Vorwässerung bei Chemo

Dieses Thema im Forum "Pflege bei onkologischen und hämatologischen Erkrankungen" wurde erstellt von Steffi1984, 29.01.2008.

  1. Steffi1984

    Steffi1984 Poweruser

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    HI,

    wer kann mir denn genau erklären, warum bei Chemo eine Vorwässerung gegeben wird und warum das manchmal 2-3 liter sind`?

    Steffi
     
  2. Stern32

    Stern32 Poweruser

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    Hallo,

    ich weiß nur das es bei manchen Chemos zu einer vermehrten Urinausscheidung kommt.
    Deswegen bekommen manche oder die meisten Pat. 6Liter Flüssigkeit pro Tag plus das was sie Trinken.
    Bekommen auch noch nen Magenschutz.

    Gruß Tina
     
  3. mary_jane

    mary_jane Gast

    Hallo,

    könnte mir das so erklären wegen der nierenschädigenden Wirkung.
     
  4. Nutella Woman

    Nutella Woman Poweruser

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    Durch die Vorwässerung soll schon vor der Chemotherapie die Urinproduktion und -ausscheidung so weit angeregt werden, dass die Zytostatika möglichst kurz im Körper bleiben. Manchmal wird daher auch noch ein so genannter "Nachlauf" gegeben, der in etwa den selben Zweck hat. Bei manchen Zytostatika ist es auch erforderlich, dass ein Blasen- oder Magenschutz gegeben wird (je nach Therapieprotokoll), da sie teilweise sehr stark toxisch auf die Schleimhaut wirken. Kann man sich ja vorstellen was ein Zytostatikum anrichtet, wenn es länger in der Blase verweilt, weil nicht ausreichend gespült wird...
     
  5. Steffi1984

    Steffi1984 Poweruser

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    danke für eure Antworten, klingt alles sehr plausibel:-)

    Das mit der Urinausscheidung war auch mein Stand...
     
  6. Lin

    Lin Poweruser

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    Kann mich nur meinen Vorrednern anschließen.
    Zusätzlich wird bei uns was gegen die Übelkeit, etwas das die Blase und die Niere vor dem Zytostatika schützt, Kaliumchlorid (damits das Herzerl auch mitmacht) und Selen verabreicht. Hab ich was vergessen? Bei der Spülung selbst wird eine Elektrolytreiche Inf. verwendet.

    Gruß,
    Lin
     
  7. Sr.Antje

    Sr.Antje Newbie

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    hi ihrs bei uns wird bei der CTX Cisplatin gewässert. das ist nierenschädigend und wird nur bei nierenintakten patienten angewendet. die bilanzierung spielt auch ne große rolle, das was rein kommt oral oder venös muss auch wieder ausgeschieden werden. I.d. Regel klappt das auch gut. bilanziert wird nach beginn der 1. wässerung alle 4h je 3x.
    falls es defizite über 1l gibt zwischen E und A wird Furesis in Mannitol i.v. gegeben.
    kleiner Tipp: viele klagen über erhebliche übelkeit trotz vormed.
    1.Tag der Ctx emend 120mg
    2.tag der Ctx emend 80mg
    und am 3 Tag nochmals emend 80mg
    danach ist der brechreiz etwas gehemmt
    und magnesium 100 je 3xtgl. 2 tabl. sind angemessen
    lg anni
     
  8. Desse!!!

    Desse!!! Junior-Mitglied

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    bei uns werden nicht alle chemos vorgewässert. ein bypass läuft bei den meisten immer nebenbei. es kommt immer auf den wirkstoff drauf an.
     
  9. amezaliwa

    amezaliwa Poweruser

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    ich kenne die Vorwässerung und Nachwässerung nur bei der Hochdosis MTX-Therapie bei Non-Hodgkin-Lymphomen. Inzwischen wird diese nicht mehr bei uns auf der Überwachung gemacht, sondern auf der Intensiv. Ich hoffe ich bekomme alles weitgehend korrekt hin:
    G5%/ Stero 500ml+20mval KCl im Wechsel ca. 5-6l am Tag, beginnend 3 Tage vor Therapiebeginn.
    Nach MTX-Gabe zustätzlich 2 stündlich Urinmenge und Urinph-Wert Messung, zur Bestimmung des Säurewerts des Urins, ggfs. gegenhalten mit Puffer (Natriumbicarbonat)
    Bei zu geringer Ausfuhr, Flüssigkeit steigern, bei Ödembildung Lasix.
    Ebenfalls 12 stündlich Kontrolle des Med.werts im Blut, Wert muss entsprechend fallen. Falls nicht - weiter spülen und messen bis Grenzwert erreicht, i.d.R. 3 Tage nach MTX-Gabe.
    Das heißt, durch die Spülung wird die organtoxische Wirkung von MTX reduziert, schnell rein, schnell wieder raus um möglichst weitere Schäden zu vermeiden und in diesem Fall - nur die Lymphome anzugehen.
     
  10. saskia.k

    saskia.k Newbie

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    Hallo Zusammen,

    eine Vorwässerung wird gegeben um Schleimhautschäden in der Blase und
    Nierenschäden durch hohe Zytostatikakonzentrationen zu minimieren
    aber auch um die Niere zur Produktion großer Mengen Urin anzuregen und
    damit Zelltrümmer, Abfallprodukte (wie Harnsäure) und Elektrolyte die bei
    der Zerstörung von großen Mengen Tumorzellen wie beim Lymphom, Bulky-
    Disease, und allen "schnellwachsenden Tumoren" wie SCLC unter den
    ersten Chemotherapien anfallen so schnell wie möglich auszuscheiden.
    So wird einem Zytokin-Release-Syndrom vorgebeugt

    Dazu gehört dann oft auch eine Alkalisierung mit NABIC, dies wird gegeben
    um u.a. das Auskristalisieren von Harnsäure und somit Nierenschäden, Gicht
    etc. zu vermindern.

    Bei MTX-HD gibt man NABIC da das Methothrexat (MTX) bei einem Ph unter
    7,5 in der Niere auskristalisieren kann und zu irreparablen Nierenschäden
    führt.

    Um die Wirkung und Nebenwirkung von MTX zu steuern gibt man einen
    sogenannten Leukovorin-Rescue. Leukovorin oder Folinsäure ist ein Antidot
    für MTX und wird fraktioniert alle 6 Stunden gespritzt bis der MTX-Spiegel
    entsprechend abgefallen ist.

    Aus den selben Gründen werden Nachwässerungen gegeben. Die Menge
    richtet sich streng nach Dosierungen der Zytostatika aber es gibt in der
    Literatur gute Tabellen zur Berechnug der Menge und der
    Elektrolytkonzentration.

    Gruß
    Saskia
     
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