Von der Altenpflege zur Heimbeatmung?

Dieses Thema im Forum "Außerklinische Intensivpflege" wurde erstellt von AP_86, 16.04.2010.

  1. AP_86

    AP_86 Newbie

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    Guten tag alle miteinander,
    ich benötige unbedingt Hilfe.
    Ich bin ex. AP, arbeite seit 8 Jahren im Pflegeheim habe dort ausgelernt und bin mitlerweile Stationsleitung. Letzt Woche habe ich mich entschieden weiter zu gehen, habe mich beworben bei einer Intensivpflege/Heimbeatmung, hatte dort schon ein Vorstellungsgespräch diese wären bereit mich ab Mai einzustellen.
    Infos zur Heimbeatmung: 1 Pat. wird versorgt rund um die Uhr, es gibt 3 Schichten FD-SD- und NW!
    Ich bin mir immer noch etwas unsicher ob das klappen wird, da ich auf der Stationären Einrichtung um die 20 Pat. versorge, und in der heimbeatmung eine ganze Schicht nur bei einem patienten bin?? Ich habe in diesem Bereich überhaupt keine Erfahrung, ich werde natürlich nicht gleich alleine schaffen müsse,einarbeitung wird statt finden!!
    Könnte mir jemand helfen und auskunft geben ob es sich lohnen würde zu wechseln immerhin bin ich momentan SL im APH!!!

    Mfg
     
  2. AP_86

    AP_86 Newbie

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    PS: Ich bin teilweise auch sehr ängstlich da ich nur bei einem pat. den ganzen tag sein werde,was mach ich da 8 Stunden lang!!!
    ojee gibt mir bitte Auskunft :gruebel:
     
  3. Marty

    Marty Poweruser

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    Hi,
    manchmal zieht sich die Zeit beim Patienten tatsächlich wie Kaugummi, dann nimmst du am besten was zum Lesen oder Stricken mit.:mrgreen:
    Aber eher bist du auch an einem Patienten genügend beschäftigt und wenn du es hart triffst, dann rückst du den ganzen Dienst das Bettzeug zentimeterweise aufwärts und abwärts usw. bis es paßt.
    In der häuslichen Umgebung ist der Kunde König und er und seine Angehörigen erwarten halt mehr persönlichen Einsatz als von den Schwestern im KH.
    Was aber schwerer wiegt, ist die Erfahrung mit Beatmung/Intensivmedizin, hauptsächlich Trachealkanülen. Bist du da ein Frischling, tust du dich sehr schwer, denn du bist allein. Willst du deine Erfahrungen erst während der Einarbeitung sammeln, dann wird es sehr schwer. Nicht unlösbar.
    Aber deine administrativen Fähigkeiten werden dir wohl weniger nützen.
    Gruß, Marty
     
  4. Anne77

    Anne77 Stammgast

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    Meine freundin arbeitet in der Heimbeatmung. Sie hat bisher alle Höhen und Tiefen mitgemacht. Sie hatte eine Patienten, die Sie die komplette Schicht dransaliert hat um es mal nett auszudrücken. Bei ihr kommt es auch oft vor 12 Stundendienste zuhaben, was ich mir persönlich so nicht wirklich vorstellen kann. Jetzt hat Sie einen Patienten, der vieles noch selber macht, dadurch hat Sie viel Zeit, manchmal putz Sie im Haushalt (um die Zeit rum zukriegen), manchmal liest Sie auch.
    Ich würd sagen, es kommt zu einem auf den Patienten darauf an und zum anderen auf den jeweiligen Pfelgedienst.
    Ich kenne aus meinen Bekanntenkreis, die in der Heimbeatung tätig sind, auch solche netten Anweisungen von der PDL wie, wehe es ruft bei Problemen jemand den Notarzt, oder der Patient verbleibt, egal wie schlecht sein AZ ist, daheim bzw darf nicht eingeliefter werden. (rein aus finanzeller Sicht des Pflegedienstes)

    Überleg dir gut, auf du die Stationsleitung abgeben und dafür einen Tracheotomierten Patienten betreuen willst. Diese Patientengruppe ist oftmals nicht einfach (aber welcher Patient bzw Schwester/Pfleger ist das schon).

    Eine andere Sichtweise, wie sieht es denn finanzell aus??? Wirdst du im ALtenheim als SL so schlecht entlohnt??? Oder spielt das finanzelle bei dir eher eine untergeordnete Rolle???

    lg anne
     
  5. sonnnenblume

    sonnnenblume Junior-Mitglied

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    Hallo AP,

    hast Du denn INtensiverfahrung ?

    So ganz ohne Erfahrung mit Beatmung und / oder Tracheostoma und Absauegn und so weiter fine ich es ehrlich gesagt sehr mutig, oder auch sogar zu mutig.

    In der Heimbeatmung ist man völlig auf sich alleine gestellt in Notfällen ode auch bei sonstigen Dingen,wo man evtl. mal nicht weiter weiß.

    Intensiverfahrung ist meines Erachtens ein Voraussetzung, schließlich atmen (und leben !!) diese Menschen über ihr Tracheostoma..

    Ich arbeite auch in der Heimbeatmung, kannst mich gerne fragen :-.)

    Gruß

    Sonnenblume
     
  6. AP_86

    AP_86 Newbie

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    Also ich arbeite seit 8 Jahren in diesem Pflegeheim
    habe dort meine lehre gemacht und habe mittlerweile 3 jahre Berufserfarhung,
    bin seit einem Jahr SL. Es ist so ich habe nach meiner Lehre weder einmal eine
    Lohnerhöhung, Weihnachtsgeld, urlaubsgeld usw. bekommen.
    Feiertagszuschläge sind massiv gesinkt von 100% Zuschlag runter auf 35 %.
    Ich bekomme wie eine normale MA monatlich ca. 1400 €!! Das is doch nicht normal.
    Die ganze verantwortung und Leistungen erbringen und nicht dafür bezahlt werden,
    auf dauer leider nicht machbar.
    Naja ich habe für meine Zukunft entschieden weiter zu machen, möchte nicht auf
    dauer in Pflegeheimen arbeiten, ich möchte mich weiter Orientieren.
    Jetzt bin ich ja schon so lange in einem Pflegeheim??
    Als ich die Anzeige in der Zeigung gelesen habe,
    habe ich mich beworben dachte mir aber nicht das dass so schnell gehen wird.
    Naja die möchten das ich sofort anfange.
    Momentan bin ich am verhandeln mit meinem jetzigen AG zwecks Auflösungsvertrag usw.
    Intensivpflege/Heimbeatmung: habe ich null ahnung :-) deshalb habe ich angst wie
    nochmal was.
    Ich hatte Patienten im Pflegeheim diese Trachestoma hatten abgesaugt werden mussten,
    kanülen erneuern in notfällen usw. das kann ich, ich war auch schon bei einer
    FB speziell Tracheostoma Pflege/Behandlung usw.
    Ich werde eine einarbeitung bekommen, bis ich mich bereit fühle alleine alles
    zu bewältigen. Es wird sehr schwer ich weis es aber ich möchte diese chance nutzen
    und etwas dazu lernen?? Ist doch für meine Zukunft nicht schlecht oder??Soviel
    ich mitbekommen habe habe ich später gute chancen in Intensivstationen usw.
    Ich habe mir Fachbücher über Intensiv/Heimbeatmung gekauft.
    Für mich ist das ein großer Schritt, es wird sehr schwer ich weis nicht wie ich
    in notfällen damit umzugehen zu habe oder wenn ich alleine bin wie die
    8 Stunden rumgehen sollen?? 1 Patient auf dauer versorgen??
    aber ehrlich gesagt mmit ängsten kommt man nicht weiter ich werde es wagen :-)
    Was meint ihr?? Welche infors könnt ihr mir dazu geben?

    Mfg
     
  7. Marty

    Marty Poweruser

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    Ich glaube, die Frage, wie die Zeit rumgeht, ist in dem Fall sekundär.
    Besser wäre es, du würdest jetzt auf Intensiv gehen und dann zur Heimbeatmung. Mein Brötchengeber setzt das auch voraus.
    Es ist gut, das du Kanülen kennst und wechseln kannst, aber (vorausgesetzt du hast einen schwerkranken Patienten, es gibt auch leichte) wenn dein Beatmungsgerät mitten in der Nacht piept, mußt du erst mal rauskriegen, warum und dann situationsgerecht handeln. Das erfordert ausgeprägtes Fachwissen und sicheren Umgang mit Technik und Material, denn wie gesagt, du bist allein.
    Ich denke, euer Dienst hat auch schwerkranke Patienten und nicht nur Kanülenträger, die in der Gegend rumspazieren.
    Gut wäre mal ein Praktikum, sowohl bei eurem Dienst, als auch auf Intensiv, wenn du da nicht schon warst.
    Du klingst aber schon entschlossen, dann hau rein.
    Gruß, Marty

    P.S. Deine Angst ist berechtigt, es kann lange easy sein, aber es kann zuhaus auch eskalieren. Wir sollten auf unser Bauchgefühl hören.
     
    #7 Marty, 19.04.2010
    Zuletzt bearbeitet: 19.04.2010
  8. AP_86

    AP_86 Newbie

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    du hast schon recht, ich denke mal nicht das die mich gleich alleine schaffen lassen werden, da ich null ahnung habe?? Meinst net auch.
    Ich habe echt angst aber Wenn der Wille da ist, sind die Füße leicht :-)
    Naja hoffe das wird alles gut, ich liebe herausforderungen.

    PS: Sonnenblume wo steckst du :-)
     
  9. Marty

    Marty Poweruser

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    Ja, natürlich kann die Einarbeitung lang sein, trotzdem hast du da nicht das breite Spektrum und die meisten Krankheitsbilder und alle möglichen ******situationen, die nur mit einer längeren Krankenhauserfahrung zusammenkommen.
    Aber, da du ja offensichtlich entschlossen bist, mach mal.
    Nur ob du hier jemand mit Erfahrung findest, der dir aus vollem Herzen zuredet?
     
  10. AP_86

    AP_86 Newbie

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    Ntürlich wirds schwer :D hab mir fachbücher gekauft damit ich wenigstens lesen kann :D hab schon gekündigt und werden im mai dort anfangen :D
    ohhjeee intensivpflege wart auf mich :D
    naja wird schon schief gehn :-)
     
  11. AP_86

    AP_86 Newbie

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    Sonneblume was meinstu du zu dem ganzen? was würdet ihr an meiner stelle machen?
     
  12. DieBec

    DieBec Junior-Mitglied

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    Guten Morgen,
    ich melde mich nun auch mal zu Wort :-)
    Also ich arbeite jetzt seit ca. 8 Monaten auf der Intensivstation und ganz ehrlich würde ich es mir auch jetzt noch nicht zutrauen, ganz auf mich allein gestellt einen Beatmungspatient zu betreuen. Es dauert verdammt lange bis man Beatmung und was alles damit zu tun hat richtig drauf hat und ich würde sagen, dass ich jetzt nach 8 Monaten gerade erst anfange, die Dinge, die ich tagtäglich erklärt bzw. gezeigt bekomme, auch richtig zu verinnerlichen. Sprich, mittlerweile einigermaßen selbst entscheiden kann was ich wie zu regulieren und zu tun habe wenn dies oder jenes eingetreten ist. Vor allem was Beatmung betrifft finde ich, dass Lesen in Büchern einem zwar die "Basics" vermittelt, aber richtig LERNEN kann ich persönlich doch nur wenn ich am Patient und am Beatmungsgerät stehe und - na ja "ausprobiere" ist sicher das falsche Wort - aber halt visuell vor Augen sehe was welche Einstellungen bewirken etc. Und das stelle ich mir überaus schwierig vor wenn man auf sich allein gestellt ist und niemanden an seiner Seite hat, den man fragen kann. Klar hast du eine Einarbeitung, aber trotzdem werfen sich auch hinterher noch tausende von Fragen auf, die sich einem nunmal erst mit wachsendem Fachwissen stellen weil man zu anfangs gar nicht das Hintergrundwissen hat um "tiefer" nachzuhaken. Vielleicht sehe ich das auch etwas zu speziell auf "intensivpflichtige, (Lungen-)kranke Patienten bezogen. Aber auch in der häuslichen Umgebung kann mal das Beatmungsgrät ;ucken machen, der Patient sich aus welchen Gründen auch immer pulmonal sehr verschlechtern etc. Oder sehe ich das falsch? Und in solchen Situationen wollte ich als Anfänger, der von Beatmung wenig Ahnung hat absolut nicht vollkommen auf mich allein gestellt dastehen.
    Damit will ich dir jetzt keinesfalls den Spaß an deiner neuen Arbeit verderben, du hast ja gefragt was wir dazu sagen ;)
    Ich wünsche dir viel Spaß und Glück bei deinem neuen Job!

    Lieben Gruß

    Btw.: welches Buch hast du dir über Beatmung gekauft? Ich fand für den Anfang das Fachpflege Beatmung von Urban&Fischer super.
     
  13. sonnnenblume

    sonnnenblume Junior-Mitglied

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    Hallo AP,

    wie gesagt...so ganz ohne Erfahrung würde ich es nicht machen.

    Habe zwar auch schon auf Intensiv gearbeitet...aber wie mein Vorschreiber schon sagte....zum Bsp. kann sich jemand pulmonal verschlechtern....auf INtensiv ruft man mal schnell nach dem DoC, man macht ne BGA.....und man hat immer jemanden hinter sich stehen.

    Zuhause alleine bei dem Patienten steht man alleine da...

    Bei mir gab es schon Situationen, da wäre ich am liebsten schreiend davon gelaufen...ich habe die Situation dann zwar gut gemeistert, aber den Stress und die Angst..das ist sehr belastend.

    Zumindest war das so am Anfang, jetzt habe ich keine Ansgt mehr..und das MIT bischen Intensiverfahrung.

    Ganz ohne finde ich es unverantwortlich, auch vom Pflegedienst, so jemanden einzustellen.

    Gruß

    SB
     
  14. muggel

    muggel Senior-Mitglied

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    Im Notfall kannst Du ja nachlesen, wenn es Probleme gibt! Entweder der Patient überlebt oder "geht über den Jordan"! Hohes Risiko, aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Hoffentlich gewinnst DU!!! :beten:

    Mal ganz im "Ernst": Ich halte es für abenteuerlich und unverantwortlich ohne Erfahrung in der Intensivmedizin in die Heimbeatmung zu gehen! Was kommt als nächstes? OP am offenen Herzen?

    Gibt es im Rahmen der Altenpflege nichts, was Dich auf der Karriereleiter weiter bringt?

    Gruß. Muggel
     
  15. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Ob man in der Heimbeantmung nun unbedingt GuK sein muss, darf bezweifelt werden.

    Seien wir ehrlich, wer erinenrt sich nicht als frisch examinierte Guk an sein Rumstolpern in den ersten Monaten auf der Intensiv. Das entsprechende Fachwissen hat er auch über die (hoffentlich angebotene) Anleitung bekommen, verbunden mit autodidaktischem Lernen.

    Warum soll also eine Altenpflegerin/Altenpfleger net auch die "hohe" Schule der ambulanten Intensivpflege inklusive Beatmung erklimmen können?

    Elisabeth

    PS @AP_86- bitte deinen AG ein Praktikum auf einer Intensiv zu organiseren bzw. dich mind. 4 Wochen mit einem erfahrenen Kollegn einzusetzen. Wenn du dann die Angst net ablegen kannst, lass die Finger davon. Nix ist schlimmer als Unsicherheit, wenn du allein mit dem Pat. und seinen Angehörigen bist.
     
  16. Phoenix79

    Phoenix79 Gast

    Hallöchen!

    Ich habe vor 3 Monaten auch den Schritt gewagt und bin von der ambulanten Pflege in die ambulante Intensivpflege gewechselt und muss sagen, es war eine der besten Entscheidungen meines Lebens. Die Arbeit macht Spaß, man hat keinen Zeitdruck mehr, kann Dinge anwenden, die man nach der Ausbildung nie wieder die Möglichkeit hatte anzuwenden. Man sieht wieder Sinn in den Weiterbildungen, weil man jetzt anwenden kann was man lernt. Man kommt selbst nach 12 Stundendiensten (bei uns wird in 12 Stundendiensten gearbeitet - war aber kein muss sondern eine gemeinsame Entscheidung unseres Teams und der Angehörigen unserer Patientin) nach hause und ist noch in der Lage zum Sport zu gehen oder ein bisschen was im haushalt zu machen oder auch mal abends wegzugehen.

    Ich kann dir mal den Tagesablauf meines momentanen Teams und der momentanen Versorgungssituation (ich arbeite hin- und wieder als Springer auch in anderen Teams , weil ich so die Möglichkeit habe vieles kennenzulernen und erfahrungen zu sammeln) erzählen.

    Patientin:
    liegt im Wachkoma, ist zeitweise beatmet (war aber schon seit Wochen nicht mehr der fall), hat eine Trachealkanüle mit Overcuff, ist Hypertonikerin mit leichter Linksherzinsuffiziens , hat einen Morbus Crohn (momentan aber ruhend), erhält über PEJ Sondennahrung, schießt oft starke Spasmen, hat hin- und wieder epileptische Anfälle die ab- und zu in einen epileptischen Status übergehen, kam aus der Reha mit Spitzfuß- und leichten Beugekontrakturen der Kniegelenke.

    Frühdienst:
    Beginn 7.00 Uhr - 19.00 Uhr wir kommen aber alle immer paar Minuten früher wegen der Übergabe, bekommen dafür zusätzlich noch 10 Minuten Arbeitszeit pro Tag zu den 12h Dienstzeit hinzu (Pausen werden nicht rausgerechnet, da wir ja unseren Arbeitsplatz nicht verlassen können).

    - als erstes überprüfen wir immer die Kurven vom Vordienst auf Vollständigkeit, Notfallset und sämtliche Geräte auf Funktionstüchtigkeit und dokumentieren wie Patientin vom Vordienst übernommen wurde.
    - 07.00, 12.00 und 16.00 Uhr Kontrolle RR, Puls, Temp., AF, SaO²( aller zwei Stunden), Darmgeräusche, Auskultation Lunge, montags noch BZ, Cuffdruckkontrolle (aller zwei Stunden) <-- meist schläft sie da noch, so dass dann erst mal lesen oder frühstücken angsagt ist. (Im Nachtdienst ist es das Gleiche)
    - zwischen 8.00 und 9.00 wacht sie auf, dann bereite ich alles fürs waschen vor, erzähle ihr bisschen was, stelle das Radio an.
    - Waschen dauert so 60 - 75 Minuten mit basaler Stimmulation, Hautpflege, Atemstimul. Einr., abvibrieren, anziehen und Gelenke durchbewegen, danach lagern (zweistündlich), Vernebler anstellen (sie erhät 1mal mit Medi und zwei mal nur normal) und dann ist sie erst mal platt und schläft wieder dann räume ich alles weg, desinfiziere alles, zwischendrin muss sie immer wieder oral und tracheal abgesaugt werden, dann dokumentiere ich alles und meist dann wieder bisschen lese- oder Kreuzworträtsel Zeit bzw. habe ich seit ich in der a.Intensiv angefangen habe auch wieder mit häkeln angefangen.
    - 08.00, 13.00 und 18.00 Uhr kriegt sie Medis über Sonde was auch eine Weile dauert weil sie 5 verschiedene kriegt die alle gemörsert und einzeln aufglöst und verabreicht werden müssen.
    - 13.00 Uhr hat sie Montag, Mittwoch, Freitag Logopädie
    - 14.00 Uhr Montag und Freitag Ergotherapie
    - 17.00 Uhr Dienstag und Donnerstag Physiotherapie

    - mehrmals täglich VW TK und wechsel feuchte nase
    - aller 2 Tage wird PEJ verbunden
    - aller drei Tage Haarwäsche
    - bei jeder Lagerung wird sie durchbewegt
    - an Tagen wo keine Physioth. kommt, machen wir selbst die PT
    - 2 mal pro Tag Colonmassage
    - Sondennahrung und Tee läuft nach Plan von 06.00 Uhr - 22.00 Uhr
    aller 3 Wochen wird Dauerkat. und Trachealkanüle gewechselt, dass machen wir immer zu zweit nach der Übergabe.
    - Sonntags wird sie abends gebadet - machen wir auch zu zweit
    - jenach Therapien und Wachzustand wird sie 1-2mal täglich für zwei bis drei Stunden in einen speziellen Rollstuhl mobilisiert und ist dann im Wohnzimmer wo wir ihr aus Buch oder Zeitung vorlesen, bzw. auch mal der TV läuft oder wir gehen mit ihr spazieren bzw. zusammen mit Ehemann und tw auch den Töchtern einkaufen.
    - 1 mal pro Schicht werden alle Geräte, das Zimmer und das Bad gereinigt, alles aufgefüllt und dann ist nach Plan noch jeden Tag bestimmte Sachen die gewechselt oder Gereinigt werden (Gerätefilter u.s.w.).

    Im Nachtdienst läuft es genauso nur ohne Therapien, Rollstuhl, Durchbewegen, Massagen (höchstens wenn sie nicht einschläft) und Sondennahrung. Der ND schreibt noch die Kurve für den nächsten Tag vor und ansonsten ist lesen, häkeln, essen und kreuzworträtseln angesagt.

    Edit: Ich hatte keinerlei Intensiverfahrung oder Erfahrung mit Heim- oder sonstiger Beatmung, aber ich wurde 10 Dienste lang wirklich super eingearbeitet und dann auch gefragt ob ich es mir alleine zutraue oder nicht. der mensch wächst halt auch mit seinen Aufgaben.
    Habe mittlerweile die Ausbildung zum Experten für außerklinische Beatmung angefangen und bin im September damit fertig.
    Das kann ich unterschreiben. Ich war schon in Teams, die von einer AP geleitet wurden, kann eh das gezehtere nicht verstehen was manchmal zwischen AP's und GuK abläuft. Es gibt in beiden Berufszweigen Leute denen ich nichtmal nen Waschlappen in die Hand geben würde und anders rum auch welche die mehr Ahnung haben als so mancher Arzt.

     
  17. sonnnenblume

    sonnnenblume Junior-Mitglied

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    Auf einer INtensivstation ist man in der Regel nicht allein, und selbst wenn man sich mal unsicher ist, kann man immer andere Kollegen fragen....

    Wer soll denn die Einarbeitungszeit von 4 Wochen bezahlen ? Das macht KEIN Arbeitgeber in der ambulanten Pflege...wenn man 3 Tage bekommt, kann man schon von Glück sprechen.....dann muß man aber spätestens alleine ran....

    Und zum Glück muß man examiniert sein, um dort zu arbeiten !!!
     
    #17 sonnnenblume, 25.04.2010
    Zuletzt bearbeitet: 25.04.2010
  18. Phoenix79

    Phoenix79 Gast

    Ähm, meiner hat 10 tage ohne probleme bezahlt und hätte ich gesagt ich bin noch nicht soweit, hätte ich auch noch weitere Einarbeitung gekriegt. Eine Kollegin aus meinem Team hat direkt nach sechs Jahren Babypause und vorher Arbeit in einer Arztpraxis angefangen und wurde auch länger eingearbeitet weil sie sich nach den 10 tagen noch nicht sicher fühlte.
    Also sprich bitte nicht über Dinge die du nicht weißt oder nur vom Einen auf's Andere schließt.

    Edit: Bei den anderen Patienten wo ich als Springer hinkomme, werde ich auch noch mindestens zwei Dienste eingearbeit.
     
  19. sonnnenblume

    sonnnenblume Junior-Mitglied

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    "Also sprich bitte nicht über Dinge die du nicht weißt oder nur vom Einen auf's Andere schließt."

    Wow, freundliche Aussage, herzlichen Dank ..Phoenix aus der Asche...:-)

    Dann hast Du Glück gehabt mit Deinem Pflegedienst....solch eine lange Einarbeitungszeit ist eher selten, weil Kostenfaktor....leider..bei uns sind 3 Tage Maximum, und auch von anderen habe ich noch nie 4 Wochen gehört....


     
  20. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Mir gings in meinem Post auch eher darum, dass dies jeder lernen kann, weil keiner-egal ob GuK oder AP, dies als Grundkenntnisse mitbringen.

    Und hier wäre schon mal ein Anfang für Neulinge in der Branche: http://www.krankenschwester.de/foru...s/27447-grundlagen-beatmung-tagesseminar.html . Denn nur allein ducrh abgucken kommt man auch net weit. da brauchts dann sonst ständig einen sicheren Hintergrundskollegen.

    Elisabeth
     
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