Venöser Zugang

Dieses Thema im Forum "Fachliches zu Pflegetätigkeiten" wurde erstellt von BOBBELE, 01.06.2007.

  1. BOBBELE

    BOBBELE Junior-Mitglied

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    Hallo Leute. Ich arbeite in einer Rettungsstelle. Wir haben eine Dienstanweisung bekommen keine Flexülen mehr in die Ellenbeuge zu legen. Mir ist schon klar das Flexülen in der Beuge Probleme machen können, z.B. bei der Infusionsgabe. Aber viele Patienten möchten sie halt nicht am Handrücken oder Unterarm haben. Das kann ich auch verstehen. Jeder der schon einmal eine Flexüle bekommen hat und dann evtl. auch noch eine grüne, wird wissen wie sehr das zeckt. Wir wird es bei Euch so geregelt???
     
    #1 BOBBELE, 01.06.2007
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 03.06.2007
  2. ulrich80

    ulrich80 Newbie

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    Hallo.
    Ich arbeite als Pfleger in einer interdisziplinären Notaufnahme.
    Wir hatten auch mal das Diskussionsthema, aber wir haben uns darauf geeinigt, dass wir versuchen weniger in die Beuge zu bringen.
    Aber in Notfällen findet man dort halt einfach am besten.

    Im Endeffekt gibt es keine 100%ige Lösung das handzuhaben. Es liegt im Ermessen des "Stechers" .
     
  3. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Ich gehe mal davon aus das es einen Zwischenfall gegeben hat und dies die einfachste Art der Fehlervermeidung ist: Vertuschen - keine Fehlerauswertung nötig. sparsam - keine angepasste Weiterbildung nötig, 100 % sicher (?) durch Dienstanweisung - keiner macht diese Punktion mehr.

    Typischer und realitätsferner Umgang mit Fehlern in der Pflege.

    Elisabeth
     
  4. ulrich80

    ulrich80 Newbie

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    Könnte man so sagen. Nur bei uns wird es so gehandhabt:
    Krankenschwestern / Krankenpfleger dürfen eigentlich keine Viggos legen - aber auf AO in der Notaufnahme schon.

    Problem: Die Ärzte ordnen nicht an, sondern nehmen es stillschweigend hin.....
    bis mal was passiert....

    Aber........ Wie sagte unsere Kursleitung damals schon. "Stellt euch drauf ein. Wenn was schief geht, steht ihr immer alleine und zu 100% mit einem Bein im Gefängnis da!"

    Wo sie recht hatte, hat sie recht.....
     
  5. schwester jenni

    schwester jenni Junior-Mitglied

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    Hi !

    Ich arbeite in der Anästhesie, bei uns werden die Venenverweilkanülen auch bevorzugt am Handrücken gelegt, nur wenn dort die Punktion nicht möglich ist geht man in die Ellenbeuge oder an den Unterarm.

    Prinzipiell sollte der venöse Zugang während der Narkose gut erreichbar sein und das ist halt am Handrücken meistens eher der Fall.

    Ausserdem sieht man am Handrücken schneller ob die Infusion evtl. para läuft und die Infusion läuft auch wenn der Patient den Arm mal gebeugt hat, was in der Ellenbeuge nicht der Fall ist.

    LG
     
  6. Rabenzahn

    Rabenzahn Poweruser

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    Hallo,

    wir in der Anaesthesie versuchen immer so peripher wie möglich zu punktieren.
    Die Gefahr einer unbemerkten arteriellen Punktion ist groß. Um keine arterielle Injektion zu riskieren, oder eine versehentliche paravenöse Injektion oder Infusion zu machen, ist es sinnvoll periphere Venen zu suchen.

    Ein Tipp, im Notfall kann auch der Unterschenkel gute Punktionsmöglichkeiten bieten.

    Gruss H. Rabenzahn
     
  7. anästhesieschwester

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    Im Notfall ist eine Kanüle in der Ellenbeuge immer noch besser als gar keine. Ein Patient im Schockraum hat mit der Kanüle wahrscheinlich das kleinste Problem. Wenn die halbwegs läuft kann man darüber schon Volumengabe und Analgesie einleiten und dann immer noch nach "was besserem" suchen. Oder man legt eben gleich nen ZVK.


    Die Anästhesieschwester
     
  8. Cystofix

    Cystofix Poweruser

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    Moin,

    ich verstehe nicht ganz, weshalb man - mal abgesehen vom reduzierten Patientenkomfort - ( gerade im Rettungsdienst ) keine PVK's in die Ellenbeuge legen sollte.

    Arterielle Punktion? Na ja, m.E. eher weit hergeholt ( hab ich in den Jahren nie gesehen ).

    Wüsste nicht, was gegen eine grosslumige Braunüle ( bspw. als Volumenweg bei grossen OP's ) in der Ellenbeuge sprechen sollte.

    Bitte klärt mich auf ...

    Cys ( der jederzeit eine Vene der Ellenbeuge punktieren würde, wenn es sein muss )
     
  9. Binarella

    Binarella Junior-Mitglied

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    Wir in der Akut-Geriatrie müssen die Vene nehmen,
    die Erfolg verspricht.
    Je älter die Patienten, desdo wahrscheinlicher, das die Vene kollabiert.
    Außerdem halten die Zugänge durch die gesteigerte motorische Unruhe bei vielen älteren Patienten nicht.
    Gern legen die Ärzte auch am Fuß Flexülen.
    Ich persönlich halte davon gar nix!
    Wer schon einen infizierten "Zugang" pflegen mußte, wird mir zustimmen.
     
  10. Maniac

    Maniac Poweruser

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    Was hat eine infizierte Einstichstelle mit der Lokalisation der Viggo zu tun??
     
  11. narde2003

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    Hallo Cystofix,

    auch wenn du es noch nicht gesehen hast, genauso wie es Rabenzahn schon erlebt hat, habe ich es auch schon erlebt.
    Bei uns ist nichts passiert, da sich jemand gewundert hat, warum da "soviel pulsierender Druck" drauf ist.
    Dennoch werden bei uns auch VVK's in der Ellenbeuge gelegt, allerdings unter enstprechender Kontrolle.
    VVK's in der Ellenbeuge sind für den Patienten und das Personal unangenehm, weil der Arm gestreckt liegen sollte.

    Schönen Tag
    Narde

    @Rabenzahn:
    Schön dich wieder zu lesen
     
  12. jackdanielsx84x

    jackdanielsx84x Gesperrt

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    Halli Hallo Hallöle,


    zusammenfassend könnte man nach dieser "Diskussion" wohl sagen:

    Man nehme als erste Wahl den Handrücken, als zweite den Unterarm und sollte dies alles scheitern oder von vornherein zum scheitern Verurteilt sein, nehme man die Ellenbeuge......


    Gruß
    Dennis
     
  13. anästhesieschwester

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    Hallo Cystofix,

    gegen eine Kanüle in der Ellenbeuge spricht (jedenfalls im OP) die Tatsache, dass die Patienten oft gelagert werden müssen. Bauchlage, Seitenlage, das gleiche wieder wieder zurück, ... Da ist der Handrücken einfach praktischer, weil die Arme soweit möglich in Funktionsstellung gelagert werden - also mit Beugung im Ellbogengelenk... Und die Kanüle geht am Handrücken beim Lagern nicht so schnell para!

    Die Anästhesieschwester
     
  14. Jeany

    Jeany Junior-Mitglied

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    Hm vielleicht bring ich mal meine eigenen persönlichen Erfahrungen zu diesem Thema ein: Als ich 9 war und einen Unfall hatte (vom Baum gefallen), bin ich ins Krankenhaus eingeliefert wurden. Mir wurde eine Kanüle in die linke Ellenbeuge gelegt, blut abgenommen, fertig. Zum verweilen drin gelassen um bei einer evtl. Operation (stand derzeit nicht fest, etwas komplizierter Beckenbruch) benutzt zu werden. Schön und gut. Ich als kleine Patientin hatte meine Probleme damit. Ich konnte den arm nicht richtig beugen, weil es auch noch meine schreibhand war und ich mit der Hand natürlich alles machte. Naja es kam die erste nacht und am nächsten Tag war die Kanüle auf einmal aus meinem Arm verschwunden. Sie lag unterm Bett. Sie ist mir in der Nacht einfach rausgerutscht. Ich denke, mit einer Kanüle im Handrücken wäre das nicht passiert. Jedenfalls nicht so einfach. Ich fänd generell Kanülen im Handrücken besser, weil der Bewegungsspielraum mehr wird und es auch von der Sache her eigentlich viel bequemer für den Patienten ist.
     
  15. Maniac

    Maniac Poweruser

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    Gerade als Kind passierts in der Hand noch eher. die wird doch ständig irgendwo her geratscht ;)
     
  16. jackdanielsx84x

    jackdanielsx84x Gesperrt

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    Das kann ich im Namen meiner Tochter nur bestätigen :P

    Gruß
    Dennis
     
  17. Cystofix

    Cystofix Poweruser

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    Moin,

    ich denke, was man auch bedenken sollte, ist der Innendurchmesser der Braunüle. Mit ner 20G Nadel am Handrücken könnte ich noch leben - mit ner 14G Nadel nimmer. Ich denke, man sollte situativ entscheiden, welche der Venen am Arm man punktiert.

    @Narde

    Ich bin der Meinung, man trifft nur dann eine Arterie, wenn man quasi blind punktiert. Wenn man die Basilika / Cephalica deutlich spürt von aussen, dann dürfte das kaum vorkommen.

    Cys
     
  18. narde2003

    narde2003 Board-Moderation
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    Hallo,

    auch das RKI empfiehlt nicht in der Ellenbeuge zu punktieren.

    Sonnige Grüsse
    Narde
     
  19. Mobitz

    Mobitz Poweruser

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    Kleines aktuelles Beispiel zum Thema: Eine Venenverweilkanüle arteriell zu legen ist unmöglich
    Haben einen Patienten aus der Notaufnahme bekommen. Z.n. Sturz. Schwierige Venenverhältnisse. Sie wollten einen Zugang in den Fußrücken legen.
    DIESE ging dann aber in die A. dorsalis pedis. (na gut, wir haben es dann gleich zur arteriellen Druckmessung genutzt).
    Und genauso leicht kann es eben auch in der Ellenbeuge passieren.
    Man kann nun mal nicht immer die entsprechende Vene super palpieren.

    @Cystofix: 14GA Venenverweilkanülen im Handrücken grenzt an Sadismus. Und außerdem auch nicht SO sinnvoll. :wink1:
     
  20. schwester jenni

    schwester jenni Junior-Mitglied

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    @Cystofix: 14GA Venenverweilkanülen im Handrücken grenzt an Sadismus. Und außerdem auch nicht SO sinnvoll. :wink1:[/quote]

    Hi!

    naja, sadismus würde ich das nicht nehnen.Wenn man ne 14G beim wachen Pat. legt, muss man natürlich zuerst lokal betäuben! Fertig!
    Wenn der Pat. eine große OP hat braucht er halt ne 14 G. Sicher ist es schlauer sie in die Ellenbeuge zu legen, weil da die Vene größer ist, allerdings gehts am Handrücken auch!

    LG
     
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