Was erlebt man auf der Gynäkologie?

Dieses Thema im Forum "Gynäkologie / Geburtshilfe" wurde erstellt von Ellabella26, 28.04.2011.

  1. Ellabella26

    Ellabella26 Senior-Mitglied

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    Ich bin Hebammenschülerin und habe meinen ersten Einsatz auf der Gyn, nun überlege ich, was mich da so erwarten wird, ich dachte ich frag einfach mal Leute, die schon dort waren :-)

    Also klar, es gibt die Grundpflege, putzen, Essen verteilen, das kennt man natürlich, Vitalzeichen messen...aber was sind eure Erfahrungen mit Erkrankungen z.B.?
    Bei Krebs z.B. denkt man schon mal schnell an alte Menschen, ich denke das ist ein Irrtum oder?
    Habt ihr viele junge Frauen mit Krebs dort kennengelernt?
    Abtreibungen werden wahrscheinlich in der Ambulanz gemacht oder?
    Liegen denn dort auch Frauen nach einem Abort/Abruptio zur Kontrolle (Blutungen oder so..) ?

    Wart ihr denn auch mal in der Ambulanz oder im OP?
    Würde mich freuen, wenn ihr mir etwas berichtet :D
     
  2. ks nicole

    ks nicole Newbie

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    Hallöchen
    Ich war während meiner Ausbildung für 3 Monate auf einer Gyn Station eingesetzt.
    Wie du selber schon beschrieben hast ist der Stationsablauf abwechslungsreich. Ich Perönlich habe aus dieser noch die Erinnerung das ich in einigen Fällen an meine eigenen psychischen Grenzen geraten bin.
    Es war für mich nicht einfach zwischen den einzelnen Situationen zu wechseln.
    Zum Beispiel habe ich einmal eine überglückliche Mutter mit ihrem völlig gesunden Kind aus dem Kreissaal auf die Station abgeholt als mir aus dem Aufzug eine hysterisch schreibende Frau mit Blutdurchtränkter Hose entgegen kam. ( Sie hatte zum dritten mal ein Kind nicht austragen können)
    Ein anderes mal muisste ich miterleben wie eine Frau ihr Baby nicht akzeptieren konnte, sie drohte damit es an die Wand zu werfen wenn es keiner nimmt.
    In der Schule hatten wir über Wochenbett depressionen einiges gehört, aber so live fand ich das nicht einfach.
    Mit Krebspatientinnen hatte ich kaum bis gar nichts zu tun, wir hatten eine extra Abteilung dafür.
    ABER es gab auch viele viele schöne und lustige Momente.
    lass dich einfach überraschen und freue dich über jede Erfahrung die dich weiter bringt
    Gruß
    Nicole
     
  3. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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  4. BamBamsche

    BamBamsche Poweruser

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    Hallo

    also in meinem Gyn Einsatz musste ich viele Katheter legen und ziehen, T Drainagen nach bestimmten Operativen Eingriffen. Dann Mobilisation nach OPs klar, die Frauen dementsprechend waschen und versorgen im Intimbereich. Psychische Betreuung nach Mamma Ablatio und Hysterektomie (was für viele Frauen ein sehr belastendes Ereigniss ist). Bei uns war die Gyn zusammen mit der Geburtenabteilung, dementsprechen also auch Betreuung von Schwangeren, Wöchnerinnen und Baby`s :D
    Abtreibungen wurden bei uns nicht gemacht, aber es gibt sicher Kliniken, in denen die Frauen dann anschliessend liegen, zumindest ambulant.
    Was mich persönlich am meisten belastet hat, waren Frauen mit Abort. Das war für mich ganz schwer, diese Frauen zu pflegen, da ich einfach zu sensibel war und jedes mal weinen musste.
    Was bei uns auf der Gyn aber auch ganz wichtig war, zumindest für die Schwestern, die Schüler bekamen nichts ab: Kuchen essen! Tag für Tag, Kuchen ohne Ende!
    Wird aber sicher nicht überall so sein :-)
    Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Spaß. Ich fand Gyn immer ein tolles Fachgebiet.

     
  5. Hexe76

    Hexe76 Senior-Mitglied

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    Mein Einsatz in der GKP-Ausbildung war auf einer gyn. Station, wo ausschließlich Krebs-Patientinnen, Abort (zum Teil stationär,weil Abort eingeleitet wurde) und weitere diverse Krankheitsbilder vorkamen, wie z.Bsp. Heilungsstörungen nach Mama-Reduktion, Fistelbildungen wegen Brustwarzenpiercing, Brustaufbau nach Mastektomie, Uterus-Prolaps....

    Also ich habe sehr viel gesehen, manches nahm ich mit nach Hause und machte in meinen Träumen damit weiter...
    Es waren viele schwierige Fälle dabei. Junge Patientinnen (Mitte 20) mit Krebs im Endstadium. Krebspatientinnen, die sich die größten Sorgen um ihre kleinen Kinder machten und darunter gelitten haben, Krebspatientinnen, die auf Station gewartet haben, dass ein Platz im Hospiz frei wird....

    Es war teilweise wirklich hart.
    Aber ich habe auch gelernt.
    Das man keine Berührungsängste haben darf, dass die Patientinnen normalerweise sehr genau wissen, dass es keine Heilung mehr gibt und dass sie kein Mitleid haben wollen.
    Ich habe auch gelernt, dass ein einfaches Gespräch, einfach das Gefühl geben, da hört einer zu - dass das mehr wert war, als alles medizinische Getue.
    Ich konnte einer russischen Patientin klar machen, dass ein Hospiz nicht bedeutet, dass man sie abschieben will, weil keiner mehr Bock hat, sich mit ihr zu beschäftigen.
    Die Ärztin war dazu nicht in der Lage. Die hat nur irgendwas zusammengestottert, wo man gemerkt hat, dass die Patientin keine Ahnung hat, was ihr da gerade erzählt wird.
    Ich hab der Patientin später eine ganz einfache Frage gestellt, nämlich ob sie weiß, was ein Hospiz ist.
    Nein, sie wusste es nicht! :cry:
    Als ich aus dem Zimmer gegangen bin, hat sie gelächelt.
    Und mir hat es sehr viel gegeben, ihr mit einem einfachen Gespräch ihre Sorgen mindern zu können.

    Achte auf Dich, auf Dein Gefühlsleben. Sei sensibel mit Dir selber, genauso wie im Umgang mit den Patientinnen.

    Falls Du auf eine Station kommst, wo Krebspatientinnen sind, beschäftige Dich mal mit Krisenmodellen und mit den Trauermodellen.
    Es kann Dir helfen, zu verstehen.
     
  6. Ellabella26

    Ellabella26 Senior-Mitglied

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    Ich danke euch für eure Antworten und eure Erzählungen :-)

    Klingt sehr spannend, aber eben auch traurig, ich denke es ist wichtig, das auch mal mit zumachen und den Umgang damit zu lernen..Der Tod gehört leider zum Leben..

    Ich werd jedenfalls mein Bestes geben :flowerpower:
     
  7. Schwester Rabiata 2

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    Und, wie gefällt es dir?
     
  8. Ellabella26

    Ellabella26 Senior-Mitglied

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    Es war klasse auf der Gyn, leider schon wieder vorbei der Einsatz dort, sie waren total nett und ich hab viel gesehen und gelernt...ich will zurüüüück!!! :rofl:
     
  9. Schwester Rabiata 2

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    Mir hat es auf der Gyn und auf der Wöchnerinnenstation und im Kinderzimmer damals auch super gut gefallen. :wink:
     
  10. Ellabella26

    Ellabella26 Senior-Mitglied

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    Was hast du so gemacht auf der Wöchnerinnenstation? War das Kinderzimmer getrennt von der Station?

    Heut zu Tage kümmern sich die Eltern ja seeehr selbstständig um die Kinder, ich hab jedenfalls bisher nicht viel getan ausser zu putzen und aufzuräumen...
     
  11. Schwester Rabiata 2

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    Na ja, das Kinderzimmer lag einmal um die Ecke von der Station. Ich hab gebadet, gewickelt, Fläschen gegeben, geputzt, aufgefüllt, bei Spontangeburten und Sectios zugesehen.... Allerdings ist dies alles 10 Jahre her.... :wink:
     
  12. malu68

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    Ich habe über 10 Jahre auf einer Wochenstation gearbeitet -bis Ende 2010- als Krankenschwester und Stillberaterin.
    Die Arbeit dort hat sich gerade in den letzten 10 Jahren doch sehr gewandelt - vor allem mit dem integrativen System, bei dem Mutter UND Kind von einer Schwester betreut und beraten werden.
    In der Beratung in Stillanleitung und Beziehungsförderung liegt daher heute auch der Schwerpunkt der Arbeit. Es ist weniger der pflegerische Aspekt, sondern ganz viel auch psychologische Beratung dabei, gerade wenn es mit dem Stillen nicht klappt liegt die Ursache oft in der Bindungsangst der Mutter oder Stress hemmt die Milchbildung etc etc.
    Auf der Station, wo ich war mussten Praktikanten, FSJ etc auch ganz viel aufräumen, putzen, aber sie durften auch die Eltern im Baden und Wickeln des Kindes anleiten... also doch eher langweilig, da die Beratung nartürlich Schwestern obliegt.

    Liebe Grüße
    Malu68
     
  13. Ellabella26

    Ellabella26 Senior-Mitglied

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    Langweilig...das trifft es auf den Punkt..Einmal gabs ne Stillanleitung und ich wurde nicht mal mit einbezogen :-(

    Einem Kind wurde der BZ gemessen und auch das hab ich mehr zufällig mitbekommen, als ich quasi beim wischen dran vorbei gelaufen bin...Lust mir zu diesem Thema was zu erklären( zu erläutern? Nein..nicht wirklich..

    Schade :cry:
     
  14. malu68

    malu68 Stammgast

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    @ Ellabella26
    Es ist nicht nur schade, sondern eigentlich ist diese Station ihrer Ausbildungserpflichtung nicht nachgekommen.
    Ich habe auf einer Wochenstation in einem kleinen 200-Betten-Haus gearbeitet, dort werden pro Jahr aber 1200 KInder geboren, aber wir bilden halt nicht aus.
    Und ich denke, es ist etwas anderes, ob ich eine FSJ oder Schulpraktikantin beschäftigen muss oder eine Hebammenschülerin, die ja was lernen soll.
    Und gerade beim Stillen oder in der Beurteilung von Kindern gibt es eine Menge zu erklären und zu vermitteln.
    Somit war dieser Einsatz für dich ja sozusagen für die Katz....

    Trotzdem alles Gute für deine weitere Ausbildung
    Malu68
     
  15. Ellabella26

    Ellabella26 Senior-Mitglied

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    Um genau zu sein IST dieser Einsatz für die Katz-bleibe nämlich noch ein paar Wochen :verwirrt:

    In der guten Hoffnung, dass es noch besser wird..gute Hoffnung - jähes Ende...

    Danke dir :D beim nächsten Mal wird alles besser
     
  16. malu68

    malu68 Stammgast

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    @Ellabella26

    Wenn Du noch ein paar Wochen hast, dann häng dich an die "netteste und kompetenteste" Schwester dran und poch auf dein Recht auf Ausbildung!

    Sonst kommt nachher bei der Beurteilung noch, du wärest ja nicht interessiert gewesen.....

    Liebe Grüße
    Malu68
     
  17. BamBamsche

    BamBamsche Poweruser

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    Die Gyn Schwestern sind oftmals ein Völkchen für sich ^^ Das war bei uns in der Ausbildung genauso. Ich hatte Gott sei Dank den Vorteil, dass ich selbst eben auf dieser Station geboren wurde wo ich dann 18 Jahre später meine Ausbildung absolvierte. Die Kinderkrankenschwester die mich damals betreute gab es da auch noch und sie wusste das sie mich schon versorgt hat. Ebenso ein paar Schwestern von der Gyn (Gyn und Geburt war bei und eine Station). Und dementsprechend war ich ihr Liebling und durfte alles :D Kinder selbstständig versorgen, wickeln, Fläschchen geben, baden usw. (Rooming in gabs da noch nicht) . Die anderen Schüler durften, wenn sie sich gut anstellten, höchstens mal ein Kind streicheln, sonst aber nur Blutdrücke bei den Mamis messen, aufräumen und putzen.
     
  18. Ellabella26

    Ellabella26 Senior-Mitglied

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    Rooming-in..mein neues Unwort des Jahres :D

    Natürlich ist es was gutes, aber für mich als Lernende ist es irgendwie...kontraproduktiv :-(

    Leider bin ich auch dort nicht geboren :o

    Leider sind immer nur 2 Schwestern mit mir im Dienst und dann noch aufgeteilt auf 2 Seiten und ich muss mich an meine Praxisanleiterin halten..

    Alles aus der Nase ziehen heisst dann übrigens Anleitung...
     
  19. malu68

    malu68 Stammgast

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    Hast du die Schweszern mal offen auf das Problem angesprochen, dass du ja gerne was lernen möchtest, aber leider nur vor die Stirn gucken kannst und auf verbale Kommunikation angewiesen bist ?

    Malu68
     
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