    MikeLowery Newbie

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    Hey, also ich arbeite auch in einer mobilen Pflege...und es macht super viel Spaß...klar ist es sehr stressig...aber die Leute sind super dankbar...und Du kannst Dir ein bisschen die Zeit selber planen...nach Absprache natürlich...ich werde ab Oktober eine Ausbildung anfangen als Kranken- und Gesundheitspfleger, bin sehr gespannt wie das ablaufen würd...ich kann mir aber vorstellen nach der Ausbildung wieder in die mobile zugehen...mal schauen ;) ...
     
  5. Annakatharina

    Annakatharina Newbie

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    also als ich noch bei meinem anderen ag war, kamen die praktikanten in der ausbildung auch gerne zu uns. ich finde es im stationären bereich stressiger als in der ambulanten pflege. wenn ich bedenke, das für 40 bewohner nur 1 pfk mit einer schülerin im dienst ist. wie wollen die optimal pflegen. für mich ist dann fliessbandarbeit am menschen. in der ambulanten pflege ist es auch stressig keine frage, aber man kann zwischendurch im auto auch mal luft holen und man hat nicht 40 patienten in einer tour, welche dann auch noch gewaschen werden müssen.
    eigentlich haben wir in der ambulanten pflege 2 berufe krankenschwester und kraftfahrer.
     
  6. Neuron

    Neuron Stammgast

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    Hallo kräuterfrau, diese Bemerkung von dir hat mich sehr beeindruckt.
    Wie stellst du dir eine kreative und fruchtbare professionelle fachlich geistige Kooperation zwischen Medizin und Pflege vor?

    Ich denke, es wird da noch viel fachlicher Diskussionsmüll zukünftig entsorgt werden müssen, bis es in medias res gehen kann. Vielleicht siehst du das ja so ähnlich.

    Viele Grüße
    Neuron
     
  7. ycassyy

    ycassyy Poweruser

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    Wenn ich dem mal ein bißchen vorweg greifen darf: Natürlich hast du theoretisch Recht Neuron, das wir keine Diagnostik betreiben dürfen, aber wie sieht den die Praxis aus? Wer liefert den dem Arzt die Symtome, äußert die Vermutliche Diagnose und berät den Arzt über die Therapie? Und viele Ärzte geben dann einfach nur ohne Hausbesuch (den der ist ziemlich lästig nach Praxisschluss und zudem noch schlecht bezahlt) einfach nur grünes Licht und gut ist es. (trifft nicht auf alle Ärzte zu, aber auf viele)

    Und ich fände es super, wenn die Kommunikation etwas offener zw. Schwester und Arzt wäre. Schließlich sind wir jeden Tag beim Patienten vor Ort.

    lg.
     
  8. Nurse_72

    Nurse_72 Newbie

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    Als erstes reiz mich an der ambulanten pflege die zeit und echte dankbarkeit von den Kunden!!! Dann habe ich nicht so diesen zickenterror wie auf station, wo ich schief angestarrt werde wenn ich mich gut mit einem Arzt verstehe!!
    Dann habe ich wesentlich mehr veranrwortung zu tragen wie auf Station wo ich immer Kollegen oder Ärzte habe die mir helfen können. Ich bin viel kreativer als auf Station, da ich oft nicht die Hilfsmittel habe wie die Kollegen auf station. Der Zusammen halt untereinander ist besser und auch die weitergabe von informationen (denn wenn ich irgendwo schwierigkeiten hatte, möchte ich nicht das es meinen Kollegen genauso geht, die im übrigen genauso denken wie ich). Kann sein das ich in diesem einem punkt zumindest einfach nur glück mit meinen jetzigen kollegen habe!

    Nun zu den Diagnostiken!!
    Oh wie wäre es schön wenn man z.b. bei Wundverbänden nicht mehr mit den meisten Ärzten diskutieren müsste und die dann doch nicht auf unsere Wundexperten hören, oder man nicht meh so oft irgendwelche Ferndiagnostiken und anordnungen über telefon erhalten würde!!!!
    Was für Musik in den Ohren :beten::klatschspring::flowerpower:

    Aber ich denke das sich auch da langsam aber sicher bei einigen Ärzten ein wandel vonstatten geht!

    LG Nurse_72
     
  9. LucyInTheSky

    LucyInTheSky Junior-Mitglied

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    Aaaaaaalso, erstmal, die ambulante Pflege hat mir ein völlig neues "Berufsselbstbewußtsein" gegeben!
    WIe schon vorher geschrieben, ich bin alleine für die Situation verantwortlich, die ich hinterlasse.....ich kann nicht mal eben jemand über die Schulter gucken lassen, um mich abzusichern!

    Da wir Bezugspflege haben, habe ich somit ein ganz anderes Verhältnis zu meinen Patienten, als ich stationär aufbauen könnte.

    Ich finde es toll, das Wetter mitzukriegen, gerade jetzt im Sommer nicht eingesperrt zu sein (gut, sieht immer ein wenig doof aus, wenn der linke Arm brauner ist als der Rest...............*g*)

    Ich arbeite zur Zeit in einem größenteils gut funktionierendem Team, ohen Zickenalarm, weil man sich nicht dauernd auf der Pelle hängt!

    Gleiches gilt für Patienten: Hand aufs Herz, aber bei manchen Patienten ist es einfach angenehm, dass man nach 30min raus ist, die Türe zu macht und gut ist. Aso diese nicht 8 STunden um die Ohren zu haben (ja, dazu stehe ich!)

    Ich kann mit Absprache private Termine oder Vorhaben mit in die Touren einbauen (nach Absprache mit dem Chef, oder in der Pause), was ich nicht kann, wenn ich stationär arbeite....bin also flexibel.....


    Und gerade während der WM*g* Na gut, ich verpasse vielleicht das Spiel, aber ich hab Radio!Und es ist einfach irre, am helligsten Tag durch die Strassen zu fahren, ohne das eine Menschenseele unterwegs ist (da fehlt nur noch der Heuballen, der über die Strasse fegt), und man dann und wann einfach nur kollektiven Jubel oder Gemecker aus den ganzen Häusern und Gärten hört.................

    Und, ich bleib in Bewegung!
    Treppe hoch Treppe runter.................

    Alles Kleinigkeiten :-)
     
  10. blauwolf

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    Verhältnis zu den Pat. in der amb. Pflege? Aber nicht bei den Examinierten! Ich habe die Zeit nicht, um in 5 min hier was aufzubauen! Ich hab oft nicht mal die Zeit, um aus Klo zu gehen .... geschweige denn eine Pause einzulegen oder etwas privat zu erledigen! Und Fernsehen geht schon garnicht.
    Kein Zickenalarm, ja das stimmt. Für sich selbst verantwortungsvoller arbeiten können, ja, das stimmt auch, die illusionäre Freiheit des Rumfahrens hat auch was für sich - am besten ist das Alleine-Arbeiten.
    Der Horror ist der immense Zeitdruck.
    LG blauwolf
     
  11. Nurse_72

    Nurse_72 Newbie

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    Natürlich hat man auch mal zeitdruck!
    Aber wenn wir ehrlich sind dann habej wir auch oft genug zeit um mal ein paar minAuten länger zu bleiben um ein paar worte zu wechseln!!!
    Denn jeder hat doch den einen oder anderen pappenheimer wo er schnell wieder raus sein möchte weil es in der natur des menschen liegt das die chemie nicht immer stimmt!
    Ich lese hier oft das viele sich über die zeit beklagen, vielleicht sollte ich doch ein wenig dankbarer meiner chefin gegenüber sein, die unsere Zeit und auch wegezeit relativ großzügig berechnet!!
    Was nicht heißen soll das ich nie zeiten habe in den ich nicht auch hetzen muß! Aber vielleicht sehe ich viele dinge einfach auch nur anders? Ich weiß es nicht.
    LG
     
  12. LucyInTheSky

    LucyInTheSky Junior-Mitglied

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    Hm, also ich kann mich auch net über Druck von oben beschweren, im Sinne von Zeitdruck!
    Ich fahre die Tour jetzt seit fast 5 Jahren!
    Da habe ich ein Verhältnis zu den Patienten!!!!!!!!!!!
    Und ich habe freie Zeiteinteilung!
    Ich bestimmte die Reihenfolge der Tour, bei dem einen ist man was schneller, das kann man dann bei einem anderen wieder reinstecken!
    Sicherlich würde mein Chef nachfragen, wenn ich ständig bei einem für ne Medigabe 15min bräuchte. Aber es ist ausdrücklich erwünscht, dass wir uns auch mal Zeit für die Pat nehmen, und mal nen Kaffee da trinken......oder mit dem Pat eine rauchen! Weil Gespräche zur Pflege dazugehören...
    Es gibt natürlich auch Patienten, die da garkein Bedürfnis haben!
    Sicherlich hat man Tage wo man was mehr hetzen muß, aber im großen und ganzen habe ich da ein recht gutes Los gezogen, in dieser Sache.....
     
  13. Vicky 08

    Vicky 08 Newbie

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    Man findet in den Beiträgen viele Übereinstimmungen wieder. Sehr erstaunlich, wie sich vieles doch wiederholt. Ich weiß noch nicht, ob ich mal in der ambulanten Pfl. bleibe und was ich überhaupt mal machen werde. Fürs erste bin ich froh, die schwere Zeit überstanden zu haben. Seit Nov. 09 arbeite ich (freiwillig) ohne freie Tage. Erst wollte ich nur noch aus der Pflege raus, aber wenn man dann diese Beiträge liest..., ich weiß es also noch nicht genau.
    Unsere Tage sind gezählt, in ca. 4 Wochen schließt die Firma, aber ich habe durchgehalten!!! Mein Motto war immer: die Krankheiten kennen auch kein freies Wochenende!
    :wavey:
    an alle fleißigen Kollegen liebe Grüße!
     
  14. ycassyy

    ycassyy Poweruser

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    Vielen Dank für eure Beiträge, zeitweise dachte ich, ich seih die einzige, seit Jahren immer noch gern amb. Pflege fährt.

    Ich denke, das Problem mit dem Zeitdruck haben nicht nur die Kolleginnen im amb. Dienst, auch auf Station wird es wohl ziemlich hektisch zugehen.

    Und schwarze Schafe und Ausbeuter gibt es auch überall, egal ob ambulant oder Stationär.

    Vielen Dank euch allen und ich freu mich über jeden Beitrag in diesem Threat.

    lg
     
  15. Neuron

    Neuron Stammgast

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    LucyInTheSky, na dann bestell deinem Chef mal einen schönen Gruß von mir unbekannterweise!
    Ja so sollte das eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein!:smoking:
    Ich habe zuhause hier vor Jahren auch mal eine ambulante Dienst Chefin im Hause gehabt, die stand mit der Uhr neben ihrem Mitarbeiter während dieser einen sehr nahen Angehörigen meiner Familie pflegerisch versorgte.

    Husch husch, und Zack zack, Pats sind Werkstücke in einer Fabrik und die Produktion muss laufen, daran muss ich immer wieder denken.
     
  16. LucyInTheSky

    LucyInTheSky Junior-Mitglied

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    Ich denke der Grundstein ist da Vertrauen!
    Mein Chef weiß, dass ich in der Lage bin meine Arbeit wirtschaftlich vernünftig einzuteilen, ich bin absolut keine Trödelliese (davon gibbet dann auch genug), bin gerne zuahsue *g*, nur wenn ein Pat Bedarf für ein Gespräch hat, oder auch ein Angehöriger, dann nehme ich mir die Zeit!Und das ist ok. Auch diese Gespräche gehören zur Pflege, und vor allem zur "Kundenfreundlichkeit"! So isses einfach!

    Ich muß dazu sagen, dass wir hauptsächlich Medigaben und Behandlungspflege haben, viele junge aber vor allem psychiatrische Patienten, und da muß man einfach in gewissen Situationen Zeit haben....(wird sehr oft unterschätzt, weil es ja keine physisch schwere Arbeit ist, mal davon ab, dass die meisten grundsätzlich in Altbauten 3. Etage ohne Aufzug wohnen....)

    Aber auch wenn das schön klappt bei uns, gibbet viele andere Sachen, für die ich meinen Chef gerne innen Keller sperren würde.....also hätte er da gar keine lieben Grüße verdient :-)
     
  17. Neuron

    Neuron Stammgast

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    Vergiss das kaufmännische Denken nicht dabei, es geht auch darum, Mitarbeiter zu bezahlen!

    Überprüfe dahingegend meine Grüße vielleicht noch mal.

    Jedenfalls in diesem Sinne

    Neuron
     
  18. Mopsfrauchen

    Mopsfrauchen Newbie

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    Ich arbeite seit 16 Monaten ambulant, war vorher auf Intensivstation tätig.
    Ich bin examiniert und empfinde es gar nicht so, dass ich ständigen Zeitdruck habe (liegt aber ja auch immer an der Tourenplanung und / oder an der eigenen Arbeitsweise).
    Auch von meinem Betrieb ist es ausdrücklich gewünscht auch mal etwas länger bei einem Patienten zu verbringen, da man je nach Situation und Patienten (auf die gesamte Woche gesehen) doch bei +/- Null rauskommt, da man ja immer Zeit irgendwo anders einspart (nicht auf Kosten der Patienten).
    Ich kann meine Tour und auch wann ich anfange einigermaßen selbst einteilen, ich bin draußen (bei Sonne und Regen) und sogar den Teildienst finde ich gut, da ich so selten einen Hundesitter brauche ;)

    Aber auf kurz oder lang ist es mir persönlich... Zu langweilig / anspruchslos. Ich will das auch nicht verallgemeinern oder sagen das ambulantes Arbeiten einfach oder stupide wäre. Aber mich füllt es nicht ganz aus.
    Ich liebe den engen Kontakt, den ich zu Patienten aufgebaut habe und ich finde es furchtbar interessant viel über deren Leben zu erfahren, in Gesprächen und aufgrund der Wohnung / Wohnverhältnisse. Aber das medizinische fehlt mir doch schon etwas (der Sprung zwischen intensiv und ambulant ist auch weit).
    Die 1:1 Betreuung und auch das fehlen von Klingel, Kollegen etc führt dazu, dass man sich ganz auf den Patienten konzentriert.
    Obwohl ich fast überall miesen Zickenkrieg erlebt habe und froh war keine Kollegen in dem eigentlichen Sinne mehr zu haben, fehlt es mir mittlerweile doch sehr.
     
  19. blauwolf

    blauwolf Senior-Mitglied

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    Leider ist es bei uns so gewesen, dass man sehr viel Wissen vergessen hat, weil einfach das Klientel dafür nicht da war. Ich war im Dauerspätdienst einige Jahre und da gab es nur Med., Ins., Abendbrot,... absolut kein Anspruch. Ich merkte, dasss ich verblöde. Und so bildete ich mich auf meine Kosten und in meiner Freizeit in Palliaitv care weiter. Leider auch ohne Zukunftsaussichten, denn in der damaligen Firma wurde das Projekt auf Eis gelegt, ich ging, auch wegen anderer Gründe.
    Was ist gut? Wurde schon geschrieben.
    LG blauwolf
     
  20. ambulars

    ambulars Newbie

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    Was mir noch fehl ist:
    ich bin 1999 aus dem Krankenhaus raus weil ich das gefühl hatte das die Patienten nur noch prozessiert und durchgeschleust wurden wie ein Werkstück in der fabrik. Was ich jetzt vom klinikalltag mitbekomme klingt nicht so als ob das anders geworden wäre :-).
    Ich wollte nie nie wieder in der Pflege arbeiten da mein Verständnis von den versorgten Menschen nicht die eines Objektes ist. Das heißt, Station ist Revier der Krankenschwestern und Patient hat gefälligst zu funktionieren und den Verarbeitungsprozeß nicht zu stören. Womöglich mit individuellen wünschen...
    Ich empfinde es jetzt in der Ambulanten so, das ich meine "Kunden" nicht mehr zu ihrem Glück zwingen muß. Das sind doch zum größten Teil Erwachsene Menschen mit denen man absprechen kann was gewünscht ist, und was nicht und dann wird es spannend, wie kann ich die örtlichen gegebenheiten kreativ im Sinne und zusmmen mit den Menschen anpassen, wo das nicht gehtkann ich einfach sagen: gut, ich sehe das anders aber Sie bestimmen weil ich in Ihrer Wohnung bin und Sie bezahlen.
    Also sozusagen vom Objekt der Versorgung zum Subjekt des Pflegeprozesses.
    Und wenn jetzt der virtuelle Aufschrei kommt: aber ich kenne den und den wo dieses oder jenes nicht geht,(Belästigung, Zeit, Dreck, Umstände, Pdl ( Wo ich eh nicht begreife wieso Kollegen bei einem Pflegenotstand die Firma nicht wechseln??).. )dann sind das doch unter 30% ODER
     
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