Vergütungen bei kirchlichen Einrichtungen

Dieses Thema im Forum "Adressen, Vergütung, Sonstiges" wurde erstellt von NurseKali, 02.02.2013.

  1. NurseKali

    NurseKali Senior-Mitglied

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    Hallo liebe Leute....

    da seit dem ersten Januar diesen Jahres ein Arbeitgeberechsel zu einem kirchlichen Träger stattgefunden hat und ich mit Erschrecken feststellen musste, dass ich jetzt ca. 100 € weniger netto habe, frage ich mich doch, was man so anderswo verdient.

    Ich bin Palliativfachpflegekraft mit Weiterbildung, bin 55 Jahre, seit dem Examen '79 in der Pflege durchweg tätig, arbeite jetzt aus Gründen des Zustands nach Burnout nur noch 75%, hab also eh schon entschieden weniger zur Verfügung.

    Über euer feedback freue ich mich.

    Lieben Gruss
    die Kali Nurse
     
  2. DAMA1

    DAMA1 Senior-Mitglied

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    Caritas Bayern nach AVR wäre theoretisch EG 7a Stufe 6 € 2.980,84 (Endstufe) + 75,--(Ballungsraumzul.) + 50,-- (Pflege) + Zulagen für Schichten Nacht/Sonn- u. Feiertage + betr. AV + .... bei 100 %/75

    Denkbar wäre noch EG 8a /6 Endstufe ( 3.115,86 €/100% ), aber dass wäre eine wohlwollende PDL-Entscheidung

    Andererseits müssen eben auch nicht die vorangegangenen Berufsjahre angerechnet werden, somit könnten sich die Beträge auch nach unten korrigieren.

    Da Sie selbst Ihre Zuordnung, den Tarif und die Bruttosummen nicht nannten, kann man nicht ordentlich abgleichen, welche Kriterien möglicherweise zugrunde gelegt wurden.

    Dennoch wundert es ein wenig, dass Sie nicht vorher die Lohnberechnung (Bestandteil zum AV) bekamen, bzw. diese so akzeptierten? Auch ist es durchweg üblich, sich vor Vertragsunterzeichnung hierzu kundig zu machen.

    Ist sicherlich aufgrund der eigenen Entscheidung getroffen und somit dieser geschuldet,oder bot der AG keine 100 % an?


    Lg.
     
  3. Lillebrit

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    Kann es sein, das Du vorher eventuell im öffentlichen Dienst warst und den AG noch nie gewechselt hast?
    In diesem Fall hattest Du bei der Umstellung vom BAT auf den TvÖD eine Besitzstandregelung, welche eine Schlechterstellung aufgrund der Tarifumstellung verhindern sollte.
    Bei einem Wechsel des AG (auch im öffentlichen Dienst!) fällt diese jedoch endgültig weg....hieraus kann sich der geringere Auszahlbetrag auf dem Konto erklären.



    Alter und Jahre der Berufserfahrung spielen in den neuen Tarifwerken nur noch bedingt eine Rolle bzw. werden gar nicht mehr berücksichtigt. Darüber fallen Zusatzqualifikationen nur dann ins Gewicht, wenn man eine entsprechende Stelle besetzt. Ansonsten ist die Qualifikation eine gute Verhandlungsbasis für die Gehaltseinstufung- aber eben als good will des AG.
     
  4. NurseKali

    NurseKali Senior-Mitglied

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    Nun, natürlich ist die Entscheidung für 75% aus eigener Problematik heraus getroffen worden.
    Hätte natürlich auch die Variante nehmen können die viele meiner Kollegen nehmen, man bleibt in 100% und ist dann regelmässig krank, weil man nicht mehr arbeiten kann.
    Diese Variante passt jedoch nicht zu mir......

    Wissen Sie, die AVR's wurden uns zugesagt, sind bis heute nicht eingetroffen; die Zusätze im Übernahme Arbeitsvertrag sowas von diffus gewesen, alles fand zum Jahreswechsel statt wo eh kaum Ansprechpartner zu finden waren und ausserdem lebe ich auf dem Land wo es eh wenig Möglichkeiten des schnellen Wechsels zu einem anderen Arbeitgeber hin gibt.
    Ich wollte mich auch nicht in die Negativismen anderer einklinken die eine schlechtere Bezahlung prophezeit haben, diese kirchliche Institution hätte den Ruf einer der schlecht zahlendsten Arbeitgeber zu sein.

    Es ist klar, dass ich mich hier nicht öffentlich outen werde, noch brauche ich auch das reduzierte Gehalt um existent sein zu können.
    Mit Sicherheit bin ich nicht blauäugig in das Ganze hineingegangen, habe lange Jahre in Leitungsfunktion gearbeitet die keine Blauäugigkeit verträgt.......nur bringt einen das Leben manchmal an Punkte, die einem nicht viel Wahl lassen, wo die Energie (physisch als auch materiell) nicht mehr vorhanden ist um schon wieder einen erneuten Wohnortwechsel vorzunehmen.

    Vielen Dank auf jeden Fall für ihr feedback.

    die Kali
     
  5. NurseKali

    NurseKali Senior-Mitglied

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    @ Lillebrit

    Nein, ich habe in den letzten Jahren schon bei privaten Trägern gearbeitet, doch selbst die haben mich dem Alter gemäss eingestuft, auch mit den Praxis Berufsjahren. Dies ist jetzt der Tiefstand von dem was ein Arbeitgeber entlohnt und das in einem Bereich, wo man nicht mit irgendwelchen Hilfskräften arbeiten kann, wo Professionalität und Empathie eine Grundvorraussetzung für eine gute Pflege ist.
    Für mich ist es unbegreiflich dass das keinerlei Rolle spielt bei den Arbeitgeber; grade im ländlichen Bereich diktieren die sehr ihre Machtpositionen.
    Besitzstandsregelung ist in diesem Fall mit dabei.

    Werde noch den nächsten Lohnauszug mir anschauen und dann Entscheidungen treffen müssen.
     
  6. Lillebrit

    Lillebrit Bereichsmoderatorin
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    Ah ok- dann kommt mein Erklärungsansatz nicht zum Tragen. Zum ländlichen Bereich: es ist sicherlich richtig, dass in diesen Regionen das Angebot an Arbeitgebern eher dünn gesät ist und auch die Ortsgebundenheit der MA (und damit die Arbeitgebergebundenheit) ausgenutzt werden kann.

    Im Umkehrschluss haben aber diese AG auch erhebliche Probleme der Nachwuchsrekrutierung...viele junge und ungebundene AN zieht es eher in die Städte. Meine Erfahrung ist, dass sich AG dieser Problematik zunehmend bewusster werden und auch entsprechend attraktive Angebote machen, um MA zu gewinnen und zu halten....




    Vielleicht war dieses auch erstmal eine Abschlagzahlung?
     
  7. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    Wenn die Besitzstandsregelung mit dabei ist - fehlen einfach noch die Zulagen und Zuschläge für Schichtarbeit? Letztere werden ja sehr häufig zeitversetzt ausgezahlt.

    Oder arbeitest Du jetzt eventuell gar nicht mehr im Schichtdienst und die Zulagen sind Dir dadurch (tarifrechtlich korrekt) verlustig gegangen?
     
  8. hypurg

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    Wird die Fachweiterbildung Palliativ im AVR so niedrig eingestuft? Wir (TVöD) gruppieren unsere Mitarbeiter mit Fachweiterbildung und Einsatz in der Palliativpflege mit EG 9a ein. Und da besteht schon ein Unterschied zur 7a. Im Übrigen sind wir auch ländlicher Bereich und haben tatsächlich Probleme qualifiziertes Problem von außerhalb zu bekommen. D.h. daß wir uns den Nachwuchs selbst ausbilden lassen müssen, was zusätzlich nicht billig ist. Von daher sollte ich mich als AG über jemand externen mit vorhandener Zusatzausbildung freuen und nicht bei der Eingruppierung ganz unten ansetzen.

    @ NurseKali
    Ich würde erstmal Deine Eingruppierung herausfinden und dann dementsprechend argumentieren.
     
  9. NurseKali

    NurseKali Senior-Mitglied

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    @Claudia

    doch, ich arbeite weiterhin im Schichtdienst; nur hab ich durch einen Unfall letztes Jahr einen beginnenden BS Vorfall bekommen und bin zur Zeit aus dem Nachtdienst raus, aber da weiss ich was ich weniger bekomme, hab mich schon drauf eingestellt und hoffe dass diese Zeit auch bald wieder vorbei ist und ich 3 Nächte leisten kann.

    @hypurg

    Danke für den ZUspruch, so ähnlich sehe ich es auch; es ist ein super Team, sehr motiviert und auch ehrenamtlich werden viele Tätigkeiten mit geleistet.....bisher.....nun ist die Motivation bei uns allen sehr gering, da jetzt jeder heftige Einbußen verzeichnen musste.

    Ich werde jetzt tatsächlich mal den nächsten Lohnzettel abwarten und dann schauen wie es mit den Zulagen ausschaut.
    Möchte dann gern das Thema weiterführen wenn es weiterhin Unstimmigkeiten dabei gibt oder aber es beenden, wenn es eine Änderung positiver Natur gegeben hat.

    Erst einmal meinen herzlichen Dank an alle Impulse und Tipps die ihr mir gegeben habt.

    LG von der Kali
     
  10. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    Da seid Ihr aber auch im öffentlichen Dienst die Ausnahme von der Regel. Die Palliative Care Weiterbildung mit ihren 160 Std. genügt i.d.R. nicht für eine Höherstufung. Ich kenne mehrere AG, die nach TVöD bezahlen und die Kräfte weiterhin auf EG 7a belassen.
     
  11. NurseKali

    NurseKali Senior-Mitglied

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    ....ist ja eigentlich nicht fair oder ?
    Ich dachte die 160 Stunden Ausbildung galt für die letzten Jahre und nur ab diesem Jahr gelten die höheren Stunden Regeln ?
    Wobei ich bezweifeln möchte, dass es damit gerechtfertigter wäre, es steht und fällt mit den Dozenten, dem Aufbau und der Didaktik des Unterrichts. Wenn Menschen schon lange Zeit in einem onkologischen Bereich arbeiten, sollte das auch irgendwo mit einfliessen.
    Ich selbst arbeite seit 1994 in der Onkologie, angefangen von Hochdosis Chemotherapiestation, Kur und Rehaklinik, naturheilkundlich orientierter Behandlung bis jetzt zum Palliativbereich der Lebensendphase.......wenn man das nicht unter Berufserfahrung verbuchen kann, dann frag ich mich was Berufserfahrung überhaupt bedeutet........
     
  12. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    Berufserfahrung gibt im TVÖD keine höhere Entgeltgruppe, nur die Stufe. (Ist dies im AVR nicht auch so?)

    Ich kenne keine Palliative Care Weiterbildung mit höheren Stunden, lediglich einige Masterstudiengänge. Welche Weiterbildung hast Du? Die nach dem Curriculum von Martina Kern hat 160 Stunden und ist, so gut sie ist, von der Workload her nicht mit einer zweijährigen Fachweiterbildung zu vergleichen.
     
  13. NurseKali

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    Dann bräuchte man keine FB und Weiterbildung anbieten die dann eh nicht gewertet wird.
    Ist ja nun auch kein Pappenstiel mal eben dafür 2200 € auszugeben oder?
     
  14. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    Die Kosten für die Fachweiterbildung hat mein AG übernommen, also kann ich mich da nicht beschweren.

    Die höhere Vergütung ist in diesem Fall eher die Ausnahme als die Regel, einen Anspruch darauf gibt es also nicht. Ich persönlich hatte noch nicht davon gehört, dass irgend ein AG die Palliativfachkräfte in die EG 9a einstuft, und ich hab Kontakt zu etlichen Palliativstationen in meinem Bundesland. Auch die Fachweiterbildung für Praxisanleiter (z.B.) mit ihren 200 Stunden führt nur sehr selten zu einer Höherstufung. Zweijährige Fachweiterbildungen wie A/I sind einfach vom Aufwand her noch eine ganz andere Hausnummer.

    Wenn Du also wissen willst, wieviel Du verdienst, wenn Du zu meinem AG wechselst - TVÖD EG 7a, mindestens Stufe 3, wobei bei Deiner Berufserfahrung die Stufe 6 sicher sowohl gerechtfertigt als auch verhandelbar wäre.
     
  15. NurseKali

    NurseKali Senior-Mitglied

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    Das stimmt schon, sie sind eine andere Hausnummer, doch hat nicht jeder die Möglichkeit und den Zeit plus finanziellen Rahmen dies umzusetzen.
    Dennoch bleibt für mich die Frage im Raum: Warum werden Fortbildungen im Palliativbereich angeboten, die dann nicht gewertet werden.
    Da müsste zumindest eine Zwischenstufe drin sein, sonst bräuchte man dies nicht in den Focus zu nehmen.
    Als Beispiel anstatt 9 in die Stufe 8
    Wäre auch denkbar als ein Anreiz für Pflegekräfte.....mir fehlt einfach die Honorierung dessen was die Menschen mitbringen.

    Welcher Arbeitgeber ist es denn ?
    Kannst mir gerne eine persönliche PN an mein Postfach senden......

    LG
    die Kali
     
  16. Lillebrit

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    Im Grundsatz gehe ich mit Dir konform, dass Bildungsmaßnahmen sich auch in der Vergütung bemerkbar machen müssen! In der Praxis gilt dieses aber meistens nur für eine 2 jährige FWB...und auch hier nur für solche, die ein AG als solche "anerkennt" bzw. die im Tarifvertrag mit einer Höhergruppierung bewertet ist.

    Um Kinaesthetics-Grundkurse zu geben, muss man z.B. eine 2 jährige Ausbildung durchlaufen...mit allen Präsenzzeiten, Hospitationen und Selbstlernaufgaben veranschlagt dieses etwa 700 Stunden Zeit. Die reinen Kurskosten liegen in den beiden Jahren bei etwa 8 Tausend Euro; rechnet man Fahrten und Unterkunft dazu kommt man rell auf insgesamt 12 Tausend Euro.
    Leider führt dieses aber nur dann zu einer Höhergruppierung, wenn man eine entsprechende Stelle (z.B. in der IBF, Schule oder als Pflegeexperte) besetzt.

    Ähnlich ist es mit Studiengängen...ein Masterabsolvent hat bis zu diesem Abschluss mindestens 5 Jahre und einen Workload von 9000 Stunden investiert. Vorgesehen ist eine akademische Ausbildung zwar im KrPflG, nicht jedoch in den Tarifverträgen.
    Mittlerweile vergüten immer mehr AG diese Absolventen höher als die Lehrkräfte mit einer 2 jährigen FWB; es ist jedoch immer eine Einzelfallentscheidung...ausserdem sind leider immer noch viele der "alten Lehrkräfte" der Ansicht, dass alle dasselbe verdienen sollten.

    Du siehst also, dass sich dieses Dilemma durch alle Bereiche zieht.
     
  17. NurseKali

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    Ehrlich gesagt darf man sich als Arbeitgeber dann nicht wundern, dass so wenig Motivation vorhanden ist.
    Für den Einen sind halt 12000 Euro finanzierbar, für den Anderen nicht....und wenn ich mich umschaue, für die Meisten nicht.
    Wenn dann noch die Tatsache dazu kommt, in Familie eingebunden zu sein, dann hat man noch weniger die Möglichkeit dazu, da greift dann die Tatsache, dass der Mann die WB macht und die Frau zurücksteckt......leider immer noch die gängige Praxis, wie in alten Zeiten.
    Wenn es um Weiterbildung geht, zählen alte Rollenmuster.
    Für mich gilt dies nicht, da unverheiratet und kein Kind, aber dieses Muster sehr wohl kennend.

    Masterstudiengänge, alles ganz gut uns schön........und was ist mit der Basis ?
    Was ist mit denen die gute Basisarbeit machen ?
    Wie gedenken Arbeitgeber die zu motivieren, besonders im Hinblick auf Arbeitsdruck, hoher Personalfluktuation und geringer Personaldecke?
    Es hakt da im System......betriebspsychologisch hat das fatale Folgen für den gesamten Betrieb, wenn die Grundmotivation sich davonschleicht, wenn der Beruf zu einem Job wird, den man halt macht, weil ja irgendwie man Geld verdienen muss.......ganz zu schweigen von dem was man den Klienten an Heilungsunterstützung mit rüberschwingen lässt. Ein kranker Mensch möchte nicht der Job sein, der erledigt wird, sondern möchte Unterstützung im Genesungsprozess haben......ergo: Heilungsprozess verlangsamt sich, erhöht die Kosten, die Spirale dreht sich weiter.
    So lange wir im Gesundheitswesen nicht einsehen, dass der Mensch ein Individuum ist, welches sich nicht in Heilungsrichtlinien pressen lässt, so lange bleibt es auch im finanziellen Dilemma hängen......für alle Beteiligten.

    In unserem Land werden Zertifikate hoch geschätzt, nicht immer stehen Menschen dahinter, die auch diese Qualität mitbringen.
    Es steht und fällt mit dem EQ den der Einzelne mitbringt.
    Mir als Arbeitgeber wäre die Empathie, Motivation und Freude am Beruf eines Arbeitnehmers wichtiger als ein Zertifikat.
    Wäre schon wenn wir dahin kommen könnten.
     
  18. Lillebrit

    Lillebrit Bereichsmoderatorin
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    Ich habe lediglich Beispiele angeführt für weitere "potentielle Ungerechtigkeiten" in Bezug auf Bildungsengagement und die hieraus resultierende Vergütung; dieses hast Du ja beklagt. Ein Masterabschluss ist deshalb so "extrem" weil hier i.d.R. jahrelanger Lohnverzicht sowie immense Kosten zum tragen kommen...



    Diese Aussage steht Deinem vermeindlichen Anliegen - nämlich Bildung bezahlt zu bekommen- aber diametral entgegen!


    Prima- so einen AG hast Du ja nun scheinabr gefunden ... dem scheint Dein Zertifikat nämlich auch egal zu sein :anmachen:



    Sorry, ich weiss nicht, wohin dieser Thread führen soll.
     
  19. NurseKali

    NurseKali Senior-Mitglied

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    Ich bedanke mich für die vielen guten Ratschläge und Impulse.....mehr gibt es jetzt nicht dazu zu sagen.

    Es grüsst
    NurseKali
     
  20. MilanX

    MilanX Junior-Mitglied

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    Sicher, man kann zynisch darüber denken. Aber Fakt ist doch, dass die kirchlichen Träger genau diese - ich nenne sie mal mitunter - "christliche" Einstellung zum Krankenpflegeberuf ("Empathie, Motivation und Freude...wie es hier von NurseKali beschrieben wird) schamlos ausnutzen. Diese Ansicht, nicht Zertifikate sind entscheidend, um menschenorientiert zu handeln, könnte auch von den kirchlichen Arbeitgebern stammen.

    Ich frage mich, was eigentlich die Aufgabe der Kirche noch sein soll? Eine Arbeit, wie es sie im christlichen Sinne kaum eine Zweite gibt immer mehr zu zerstören und ihrer Würde zu berauben (durch miese Bezahlung und miese Arbeitsbedingungen)? Oder sie zu stärken und ihr Anwalt zu sein, weil wir sie so dringend heutzutage brauchen und auf gute Leute angewiesen sind?

    Leider ist Ersteres zu häufig der Fall, sodass die Suche nach einem seriösen Arbeitgeber in der Pflege (bezgl. Bezahlung, Arbeitsbedingungen) nicht einfacher wird.
     
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