Von Helgoland bis zur Zugspitze - Pflege bewegt Deutschland

Dieses Thema im Forum "Diskussionen zur Berufspolitik" wurde erstellt von Elisabeth Dinse, 15.09.2007.

  1. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Mich würden Berichte zu dieser Aktion interessieren. Wer kann von dem Ereignis berichten? Wer ist vor Ort?

    14.09.07 Helgoland Auftakt
    16.09.07 Hamburg Kinder – gepflegte und pflegende Kinder
    19.09.07 Braunschweig Intensiv – Angehörige auf der Intensivstation
    20.09.07 Magdeburg Psychiatrie – was bedeutet das?
    22.09.07 Berlin Reha – zurück zur Normalität?
    25.09.07 Leipzig Kinder – gepflegte und pflegende Kinder
    27.09.07 Erfurt Pflege braucht Gesellschaft!
    29.09.07 Essen Altenpflege – neue Wohnformen
    03.10.07 Wiesbaden Reha – zurück zur Normalität?
    06.10.07 Stuttgart Altenpflege – neue Wohnformen
    09.10.07 Augsburg Häusliche Pflege – wer soll das bezahlen?
    11.10.07 München Intensiv – Angehörige auf der Intensivstation
    14.10.07 Zugspitze Abschluss

    Mir geht es in diesem Thread nicht um Diskussionen zum Wert dieser Aktion, sondern lediglich um Berichte, Beobachtungen. Vielleicht gibt es ja auch Berichte in der Lokalpresse, die man verlinken könnte. Berichte in den überregionalen Medien interessieren natürlich ebenfalls.

    Vielen Dank im Voraus für eure Beiträge

    Elisabeth
     
  2. flexi

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    Danke Elisabeth, für diese Information!

    Ich verschieb den Bericht mal in den "Pressebereich".

    Dort werden wir dann nur Rückmeldungen nach deinem Wunsch zulassen!
     
  3. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Danke Flexi. Ich wohne ja leider nicht an der Route und erwarte deshalb umso gespannter auf die Berichte.

    Elisabeth
     
  4. paronymon

    paronymon Newbie

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    Hallo Elisabeth (und alle anderen auch),

    ich gehöre zum Team der Organisatoren der Aktion "Pflege bewegt Deutschland". Es gibt ein Online-Tagebuch unter der Adresse Stiftung Pflege Tagebuch - hier kannst du/könnt ihr die Eindrücke von der Tour einsehen. Wir alle würden uns sehr freuen, wenn sich viele Pflegende einbringen, wir brauchen die Unterstützung. Ich stehe in diesem Forum gerne für Diskussionen zur Verfügung.

    Gruß, Burkhardt
     
  5. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Danke Burkhard für deinen Tipp. Mir ging es aber um die allgemeine Medienwirksamkeit. Was stand wo in welcher Zeitung, welchem Internetportal? Wo werden wir von der Gesellschaft in welcher Form wahrgenommen?

    Suche per GoogleNews ergab am 23.09.2007 ff. Ergebnis:

    Wer kann weitere Mitteilungen aus öffentlichen Berichterstattungen beisteuern?

    Elisabeth

    ACHTUNG: Es geht in diesem Thread nicht um die Wertung der Aussagen, lediglich um die Sammlung von öffentlichen Beiträgen.
     
  6. paronymon

    paronymon Newbie

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    Hallo Community,

    hier noch zwei Beiträge.

    Noch eine Anmerkung: ein Redakteur auf die Nachfrage, warum die Zeitung keinen Mitarbeiter zum Aktionsort gesendet hat: wir haben gerade so viel über Pflege berichtet.

    Das dazu.

    Gruß, Burkhardt
     
    #6 paronymon, 25.09.2007
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 10.10.2007
  7. flexi

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    Und hier auch noch was:
    und diesen:
    und diesen:
     
  8. paronymon

    paronymon Newbie

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    Und noch einer:

    Gruß, Burkhardt
     
    #8 paronymon, 26.09.2007
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 10.10.2007
  9. Online-Team

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    Pflege braucht Öffentlichkeit

    Pflege braucht Öffentlichkeit


    Sigrid Neef, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
    Fachhochschule Jena

    21.09.2007

    Mit der Aktion "Pflege bewegt Deutschland" wird der diesjährige 5. Thüringer Pflegetag am 28. September 2007 in Jena eröffnet. Die von der Stiftung Pflege e.V. unter der Leitung von Prof. Christel Bienstein initiierte Aktion "Pflege bewegt Deutschland" wird auf ihrer Reise von "Helgoland bis zur Zugspitze" am Eröffnungstag des 5. Thüringer Pflegetages auch in Jena Station machen. Symbol der Aktion ist ein überdimensioniertes Pflegebett, das durch Deutschland reist und die Öffentlichkeit allerorts auf die Situation der Pflege und der Pflegenden aufmerksam machen soll. "Denn unsere Gesellschaft - also wir alle gemeinsam - muss darüber befinden, was uns zukünftig und vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklungen gute Pflege wert ist!", so Prof. Dr. Stephan Dorschner vom Georg-Streiter-Institut für Pflegewissenschaft der Fachhochschule Jena und Initiator des Thüringer Pflegetags.

    Zum gemeinsamen Schieben des Pflegebetts laden die Veranstalter des Pflegetags am Freitag, den 28.September 2007 um 14.00 Uhr auf den Ernst-Abbe-Platz ein. Im Anschluss sprechen der Ministerpräsident des Freistaates Thüringen, Dieter Althaus, die Rektorin der Fachhochschule Jena, Prof. Dr. Gabriele Beibst und Prof. Dr. Stephan Dorschner im Hotel Steigenberger Esplanade die öffentlichen Grußworte. Darüber hinaus wird Stephan Juchems von der Stiftung Pflege die Hintergründe und Ziele der Aktion "Pflege bewegt Deutschland" vorstellen. Von 16-17 Uhr steht auf dem Ernst-Abbé-Platz ein Info-Mobil für die interessierte Öffentlichkeit bereit. Besucher sind herzlich eingeladen, sich über das "bewegende" Thema Pflege vor Ort zu informieren.

    Unter dem Leitthema "Neue Wege in der Pflege" werden am 28. und 29. September 2007 mehr als 500 Pflegende zum 5. Thüringer Pflegetag und zum 1. Thüringer Palliativpflegekongress in Jena erwartet. Er wird in bewährter Weise vom Georg-Streiter-Institut für Pflegewissenschaft der Fachhochschule Jena, der Pflegedirektion des Universitätsklinikums Jena, dem Sophien- und Hufeland-Klinikum Weimar gGmbH und dem pflegeFERN e.V. (Verein zur Förderung der Pflegewissenschaft im Fernstudium e.V.) gemeinsam mit dem Thüringer Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit, der LIGA der Freien Wohlfahrtspflege in Thüringen und dem Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa) veranstaltet. Unter der Leitung von Prof. Dr. Stephan Dorschner will der Kongress traditionell zum Dialog von Pflegewissenschaft und Pflegepraxis einladen und auch in diesem Jahr Impulsgeber und Diskussionsforum für Pflegende aus allen Tätigkeitsfeldern sein.

    Informationen und Kontakt:
    Prof. Dr. Stephan Dorschner
    stephan.dorschner@fh-jena.de

    Anmeldung unter:
    pflegetag@conventus.de

    Weitere Informationen:
    Fachhochschule Jena
    http://www.thueringer-pflegetag.de/

    Quelle: idw - 27.09.2007 - Aktuelle Meldungen aus der Wissenschaft
     
  10. flexi

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    Quelle: Uni-Protokolle.de Mit dem Pflegebett von Helgoland bis auf die Zugspitze
     
  11. flexi

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    Der Informationsdienst der Wissenschaft (IDW) schreibt dazu hier:
     
  12. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Außer in den branchenüblichen Medien und ein regionaler Sender (Jena)scheint diese Aktion wenig Widerhall gefunden zu haben. Schade.

    War eigentlich ein Mitglied des Forums vor Ort und könnte etwas berichten?

    Elisabeth
     
  13. narde2003

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    Hallo Elisabeth,

    morgen ist es ja in München soweit, dass das Bett rollt, ich werde mich als "Reporterin" zur Verfügung stellen und die Aktion beobachten und dann natürlich auch berichten.

    Sonnigste Grüsse
    Narde
     
  14. paronymon

    paronymon Newbie

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    Augsburger Allgemeine vom 08.Oktober 2007

    Gruß, Burkhardt
     
    #14 paronymon, 10.10.2007
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 10.10.2007
  15. paronymon

    paronymon Newbie

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    und noch einer, schon vom 04.Oktober...

    Gruß, Burkhardt
     
    #15 paronymon, 10.10.2007
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 10.10.2007
  16. paronymon

    paronymon Newbie

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    ... und dieser noch vom Thüringer Landtag.

    Ich habe einige Standorte besucht. Die Aktionen waren alle ganz toll, weil sich eine Menge Leute viel Mühe gegeben haben. Nur die Presse hat sehr wenig Notiz von der gesamten Aktion genommen. Nun ist es nicht so, dass dort keiner über die Aktion informiert wurde. Es scheint nicht medientauglich, die positiven Aspekte eines Berufes darzustellen, der ansonsten nur durch negative Berichterstattung in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird. Am 12. Oktober ist Abschlussveranstaltung auf der Zugspitze - ich finde, dass die Aktion danach in irgend einer Form weitergehen muss.

    Gruß, Burkhardt
     
  17. narde2003

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    hier aus dem Wiesbadener Tagblatt vom 05.10.2007: Main Rheiner · Bei den Leisesten wird zuerst gespart - Experten warnen mit einem großen Bett davor, den Mangel an Pflegekräften zu verschlafen

    [FONT=Arial,Helvetica,sans-serif]
     
  18. narde2003

    narde2003 Board-Moderation
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    Bericht vom Aktionstag in München am 11.10.2007

    Wie die Pflege eben ist - Leise und Unscheinbar

    so äusserte sich eine Teilnehmerin am Aktionstag von Pflege bewegt Deutschland in München, als ich gefragt habe welchen Eindruck sie vom heutigen Tag hat.

    Um 12 Uhr wurde am Münchner Marienplatz im Schatten der Mariensäule, umgeben von zahlreichen Touristengruppen der Aktionstag eröffnet. Einige Stände an denen sich verschiedene Gruppen der Pflege (Kinästhetik, Basale Stimulation, Rehhabilitation und andere) darstellten. Bei der Eröffnung waren ca. 200 Interessierte auf dem Marienplatz.
    Ich führte Gespräche mit Bürgern, Pflegekräften aus unterschiedlichen Bereichen und Pflegewissenschaftlern, aber auch mit dem Förderverein zur Gründung der Pflegekammer.

    Eröffnet wurde die Veranstaltung mit einer Rede der 2. Bürgermeisterin von München Christine Strobl, die Aufsichtratsvorsitzende der München Stift Altenheime ist.
    Frau Strobl wies darauf hin, das 95% der Menschen in der letzten Lebensphase Pflegebedürftig werden. Männer sind dies ca. 20 Monate und Frauen 17 Monate, diese Pflege bezieht sich nicht nur auf das Krankenhaus, sondern auch auf Altenheime und die Pflege zu hause.

    Eine Abgeordnete der Grünen stellte fest, dass die Abgeordneten ihre Hausaufgaben nicht gemacht haben, da sich eine wirklich engagierte Pflege nicht lohnt, sondern zu Kürzungen im Budget der Pflegeleistungen führt, wenn ein Patient zum Beispiel durch Pflege von der Pflegestufe 2 in die Pflegestufe 1 eingestuft wird. Die Pflege nach dem Motto "Satt und Sauber" wird gefördert, aber nicht die aktivierende Pflege.

    Ich hatte aber auch die Gelegenheit Frau Professor Christel Bienstein zu interviewen, die diese Aktion die ganzen vier Wochen begleitet hat, sie hat hierfür ihren Jahresurlaub genommen und macht dies genauso ehrenamtlich
    wie die Anwesenden auch.
    Frau Prof. Bienstein konnte während den vier Wochen auch mit Migranten sprechen, die ihre Ansicht von Pflege geäussert haben.
    Dass die Medien der Aktion so wenig Beachtung schenkten, liegt Meinung von Frau Prof. Bienstein auch daran, dass keine grösseren Skandale vorliegen.
    Sie wertet die Aktion dennoch als Erfolg, da sie im Verlauf der Tour mit vielen Menschen sprechen konnte, die Pflege auch teilweise verdrängt haben.
    Aus dem Reisetagebuch in dem Passanten ihre Wünsche an die Pflege aufschreiben konnten, wird von der Universität Wittern/Herdecke ausgewertet, die Ergebnisse werden als Broschüre zur Verfügung gestellt, ausserdem diente das Tourbuch auch zur Verfassung der Zugspritzerklärung die morgen veröffentlicht wird.
    Nachdem Flug auf die Zugspitze wird das Bett nicht verschrottet, sondern kann von Interessierten für eigene Aktionen angefordert werden, so dass die Aktion Pflege bewegt Deutschland weiterläuft.

    Eine Pflegewissenschaftlerin der Universität Witten/Herdecke stellte ihr Projekt vor sie befasst sich mit Pflegenden Kindern. Das Projekt wurde vom Ministerium für Soziales, Frauen, Familie und Gesundheit zunächst gefördert da es der Ansicht war, es gäbe keine Pflegenden Kinder. Dies wurde jedoch durch eigene Recherchen widerlegt. Die Suche nach den betroffenen Familien war schwierig, obwohl in NRW alle Kinderarztpraxen und neurologischen Arztpraxen angeschrieben wurden. Es wurden 16 Familien ausfindig gemacht, die bereit waren an dem Projekt mitzuwirken. Die Dunkelziffer der betroffenen Familien wird jedoch weit höher eingeschätzt, da grosse Angst herrscht, dass das Jugendamt eingreift und die Kinder anderweitig unterbringt.
    Multiple Sklerose und Erkrankungen des Rheumatischen Formenkreises sind die häufigsten Erkrankungen von denen überwiegend jüngere Frauen betroffen sind.
    Durch die Krankheit entsteht eine soziale Isolation. Häufig sind es alleinerziehende Mütter, da sich der Partner sowie der Freundeskreis im Verlauf der Krankheit häufig zurückzieht. Die Pflege der Kinder reicht vom Versorgen der Mutter während eines aktuten Krankheitschubs sowie die Sorge für jüngere Geschwister, dabei wird unter Umständen die Schule vollkommen vernachlässigt. Die jüngste Pflegende ist eine 5jährige die sich um ihre 2 jährige Schwester kümmert, in dem sie diese angekleidet hat und mit essen versorgt hat. Im Rahmen der Studie konnten auch einige mittlerweile Erwachsene ausfindig gemacht werden, die als Kind Angehörige gepflegt haben.
    Ein Wunsch der Familien wäre eine zentrale Notrufstelle, bei der sie im Bedarfsfall schnell und unkompliziert Hilfe erhalten könnten.
    Diese Studie wird demnächst in Buchform veröffentlicht werden.

    Mein Gespräch mit dem Förderverein für eine Pflegekammer Bayern war auch nicht uninteressant. Der Förderverein wurde im Jahr 1990 gegründet. Heute zählt der Verein 140 Mitglieder und 7 Vorstandsmitglieder, die für die Organisation des heutigen Tages mit verantwortlich sind. Auf meine Frage, warum so wenig Pflegekräfte sich in dem Förderverein engagieren, antwortete mir Herr Brocks, dass in Deutschland eine Stammtischmentalität herrscht, Pflegekräfte nicht unbedingt den Mut hätten offen zu sprechen, weil die Angst vor Kritik sehr gross ist. Die Gesamtheit der Pflege stellt sich nicht sichtbar dar. Jedoch wird häufig auf hohem Niveau gejammert. Politiker sind gegen die Gründung der Pflegekammer.

    Die Stimmen aus der Bevölkerung waren recht einheitlich, es wäre eine sehr unscheinbare Darstellung der Pflege. Eine Kollegin meinte, wäre dies heute eine Veranstaltung des Bauernverbandes, so wäre im Vorfeld eine grosse Ankündigung durch die Medien gegangen und der Marienplatz wäre voll. Es gäbe ein grosses Podest und ein breites Medieninteresse, so aber war alles leise und unscheinbar.

    Schüler der Berufsfachschule für Altenpflege und Krankenpflege St. Korbinian in Baldham und Maria Regina in München präsentierten sich mit der integrativen Ausbildung, auch sie sind in ihrer Freizeit anwesend und müssen den Unterricht an einem Samstag nachholen der heute entfallen ist. Die begleitende Lehrkraft sprach ihren Schülern ihre Hochachtung aus. Was vor drei Jahren ein Modellversuch war, die Doppelausbildung für Alten- und Gesundheits- und Krankenpflege kann heute schon fast als Dauereinrichtung gesehen werden, da bereits der vierte Kurs begonnen hat.

    Ich habe auch Passanten befragt, ob sie wissen warum dieser Aktionstag stattfindet, die meisten wussten es nicht, manche dachten es wäre eine interne Veranstaltung. Eine 87jährige Bürgerin meinte, sie findet diesen Tag gut, denn irgendwann wird auch sie Pflegebedürftig sein und nicht mehr ihren Stammtisch in der Innenstadt wahrnehmen können und sie hofft, dass sie dann von engagierten Pflegekräften versorgt wird. Ihrer Meinung nach ist alles davon abhängig ob man sich Pflege selbst finanzieren kann oder nicht. Man wird sich wohl in Zukunft die benötigte Zuwendung erkaufen müssen und sich nicht auf die Leistungen der Pflegekassen verlassen können - Gottseidank, bin ich nicht arm, meinte die Dame.

    Manche Aktionen wurden eher als negativ empfunden, so zum Beispiel die Darstellung einer Lachschule, die vielen nur ein säuerliches Lächeln ins Gesicht zaubern konnte, eine Passantin bezeichnete dies als peinliche Aktion, es wäre typisch für die Pflege, sie würde sich für alles hergeben.

    Der allgemeine Konsens war, Pflege muss sich endlich trauen und aus dem Schatten hervortreten und sich endlich als eigenständiger Beruf sehen.

    Pflege ist nach wie vor ein bevorzugter Frauenberuf, der Schritt vom Dienen zur Dienstleistung ist noch nicht vollzogen, viele Pflegekräfte haben eine Doppelbelastung von Beruf und Haushalt und somit wenig Lust und Zeit sich auch noch ausserhalb des Dienstes sich für Berufspolitisches Geschehen zu engagieren.
    Die Perspektive - ist Änderung in Sicht? Ändert sich durch Auswahlverfahren in den Schulen etwas?

    Foto: Werner Rathgeber
    Bericht: Marlene Sedlmayr

    Beschreibung Bilder von links nach rechts:
    Zeile 1:
    Bild 1 Impressionen vom Marienplatz
    Bld 2: Frau Prof. Christel Bienstein
    Bild 3: Schüler der Altenpflegeschule St. Korbinian in Baldham bei München
    Bild 4: Plakat
    Bild 5: Impressionen vom Marienplatz
    Zeile 2:
    Bild 1: Mariensäule
    Bild 2: Frau Strobl, 2. Bürgermeisterin von München bei der Eröffnung mit Mathilde
    Bild 3: In diesem Anhänger reist das Bett
    Bild 4: Mathilde in ihrem Bett
     

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    Lillebrit und Admin gefällt das.
  19. narde2003

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    Liebe Kolleginnen und Kollegen,

    ich habe in den Bericht noch neue Bilder eingefügt.

    Schönes Wochenende
    Narde
     
  20. narde2003

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