Verunreinigte Instrumente

Dieses Thema im Forum "OP-Pflege" wurde erstellt von WSC-Schwester, 17.02.2011.

  1. WSC-Schwester

    WSC-Schwester Newbie

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    Hallo,

    wie verhaltet ihr euch bei augenscheinlich verunreinigten Instrumenten?

    Sprich ihr bemerkt beim tischaufbau ein Instrument das eingetrocknete Blutreste hat.

    Verwerft ihr das gesamte Instumentarium welches ihr aufgebaut habt oder nur das einzelne Instument?

    Schön wäre es auch wenn ihr Verweise auf eindeutige Fakten habt.


    liebe Grüße
     
  2. OPschwesterlein

    OPschwesterlein Stammgast

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    Das ist bei uns auch nicht so eindeutig. Eine Kollegin hatte mal den Fall ,das eine sterile Kopfhalterung in der Neurochirurgie (nur einmal vorrätig) genannte Blutreste aufwies. Sie ließ den Chef des Steri kommen und der meinte, dass das ja "steriler Dreck" sei. Sie hat den Chirurgen darüber informiert, der wollte die Kopfhalterung benutzen, da sie nur einmal vorhanden ist und der Pat. hätte ohne sie wieder ausgeleitet werden müssen, da dort die Neuronavigation dran gebastelt wird.

    Also ich weiß auch nicht so recht, steriler Dreck!? Würde mich auch mal interessieren wie das eigentlich mit Blutresten und Haaren etc. ist, wenn es "mitsterilisiert" worden ist.
     
  3. Bully1959

    Bully1959 Poweruser

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    hallo

    also ich kenne es so das das verunreinigte Instrument entsorgt wurde, aber der Container genommen

    gab es mehrere Instrumente in einem Container wurde der gesamte Container entsorgt und ein neuer geöffnet

    viele Grüsse
    Bully
     
  4. OPschwesterlein

    OPschwesterlein Stammgast

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    Wenn der Instrumentencontainer bzw. das betreffende Instrument mehrmals vorhanden ist, würde ich nicht zögern es zu entsorgen und vor allem den Steri darauf aufmerksam zu machen!
     
  5. matras

    matras Bereichsmoderator
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    Zitat RKI: "Eine sicher wirksame Sterilisation erfolgt nur bei sauberen Medizinprodukten. Der Reinigung kommt daher besondere Bedeutung im Gesamtablauf der Aufbereitung zu." und "Die Aufbereitung muss sicherstellen, dass von dem aufbereiteten Medizinprodukt bei der folgenden Anwendung keine Gefahr von Gesundheitsschäden, insbesondere im Sinne von
    - Infektionen,
    - pyrogenbedingten Reaktionen,
    - allergischen Reaktionen
    - toxischen Reaktionen
    ausgehen"

    Ich denke damit ist klar, dass schmutzige Instrumente nicht benutzt werden dürfen! Auch wenn diese nur einmal verhanden sind! Oder würdet Ihr zustimmen mit solchen operiert zu werden???

    Matras
     
    #5 matras, 18.02.2011
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 07.09.2012
  6. ck76

    ck76 Gast

    ich stimme meinem vorredner zu.
    und "sterilen dreck" gibt es nicht!!!
     
  7. Warum gibt es keinen sterilen Dreck? Da mögen mich doch mal die eventuell hier angemeldeten Sterilisationsassistenten aufklären. Wenn ein Hautrest an der Pinzette pappen geblieben ist, müßte der doch nach der Sterilisation keimfrei sein oder warum nicht?

    Ich bin nicht dafür, verschmutzte Instrumente zu benutzen! Ich möchte nur wissen, warum es keinen sterilen Dreck gibt.
     
  8. matras

    matras Bereichsmoderator
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    Zitat RKI: "Eine sicher wirksame Sterilisation erfolgt nur bei sauberen Medizinprodukten!" ist das so zu verstehen? in den Blut oder sonstigen Anhaftungen kommen die Parameter (Druck, Hitze, Zeit) die zur Sterilisation notwendig sind, nicht sicher an. Daher kann nicht garantiert werden, dass das (schmutzige) Produkt steril ist. Im Folgeschluß kann auch nicht sicher davorn ausgegangen werden, dass die anderen im Container befindlichen Instrumente steril sind.
    Und was ist mit Pyrogenen und/oder Toxinen (schließlich reagieren hier Desinfektionsmittelreste mit organischen Materialien)?

    Matras
     
  9. OPschwesterlein

    OPschwesterlein Stammgast

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    Das leuchtet mir ein!:fidee:
     
  10. WSC-Schwester

    WSC-Schwester Newbie

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    Danke das ist ja eine eindeutige und begründete Erklärung der niemand etwas entgegenbringen kann.
    Hättest du eventuell einen LINK den ich nutzen könnte?
    Ganz gut ist schon diese Sache hier(aber vom RKI wäre es mir lieber):

    http://www.instruments4you.de/files/Aufbereitungskreislauf_neu.pdf


    Wir haben auch eine Hyienefachkraft aber diese kuscht nunmal vor den Chef- und Ober-Ärzten und auch vor unserem OP-Koodinator, d.h. befürchte ich das er uns im Regen stehen lässt.
    Leider geht es bei vielen Unternehmen mehr um die Quantität($$$).
     
  11. matras

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    Unter RKI Empfehlungen der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention findest Du: "Anforderungen an die Hygiene bei der Aufbereitung von Medizinprodukten" das entsprechende Dokument

    Matras
     
  12. carminaburana

    carminaburana Newbie

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    leider ist den herren und damen medizinern dieser sachverhalt nur sehr schwer zu erklären.aber normalerweise setzt sich dann die vernunft durch und es wird gewartet, bis das instrumentarium wieder gebrauchsfähig ist.wenn das problem gehäuft auftritt oder nur bei bestimmten instrumenten,muss man sicher mit den sterileuten genauer reden und die fehlerquellen abstellen.
     
  13. Eisenbarth

    Eisenbarth Poweruser

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    wenn "steriler dreck" ja so unproblematisch wäre, hätten die o.g. herren dres. ja sicher kein problem damit, den "sterilen dreck" bei einer eigenen laparotomie in ihre bauchhöhle bröseln zu lassen?
     
  14. BettyBoo

    BettyBoo Poweruser

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    Es gibt keinen sterilen Dreck!
    Siebe, in denen Instrumente mit Blutresten sind, müssen ausgetauscht werden!
    (Bei uns werden sie das auch).
    Der Sterichef, der sagte "das ist doch steriler Dreck", dem sollte sofort die Kündigung ins Haus flattern, denn augenscheinlich haben die Instrumente, die bei ihm aufbereitet wurden, nicht alle Stationen der Instrumentenaufbereitung korrekt durchlaufen.
    Im Ultraschallbad werden Blutreste bereits von den Instrumenten abgelöst, dann der Rest entweder manuell entfernt und dann auch noch durch Waschmaschinen gejagt.Schließlich müssen die Mitarbeiter im Steri auch die allerletzten Reste menschlichen Gewebes von den Instrumenten entfernt haben, bevor die Siebe in den Sterilisator gehen.

    Selbstverständlich kommt es zu Infektionen und Wundheilungsstörungen, wenn eingetrocknete Blutreste vom Vorgänger in die "Bauchhöhle bröseln", und jeder Einzelne von uns, der im OP arbeitet, sollte genug Mumm im Kittel haben zu sagen, er öffnet einen neuen Container, selbst wenn der Chefarzt am Tisch steht!
     
  15. opjutti

    opjutti Poweruser

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    Ich muss BettyBoo recht geben! Es gibt keinen sterilen Dreck!!

    Wenn verunreinigte Instrumente aus dem Steri kommen, müssen unbedingt alle Prozesse geprüft werden.

    Wie werden die Instrumente entsorgt?
    Stehen die Instrumente zu lange rum, bevor der Wasch- und Reingungsvorgang beginnt?
    Sind die Waschmaschinen validiert?
    Stimmt die Konzentration des Reinigungsmittels und ist es dafür überhaupt geeignet?
    Wie werden Instrumente mit Lumen behandelt?
    Sind die Siebe beim Waschen zu voll?
    Ist das Steripersonal mit den Prozessen vertraut?

    Was haben die Herren Mediziner in einer ZSVA zu sagen? Nix!!
    Die Sterilisationsabteilung gibt die Regeln vor, wie lange sie für die gesamte Aufbereitung braucht.
    Wenn wegen unsachgemäßer Behandlung von Instrumenten die ZSVA-Abteilung geschlossen werden muss, müssen die Herren Mediziner noch länger warten oder können u. U. gar nicht operieren.

    LG opjutti
     
  16. BettyBoo

    BettyBoo Poweruser

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    So sieht's aus, OPjutti!

    Und selbstverständlich müssen Waschmaschinen validiert sein, aber die nützen nichts, wenn beispielsweise das Steripersonal diese unsachgemäß befüllt oder Instrumente, die stundenlang irgendwo rumstanden, einfach so in die Waschmaschinen schiebt.

    Für Instrumente mit Lumen gibt es spezielle Aufsätze für die Waschmaschinen.

    Der OP muss dafür sorgen, dass genügend Instrumentarium vorhanden ist.
    Auch wenn's Geld kostet...........
     
  17. matras

    matras Bereichsmoderator
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    Wenn alle Beteiligten ihre Ausbildungen zum Thema genossen haben (einschließlich der Fachkundelehrgänge im Steri) und sich der Verantwortung bewußt sind, kommt so was sicher auch nur noch ausnahmsweise vor! Dass es vorkommen kann ist aber bei aller Sorgfalt ebenso unumgänglich, dann muss man eben den "A... in der Hose" haben und hinstehn und neue Instrumente verlangen. Nach den entsprechenden Vorkommnissen in diversen Kliniken sollte die Problematik auch hinlänglich bekannt sein. Kosten dürfen dabei nicht als Argument angeführt werden, sondern die Sicherheit der Patienten muss dabei einzige und oberste Priorität haben, - sonst nix!
     
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