News Verband fordert bessere Vergütung für Pflegeberufe

brigitte

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angemessene Bezahlung

Hallo,
endlich mal jemand ,der für eine angemessenere Bezahlung plädiert.Ich hoffe der Dbfk ist in dieser Sache erfolreich. Mich wundert,dass nicht viel öfter und energischer für eine angemessene Bezahlung für Pflegepersonal gekämpft wird.
Ich bin sicher für die Arbeit die wir tun steht uns eine deutlich höhere Bezahlung zu als es jetzt der Fall ist.




Viele Grüße


Brigitte
 

spielemann

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angemessene Bezahlung

Hallo Brigitte!
Das die Verbände sich mit Forderungen schwer tun und sich zurückhalten, liegt doch an uns Pflegekräften selber. Nur ca. 20% aller Pflegekräfte sind organisiert und dann noch in unterschiedlichen Verbänden, die dann auch noch unterschiedliche Zielsetzungen haben.
Würden sich mehr Pflegekräfte organisieren, wie z.B. in der Metallindustrie ( Organisationsgrad über 80% ) würden wir auch sehr viel mehr Möglichkeiten haben, unsere berechtigten Belange durchgesetzt zu bekommen.
Schau doch mal in die kürzere Vergangenheit, es wurde eine PPR eingeführt, die sehr viel Mehrarbeit mit sich brachte. Sie sollte eine angemessenere Personalbesetzung mit sich bringen. Was passierte? Die Dokumentation war so gut, daß der Personalbedarf die künsten Erwartungen übertraf, somit wurde die Umsetzung halt ausgesetzt. 2/3 aller geforderten und nachgewiesenen neue Pflegestellen wurden nicht besetzt. Was haben wir Pflegekräfte daraufhin gemacht? Nur geschimpft, daß reicht aber nicht. Es sind sogar Kollegen aus den Verbänden ausgetreten, weil sie sich nicht vertreten gefühlt haben. Was sollen die Verbände aber machen bei einem so geringen Organisationsgrad. So scheint es gegenüber den Kassen und Politikern doch, daß wir absolut zufrieden sind bis auf ein paar Ruhestörer. Sonst würden sich mehr Kollegen organisieren.
Oder schau auf die DRG´s, wir als Pflege sind so gut wie nicht berücksichtigt. Wir sind von der Gnade des Arztstandes abhängig, wie gut er Dokumentiert.
Wenn wir alle Zusammen aufstehen würden, siehe Montagsdemonstrationen 1989, können wir auch sehr viel erreichen. Der Pflegedienst ist dazu charakterlich aber nicht in der Lage bis auf einige wenige. :dudu: Somit müssen wir halt mit der Situation leben:-?

Falls du anderer Meinung bist, würde ich gerne mit dir darüber diskutieren.

Gruß
Axel
 

Andre_Winter

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Liegt das Problem nicht ganz woanders?

Hallo!
Ist es nicht so, daß jeder Cent, den wir mehr verdienen, Hände am Bett kostet?
Schauen wir uns das marode Gesundheitssystem an.
Kann es uns noch bezahlen?
Gerade diskutiert ein anderer Thread in diesem Forum Sinn und Unsinn von billigen Hartzern in der Pflege.
Warum kommt eine solche Diskussion wohl überhaupt auf?
Solang wir nicht wissen, wer wir sind, was wir sind, zerbröseln Montagsdemonstrationen ins Nichts.
Ulla Schmidt weiß, daß in Deutschland examinierte Pflegekräfte für € 6,25 brutto/h arbeiten (müssen).
Wenn wir wirklich mehr wollen, müssen wir der Konsolidierung folgen und uns während dessen darauf konzentrieren, daß die Ausbildung kwalitativ höher wird (vergessen wir nicht, daß in nur wenigen Jahren große Billig-Konkurrenz aus EU(!)-Mitgliedsstaaten in Scharen einfallen wird!), daß wir ganz genau wissen, wer wir sind und was wir wann und warum tun.
Die Pseudogewerkschaften mit ihren wahnsinnigen und populistischen Forderungen brechen uns das Genick, das sollte uns bewußt sein!
Keiner von uns hat was davon, heute einen Euro mehr zu verdienen und morgen auch ein Hartzer zu sein.



Grüße!
Andreas
 

spielemann

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Hallo Andre!
Ich bin da nicht ganz deiner Meinung!
Der Etat der Krankenhäuser ist in den letzten Jahren leicht gestiegen, trotzdem sind in den Bereichen die direkt am Patienten arbeiten Arbeitskräfte eingespart worden. Dies betrifft die Pflege, teilweise den ärztlichen Dienst und Arzthelferinnen bzw. Pflegehilfsdienste.
In der EDV, in der Verwaltung in den dokumentierenden medizinischen Bereichen sind in den letzten Jahren massiv neue Stellen geschaffen worden. Dies auf politischen Druck.
Auch ist die Qualität der medizinischen Leistung sehr viel besser aber auch sehr viel teurer geworden. Hier muß sich die Bevölkerung vertreten durch die Politiker überlegen, was zu leisten ist. Es geht aber nicht auf dem Rücken der Beschäftigten. Vielleicht muß ja auch die Leistung reduziert werden????
Ich werde mich nicht darauf einlassen, daß wenn ich mehr Gehalt fordere, mein Arbeitgeber mir vorhält das dann Kollegen entlassen werden müssen. Dies ist das Druckmittel aller Konzerne, natürlich auch von der Politik. Das wir ersetzt werden können von Kollegen aus dem Ostraum ist auch so ein Druckmittel. Sollen sie nur machen, wenn dann die Menschen in Deutschland kein Deutsch mehr sprechen können, dann werden auch Politiker gewählt, die deren Sprache sprechen.
Ich gebe dir Recht, daß wir vermehrt auf eine bessere Qulifizierung achten müssen. Dafür sind aber Verbände nötig. Z.B. versucht der DBfK durch die freiwillige Registrierung dei Qualität von Pflegekräften zu erhöhen.
Gruß
Axel
 

Manegger

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freiwillige Registrierung: Chaos oder der Schritt in die Richtige Richtung?

Hallo,
passend zu diesem Thema, welches eigentlich mehr zu "freiwillige Registrierung" passt, aber eben auch hier, habe ich vor ein paar Wochen feststellen müssen, das der DPV sein eigenes Ding durchzieht, was die freiwillige Registrierung angeht. Dort sind die Dauer, Punkteanzahl und die Gebühren anders als beim DBfK und den angeschlossenen Verbänden.

Die veranlsste mich nachzufragen und siehe da: Der DBfK antwortete sogar im Namen des stellvertretenden Vorsitzenden des DPR, Andre Westerfellhaus. Zitat:
"...ich antworte Ihnen in der Eigenschaft als Vizepräsident des DPR e.V., der Bundesarbeitsgemeinschaft der Pflegeorganisationen und des Hebammenwesens. Der DPR hat es sich zur Aufgabe gemacht, die unterschiedlichen Registrierungssysteme in ihrer Zusammenführung zu moderieren und unter wissenschaftlicher Begleitung zu einem professionellem System weiterzuentwickeln. Bereits ab dem 01.01.2005 soll in Deutschland ein einheitliches Registrierungssystem gelten und zwar unter dem Dach des DPR. Die bisherigen Registrierungsstellen werden zusammengeführt. Wir werden über die Fachpresse über den Entwicklungsstand berichten. In der Anlage erhalten Sie zur Kenntnisnahme und gerne auch zur Weiterverbreitung die Strausberger Erklärung des DPR zu diesem Thema. Ich hoffe Ihnen mit diesen Angaben zunächst in Ihrem Sinne weitergeholfen zu haben..."
Sich dadurch stellende Fragen wurden wie folgt beantwortet:
1.Warum wurden eigentlich zwei unterschiedliche Wege der Regestrierung gewählt (DPV und [url="http://www.freiwillige-registrierung.de%20it/"]www.freiwillige-registrierung.de it[/url] unterschiedlichen Gebühren und Punktewerten sowie Zeitrahmen?
AW:In der Vergangenheit war es schwierig eindeutige Aussagen von Berufsverbänden zur Registrierung zu bekommen, so mussten sich wohl zwangsläufig einzelne Initiativen bilden. So wurde wenigstens ein Anschub geleistet, der letztendlich auch zu einer Resolution des DPR führte
2.Was passiert mit den bereits registrierten Pflegekräften?
AW:Es werden Lösungen gesucht (und hoffentlich gefunden) wie bereits registrierte Pflegekräfte behandelt werden können
3.Einige werden nach der Zusammenführung schlechtere Konditionen (Gebühr, Punktewerte, Dauer der Reg.) oder bessere Konditionen haben.
AW: Die Registrierung wird für Pflegende schon deshalb von Nutzen sein, da die Registrierung zukünftig Aussagen über die hiermit verbundenen Anforderungen an Fort- und Weiterbildung trifft. Somit ergibt sich auch ein Wettbewerbsmerkmal am Arbeitsmarkt
4.Wie sind die hohen Gebühren von 60 Euro nach zwei Jahren zu erklären?
AW: Die Nachregistrierung ist deshalb mit höheren Kosten verbunden, da nicht wie bei der Erstregistrierung nur wenige Daten eingepflegt werden müssen, sondern eine Kontrolle der nachzuweisenden Qualifikationen der letzten 2 Jahre vorgenommen wird.
Die Kostensituation wird natürlich nachhaltig davon beeinflusst, wie viele Pflegekräfte sich in eine Registrierung begeben. Hier hat die Berufspolitik die Aufgabe, die Notwendigkeiten und Vorteile zu erklären.
Soweit der Vizepräsident des DPR e.V.

Dann bleibt nunmehr der 01.01.2005 abzwarten, denke ich! Falls es aber dann so ist, dass sich alle Pflegekräfte registrieren müssen, dann ist das Geschrei wieder groß! Ich denke, die Registrierung ist ein Weg in die Richtige Richtung, wenn sie von allen Verbänden einheitlich durchgezogen wird. Dann haben wir auch eine Chance gerechte Gehälter durch zu setzen.
Wo das Geld dafür herkommen soll? Ich meine, es gibt noch immer soviel Verbesserungsmöglichkeiten und Einsparungsmöglichkeiten im rahmen der Prozessoptimirungen, so dass man so einiges an geld umlenken kann und wird. Immerhin wird ein nicht leistungsfähiges Krankenhaus nicht das Jahr 2007 überleben!


Lieben Gruß
Klaus
 
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