Versorgung nach Abzeßentfernung linke Leiste?

Dieses Thema im Forum "Wundmanagement" wurde erstellt von schlafmeuschen, 14.06.2012.

  1. schlafmeuschen

    schlafmeuschen Junior-Mitglied

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    Hallo Ihr Lieben

    Ich versorge seit 3 Tagen eine Pat. nach Abzeßentfernung in der li. Leiste bzw. ca. 0,5cm von der Leiste entfernt auf dem Innenschenkel.
    Diese ist ca.5cm lang und gut 3cm breit. Die Tiefe ist ca.2cm.
    Die Wunde ist sauber und die Wundränder sind intakt, Geruch gibt es auch keinen. Die Pat. äußert nur Schmerz wenn wir an der Wunde arbeiten. Die Wunde gibt sehr viel Feuchtigkeit ab.

    Laut ihrem Hausarzt solln wir die Wunde mit NaCl 0,9% spülen und dann eine in NaCl getränkte sterile Kompresse in die Wunde einlegen bzw. die Wunde damit austamponieren. Die Pat.beklagt das sie schon kurze Zeit nach unserem Verbandswechsel den ersten Schlüpfer wechseln muß da der Verband durchgenässt ist.....kann man ja nach vollziehen, die Kompresse kann ja gar keine Flüssigkeit aufnehmen....hat ja nicht wirklich ne saugenden Wirkung. Laut der Pat. lehnt der Arzt eine andere Versorgung aus Kostengründen ab. Vor der jetzigen Versorgung hatte die Pat. folgende: Wunde mit NaCl o,9% spülen und dann eine Aquaceltamponade einlegen, sterile Kompresse darüber+Fixomull. Wir haben den Verbandswechsel tägl. durchgeführt (so wie jetzt auch ) da die Pat. tägl. duschen wollte da es ja ein Bereich sehr nah am Intimbereich ist und sie sich ohne duschen unwohl fühlte. Die Aquaceltamonade war immer gut voll gesogen ist aber nie "ausgelaufen".

    Wir hatten dann um Opsite Folie gebeten lehnte der Arzt auch ab. Dann hätte sie duschen können ohne das alles durchnässt wäre....und die Tamponade hätte länger drin bleiben können.

    Zu meiner Frage jetzt: So wie wir die Wunde jetzt versorgen ist es doch nicht wirklich zeitgerecht oder?? Die Gefährdung einer Infektion ist so doch stark gegeben?? Ganz davon ab das die Pat. sich sehr unwohl fühlt damit weil sie ständig die Wäsche wechseln muß....


    Freue mich auf eure Antworten :emba:

    LG
     
  2. Nordlicht

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    richtig verstanden:
    eine OP-Wunde, besteht noch nicht soo lange, also keine klassische chronische Wunde.
    Gibt es Anhaltspunkte, dass die Wundheilung gestört wird, also Alter, Adipositas, Diagnosen? Irgendwie muss die Dame eingeschränkt sein, sonst würde sie den VW selbst durchführen können.

    Bei starker Sekretion: Superabsorber und Folie (darf der Pat. auch in der Apo selbst kaufen).
    Aquacel ist schon pfiffiger, wg. der Aufsaugwirkung, bei der Kompresse wäre evtl. die Gefahr, dass sie mit der Wunde verkleben könnte und dann das frische Granulat abgerissen wird beim VW.
    Die Anordnung ist nun nicht obsolet, dass man mit dem Arzt diskutieren muss, aber der Pat. hat ein recht auf optimale Versorgung. Zu den Kosten gibt es von Werner Sellmer diverse Milchmädchenrechnungen für Ärzte, aus denen zu sehen ist, dass eine Versorgung alle 2 Tage auch ohne Berücksichtigung der Personalkosten unter dem Strich günstiger ist mit geeigneten Materialien. (auf seiner Seite mal durchklicken)

    Noch eine Überlegung: Mobilität der Dame und Gewicht: wie wird die Belastung am Tag sein? Muss der Oberschenkel etwas zusammengehalten werden, damit die Wunde nicht klafft? Reibung?
     
  3. schlafmeuschen

    schlafmeuschen Junior-Mitglied

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    Danke für deine Antwort und entschuldige bitte das ich mich nicht mehr hören lassen habe....:emba:
    Ich bin "Springer" bei uns und hatte die Versorgung der Pat. dann nicht mehr in der Hand....
    Nochmal zur Pat. : Sie ist adipös und schafft deswegen den Verbandswechsel an dieser Stelle nicht selbst. Zur Zeit wird die Wunde mit Prontosan gespült und dann mit einer sterilen Kompresse versorgt bzw. diese wird in die Wunde eingelegt so weit das geht und dann nochmals mit einer sterilen Kompresse abgedeckt, anschließend mit Opsite Folie abgeklebt. Die Wunde heilt erstaunlicher Weise gut :klatschspring:. Der Verbadswechel wird tägl. gemacht. Jetzt gibts ein "neues Problem"....Die Wunde granuliert seehr gut und jetzt wirkt es so als ob es zu einer Hypergranulation kommt....da sich die Wunde nicht soo schnell schließt wie sie granuliert....

    Wie können wir das etwas unterdrücken?? Also das es nicht hypergranuliert?? Die Pat. meinte das sie das auch schon bei anderen Wunden hatte....
    Gaze auflegen???:weissnix:

    Lg :wavey: Und danke für eure Antworten
     
  4. narde2003

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  5. schlafmeuschen

    schlafmeuschen Junior-Mitglied

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    Danke für deine Antwort :-)

    Mhh, klingt interessant aber diese Salbe ist laut der Info für chronische Wunden??:gruebel:
    Diese Wunde ist ja mechanisch, also durch eine OP entstanden....Oder meinst du das sich durch die zusätzliche Feuchtigkeit die Wunde besser schließen könnte??
    Wir meinen ja das es bald zu einer Hypergranulation kommt....und sich die Wunde nicht gut verschließt sondern es nur überschießt...Und was können wir dagegen tun?
     
  6. herbstzeitlose

    herbstzeitlose Senior-Mitglied

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    Wenn die Granulation über Hautrandniveau hinausgeht, wird es zu keinem Wundverschluss kommen.Zu einer Hypergranulation kommt es u.a. , wenn die Wunde zu feucht gehalten wird. Bei einem Ulkus würde ich mit Gegendruck arbeiten, was wohl hier aber schwierig sein dürfte. Vielleicht muss da noch mal ein Chirurg zu Rate gezogen werden?
    Anfangs hast du von feuchter Wundversorgung geschrieben, jetzt wird nur noch eine trockene Kompresse reingelegt?
    Und die Frage nach Gaze,- besteht denn keine Wundhöhle mehr?
     
  7. Spassbold

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    Ich finde die Aussage des Arztes auch sehr fragwürdig. Das ist alles andere als Zeitgemäß.
    Hat er die OP selber durchgeführt? Wenn nein, was sagt denn der Operateur, wie die Wunde versorgt werden soll. Da muss es ja eine Aussage zu geben.
    Was sagt denn die Patientin zu der Sache, oder hat sie da keine Meinung. Evtl. lässt sie sich ja darauf ein, eine andere Meinung eines anderen Arztes einzuholen und im Zweifelsfalle den Arzt zu wechseln. Eine zweite Meinung ist ja immer erlaubt.
     
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