Verpflichtet als 400-Euro-Krankenschwester an Feiertagen zu arbeiten?

Dieses Thema im Forum "Arbeitsrecht / Gesundheitsrecht / Krankenpflegegesetz" wurde erstellt von Frau Fitjesdoe, 16.04.2014.

  1. Frau Fitjesdoe

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    Hallo ihr Lieben,

    ich arbeite seit nun 15 Jahren in der Pflege..Zuerst Vollzeit, nun nur noch als 400-Euro Krankenschwester, weil ich den Beruf nach wie vor gerne mache, aber die Liebe zur Forschung entdeckt habe. Ich arbeite in der Regel 2 Mal im Monat Freitag, Samstag und Sonntag. Da mich meine neue Arbeit aber sehr einspannt und ich ab und an auch nachhause fahren möchte (500km Entfernung) nun meine Frage: Wenn zum Beispiel Weihnachten und Silvester anstehen, bin ich dann verpflichtet entweder an Weihnachten, oder Silvester zu arbeiten? Oder ist es gesetzlich vollkommen in Ordnung, wenn ich dann nachhause fahre? Meine Kollegen finden das vollkommen in Ordnung, nur wie sieht es aus gesetzlciher Seite aus?
    Ich dachte euch schonmal vielmals :-)

    Liebe Grüße
    Tanja
     
  2. Susi_Sonnenschein

    Susi_Sonnenschein Bereichsmoderatorin
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    Also ich kenne es so, dass die Feiertage unter ALLEN aufgeteilt werden, die Minijobber und Teilzeitarbeiter dann aber auch nur einen Teil der Feiertage übernehmen (also z.B. einen von den drei Weihnachtsfeiertagen). Wenn es aber stationsintern anders geregelt wird und alle einverstanden sind, ist es auch möglich, da komplett frei zu haben. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es gesetzlich geregelt ist - eher ist es so, wenn im Arbeitsvertrag nichts genaues festgelegt ist, kann die Leitung einteilen wie sie will.
     
  3. Frau Fitjesdoe

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    Hallo Susi,

    vielen Dank erstmal für deine Antwort. Du ganz klar bin ich niemand, der einfach hinsteht und sagt: Ich will frei!. Ganz im Gegenteil, ich nehme sogar ne Woche Urlaub bei meinem anderen 100%-Job um den anderen ne Woche auszuhelfen, weil 5 Leute krank sind.
    Aber ich bezweifel, das selbst wenn im Verstag nichts genaues festgelegt ist, mich meine Stationsleitung einfach einsetzen kann, wie sie will. Vielleicht liege ich ja falsch, aber ich denke schon, das mein 100%-Job Vorrang hat, oder ich auch sagen darf, wenn ich über Weihnachten und Silvester heimfahren möchte.
    Oder? Bin dankbar für deine Hilfe.

    LG Tanja
     
  4. Susi_Sonnenschein

    Susi_Sonnenschein Bereichsmoderatorin
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    Dein 100%-Job hat schon Vorrang, das ist klar.
     
  5. amezaliwa

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    Es ist in keinster Weise bös oder sonst was gemeint, aber warum sollte Dein 100% Job Vorrang vor dem anderen haben?
    Das kratzt mich grad, etwas.
    Du bist mit den Arbeitsverträgen Verpflichtungen eingegangen, soundsoviel Std. dem einen UND dem anderen Arbeitgeber zur Verfügung zu stellen.
    Wie Du damit zurechtkommst (inkl. interner Regelungen, tauschen, Wünschen zur DP-einteilung...)
    ist doch in erster Linie Dein Problem.
    Allerdings: Dass Du auch sehr entgegenkommend bist - hilft vermutlich schon, Dir entgegenzukommen. Hättest ja nicht machen müssen.
    Mit Dir würd ich es mir (wär ich Leitung) auch nicht verscherzen wollen, weil Du aushelfen kannst, wenn es arg brennt. Also wär ich schon vorsichtiger, Dir 1 Wunsch abzuschlagen, der Dir sehr weiterhilft. Nachdem Du schon 15 Jahre an Bord bist...weißt doch auch wie Deine Leitung "tickt"-?
    Aber eine Garantie ist das auch nicht.:weissnix:

    Gesetzlich geregelt ist ja nur, dass 15 Sonntage im Jahr arbeitsfrei sein müssen - da dürftest aber eh nicht drüber kommen - wenn Du sonst weiter keine Sonntage arbeitest.
    Weniger anstrengend (kannst vermutlich auch schon nimmer hören) wär aber schon, wenn beide Arbeitsplätze/ Wohnort etwas näher beieinander wären. Frisst ja einen Haufen Zeit.
    Meinen Respekt dafür, beides bislang geregelt zu bekommen.
     
  6. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    Ja, liegst Du. Solange sich die Leitung ans Arbeitszeitgesetz hält, kann sie Dich so einsetzen, wie die Station Dich braucht. Ein gesetzliches Recht auf "Wunschfrei" gibt es nicht.
     
  7. Silvermoon

    Silvermoon Junior-Mitglied

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    Ich denke, dass der Arbeitgeber da keine Ausnahmen machen muss, egal ob Minijob oder Vollzeitkraft. Höchstens es wäre schriftlich irgendwo fixiert im Arbeitsvertrag. Gesetze zu dem Thema sind mir nicht bekannt?!
     
  8. stormrider

    stormrider Poweruser

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    Wenn man einen Minijob zusätzlich zu einem Vollzeitjob macht, ist es eigentlich selbstverständlich, dass der Minijob erst in 2. Reihe steht. Allerdings würde ich mich da auch vertraglich absichern und meine Verfügbarkeit einschränken.

    Grundsätzlich habe ich das in solchen Fällen immer so gemacht, dass ich vereinbart habe, dass ich angebe, wann ich arbeiten kann. Der Minijob-AG hat dann geschaut wo er mich einsetzen kann.

    Du solltest bedenken, dass du, wenn du Urlaub hast, nicht zusätzlich arbeiten darfst. Urlaub dient zur Erholung, die nicht gegeben ist, wenn du woanders einspringst.
     
  9. Frau Fitjesdoe

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    Hallo amezaliwa :-), ich dachte wirklich das das so gehandhabt wird, wenn ich wegen meinem 100% Job nicht kann, das das dann Vorrang hat und es ja von Anfang an klar war, das ich diesen Job habe. Meine 2 Wochenenden arbeite ich immer plus 2 Freitage! Nur manchmal eben nicht im 2 Wochen-Takt, weil das eben manchmal nicht drin ist von der Arbeit her und ich ab und an halt auch nach Hause fahre :-). Und ja da bin ich ganz ehrlich, da lasse ich mir auch nicht von meiner Stationsleitung reinreden, bevor würde ich gehen. Und bei Feiertagen wie Weihnachten und Silvester ist es so, das meine Kollegen kein Problem damit haben...Sonst würde ich es nicht machen, denn auf meine Kollegen lass ich nichts kommen! Auf die olle Stationsleitung schon, denn die bekommt sich leider selber nicht auf die Reihe und ist (nicht nur meiner Meinung nach) nicht geeignet für diese Tätigkeit ;)

    Vielen Dank für eure Meinungen :*
     
  10. stormrider

    stormrider Poweruser

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    Es ist eigentlich auch üblich, dass bei solchen Aushilfsjobs von vorne herein klargestellt ist, dass man nicht nach Belieben eingeplant werden kann. Die AGs klären das in der Regel gleich beim Vorstellungsgespräch, denn für die ist auch wichtig, zu wissen, wer wirklich flexibel sein kann und wer klare Grenzen setzen muß.

    Ich habe auch mehrfach Aushilfsjobs gemacht. Üblicherweise meldet man sich, wann man zur Verfügung stehen kann und wird eingeplant an den Tagen die man zur Verfügung stellt, insofern Bedarf vorhanden ist. Ein 400 Euro Job heißt auch nicht, dass man wirklich komplett die 400 Euro abarbeiten muß. Damit wird ja nur die Art des Arbeitsverhältnisses definiert. Wenn man nicht genug Tage zur Verfügung stellen kann um auf 400 Euro zu kommen, gibts halt weniger.
     
  11. hypurg

    hypurg Poweruser

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    Tanja hat doch konkret nach der rechtlichen Situation gefragt. Sie hat ja gar keine Probleme, weil alle Verständnis haben.
    Und arbeitsvertraglich ist es nun mal so, daß eine Sollstundenzahl pro Monat vereinbart wurde und in der Pflege meistens ein Dienstplan üblich ist. Und es fällt ins Direktionsrecht des Arbeitgebers im Rahmen der Arbeitsgesetze und des Vertrags die Dienste einzuteilen.
    Also super, wenn man ihr entgegenkommt.

    Der Arbeitgeber für den Minijob möchte natürlich für sein Geld auch die entsprechende Leistung. Da interessiert ein Erstjob wenig.

    Aber in der Regel klappt es doch besser als alles nur nach Gesetzbüchern. Nicht jeder Mitarbeiter macht nur Dienst nach Vorschrift und nicht jede Stationsleitung Dienstplan nur nach Vorschrift.
     
  12. annimaus

    annimaus Newbie

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    Hast du denn ein Festgehalt von 400€ im Monat? Dann wäre sicherlich eine bestimmte Stundenanzahl vereinbart. Wenn du allerdings nach Stundenlohn bezahlt wirst, werden dir nur die geleisteten Stunden bezahlt, dann besteht sicher keine Pflicht an den Feiertagen zu arbeiten
     
  13. Bluestar

    Bluestar Poweruser

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    In beiden Fällen gibt der AG den Dienstplan vor und entweder sind Feiertage dabei oder eben nicht. Feste Stundenzahl oder nicht ist da relativ egal.
     
  14. annimaus

    annimaus Newbie

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    Der AG kann aber nicht den DPL schreiben, da der Mitarbeiter vollzeit woanders berufstätig ist, das bedeutet, dass er sich den Arbeitnehmer eiin bisschen anpassen muss. Es könnte zb. sein, dass der Arbeitnehmer in seiner Vollzeitstelle an Weihnachten UND Silvester arbeiten muss, kann daher nicht die Nebentätigkeit ableisten.
    Und sie geht ja nur 6 Tage im Monat arbeiten, bei einem 8h Tag wären das 48 Stunden, da kann der Arbeitgeber aus der Nebentätigkeit sie nicht frei einsetzen.

    Im Endeffekt kommt es immer darauf an, was in deinem Arbeitsvertrag vereinbart wurde
     
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