Vorgeschriebene Pflegezeiten?

Dieses Thema im Forum "Ambulante Pflege / Private Kranken-Altenpflege zu Hause" wurde erstellt von Ironic, 01.08.2002.

  1. Ironic

    Ironic Newbie

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    Hallöchen

    Weiß jemand von euch ob es gesetzlich festgelegte Pflegezeiten für die einzelnen Leistungskomplexe gibt? z.B. Grundpflege 30 Min...etc

    Oder wer setzt diese meist unrealistischen Zeitrahmen fest....

    Tschüßi
    Ironic
     
  2. Karina

    Karina Junior-Mitglied

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    Hallo,

    soweit mir bekannt, setzt die Zeiten der MDK fest.

    In dem Heim wo ich gearbeitet habe waren die Zeiten wie folgt:

    Pflegestufe I - 45 min Grundpflege
    Pflegestufe II - 120 min Grundpflege
    Pflegestufe III - 240 min Grundpflege

    Zur Grundpflege gehörten die gesamten AEDL'S. Die Behandlungspflege, sprich Verbände etc. werden nicht angerechnet.

    Bye Karina
     
  3. elmipfi

    elmipfi Newbie

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    Moin,

    dies sind die Zeiten, die ereicht werden müssen, um in eine bestimmte Pflegestufe zu kommen.
    Berechnet werden sie durch die Gutachter des MDK nach einer Liste mit Zeitspannen für Pflegetätigkeiten, die der Versicherte bedarf.
    Diese Zeiten sind aber unrealistisch, z.B. für eine Ganzkörperwaschung inkl. Prophylaxen 22 bis 28 Minuten, unabhängig ob eine Pflegekraft oder die 89 Jahre alte Ehefrau die Pflege erbringt.

    Mit der für die Pflege durch uns benötigten Zeiten das ganze aber nichts zu tun, diese werden unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten festgelegt.... manchmal auch noch unter Berücksichtigung pflegerischer Aspekte.. :(

    MfG, Michael.
     
  4. Sandraha

    Sandraha Newbie

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    Hallo,

    in der amb. Pflege gibt es sogenannten LK´s (Leistungskomplexe). Jeder einzelne Komplex (z. B. Kleine Morgentoilette) beinhaltet bestimmte Tätigkeiten.

    Für die Dauer der einzelnen Tätigkeiten gibt es Richtlinien (MDK). Der jeweilige Leistungskomplex wird entsprechend (in den Bundesländern unterschiedlich) vergütet.

    Der Pflegedienst erhält die gleiche Vergütung, egal wie hoch der Zeitaufwand dafür war (z. B. Kleine Toilette in 10 oder in 45 Minuten möglich).

    Viele Pflegedienste sind mit dieser Regelung nicht zufrieden, denn der eigentliche Zeitaufwand ist meist höher als in den Richtlinien angegeben.

    Vor dem Inkrafttreten des SGB XI (Pflegeversicherungsgesetz) gab es eine zeitliche Abgeltung.

    Für die Einstufung in eine Pflegestufe gibt es gesetztliche Regelungen (auch im SGB XI). Dieses wurde im vorangegangenen Artikel schon beschrieben.

    Gruß Sandra
     
  5. Kathrin Birkhahn

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    Hallo,
    nur ganz kurz. Ich habe früher in der amb.Pflege in Brandenburg gearbeitet .Dort hatten wir keine richtzeiten für die einzelnen LK`S.Lediglich die Vergütung war anders. :-)
    Jetzt arbeite ich in Niedersachsen wo es A1 mehr LKS gibt . Diese LKS haben alle einen Punktwert. Dieser Punktwert entspricht der Zeit die wir aufbringen dürfen für die Leistungen wenn man hinten eine Null wegstreicht. :? Sprich ich habe für Zubereitung einer sonstigen Mahlzeit 70 Punkte Sprich also 7Minuten. Schaut man sich aber an was dieser Komplex alles um beinhaltet ist das einfach nur Hirnrissig und unrealistich.
    Genauso unrealistisch sind die Zeittabellen nach denen der MdK die Einstufung der Pflegestufe berechnet. :(
    MfG
    Kathrin
     
  6. bruddelnet

    bruddelnet Newbie

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    Hallo,

    würde mich mal interessieren, wie die Zeitvorgaben in verschiedenen ambulanten Pflegediensten aussehen (nicht die MDK-Vorgaben).
    Z.B. morgens 45 Min. für ein Vollbad - 30 Min. für grosse Toilette - 20 Min. für kleine Toilette 5 Min. für RR und Med. (alles ohne Fahrzeit) usw..
    In letzter Zeit werden ja überall die Daumenschrauben angelegt.
    Vielleicht gibts aber ja irgendwo noch humane Pflegezeiten.

    Gruß
    Bruddelnet
     
  7. gemini

    gemini Newbie

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    Hallo Bruddelnet
    Falls Deine Frage noch aktuell ist:
    Es gibt noch humane Pflegezeiten!!
    Ich leite einen kleinen Pflegedienst in Nds. und meine Patienten erhalten die Zuwendung, die sie brauchen. Ist zwar nicht immer einfach und verlangt von den Mitarbeitern entsprechendes Engagement, aber es klappt.
    Weniger pflegeintensive Patienten werden dann von Kollegen übernommen, damit keiner ins Schwimmen gerät.
    Weihnachten mit Blitzeis war das beste Beispiel, alle Patienten wurden versorgt und kamen aber auch mit teilweise erheblichen Verspätungen zurecht. nicht zuletzt durch spontanen und hilfsbereiten Einsatz der Leitung. :wink: :daumen:
     
  8. schlaubi

    schlaubi Newbie

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    Hallo Bruddelnet,
    deine Zeitvorgaben sind ja noch human , wir sollen in30-35 Min. mit einem Vollbad fertig sein, es wird aber Gott sei Dank auch nichts gesagt wenn es länger dauert.Es soll bei uns so werden das wir die Zeiten vorgeschrieben bekommen mit Dienstbeginn und Dienstende und was darüber ist ohne trieftigen Grund ist privatvergügen.
     
  9. verwaltung

    verwaltung Newbie

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    Hallo alle zusammen,

    Ich bin Inhaber eines kleinen Pflegedienstes in Bayern.

    Ich schreibe meinen Mitarbeitern keine Zeiten vor. Bei Aufnahme eines neuen Klienten prüfe ich selbst erst einmal wie lange ich brauche, diese Zeit plus ca 5 min für kleinere Gespräche mit dem Klienten nach der Pflege gilt als Rahmen für meine Mitarbeiter. Das einzige was sie gesagt bekommen ist Dienstanfang und Dienstende. Wenn es länger dauert wird ein *Überstundenzettel ausgefüllt mit dem warum und wieso, bei wem es länger gedauert hat und dann ist das für mich in Ordnung. Wenn es allerdings Überhand nimmt, kontrolliere ich schon die Gründe. Gott sei dank habe ich aber nur mitarbeiter, die wirklich nur Überstunden machen, wenn es sein muss

    Grüße aus Bayern
    Andi
     
  10. Schwester 01

    Schwester 01 Junior-Mitglied

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    Hallo miteinander,

    ich leite einen kleinen ambulanten Pflegedienst in Sachsen und es ist, wie meine Vorredner schon bemerkten sehr schwierig alles im Zeitrahmen zu erfüllen. Wenn man bedenkt das man sich selbst mehr als genug Zeit nimmt für ein Vollbad und sich das als Vergleich nimmt wie schnell die Patienten, auf Grundlage von Zeitvorgaben die manche Menschen mal am eigenen Leibe erfahren sollten, versorgt werden sollen, ist das schon beschämend.
    Unsere LKs haben eine Zeitspanne von 8- 35 Minuten, wobei je nach dem welche Leistungen erforderlich sind, ja sowieso kombiniert wird, was dann wiederum einen Zeitplan schafft, einen Patienten seinen Bedürfnissen zufolge ausreichend Aufmerksamkeit angedeihen zu lassen. Das hier und da mal ein Gespräch länger dauert- na gut was solls, wenn ich selbst die Zeit für habe, nehme ich sie mir. Wir sind nun manchmal noch die einzigsten die regelmäßig zu Besuch kommen, da wird sich auch mal bei einer Tasse Kaffee zusammengesetzt oder eine Verabredung für nach den Dienst geschlossen :D

    Alles in allem ist schon sträflich wenn man einem Kunden sagen soll, für die und die Leistung haben wir so und soviel Zeit. Die kriegen gleich die Bammel wie sie das schaffen sollen.

    Irgentwie müssen wir wohl noch damit leben.......

    Geben wir unseren Patienten einfach nicht das Gefühl das die Uhr im Nacken hängt.
     
  11. ludmilla

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    Wenn es aber so ist? Soll niemand von den Kunden merken unter welchem Zeitdruck gearbeitet wird? Bitte nicht falsch verstehn, natürlich muss man nicht ständig auf die Uhr schauen bei der Pflege und hetzen. Aber wenn die Pflegenden die nicht realisierbaren Pflegezeiten auffangen und der Kunde von den Arbeitsbedingungen nichts merkt, dann ist das meiner Meinung nach berufspolitisch unklug. Ist typisch Pflege, es soll bloß niemand merken wie schlecht die Arbeitsbedingungen sind. Wie soll man unsere Berufsgruppe bei solchen Statements noch ernstnehmen und warum soll die Politik was verändern, wenn wir immer alles Unmögliche doch irgendwie möglich machen.....???

    Verabredest nur Du Dich als Chefin nach dem Dienst mit den Kunden oder erwartest Du dieses Engagement auch von Deinen Mitarbeitern.
     
  12. Schwester 01

    Schwester 01 Junior-Mitglied

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    Nein die Entscheidung treffe ich nur für mich selbst, wenn ich die Zeit haben will.
     
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