Wann Umzug in ein Heim?

Dieses Thema im Forum "Ambulante Pflege / Private Kranken-Altenpflege zu Hause" wurde erstellt von Scrollan01, 13.10.2008.

  1. Scrollan01

    Scrollan01 Junior-Mitglied

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    Hallo,

    ich habe ja weiter unten berichtet, daß ich die "Betreuung" einer alten Dame für eine kurze Zeit übernehme da noch nicht klar ist, ob sie in der Wohnung bleiben soll oder besser in einem Heim aufgehoben wäre!

    Ich beschreibe mal folgende Situation:

    sie ist 91 und geistig absolut fit im Kopf! Seit einem Herzinfarkt vor 2 Monaten so gut wie blind. Gangunsicher, läuft mit Rollator, manhcmla jedoch ohne in der Wohnung. 2x bereits gefallen! Keine ernsthafte Verletzungen.
    Duschen macht sie in der Wanne auf dem Sitz komplatt alleine, zieht sich auch alleine an - dauert natürlich ewig, aber es geht - bis auf die Strümpfe, wo oft die Fersen nach oben gedreht sind!

    Kaffe kocht sie selber, Brote kann sie schmeiren. Brötchen wir jeden morgen selber getoastet. Tee koche ich und mache auch die Wärmeflaschen fertig am Abend!

    Meine Aufgaben sind nur: morgends und abends vorbei gehen und nach dem Rechten sehen und b.B. helfen! Tabletten bekommt sie gestellt für 1 Woche durch mich! Einkäufe erledigt mein Schwager. Mittagsessen per Essen auf Rädern!

    Äpfel schäle ich für sie und leere den Toilettenstuhl aus für sie!

    Das mache ich 7 Tage die Woche auf 400 Euro - Basis, bis die Kinder aus dem Urlaub zurück sind. Das ist nun bald soweit!
    Mein Schwager und Schwester von ihm möchten sie ins Heim bringen, weil sie zwar jeden tag alles für sie tun und die Eltern weggezogen sind und sich nicht wirklich kümmern. Kommen ab und zu zu Besuch und leiern lalles mögl. an und überlassen letztendlich alles den eigenen Kindern!
    Beide haben selber Kinder und sind berufl. eingespannt, kommen dennoch zusätzlich 1x am Tag vorbei und am WE 2x!

    Die Dame hatte einen Heimplatz und dr wurde abgesagt, nachdem ihr Sohn und Schwiegertochter hörten, daß sie ruhig zurück in die Wohnug kann. Putzen mache ich da 1x pro Woche.

    Nun sagte mir die Dame, daß sie ins Heim will und ihr Sohn ja alles abgesagt hätte!

    Mein Schwager würde es ja auch angehen, hat aber Angst, daß seine Oma dann doch nicht will! Und er will ja nichts machen, was sie nicht auch will!

    Gestern äußerte sie meiner Schwester gegenüber, daß sie ins Heim wolle!

    ABER: was ist wenn sie drin ist und dann wieder zurück möchte?????

    Sie will sterben! Das ist ihr Thema und daneben gibt es kein anderes. Sie rennt nachts 4 - 6x zum Klo und schläft nachts kaum!

    In 2 Wochen kommen der Sohn und die Frau zurück - was sollen mein Schwager und seine Schwester denn sagen?

    Es ist schon eine sehr wackelige Angelegenheit, wenn sie sich duscht und aus der Wanne kommt. Und wenn sie dann partout keine Hilfe will, weil sie das alleine kann! Naja - was man halt so Können meint! ...

    Sie sieht ja nichts mehr und sitzt den ganzen Tag im Sofa herum und kommt nicht raus! Bis auf dann wenn jemand sie in den Rolli packt und spazieren geht! Am WE eben!

    Wie beurteilt ihr die Situation?
    Ich wurde gefragt was ich davon halte und sagte, daß sie ins Heim solle wenn sie es wirklich will.
    Sie meckert über Gott und jeden und besonders über das Essen auf Rädern!

    Pflegedienst hatte sie 1 Monat, der kam früh und abend wenn er wollte - also keine feste Zeit und am Abend auch nicht regelmäßig!

    LG Scrollan
     
  2. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Was willst du denn?

    Elisabeth
     
  3. Bluestar

    Bluestar Poweruser

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    Eine gute Alternative wäre doch eine betreute Senioren-WG. Meine Oma hat sich auch für die WG und gegen ein Heim entschieden und ist dort superglücklich.
    .
    .
     
  4. Finja

    Finja Junior-Mitglied

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    Warum wird sie nicht mehr von einem Pflegedienst versorgt?
    Das mit den Versorgungszeiten sollte wohl regelbar sein.
    Meiner Meinung nach wäre das die beste Möglichkeit für die alte Dame.
    Das was sie im Moment noch alleine kann ist doch prima. Selbst wenn sie nur im Sessel sitzt, die Frau ist über 90. Doch wenn sie bei klarem Verstand den Wunsch äußert in ein Heim zu wollen, spricht auch nichts dagegen. Frag sie doch mal warum sie das möchte. Doch wenn sie lieber zu Hause sterben möchte, was ich vollkommen verstehen kann, dann versucht es lieber nochmal mit einem amb. Pflgd..
    Wir haben viele ältere Damen und Herren in ähnlichen Situartionen, die von uns zwei bis drei mal am Tag versorgt werden. Hinfallen kann sie auch in einem Heim. Davor ist man nirgendwo sicher.
    Wo sind denn jetzt genau deine Bedenken?

    Lg Finja
     
  5. Lin

    Lin Poweruser

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    Hat die Dame, die du betreust einen Sachwalter? Wenn sie noch geistig fit ist, wahrscheinlich nicht, also warum soll sie nicht selber entscheiden, ob sie ins Heim will.
    In den meisten Pflegeheimen gibt es die Möglichkeit, dass die Bewohner erstmal "schnuppern" bevor sie endgültig einziehen (ist zumindest in Ö so).

    Gruß,
    Lin
     
  6. sassy81

    sassy81 Junior-Mitglied

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    Nun möglich wäre doch ein Pflegedienst für morgens und abends...Eigentlich hat ein Pflegedienst immer feste Zeiten...
    Oder einfach mal Kurzzeitpflege ins Heim zum Probewohnen
     
  7. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    http://www.krankenschwester.de/foru...l-habe-mich-heute-geaergert-2.html#post170760

    Scrollan01 hat sich selber in die Situation gebracht. Deshalb meine Frage: was will sie eigentlich wirklich? Hat die Betreuung dieser alten Dame für sie einen persönlichen (nichtmonitären) Wert? Stichwort: Helfersyndrom.

    Elisabeth
     
  8. Scrollan01

    Scrollan01 Junior-Mitglied

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    Hallo,

    ICH persönlich würde einen Pflegedienst für die Dame nehmen!

    Sie ist sich nicht sicher ob sie in der Wohnung bleiben will oder lieber ins Heim soll. Mal redet sie - von sich aus! - so und mal so!

    Die Familie will nichts hinter ihrem Rücken entscheiden, nur ist es Fakt, daß die nicht ständig früh und abends present sein können wegen eigener Kinder und Arbeit und so! WE auf jeden Fall!

    Ich habe heute meinem Schwager gesagt, daß man nochmal einen Versuch starten sollte mit einem anderen Pflegedienst! Der, den sie ja hatte, war absolut unzuverlässig! Kam entweder gar nicht erst morgens, oder der Pfleger /Pflegerin kamen um 6h früh - und sattt sie dann eben zu wecken haben sie die schlafen lassen und sind um 11h gekommen! Die Frau hatte kein Frühstück - weil sie das vorbereitet haben muss, dann kann sie alles weitere alleine machen! Der Pfleger kam eines tages mit einem Cheeseburger an! Da flippte sie mit Recht aus!

    Ich denke aber, es war einfach Pech - und ich hätte seinen Chef informiert!
    Nun gut - ich habe 2 Pflegedienste hier notiert und reiche alles weiter an meinen Schwager! Dann soll er mit der Oma nochmal reden!

    Ich bin auch der meinung: so lange es machbar ist und vertretbar ist sollte der Mesnch daheim bleiben können!

    @Elisabeth: du erstaunst mich gerade mal wirklich!

    Wieso sollte ich ein Helfersyndrom haben?????????? Weil ich der Familie gerade ein wenig Luft verschaffe? Ich habe nicht vor, die Betreuung ewig zu machen! Ich habe selber 2 kleine Kinder und ein riesen Haus und Hof! Zudem ist meine Kleinere Tochter krank! Mein Tag müsste 30 Std. haben! Ich habe mich angeboten bis max. Dezember! Danach müssen sie weitersehen!
    Und die alte Dame hat mit dem Thema angefangen und ich habe nur einmal vorsichtig nachgehakt! Ich denke nicht daran, mich dort reinzuhängen!
    Es war nur eine Frage meinerseits hier, ob ich mit meinem Rat richtig liege bzgl. Pflegedienst / Heim oder nicht!

    Wieso nur willst du mir ein Deckelchen aufdrücken?

    LG Scrollan
     
  9. Scrollan01

    Scrollan01 Junior-Mitglied

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    Ach und noch eine Frage an Dich, Elisabeth:

    warum hast du den Beruf gelernt? Wegen des nicht - vorhandenen Geldes oder weil du gerne anderen Menschen helfen möchtest?! Steckt nicht in jeder KS irgendwo ein Stückchen Helfersyndrom? :gruebel:

    Und NEIN: ich bin nicht so verrückt und habe auch kein extremes Helfersyndrom! Ich helfe gerne, aber überschaubar! Ich brauche dementsprechend keine professionelle Hilfe, weil irgendwas schief gelaufen ist in meinem Leben etc. pp.:nurse:
     
  10. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Getroffene Hunde bellen- sagt der Volksmund.

    Dieser Beruf ist für mich eine Form von Dienstleistung- nicht mehr aber auch nicht weniger. Ich arbeite um zu leben und nicht umgedreht. Es war übrigens ein langer Weg zu dieser Erkenntnis.

    Ich kann jemandem nur gut helfen, wenn ich mich abgrenzen kann. Wenn es nicht für mich wichtig ist aus der Helferposition Anerkennung zu bekommen. Ich muss nicht die Welt verändern wollen.

    Jeder Mensch hat Grenzen. Wieso du bei einem so umfanreichen Pensum ("Mein Tag müsste 30 Std. haben!") noch nach zusätzlicher Arbeit suchst, läßt den Rückschluss auf ein Helfersynrom zu.

    Als Außenstehender empfinde ich, dass deine Aussagen eine genaue Interpretation der obigen Angaben sind- Zitat:
    Elisabeth
     
  11. Scrollan01

    Scrollan01 Junior-Mitglied

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    Mag ja sein, daß DU es so siehst! Aber: ich habe eine Schwester, die ist Risikoschwanger, dazu gerade auch noch im 8. Monat. Mein Schwager ist viel arbeiten und ist jedes WE bei der Oma - und wenn er frei hat fährt er auch tägl. hin um einzukaufen und alles. Seine Schwetser wohnt weiter weg, hat 2 Kinder und Arbeit! Ich wohne in der Nähe der Oma und wenn ich früh vorbei sehe ist es auf dem Rückweg der Schule - wenn ich die Große dorthin bringe!

    Das mache ich wie gesagt auch nur zeitl. begrenzt, bis geklärt ist, was nun geschieht! Der eigene Sohn und die Schwiegertochter haben sich dezent verpieselt und leben weiter weg und überlassen den Enkelkindern alles.

    Ich möchte nach dieser Betreuung nicht mehr pflegerisch tätig werden! Der Entschluss steht definitiv fest!

    Ich helfe wie gesagt gerne, aber ich bin schon noch egoistisch genug STOPP zu sagen! Ich habe nämlich überhaupt keine Lust, mich völlig aufzugeben! Und wie ich schon sagte, ich habe genug selber um die Ohren!

    Meine Frage oben war auch nur an die gerichtet, die mir ernsthaft ihre Meinung sagen wollen bzgl. Pflegeheim oder ambul. Pflege! Denn die Angehörigen sind an mich heran getreten und wollten wissen, wie ich das einschätze! Ich denke, die ambulante Pflege sollte nochmal neu überdacht und geplant werden!

    LG Scrollan
     
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