Was ist ein Bypass/Kurzinfusion?

Dieses Thema im Forum "Fachliches zu Pflegetätigkeiten" wurde erstellt von Cinnamon, 22.02.2008.

  1. Cinnamon

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    Hi,

    mir wurde auf der vorigen Station erklärt, dass eine Kurzinfusion das selbe wie ein Bypass ist. Das habe ich nun aber anderes zu hören bekommen, hab mich dann aber nicht nach dem Unterschied fragen getraut.

    Aja, noch was. Wozu braucht man Glucose (in Infusionsflaschen ab 50 ml) - und wann wieviel %? Ich weiß nur, dass man eine 5%ige zum Auflösen verwendet, aber warum dann z.b. nicht Nacl 0.9 oder Aqua? Wann verdünnt man womit (es steht zwar im Beipackzettel, aber ich würd gern den Grund kennen).
     
  2. anästhesieschwester

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    Hallo Cinnamon!

    Zu deiner 1. Frage kann ich leide nichts sagen, aber mal zur Glucose:

    Es gibt Medikamente, die dürfen nur mit G5% verdünnt bzw. gelöst werden (z.B. Amiodaron). Diese Medikamente sind mit Aqua ad inj. oder NaCl 0,9% einfach nicht kompatibel. Ich hab allerdings noch nicht ausprobiert was passiert, wenn ich zu Amiodaron NaCl gebe - ob man was "sieht", also Verfärbung, Ausflockung usw., oder ob diese Kombination einfach zu unerwünschten Wirkungen im Körper führen würde. Kann mich aber mal schlau machen.

    Glucose in Flaschen ab 50ml? Hab ich zwar noch nie gesehen (kenne 10ml Ampullen und 500ml Flaschen), aber z.B. für Amiodaron-Perfusor gar keine schlechte Idee!


    Wann man welches Medikament womit löst? Ich habe dazu noch keine grundsätzliche Information gefunden, ich denke es liegt einfach an der chemischen Zusammensetzung der jeweiligen Substanzen.

    Vielleicht ist hier im Forum ja jemand der genauere Infos hat.


    Gruß

    Die Anästhesieschwester
     
  3. sigjun

    sigjun Gast

    Hallo Cinnamon,

    ein Bypass ist nicht das gleiche wie eine Kurzinfusion. Was Bypass wörtlich bedeutet siehst Du hier: Bypass - Wikipedia

    Bei uns reden wir auch davon, dass Kurzinfusionen im Baypass angehängt werden. Das bedeutet dabei nichts anderes, als dass ich entweder schon zwei Zugänge habe (Zentralen Venenkatheter mit mehreren Volumen), oder ich an einen vorhandenen peripheren Venenzugang einen Mehrweghahn anschließe, damit z.B. 2 Infusionen gleichzeitig laufen können. Das kommt u.A. häufig dann vor, wenn zu bestimmten Zeiten Kurzinfusionen (Antibiosen/Schmerzinfusionen...ect.) laufen sollen. Um dann nicht immer die laufende Infusion abzustöpseln ist bei peripheren Venenzugängen bereits ein Mehrweghahn angebracht und dort schließe ich problemlos die Kurzinfusion an, die dann parallel zu der anderen läuft.
    Es besteht auch die Mglk., dass der Patient mehrere Infusionen gleichzeitig braucht, die parallel laufen müssen oder sollen.
    Ich kann mir auf Grund Deiner Schilderung nur vorstellen, dass die erklärende Pflegekraft das gemeint hat.

    Wie welche Medikamente aufgelöst werden müssen findet man meist im Beipackzettel.
    Bei manchen ist es egal, andere widerum dürfen nur mit bestimmten Substanzen aufgelöst werden.
    Der Grund dafür ist, dass nicht einfach so alle aufzulösenden Medikamente mit allen Infusionslösungen kompatibel sind.
    In falschen Flüssigkeiten gelöst können sie ausflocken, sich verfärben, oder sich auch gar nicht auflösen, bzw. ein Gel bilden, das nicht mehr zu infundieren ist.
    Außerdem übernimmt der Hersteller solcher pulverisierten Medikamente nur die Garantie für sein Medikament, wenn es korrekt aufgelöst wird, sprich mit den Flüssigkeiten, die er im Beipackzettel benennt. Die hat er nämlich getestet.

    Ich hoffe ich konnte helfen.

    Im Übrigen trau Dich nur zu fragen wenn Dir etwas unklar ist.
     
  4. Cinnamon

    Cinnamon Newbie

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    nun ist mir einiges klarer! vielen, vielen dank :-)
     
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