Wahnvorstellung - Umgang

Dieses Thema im Forum "Pflegebereich Psychiatrie/Psychotherapie/Psychosomatik/Sucht/Forensik" wurde erstellt von sumisu, 26.03.2009.

  1. sumisu

    sumisu Newbie

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    Hallo,
    absolviere gerade meine Psychiatrie Einsatz in einer aktuen allgemeinpsychiatrischen Station.
    Wir haben viele Pat. mit Schizophrenie und schizoaffektiven Psychosen.
    Natürlich weiß ich das wir die Wahrnehmung des Pat. ernst nehmen sollen aber den Wahn nicht bestärken sollen.
    Aber wie mach ich das konkret? Was kann ich den da sagen?
    Mein Mentor meinte, dass ich versuchen sollte nicht auf den Wahn einzugehen!

    Danke für eure Hilfe :D
     
  2. flexi

    flexi Administrator
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    Da habt ihr doch vor Ort die beste Möglichkeit, es im Rollenspiel zu probieren
     
  3. lieblingsbesuch

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    Darüber kann man bestimmt Bücherweise philosophieren.

    Wenn du einem Patienten im Wahn begegnest, ist es richtig, seinen Wahn nicht zu bestärken. Es ist aber auch genauso falsch, ihm zu widersprechen.

    Du musst rüberbringen, dass du es verstehst, dass er die Sache gerade sieht /fühlt, es aber selbst nicht nachvollziehen kannst. Deine Aufgabe ist es ausserdem, dass du ihn selbst auf Weg führst, dass seine Ansicht gerade einfach nicht stimmen kann.
    Ziel ist es wohl primär, dass der Patient sagen kann: Ich denke zwar gerade, dass Kanülen in meiner Blutbahn herumschwimmen, weiß aber, dass das nicht sein kann.

    Anhand eines Beispiels lässt das vielleicht veranschaulichen (auch, wenn ich sehr schlecht in Beispiel geben bin :-)).

    P: Herr Pfleger, der xy ist gerade wieder zu mir gekommen und hat mir Kanülen in meine Blutbahn gerammt.

    KP: Meinen sie nicht, dass sie unglaubliche Schmerzen hätten, wenn er das wirklich gemacht hätte?

    P: Ich habe es aber genau gefühlt, er ist zu mir gekommen während ich geschlafen habe, und hat mir Kanülen in die Blutbahn gemacht.

    KP: Ich weiß, das sie das Gefühl haben, allerdings kann ich ihnen versichern, dass Hr. xy die ganze Zeit bei mir im Tagsaal saß und nicht bei ihnen im Zimmer war.

    P: Dann kann es wohl nicht sein. Trotzdem habe ich irgendwas in meiner Blutbahn.



    So hast du die Situation zumindest etwas entschärft. Du hast den Patienten dazu gebracht, die Situation nochmal zu überdenken, dass es nicht sein kann, dass Kanülen in der Blutbahn sind. Er wird evtl. noch etwas darüber grübeln und es wird ihm mehr bewusst werden, dass es einfach seine Krankheit ist. Zusätzlich wird wohl auch eine eventuelle Konfrontation Patient gegen Hr. xy präventiv entschärft.

    Das ist natürlich ein Musterbeispiel und in der Realität klappt das meist nicht so gut. Sonst wär's ja auch total einfach ;). Psychiatrie beruht nunmal auf Jahrelangem Fingerspitzengefühltraining.
    Wenn ein Patient akute Wahnzustände hat und nicht mehr validierbar ist, dann musst du wohl anders vorgehen. Aber das steht auf einem anderen Blatt.

    Ich hoffe so ein allgemeines Beispiel hat dir jetzt etwas geholfen. Dein Anspruch soll nicht sein, dass dein Patient auf einmal wieder alles normal sieht/fühlt, sondern dass er seiner Krankheit mehr bewusstsein schenkt.
     
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