Völlig überbelegt - Maximal zulässige Patientenzahl im Nachtdienst

Dieses Thema im Forum "Arbeitsrecht / Gesundheitsrecht / Krankenpflegegesetz" wurde erstellt von Summsebrumm, 17.03.2010.

  1. Summsebrumm

    Summsebrumm Newbie

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    Hallo Foris!

    Ich war bisher nur ein stiller Mitleser und habe aber jetzt selbst eine Frage.
    Ich habe schon einige Beiträge durchsucht aber nicht das gefunden, was mir weiterhilft.

    Ich arbeite auf einer großen Orthopädischen/Unfallchirurgischen Station mit 42 Planbetten. Die Nachtwachen sind bei uns alleine für die Station zuständig. Nun ist es aber so, dass wir seit etwa 2 Jahren ständig überbelegt sind und mit den "Zuschiebebetten" eine Maximalkapazität von 49 Patienten haben und diese auch oft erreichen.
    Momentan wird die Station renoviert und wenn diese Maßnahme abgeschlossen ist, können wir weitere Patienten "zuschieben".
    Die Höchstkapazität wären dann 56 Patienten.

    Weiß vielleicht irgendjemand, wie ich mich als Nachtwache gegen diese Regelung wehren kann?
    Bei aller Liebe: bei 48 Patienten, das bekommt man ja alleine noch irgendwie hin aber es muss doch irgendwo eine Rechtliche Handhabe dagegen geben mit einer solchen Überbelegung als alleinige Nachtwache Dienst zu schieben oder?
    Welche Rechte hätte ich in einem solchen Fall?
     
  2. Sittichfreundin

    Sittichfreundin Poweruser

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    Hallo Summsebrumm!
    Meines Wissens gibt es dazu keine gesetzliche Regelung über eine maximale Patientenzahl pro Pflegeperson.
    Klar ist aber, dass der Arbeitgeber eine Organisationsverantwortung hat. Das bedeutet, er trägt zum einen Verantwortung für die Patienten und muß auch das Personal vorhalten, um diese Patienten angemessen zu pflegen. Zum anderen hat er als Arbeitgeber eine Fürsorgepflicht für die Gesundheit seiner Mitarbeiter. Eine derartige Dauerbelastung kann möglicherweise gesundheitliche Folgen für die Mitarbeiter haben.
    Was kann man als Mitarbeiter tun?
    - Wende Dich an Deine Interessenvertretung (Betriebsrat, MAV...)
    - Weise den Arbeitgeber auf die Zustände hin (dies ist sogar Deine Pflicht!) und gib Deine Verantwortung und Haftung an ihn zurück durch eine sog. "Überlastungsanzeige": ver.di: Überlastungsanzeigen
    Dies kannst Du auch mit mehreren Kollegen zusammen tun.
    - Was sagt die Abteilungsleitung dazu? Steht sie hinter euch? Kann und will sie sich für euch einsetzen bei der Leitung?
    - Bestehe auf Deine Pause!
    - Ansonsten kannst Du nur Dein Bestes geben, zugleich aber auch auf Deine Gesundheit achten (Was nicht geht, geht nicht). Man kann fleißig sein, aber man sollte sich nicht derart auspowern, dass man irgendwann nicht mehr kann.
    Wünsche Dir und Deinen Kollegen viel Erfolg !
     
  3. seebär

    seebär Junior-Mitglied

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    Hallo Summsebrumm,
    ich arbeite auch auf einer 43 Bettenstation und wir sind in der Nacht zu zweit.Dies ist manchmal auch schon grenzwertig da auch wir oft einschieben müßen, regelmäßig noch OP zu überwachen haben und als einzige die ganzen basisversicherten Zugänge nehmen müßen ( 2-5 pro Nacht), von den vielen älteren meist dementen Pat.ganz zu schweigen.Hatten während einer Umbaumaßnahme eine Beiwache exam. was aber nur wenig Entlastung brachte da die Hauptverantwortung bei uns lag.Wir mußten hart dafür kämpfen. Mit Hilfe von Überlastungsanzeigen,Durchhaltevermögen und Personalrat haben wir es geschafft.
    Ich kenn leider keine rechtliche Regelung bin aber der Meinung das man 48 Pat. alleine nicht adäquat versorgen kann und für mich ist das schon fahrlässig. Wehrt Euch!!!!
    LG seebär
     
  4. Schwester Chrischtel

    Schwester Chrischtel Junior-Mitglied

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    Neurologische Frühreha
    WAS??????????????????????????Du bist mit fast 50 Pat.allein im ND??????Das is nich dein Ernst!!!!????Sorry,aber wie schaffst du das??Ops überwachen,lagern,schiebern,Schmerzmed.verteilen,Tbl.stellen.....Das is für mich unvorstellbar.Ich habe in Wien auf einer orthop.Station gearbeitet,da durfte ND nur allein gemacht werden wenn es 24 Pat.oder halt weniger waren.Bei mehr mußten es 2 sein.Kenn das auch aus Dtschl so,glaub da haben wir nur allein ND gemacht wenn es so um die 15-max.20 Pat waren.Finde das wirklich sehr grenzwertig,is das nicht schon gefährliche Pflege?Wenn da einer massiv blutet un einer ausm Bett stürzt haste doch allein schon verloren??
     
  5. KNN-Schwester

    KNN-Schwester Newbie

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    Beruf:
    Krankenschwester
    Ort:
    Nähe Leipzig
    Akt. Einsatzbereich:
    momentan noch Neuro-Reha, ab 01.05. Notfallzentrum
    Funktion:
    Praxisanleiterin
    Wahnsinn, also das versteh ich auch nicht, wie das zu schaffen sein soll! Wir sind für 33 Patienten zu zweit im Nachtdienst und schaffen manchmal gerade so unsere anfallenden Tätigkeiten! Kann mir nicht vorstellen, dass man mit 40 oder noch mehr Patienten seine Arbeit alleine wirklich ohne Probleme durchführen kann.
     
  6. Nutella Woman

    Nutella Woman Poweruser

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    Beruf:
    GuKP; B.A. Pflege- & Gesundheitsmanagement, QMB, M.A. Sozialmanagement
    Ort:
    Ruhrgebiet
    Akt. Einsatzbereich:
    QM, Chefin für FSJler
    Sorry, aber ich muss mal ebenfalls offtopic werden: In der Schweiz für eine Examinierte (diplomierte) und eine Pflegehilfe maximal 19 Patienten in der Nacht. Da haben wir auch Bauklötze bei der Spitalbesichtigung gestaunt... (und die Schweizer haben uns gefragt, wie wir das schaffen 8O )

    Deutsche verbindliche Regelungen gibt es nicht. Die zusätzlichen Pflegekräfte könnten ja mehr Geld kosten :schraube:
     
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