Wärmeanwendung nur auf ärztliche Anordnung?

Dieses Thema im Forum "Arbeitsrecht / Gesundheitsrecht / Krankenpflegegesetz" wurde erstellt von Sr. S., 21.06.2012.

  1. Sr. S.

    Sr. S. Poweruser

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    Heute im Unterricht haben mir Auszubildende erzählt, ihnen sei gesagt worden, dass man für eine Wärmeanwendung, z.B. mit Kirschkernkissen eine ärztliche Anordnung brauche. Wenn der Bewohner sich selbst eine Wärmflasche macht, sei das ok, aber Pflegende dürften das nur auf ärztliche Anordnung. Das man für Rotlichtanwendungen oder eine Moorpackung eine Anordnug braucht ist klar, aber für Kirschkernkissen und Wärmflaschenersatz?

    In der Fachliteratur und im Internet habe ich dazu aus Deutschland nichts gefunden. Kann mir jemand weiter helfen?
    Danke!
     
  2. narde2003

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    Hallo Sr. S.,

    handelt es sich um eine "Wellnessanwendung" oder bei einer entsprechenden medizinischen Indikation?

    Bei Wellness brauchst keine.
     
  3. Sr. S.

    Sr. S. Poweruser

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    Es ging darum, dass ein Dozent den TN gesagt hat, für Wärmeanwendungen braucht man grundsätzlich eine Anordnung. Wenn ich den Gedanken weiter denke, darf ich dann überhaupt einen Patienten mit warmem Wasser waschen? :D

    Thematisch haben wir uns unterstützende Maßnahmen bei Schmerzen angeschaut, also so gesehen Anwendung bei medizinischer Indikation. Aber die Grenzen zwischen Wellness und Indikation sind fließend. Ein BW friert und bekommt einen Wärmflaschenersatz, wenn er aber friert, weil er im Fieberanstieg ist, habe ich meine Kompetenzten überschritten???
     
  4. narde2003

    narde2003 Board-Moderation
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    Das eine interessante Fragestellung mit dem Fieberanstieg.
    Ich gebe da nur eine zweite Decke, aber das tut nix zur Sache.
    Abgesehen davon gibt es bei uns keine Kirschkernkissen, aus hygienischen Gründen, aber das ist auch wieder OT.


    Vielleicht hat jemand eine bessere Antwort als ich auf Lager.
     
  5. Lewy-Körperchen

    Lewy-Körperchen Junior-Mitglied

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    "FIGHT FOR YOUR RIGHT" :sbaseballs:Es ist schade, wieder einmal ein Beispiel zu erleben, wie unsere Kompetenzen und unser Fachwissen bewusst eingeschränkt werden, bzw. Pflegekräften keine Entscheidungsfähigkeit zugesprochen wird.
     
  6. anästhesieschwester

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    Ich könnte mir vorstellen, dass man damit thermische Hautschäden vermeiden will. Bei Diabetes mit Neuropathie und somit "reduzierter" (ich weiß, das ist ein dehnbarer Begriff) Sensibilität könnte eine Wärmeanwendung doch theoretisch Folgen haben... ?
     
  7. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Ketzerische Frage: Wenn ich Wärme anwenden will im Sinne einer Therapie, dann müsste ich ja argumentieren mit Indikation, Kontraindikation, Wirkung und Nebenwirkung. Wie sieht es denn damit aus? Fachkompetenz endet ja net am Schalter der Mikrowelle.

    Elisabeth
     
  8. Eisenbarth

    Eisenbarth Poweruser

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    absolut kann eine wärmeanwendung folgen haben - die kennst du als fachkraft, und daher weißt du, wann eine wärmflasche machbar ist und wann nicht.
     
  9. Lewy-Körperchen

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    Ich denke, wir PFK sind uns untereinander unserer Kompetenzen bewusst und setzen diese Bedarfsgerecht auch ein. Der Haken ist, wir werden in Abhängigkeit des Arztes gestellt und somit unser Kompetenzbereich eingeschränkt bzw. variabel gehalten.
     
  10. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Wir sind uns einig... dass man net unbedingt selten nach der Devise entscheidet: hat Mutter Schulten geholfen, wird es Mutter Bolten schon net schaden. Wenn ich in einen Diskurs gehen will, dann muss ich als Pflegekraft notgedrungen weg vom Laienverständnis. Und da sind wir dann schon wieder beim Pflegeprozess- von mir aus auch dokumentiert per NANDA-Diagnose, NIC und NOC- In welcher Situation tun wir was warum und wo verbietet sich das Handeln?

    Elisabeth
     
  11. Lewy-Körperchen

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    Nee, das war nicht mein Ansatz. Es gilt nicht das Motto, war gut, ist gut, bleibt gut. Ich sprach nur von den Kompetenzen. Gemäß unserer Informationspflicht als MA, müssen wir natürlich stetig unser Wissen aktuell halten. Föhnen und Eisen würde ja sonst noch leben, :sdreiertanzs:.
     
  12. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Nun ja- hier lesen ja auch viele Azubis mit... vielelicht kann man denen ja mal was vermitteln. Wann, was warum und wann nicht und wann auf gar keinen Fall.

    Elisabeth
     
  13. Lewy-Körperchen

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    Wenn wir "Erfahrenen" es schaffen, gerne. Es sollte nur entsprechend eines Fallbeispiels agiert werden, damit sich unser Wissensschatz mit den Fragen der Azubis verbindet und eine ausssagekräftige, konkrete Antwort entsteht.
     
  14. Eisenbarth

    Eisenbarth Poweruser

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    letztlich ist doch für diesen konkreten fall die frage:

    liegt eine erkrankung vor, oder liegt keine erkrankung vor.



    ja -> arzt

    nein -> pflegekraft


    bei beschwerden, die keinen krankheitswert haben, sollten wir doch wohl ohne AO den verdauungstee, die wärmflasche oder das senffußbad anwenden können. ebenso bei diversen bädern etc.
     
  15. Lewy-Körperchen

    Lewy-Körperchen Junior-Mitglied

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    Grundsätzlich richtig, aber als PFK bist Du abhängig von den hausinternen Regeln bzw. abhängig davon in welchem Bereich Du arbeitest (Akut-KH, Pflegeinrichtung, 1:1 Versorgung, etc.).
     
  16. Eisenbarth

    Eisenbarth Poweruser

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    ok, klar. die kommen nat. hinzu. aber nur selten und nur mit entsprechenden fortbildungen kommt es dabei zu einer erweiterung der kompetenzen. die kompetenzen werden ansonsten dabei ja eher eingeschränkt.
     
  17. Lewy-Körperchen

    Lewy-Körperchen Junior-Mitglied

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  18. Elisabeth Dinse

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    Ergo Wellnessbereich.

    Für mich macht das mal wieder den Eindruck, als wenn man gerne therapieren möchte udn weil es fürs Große net reicht, greift man halt zu Hausmitteln. Die heißen übrigens net umsonst HAUSmittel- sie sidn für zuhause gedacht.

    Btw.- ich hatte jetzt eigentlich damit gerechnet, dass da jemand ganz konkret zusammenfasst: Wirkungsweise, Indikation, Kontraindikation, und ev. Nebenwirkungen. Aber ich erwarte ja generell das Falsche. *fg*

    Elisabeth
     
  19. Eisenbarth

    Eisenbarth Poweruser

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    ja, vielleicht beeinflusst deine wahrnehmung deine erwartungen.


    konkreter, als es geschehen ist (siehe seite 1), war es nicht nötig. wenn du es konkreter brauchst, schreibe es doch gerne (bzw. hast du das ja nun erledigt).

    "haus"mittel darf man übrigens auch im wald, im urlaub oder sogar im krankenhaus einsetzen. soviel zur etymologie.


    übrigens geht es weniger darum, dass es für's große nicht reicht, sondern mehr darum, dass das kleine ausreicht. tut es das nicht, braucht man eine andere disziplin als wir es sind.
     
  20. Fea

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    Also ich habe mir noch für keine Wärmflasche eine ärztliche A.O. eingeholt. Wobei ich mit einer Wärmflasche oder einem Kirschkernkissen auch niemanden therapieren möchte, denn dann bräuchte ich sicherlich eine ärztliche A.o.
    Wenn ich meinen Pat. sowas zu gute kommen lasse, dann nur zum Zwecke des Wohlbefindens. Vielleicht hat es noch einen Placebo Effekt und die We Wehchen werden besser und wenns nicht die Wärme war, dann vielleicht die Zuwendung meiner seits für den Pat. :-)
     
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