Viele Patienten sterben...

HausAmSee

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Hallo ihr Lieben !

Ich frage mich seit einigen Tagen, ob das bei uns auf Station normal ist...oder eher weniger..

In den letzten 3 Wochen sind schon 7 Patienten bei uns verstorben ( Chirurgie)
Bei einigen Patienten war es abzuwarten,sie waren schwerkrank...aber bei 3-4 Patienten frage ich mich ( und auch andere Auszubildende) ob das wirklich hätte sein müssen....denen ging es nämlich wirklich "gut" und der Allgemeinzustand hatte sich dann erst im Krankenhaus so arg verschlechtert...man hat es dem einen Patienten allerdings schon richtig angesehen,wie schlecht es ihm ging..die Schwestern haben aber nur über ihn hergezogen,dass er ja eh nur simuliert...einige Tage später wurde er dann auf die Intensivstation verlegt ( obwohl die Schwestern 2 STUNDEN VORHER) noch meinten,er wird ja endlich entlassen.... und ist dann gestorben !

Langsam fühle ich mich dort nicht mehr wohl... bilde ich mir das nur ein und das ist normal..oder kann es wirklich an den Schwestern und Ärzten dort liegen?

Liebe Grüße..
 

BamBamsche

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Naja, so Zeiten kann es schon mal geben. Und nur weil es jemandem ganz gut ging als er ins KH kam, heisst das nicht,das die Person nicht sterben kann. Auch auf Chirurgie kann man sterben, an Infektionen, Pneumonie, Thrombose was weiss ich. Ich glaube kaum, dass die Mitarbeiter dort bewusst dafür sorgen, dass die Pat. sterben. Sprich doch einfach mal deinen Praxisanleiter an, sag das du dich unwohl fühslt, du mit so viel Tot auf einmal nicht ganz klar kommst, es nicht verarbeiten kannst.
Auf meiner alten Station gabs das auch mal. In 2 Wochen 9 Leute... Sowas passiert.
 

verenalgo6

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Guten Morgen:-)
Ich denke auch, solche "Phasen" gibt es immer wieder...während meiner Ausbildung auf einer Inneren Station sind uns mal in 5 Tagen 4 Pat. verstorben, da war ich auch ganz schön platt... Vor allem ging es mir dabei genau wie dir, bei zwei der Pat. hatte ich (ich persönlich!!!) den Eindruck--- denen gings doch eig. ganz ordentlich---Im Nachhinein betrachtet war dies einfach mein Eindruck, ich hatte aber keine Ahnung über Nebendiagnosen, Komplikationen u.ä...
Sprich dein Gefühl doch einfach mal auf Station an, frag nach den Todesursachen usw...
(Sag aber lieber nicht das dir das doch ganz schön komisch vorkommt und du dich fragt ob hier etwas falsch läuft:-))
Man hat als Schüler oft noch nicht diesen "Gesamt- Überblick", es gehen wichtige Informationen an einem vorüber bzw. man wird nicht informiert- vielleicht kann dir das Exam. PP nachträglich wichtige Fragen beantworten.

Liebe Grüße
Verena
 

blue-iced-roses

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Ja das kenn ich woher.
Das ist normal, ich weiß hört sich jetzt blöd an, aber es ist so.
Hier ein Beispiel von mir: Pat kommt zu uns in die Reha hatte eine Schenkelhalsfraktur und war dafür recht fit, also so gut wie selbstständig.
Einen Tag nachdem er gekommen ist wollte er sich morgens in der Waschecke seines Zimmers waschen und viel um und war tot.

was ich damit sagen will ist das man halt nicht drinsteckt und es den Leuten nicht immer ansieht, ob und wann sie sterben.
Oder noch ein Beispiel aus meiner Schülerzeit:
ich war für 6 Wochen auf Intensiv eingesetzt und wir hatten jede Woche min. 2 Reanimationen (bei denen ich dabei war) und nie hat es geklappt,
wir haben reanimiert was das Zeug hält, aber immer umsonst. Ich hatte mir da eingebildet das es an mir liegt weil ich was nicht richtig gemacht hab,
solche Gedanken gingen mir durch den Kopf. Ich bin zu meinem Praxisanleiter und hab mit ihm gesprochen.
Vielleicht solltest du das auch tun.
 

Elisabeth Dinse

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Besprich deine Gedanken mit deinem Praxisanleiter. Lass dir erklären, was jeweils die Todesursache war. Zum einen lernst du bei diesem Gespräch, zum anderen beruhigt es dein Gewissen.

Btw.- wie kommst du zu der Beurteilung, dem Pat. geht es "gut"? Was verstehst du darunter? Und ab wann geht es in deinen Augen einem Pat. schlecht?

Elisabeth
 

HausAmSee

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Besprich deine Gedanken mit deinem Praxisanleiter. Lass dir erklären, was jeweils die Todesursache war. Zum einen lernst du bei diesem Gespräch, zum anderen beruhigt es dein Gewissen.

Btw.- wie kommst du zu der Beurteilung, dem Pat. geht es "gut"? Was verstehst du darunter? Und ab wann geht es in deinen Augen einem Pat. schlecht?

Elisabeth

Erst einmal danke für die schnellen Antworten..

mit dem "gut gehen" meinte ich , dass der Patient schon wieder entlassen werden sollte, mit allen reden,lachen und laufen konnte und dann plötzlich ging es ihm so schlecht und die Schwestern haben sich nur aufgeregt,dass er simuliert ( obwohl man an seinen Augen und dem ganzen Verhalten deutlich sehen konnte,dass es ihm nicht gut ging - er lag nur noch komatös da.. ) .
Und in diesem Fall finde ich,dass man DAS definitiv hätte bemerken müssen..

Der Tod an sich macht mir an sich nicht soo viel aus..ich weiß ja worauf ich mich da eingelassen habe...aber diese Punkte haben mich halt verwirrt..
 

-Claudia-

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Eine plötzliche Verschlechterung kann alle möglichen Ursachen haben. Weder kann man die voraussehen, noch sind auch erfahrene Kräfte gänzlich frei von falschen Interpretationen. Sprich, ich kann tatsächlich vermuten, dass der Patient sich schlechter stellt, als er ist - weil ich bezüglich der tatsächlichen Diagnose auf dem Schlauch stehe.

Sprich mit Deinem Praxisanleiter. Erkundige Dich danach, was auf der Intensivstation geschehen ist. Du lernst was dabei und sammelst Berufserfahrung.

Dass mehrere Patienten kurz hintereinander sterben, und dann wieder längere Zeit keiner mehr, ist nicht ungewöhnlich. Das gibt es in allen Bereichen mal.
 

pflegekraft87

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ich hab früher als schüler auch oft gesagt bzw. gedacht man könnte bei manchen patienten noch mehr machen bzw. den tod noch abwenden,aber wenn du ein paar jahre examiniert bist wirst du auch merken das es manchmal eine häufung an sterbefällen(bei uns oftmals 3 in kurzer zeit) gibt und man es oftmals einfach akzeptieren muss.
 

Bully1959

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hallo
erstmal versuche gerade über die Patienten, wo es dich verwundert, das sie tot sind durch einfach fachliche Fragen, zu erfahren, woran sie gestorben sind, laß dir erklären, warum so plötzlich usw.

sprich auf keinen Fall darüber das es komisch ist .......
sondern ----- ich hab ja noch keine Erfahrung, wie kann das passieren -----
such dir Leute zum Gespräch denen du vertraust

wenn du dann immer noch ein "blödes" Gefühl hast, rede mit anderen Schülern, die auch schon mal auf der Station waren

aber es ist oft so, wie die alten hasen sagen .......... ein Toter zieht häufig zwei, drei hinter sich her
oder eine Woche mehrere und dann Wochen lang keiner

es gibt gerade um den Tod seltsame Geschichten
in dem Dorf in dem ich groß geworden bin, gab es alle drei, vier Jahre eine Todesserie ......... sie begann mit einem Verstorbenen, der wie ein Paukenschlag reinhaute, wo niemand mit gerechnet hat ......... mitten aus dem Leben

und es folgten immer zwei "alte" also ältere Menschen, Kranke, bei denen man schon eher an den Tod dachte .......

auf manchen Stationen im Krankenhaus oder Altenheim gibt es sowas auch

viele Grüsse
Bully
 

ZNA-Öse

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Als ich im 3. Lehrjahr allein ND machen mußte,hatte in 7 Nächten 7 Verstorbene...und hab mich sooooo mies gehfühlt,daß ich fast aufgehört hätte. Das ist der Lauf des Lebens und viele der älteren Kollegen redeten wirklich viel und lange mit mir darüber,nahmen sich Zeit und hörten mir zu.
Komisch,ja verdächtig kam mir das auch vor,es ging soweit,daß ich mir selbst die Schuld gab.
Aber,ich hab's durchgestanden und es war,rückblickend,nicht die einzige "Zeit des Sterbens" in meinem Berufsleben,denn solche "Strecken" (sorry) hatte ich danach noch öfter,es gehört eben irgendwie dazu...
 

aquarius2

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Woran sind denn die vielen Patienten gestorben? Ist dir die genaue Todesursache bekannt? Wurde über diese Fälle geredet? Wurden irgendwo Fehler gemacht, die Patienten nicht ernst genommen?
Wenn ich so in unser Todesbuch gucke stelle ich fest, es gibt Zeiten, wo über mehrere Wochen keiner verstibt, dann aber einige pro Woche, auch mal 4 Patienten an einem Tag, aber das waren alles Sachen, über die geredet wurde und die Todesfälle waren sehr unterschiedlich, seien es "laufede Reanimationen", die der Notarzt uns brachte, oder eben Patienten, die multimorbid waren und zufällig zu diesem Zeitpunkt starben, oder auch Leute, die akut eine Lungenembolie/Hirnblutung hatten.
Ist nicht schön an so einem Tag im Dienst zu sein, aber es ist eben Schicksal.
Schlimmer fände ich es, wenn bei einem Patienten etwas nicht gesehen wird, oder die Beschwerden die er äußert nicht ernst genommen wurden und es sich dann rausstellte, dass da was schlimmes abgelaufen ist.
 

ZNA-Öse

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Hallo aquarius,
was die Leute damals in der Ausbildung hatten,weiß ich nicht mehr,war jedenfalls auffällig.
In den letzten Jahren in der ZNA waren es in der Regel eben diese "laufenden Reanimationen" oder aber schwere Hirninsulte-/blutungen sowie Embolien,die negativ zu Buche schlugen.
Sicher,in der ZNA stellt man sich immer die Frage,ob man was falsch gemacht,unterlassen oder gar übersehen wurde.
Aber da wir nach jedem Exitus ein Reflexionsgespräch machen,hat jeder Beteiligte die Möglichkeit,sich auszusprechen und dann geht das Leben weiter.
Damals in der Ausbildung wurde viel mit mir darüber gesprochen,wie geagt,ich war ganz kurz davor,die restliche Ausbildung abzubrechen.
Wurde aber alles geklärt...,was mir dieses blöde Gefühl im Bauch aber trotzdem nicht nahm.
 

Elisabeth Dinse

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...Aber da wir nach jedem Exitus ein Reflexionsgespräch machen,hat jeder Beteiligte die Möglichkeit,sich auszusprechen und dann geht das Leben weiter.
...
Vielleicht wäre das mal eine Anregung für Praxisanleiter. der Tod mag zu unserem Geschäft gehören. Für Azubis dürfte dies neu sein. Mit Tod und Sterben werden sie vorher kaum in Berührung gekommen sein- es sei denn in den Medien. Und von dort dürften auch die Verunsicherungen stammen wenn auf einmal Pat. versterben, denen es vorher scheinbar richtig gut ging.

Elisabeth
 

herzchen2508

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Vielleicht wäre das mal eine Anregung für Praxisanleiter. der Tod mag zu unserem Geschäft gehören. Für Azubis dürfte dies neu sein. Mit Tod und Sterben werden sie vorher kaum in Berührung gekommen sein- es sei denn in den Medien. Und von dort dürften auch die Verunsicherungen stammen wenn auf einmal Pat. versterben, denen es vorher scheinbar richtig gut ging.

Elisabeth
Ist es nicht sowieso meine Aufgabe als vernünftige und verantwortungsvolle Schwester,meinen Azubi zur Seite zu nehmen,nach dem Tod eines Patienten der nicht abzusehen war?? Wenn er "live dabei" war?
Wenn wir großes Teamgespräch haben mit unseren Ärzten einmal die Woche besprechen wir solche Sachen,die besonders schlimm für uns waren.
Und natürlich rede ich mit meinem Schüler auch darüber.

Lg
 

aquarius2

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Man darf ja auch die laufenden Reanimationen nicht immer zählen, einige liefern die im Krankenhaus ab, wohlwissend, dass da nicht mehr lange weitergemacht wird...
Ein Schüler, der sowas mitbekommt der ist natürlich geschockt, ebenso, wenn ein Patient aus dem 4. Stock springt und man ihn in den Schockraum bringt wo der Patient bald darauf verstirbt.
Auch wir besprechen solche Fälle wenn nötig auch mit einer Supervisorin. Nicht nur Schüler wirft sowas aus der Bahn, auch die Examinierten, zum Beispiel die Nachtschwester, der dieser Patient aus dem Fenster gesprungen ist, die ist hinterher zum Psychologen gegangen.
 

BamBamsche

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Wäre ja auch irgendwie nicht ganz normal, wenn einen sowas kalt lassen würde. Leider gibt es Schwestern, denen ist es wurscht. Die sind so abgestumpft. Aber ich glaube der Großteil von uns ist eben nicht so. Und drum denke ich, dass es die meisten in irgendeiner Weise mitnimmt.
Ich persönlich finde es sehr wichtig, darüber zu sprechen. Und das mach ich natürlich auch mit meinen Schülern.
 

sufentanil

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Wäre ja auch irgendwie nicht ganz normal, wenn einen sowas kalt lassen würde. Leider gibt es Schwestern, denen ist es wurscht. Die sind so abgestumpft. Aber ich glaube der Großteil von uns ist eben nicht so. Und drum denke ich, dass es die meisten in irgendeiner Weise mitnimmt.
Ich persönlich finde es sehr wichtig, darüber zu sprechen. Und das mach ich natürlich auch mit meinen Schülern.
Mir ist´s eigentlich auch egal wenn Patienten sterben. Gehört nunmal zum Geschäft
 

Bully1959

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hallo

nein ....... das kann und will ich nicht sagen, mir ist es egal wenn Patienten sterben ....

denn auch nach über 30 Jahren Beruf kann ich sagen, ich kann mit dem Tod umgehen, in der Ambulanz habe ich gelernt auch mit dem Tod umzugehen bei jungen Menschen, die nicht geplant waren, ich leide nicht darunter, aber jeder einzelne bekam von mir stille Gedanken (ich weiß nicht ob ihr versteht was ich meine) und alte Menschen, die ich erlebt habe hatte ich auch bei jedem einzelnen meine Gedanken, ich würde sagen, es ist unser Beruf, soetwas gehört dazu, aber egal war mir kein einziger ....... das gebietet für mich der Respekt vor dem Menschen und vor dem Tod

viele Grüsse
Bully
 

Flop

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Mir ist´s eigentlich auch egal wenn Patienten sterben. Gehört nunmal zum Geschäft
Hoffentlich werde ich sowas nie sagen. Es zu verarbeiten ist eine Sache, aber das es jemandem egal ist, wenn ein anderer Mensch stirbt, kann ich, ehrlich gesagt, nicht nachvollziehen.
 

ZNA-Öse

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Ich denke nicht,daß sufentanil mit "egal" auch wrklich dieses "egal" meint...vielmehr glaube ich,daß sufentanil es,so wie ich,zum Beruf dazu gehörig betrachtet und sich deshalb keine weiteren Gedanken macht.
Wir sind ja alle unterschiedlich gestrickt,der eine "leidet mit",der andere nimmt's mit nach Hause und wieder andere überlegen,ob sie nicht vielleicht nen Fehler gemacht haben.
Nach über 30 Jahren ZNA bin ich recht abgestumpft,muß ich zugeben,jedoch bei jungen Menschen und vorallem Kindern,die sterben,bin ich hinterher auch geknickt und mache mir so meine Gedanken.
Aber wie gesagt,der Tod gehört zu unserem Beruf dazu,manchmal täglich und gerade Azubi's,die sich mit ihren 17 oder 18 Jahren noch nie damit beschäftigen mußten,müssen wir "alten" zur Seite stehen,damit sie den Umgang mit dem Tod lernen.

Also bitte nicht vorschnell urteilen,liebe Kollegen,den sufentanil's Background und Tätigkeit auf Intensiv müssen auch miteinbezogen werden.
 

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